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Max von Hausen (Architekt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Max von Hausen (* 25. Oktober 1919 in Münster; † 9. März 1995 auf Lanzarote) war ein deutscher Architekt und Hochschullehrer.

Leben

Datei:Haus Klockenbusch, Münster-Mauritz, 1951 (Architekt Max von Hausen).jpg
Haus Klockenbusch, Münster-Mauritz (Baujahr 1951, Foto 2016)
Datei:MuensterStadtheater2388.jpg
Stadttheater Münster (2006)
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Stadttheater Gelsenkirchen, heute Musiktheater im Revier (2005)

Max Clemens von Hausen wurde als erstes von acht Kindern in Münster geboren. Nach der Schulzeit und einer Maurerlehre im elterlichen Bauunternehmen besuchte er bis 1937 die Staatsbauschule Münster mit Seminaren bei Gustav Wolf und Hugo Kükelhaus. Nach dem Kriegsdienst in Russland und der Kriegsgefangenschaft (1940–1943) begann er ab 1944 ein Architekturstudium an der Hochschule für Baukunst und bildende Künste Weimar, u. a. bei Gustav Hassenpflug. 1947–1949 setzte er sein Studium an der Technischen Hochschule Karlsruhe bei Egon Eiermann fort, der ihn nach den Erfahrungen im Dritten Reich entscheidend im Zugang zu einer neuen, lebendigeren Architektur prägte. Mit der Entwurfsserie für eine Diasporakirche aus Trümmermaterial und Holz<ref name=":0">Ulrich Pantle: Tendenzen im Kirchenbau nach 1950 (PDF), In: Leitbild Reduktion – Beiträge zum Kirchenbau in Deutschland von 1945–1950, Regensburg 2005, S. 342–343</ref> machte er sich einen Namen<ref>Hugo Schnell: Der Kirchenbau des 20. Jahrhunderts in Deutschland. München 1973, S. 94.</ref> und 1949 im heimischen Münster als Architekt selbstständig. Dort realisierte er ab 1950 erste Projekte, so auch das unkonventionelle Wohnhaus von Dr. Ludwig Klockenbusch<ref>

Ewald Spieker: Zwei wirkliche Freunde. In: www.bernhard-poether.de. Arbeitskreis

Bernhard Poether, abgerufen am 7. Mai 2020.</ref>, Priester, Studienrat und später Vorsitzender der Kunstkommission im Bistum Münster, der den jungen Architekten auch zu einem Gegenentwurf für ein neues Stadttheater in Münster ermunterte. Von Hausen schloss sich daraufhin 1952 mit Harald Deilmann, Ortwin Rave und Werner Ruhnau zum Architektenteam zusammen, das bis 1955 bestand. Nach erfolgreicher Ausführung des Theaterbaus gelang es dem Architektenteam, auch den Wettbewerb zum Neubau des Stadttheaters Gelsenkirchen zu gewinnen, den später Ruhnau federführend umsetzte. Während Deilmann und Ruhnau eigene Büros gründeten, entwickelte sich ab 1959 zwischen Ortwin Rave (1921–1992), der in Braunschweig studiert hatte, und von Hausen eine lebenslange Büropartnerschaft, in der sie bis 1987 zahlreiche Profan- und Sakralbauten sowie Entwürfe für Möbel und Skulpturen ausführten, darunter auch das Kleine Haus Münster, Kirchen, verschiedene Wohn- und Bürobauten sowie Siedlungen. Von 1972 bis 1989 lehrte von Hausen an den Kunstakademien Düsseldorf und Münster. Vielfach kam es während der Bauprojekte zur Zusammenarbeit mit Künstlern, u. a. mit Joseph Beuys, Victor Bonato, Norbert Kricke, Thomas Lenk, Georg Karl Pfahler.

Aus der 1943 geschlossenen Ehe mit Maria Agnes Isabella gingen drei Söhne hervor. Der Architekt Christoph von Hausen (1951–2008) war sein jüngster Sohn.

Werk

Datei:Wohn- und Geschäftshaus ins Emsdetten ( Architekt Max von Hausen, 1961).jpg
Wohn- und Geschäftshaus Eick in Emsdetten nach Renovierung (2016)
  • 1949–1950: Diaspora-Kirche (Typenentwurf)<ref name=":0" />
  • 1951–1953: Wohnhaus Klockenbusch in Münster, Kapitelstraße 51 (Baudenkmal)<ref>Denkmal Doppelhaus Kapitelstraße 51. Bau- und Gartendenkmäler Münster. In: Geoportal. Stadt Münster, abgerufen am 10. September 2024.</ref>
  • 1952: Wohnhaus Heinrich und Inge Habig in Herdecke, Wallstraße 5 (Umbau und Erweiterung) (Baudenkmal)<ref>Christoph von Hausen, Gisela van Nuland: Max von Hausen. Architekt und Künstler. 1919–1995. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 978-3-402-00218-6, S. 11–15.</ref><ref>Denkmalliste der Stadt Herdecke. Stadt Herdecke, 23. April 2020, abgerufen am 26. Mai 2025.</ref>
  • 1953: Wohnhaus Honert in Münster, Falgerstraße 7 (2013 abgerissen)
  • 1953: Wohnhaus Brüggemann in Neheim-Hüsten
  • 1956: Wohnhaus und Augenarztpraxis Dr. August und Dr. Vera Fuhler in Meppen, Schützenstraße 23 (2019 abgerissen)

Im Architektenteam:

In Partnerschaft mit Ortwin Rave:

Literatur

  • Niels Gutschow, Gunnar Pick: Bauen in Münster. F. Coppenrath Verlag, Münster 1983, ISBN 3-88547-209-0.
  • Gisela van Nuland, Christoph von Hausen: Max von Hausen, Architekt und Künstler (1919–1995). Aschendorff Verlag, Münster 2006, ISBN 3-402-00218-3.
  • Sylvaine Hänsel, Stefan Rethfeld: Architekturführer Münster. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-496-01276-4.
  • Claudia Blümle, Jan Lazardzig (Hrsg.): Ruinierte Öffentlichkeit. Zur Politik von Theater, Architektur und Kunst in den 1950er Jahren. diaphanes Verlag, Zürich 2012, ISBN 978-3-03734-199-5.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Max von Hausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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