Max Fischer (Politiker, 1927)
Max Fischer (* 6. Mai 1927 in Altenmarkt bei Cham; † 11. Juli 2015)<ref name="landtag">Dr. Max Fischer. Bayerischer Landtag, abgerufen am 19. November 2023.</ref> war ein deutscher Politiker (CSU) und war unter anderem als Landrat, Staatssekretär und ab Mitglied des Landtages in Bayern tätig. Besonders bekannt wurde Fischer durch sein Engagement für verbesserte Beziehungen Bayerns zur Tschechoslowakei in der Zeit des Kalten Krieges.
Leben und Familie
Max Fischer wurde als Sohn der Landwirte Josef und Fanny Fischer geboren, war katholisch und nach dem Abitur 1943–1945 Kriegsteilnehmer. Nach dem Krieg studierte er zuerst Volkswirtschaftslehre an der Philosophisch-theologischen Hochschule Regensburg und danach Rechts- und Staatswissenschaften in Heidelberg und München, wo er auch beide juristische Staatsexamen ablegte. Zusätzlich absolvierte er die Verwaltungsakademie in Speyer. Fischer promovierte 1952 zum Dr. jur. über das Thema Die Doppelstellung des bayerischen Landrats. Er arbeitete fünf Jahre lang bei der Bayerischen Versicherungsbank in München.<ref name=":0">Max Fischer. In: csu-geschichte.de. Abgerufen am 25. Dezember 2025.</ref>
Er war Mitglied der katholischen Studentenverbindungen KDStV Rupertia Regensburg und KDStV Trifels München im Cartellverband und Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Fischer war seit 1956 mit Hildegard Fischer, geborene Müßig, verheiratet, lebte in Altenmarkt und hatte zwei Kinder (Max-Peter und Michaela).<ref name="mb">Christoph Klöckner: Der „heimliche Außenminister“ ist tot. In: Mittelbayerische Zeitung. Mittelbayerischer Verlag, 13. Juli 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. Mai 2017; abgerufen am 19. November 2023.</ref>
Max Fischer betrieb Sportfliegerei und absolvierte Höhen- und Dauerflüge mit Segel- und Motorflugzeug. 2009 verursachte er mit seinem Wagen einen tödlichen Straßenverkehrsunfall<ref>Wolfgang Houschka: Dr. Max Fischer (81) überfährt Passanten in Chamer Innenstadt - Eine Tote, zwei Schwerverletzte: Ex-Staatssekretär steuert Unfallwagen. In: Onetz. 6. April 2009, abgerufen am 19. November 2023.</ref> und erhielt wegen fahrlässiger Tötung einen Strafbefehl über 180 Tagessätze.<ref>Extrawurst für Ex-Staatssekretär? In: tz. 23. Juli 2009, abgerufen am 19. November 2023.</ref>
Politik
Fischer war 1945 Mitgründer der CSU im Landkreis Cham.<ref name=":0" /> 1959 wurde er zum Landrat des Landkreises Cham gewählt<ref name="mb" /> und blieb bis 1972 in diesem Amt. Von 1959 bis 1987 war er Kreisvorsitzender der CSU in Cham, wo er auch Stadtrat und bis zum 30. April 2008<ref name="mb" /> Kreisrat war.
Fischer engagierte sich persönlich stark für die Entspannung und Kontakte im bayerisch-tschechoslowakischen Grenzgebiet, was ihm den Beinamen Bayerns heimlicher Außenminister einbrachte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bayerns heimlicher Außenminister. ( vom 22. Oktober 2007 im Internet Archive) Adalbert Stifter Verein, 7. März 2006</ref><ref>Paul Stein: Die „Schlacht am Schlagbaum“. In: Die Zeit. Nr. 24, 1964 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online ( vom 13. Oktober 2015 im Internet Archive) [abgerufen am 19. November 2023]).</ref> Er saß von 1964 bis 1978 der Arbeitsgemeinschaft Grenzland vor.
Bei der Landtagswahl 1962 wurde Fischer im Wahlkreis Oberpfalz erstmals in den bayerischen Landtag gewählt. Bei den darauffolgenden Wahlen wurde er über den Stimmkreis Cham wiedergewählt. Von 1970 bis 1977 war er der Vorsitzende des Ausschusses für Staatshaushalt und Finanzfragen. 1990 schied er aus dem Landtag aus.<ref name="landtag" />
Am 26. Mai 1977 wurde er im Kabinett Goppel IV im Zuge der Kabinettsumbildung Staatssekretär im Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen<ref>Dr. h. c. Alfons Goppel: Lebenslauf und Kabinett. Bayerische Staatskanzlei, abgerufen am 19. November 2023.</ref> und blieb in diesem Amt in den nachfolgenden Kabinetten Strauß I und Strauß II bis zum 29. Oktober 1986.<ref>Dr. h. c. Franz Josef Strauß: Lebenslauf und Kabinett. Bayerische Staatskanzlei, abgerufen am 19. November 2023.</ref><ref name="landtag" />
Auszeichnungen
Im Jahr 1971 wurde ihm der Bayerische Verdienstorden verliehen. 1978 folgte das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland,<ref>Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundesanzeiger. Jg. 30, Nr. 219, 21. November 1978.</ref> später das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband. 2008 erhielt er vom Verein Bavaria Bohemia die Auszeichnung Stavitel mostů (Brückenbauer) für sein Engagement in den deutsch-tschechischen Beziehungen.<ref>Preis für die „Brückenbauer“. 13. März 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. August 2022; abgerufen am 4. August 2022.</ref>
Weblinks
- Max Fischer Internationales Biographisches Archiv 43/1987 vom 12. Oktober 1987, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Einzelnachweise
<references />Vorlage:Klappleiste/Anfang
Joseph Scholz (1939–1942) | Gregor Hartl (1942–1945) | Josef Winkler (1948–1959) | Max Fischer (1959–1972) | Ernst Girmindl (1972–1996) | Theo Zellner (1996–2010) | Franz Löffler (seit 2010)
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Hinweisbaustein
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fischer, Max |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (CSU), MdL |
| GEBURTSDATUM | 6. Mai 1927 |
| GEBURTSORT | Altenmarkt |
| STERBEDATUM | 11. Juli 2015 |
- Seiten mit Skriptfehlern
- Staatssekretär (Bayern)
- Landtagsabgeordneter (Bayern)
- Landrat (Landkreis Cham)
- CSU-Mitglied
- Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Schulterband
- Träger des Bayerischen Verdienstordens
- Ehrenbürger von Cham (Oberpfalz)
- Korporierter im CV
- Person (Cham, Oberpfalz)
- Bayer
- Deutscher
- Geboren 1927
- Gestorben 2015
- Mann