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Maschinenfabrik Fahr

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Maschinenfabrik Fahr

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Fahr Logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1870
Auflösung 1977
Auflösungsgrund aufgegangen in Deutz-Fahr
Sitz Gottmadingen, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Branche Landtechnik

Die Maschinenfabrik Fahr war ein Hersteller von landwirtschaftlichen Maschinen mit Sitz in Gottmadingen, Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg.

Geschichte

Datei:Fahr F22 (22 PS).jpg
F22
Datei:Fahr D177S 34PS 1959.JPG
D177S, 1959
Datei:Lesachtal Liesing Gerstenfeld Hans Unterguggenberger auf Mähdrescher Fahr MDL 180802014 336.jpg
Mähdrescher MDL
Datei:Fahr Heuwender.JPG
Heuwender
Datei:Fahr-Getreidemähmaschine 2.jpg
Fahr-Getreidemähmaschine an einem Fahr-Schlepper

Die Firma wurde 1870 von Johann Georg Fahr in Gottmadingen gegründet. 1892 wurde mit einer Eisengießerei in Stockach ein erstes Zweigwerk gegründet. 1903 wurde sie eine Offene Handelsgesellschaft, und Johann Georg Fahr übertrug die Leitung seinen beiden Söhnen und seinen zwei Schwiegersöhnen. Am 24. Oktober 1911<ref name="khd"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Prospectus (Memento vom 3. Februar 2015 im Internet Archive), KHD Humboldt Wedag International AG, 29. Dezember 2010, S. 8</ref> wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, blieb jedoch in Familienbesitz.

1938 begann man bei Fahr mit der Traktorenproduktion. Die Motoren stammten überwiegend von Güldner und Deutz. Der erste Traktor von Fahr war der F22 mit einem 22 PS leistenden Motor von Deutz, das Getriebe stammte von Fahr selbst. Während des Zweiten Weltkriegs produzierte Fahr den Holzgastraktor HG25 und den F22, der aufgrund des Schell-Plans überarbeitet werden musste. Ergebnis war der Fahr T22, der sich äußerlich kaum vom F22 unterschied.<ref>Christian Wiechel-Kramüller: Fahr T22. Made in Gottmadingen. In: Wipperau-Kurier. Nr. 4/2022. Bahn-Media Verlag GmbH & Co. KG, Oktober 2022, ISSN 2191-2173, S. 13.</ref>

1951 zeigte Fahr auf der DLG-Ausstellung in Hamburg den ersten deutschen Selbstfahrmähdrescher. Ein Jahr später begann die Serienfertigung. Ebenfalls 1952 wurde mit der Fahr-Argentina S. R. L. in Buenos Aires ein Tochterunternehmen in Argentinien gegründet.<ref>Aus den Unternehmungen. In: Die Zeit vom 23. Juli 1953</ref> Ab 1956 wurde das Farmobil<ref>Eberhard Kittler, Thomas Rönneberg: Deutsche Autos seit 1945 Offroader und SUV. 1. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-613-02490-X, S. 51–53.</ref> hergestellt, von dem bis 1966 etwa 1.000 Stück produziert wurden. Die Fahrzeugbezeichnung »Farmobil« unterschied sich bewusst vom Firmennamen der Fahr AG, um den Begriff Farmmobil ins Gespräch zu bringen. Das Fahrzeug war ähnlich dem ersten Steyr-Puch Haflinger konzipiert. Ebenfalls 1955 wurde der Mähdrescher Fahr MDL vorgestellt. 1958 vereinbarte man eine Kooperation mit Güldner zur Produktion von Traktoren. Ein Jahr später stellten beide Hersteller die Europa-Reihe vor, deren Modelle weitgehend baugleich waren (wie zum Beispiel der Fahr D 132).

Neben dem Fahr-Landmaschinen- und -Schlepperwerk in Gottmadingen mit Konstruktion, Hammerwerk, Schmiede, mechanischer Fertigung, Blechnerei, Härterei, Materialprüfung, Endmontage, Fahrversuch und Versand unterhielt Fahr mit dem Werk Stockach eine Eisengießerei, in der bis zu 1000 Mitarbeiter Gussteile produzierten, und die Fahr-Zahnradfabrik in Karlsruhe.

1961 erwarb KHD 25 % des Aktienkapitals von Fahr, im folgenden Jahr wurde die Produktion von Fahr-Traktoren eingestellt. 1968 erwarb KHD die Mehrheit der Fahr-Aktien. Ein Jahr später übernahm KHD den Mähdrescherhersteller Ködel & Böhm. In dessen Werk wurden ab 1970 Maschinen unter der Marke Fahr hergestellt, sowie ab 1973 auch ein Abfallbeseitigungssystem. 1975 übernahm KHD die verbleibenden Fahr-Aktien. Fahr wurde zwei Jahre später vollständig in den Klöckner-Humboldt-Deutz-Konzern eingegliedert und bildete mit der Landmaschinensparte Deutz von nun an Deutz-Fahr. Unter diesem Markennamen wurden ab 1981 auch Traktoren gefertigt. 1984 ersetzte man das typische Rot, in dem die Landmaschinen von Fahr lackiert waren, durch das neue Hellgrün von Deutz-Fahr.

Ab 1988 wurde das Werk in Gottmadingen vom niederländischen Landmaschinenhersteller Greenland betrieben. Nachdem dieser durch den Konzern Kverneland übernommen worden war, wurde im Juli 2006 die Produktionsstätte in Gottmadingen geschlossen. Am Standort verblieb das sogenannte Kverneland-Kompetenzzentrum, das Heumaschinen und Festkammerpressen entwickelt.

Börsenmantel

Im Juni 2000 kaufte die Finanzholding Sparta AG den Börsenmantel der Maschinenfabrik Fahr.<ref name="sparta">SPARTA AG veräußert Börsenmantel der Maschinenfabrik FAHR AG mit Gewinn, presseportal.de, 28. Juni 2001</ref> Ein Jahr später im Juni 2001 erfolgte der Verkauf an eine internationale Investorengruppe um die Aktionäre der AIG AG<ref name="bz">KHD Humboldt Wedag International AG, Börsen-Zeitung</ref><ref name="sparta" /> mit einhergehender Umbenennung am 10. September 2001 in FAHR Beteiligungen AG und Verlagerung des Firmensitzes nach Köln.<ref name="khd" /> Fahr wiederum kaufte daraufhin die Industrieanlagentochter KHD Humboldt Wedag AG von der Deutz AG.<ref name="sparta" /> In den Folgejahren kam es zu weiteren Umfirmierungen als MFC Industrial Holdings AG (15. Oktober 2004), KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG (20. November 2006) und KHD Humboldt Wedag International AG (23. März 2010).<ref name="khd" />

Literatur

  • Wolfgang Baader: Das grosse Fahr-Buch, DLG-Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-7690-0647-X
  • Kurt Häfner, Rainer Bank: Dieselschlepper-Prospekte von 1938 bis 1961, Kosmos, Stuttgart 1999, ISBN 3-440-07794-2
  • Gerald Sandrieser: Fahr Traktoren. Rote Schlepper vom Bodensee 1938–1961, Verlag Klaus Rabe, Willich 2015, ISBN 978-3-926071-53-8

Weblinks

Commons: Fahr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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