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Marta Kubišová

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Datei:Marta Kubišová 2010-10-19.jpg
Marta Kubišová (2010)
Datei:Golden Kids (1969).jpg
Marta Kubišová, Václav Neckář, Helena Vondráčková (von rechts nach links), als Golden Kids in 1969, kurz bevor Marta Kubišová verbannt wurde

Marta Kubišová (* 1. November 1942 in Böhmisch Budweis (heute České Budějovice)) ist eine tschechische Sängerin. Sie hat etwa 200 Lieder und eine LP Songy a Balady (1969) aufgenommen. Als entschlossene Gegnerin des totalitären Regimes wurde sie zwei Jahrzehnte lang, in den 70er und 80er Jahren, verfolgt.

Leben und Wirken

Ihr Lied Modlitba pro Martu (Ein Gebet für Marta) wurde zum Symbol des Widerstandes in der Zeit nach dem am 21. August 1968 erfolgten Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes in die ČSSR zur Niederschlagung des Prager Frühlings.

Im Jahr 1970 belegte das Regime sie mit Aufrittverbot und versuchte, ihren Ruf zu schädigen, u. a. mit gefälschten pornografischen Aufnahmen, die sie angeblich mit Alexander Dubček zeigten.<ref name="bundesstiftung">Marta Kubišová im Biografischen Lexikon der Bundesstiftung Aufarbeitung</ref><ref name="doku">Doku von Olga Sommerová (2014), siehe Filmografie</ref>

Sie schlug sich fortan als Hilfsarbeiterin und später u. a. als Schreibkraft in einem Baubetrieb durch.<ref name="bundesstiftung"/><ref name="doku"/> Kubišová unterschrieb als eine der ersten die Charta 77. Vom 21. September 1977 bis zum 6. November 1978 war sie der dritte Sprecher (tschechisch mluvčí) der Charta.<ref name="doku"/>

Am 10. Dezember 1988, dem Tag der Menschenrechte, hatte sie nach den Jahren der Verbannung ihren ersten öffentlichen Auftritt. Als Abschluss einer Kundgebung unabhängiger Bewegungen auf dem Škroupovo náměstí (Škroup-Platz) in Prag-Žižkov sang sie dabei die Hymne Kde domov můj als Protestlied. Die kommunistischen Machthaber hatten die Kundgebung dank eines Besuchs des französischen Präsidenten François Mitterrand genehmigt. Unabhängige Bewegungen durften erstmals seit Beginn der „Normalisierung“ eine öffentliche Kundgebung abhalten, und zwar zum 40. Jahrestag der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Die offizielle Zeitung der regierenden KPČ, Rudé právo, kommentierte: „die Redner behaupteten demagogisch, die Bürger misstrauten dem Staat und forderten die Freilassung angeblicher politischer Gefangener.“ Danach erlaubten die Behörden keine ähnlichen Veranstaltungen mehr.<ref>Škroupovo náměstí 1988. Disidenti poprvé promluvili na povolené demonstraci (Škroup-Platz 1988. Dissidenten sprachen zum ersten Mal auf einer erlaubten Demonstration), čtk 10. Dezember 2018</ref>

Am 22. November 1989, während der Samtenen Revolution, sang Kubišová das Gebet für Marta und die tschechoslowakische Nationalhymne von einem Balkon auf dem Wenzelsplatz. Aber erst nach dem Fall des Regimes konnte sie wieder frei auftreten.<ref name="doku"/><ref>Martina Schneibergová: Zum 80. Geburtstag: Gedenkbanknote mit Sängerin Marta Kubišová. In: Radio Praha International. Český rozhlas, 1. November 2022, abgerufen am 19. September 2025.</ref> Die Neuauflage von Songy a Balady erschien, und sie kehrte ins Studio und auf die Bühne zurück. Sie widersetzte sich zwei Jahrzehnte lang dem totalitären Regime und gilt als Symbol für Mut und Entschlossenheit.<ref name="bundesstiftung"/><ref name="doku"/>

1999 wurde der Asteroid (6700) Kubišová nach ihr benannt. Seit 2012 ist sie Mitglied der Französischen Ehrenlegion.<ref>focus-online.de: Leute: Sängerin und Kämpferin Marta Kubisova wird 70. 1. November 2012. Abgerufen am 5. Dezember 2013.</ref>

Im September 2025 kündigte sie ihren letzten öffentlichen Auftritt an.<ref>Ferdinand Hauser: Tschechische Sängerin Marta Kubišová kündigt an, nicht mehr öffentlich aufzutreten. In: Radio Praha International. Český rozhlas, 19. September 2025, abgerufen am 19. September 2025.</ref>

Diskografie

  • Songy a balady (1969, 1970, 1989, 1990, 1996)
  • Lampa (1990)
  • Adventní písně a koledy (1990)
  • Někdy si zpívám (1991)
  • Songy a nálady (1993)
  • Řeka vůní (1995)
  • Bůh ví… (1996)
  • Singly 1 (1996)
  • Nechte zvony znít (Singly 2) (1997)
  • Vánoce s Martou Kubišovou (1997)
  • Dejte mi kousek louky (Singly 3) (1998)
  • Modlitba (Singly 4) (1999)
  • Síň slávy (1999)
  • Marta Kubišová v Ungeltu (1999)
  • Tajga blues (Singly 5) (2000)
  • Já jsem já (2004)
  • Příběh (2004)
  • Vítej, lásko (2005)
  • Příběh (2008, DVD)
  • Zlatá šedesátá (2012, 6 CDs)
  • Soul (2016)

Filmografie

  • Vysílá studio A (TV 1964–1966)
  • Revue na scestí (TV 1966)
  • Mučedníci lásky (1966)
  • Jak se krade milión (1967)
  • Píseň pro Rudolfa III. (TV 1967–1968)
  • Náhrdelník melancholie (TV 1968)
  • Kulhavý ďábel (1968)
  • Bylo čtvrt a bude půl (1968)
  • Gramohit 68 (TV 1968)
  • Proudy lásku odnesou (TV 1969)
  • Vražda ing. Čerta (1970)
  • Eine Revue für den Thronfolger (TV 1970)
  • Zvláštní bytosti (1990)
  • Hodnota tváře (1992)
  • Stalo se na podzim (TV 1994)
  • Noční hovory s matkou (1999)
  • Zpověď Ungelt (2000)
  • Zdivočelá země II (2001)
  • Kameňák 2 (2004)
  • Pátrání po Ester (2005)

Doku

Weblinks

Commons: Marta Kubišová – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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