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Marlène Charell

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Datei:Marlene charell 19870912.jpg
Marlène Charell beim Kanzlerfest 1987 in Bonn

Marlène Charell (* 27. Juli 1944 in Winsen (Luhe); eigentlich Angela Miebs) ist eine deutsche Tänzerin, Sängerin und Moderatorin. Durch Auftritte in Revuen und Shows sowie eigenen Fernsehsendungen wurde sie in den 1960er und 1970er Jahren international bekannt.

Leben

Marlene Charell vor weißer Wand
Marlène Charell (2023)

Angela Miebs wuchs in Hamburg (Hochallee 115) als Tochter eines gebürtigen Schlesiers und seiner Frau auf.<ref>Marlène Charell im Munzinger-Archiv, abgerufen am 18. März 2024 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> Ihr Vater Georg war ein talentierter Turner, war jedoch nach dem Krieg zunächst als Handwerker tätig, um für seine junge Familie Geld zu verdienen. Als er bei der Arbeit in einem Hamburger Theater die Proben der Artisten beobachtete, kam ihm die Idee, etwas Ähnliches zu machen und er begann, mit seiner Tochter zu trainieren.<ref name="Das rote Sofa">DAS! Rote Sofa: Sängerin Marlène Charell auf dem Roten Sofa. In: ardmediathek.de. ARD, 18. Dezember 2025, abgerufen am 6. Januar 2026.</ref> Bereits als sechsjähriges Mädchen und in den folgenden Jahren trat Miebs zusammen mit ihrem Vater im Zirkus, in Varietés und in Revuetheatern wie zum Beispiel dem Friedrichstadt-Palast Berlin mit der Akrobatiknummer Angéle und Corinn auf. Später bildete sie sich in Akrobatik, Gymnastik, Ballett, Tanz, Gesang und Schauspiel aus.

Da es in Deutschland immer weniger Revuetheater gab, fuhr sie mit ihren Eltern nach Paris, wo sie nach einer Audition beim damaligen Direktor Michel Gyarmathy 1962 ein Engagement beim bekannten Cabaret Folies Bergère erhielt.

Ihren Künstlernamen Marlène wählte er in Anlehnung an Marlene Dietrichs Beine; Angela Miebs’ Vater fand, dass der Nachname des Regisseurs Erik Charell gut dazu passen würde.

Ab 1966 trat sie über ein Jahr im Dunes in Las Vegas in der Show Casino de Paris auf. Die Zeitschrift Variety verlieh ihr wegen ihrer Beine den Titel Miss Longlegs. Wieder zurück in Paris, wechselte sie 1968 nach den Mai-Unruhen von den Folies Bergère als Solokünstlerin (leading lady) zum führenden Cabaret Lido de Paris, wo sie bis Ende des Jahres 1970 auftrat. Dort lernte sie ihren späteren Mann Roger Pappini kennen, der damals technischer Direktor des Lido war, seine eigene Berufstätigkeit dann aber aufgab und ihr Manager wurde. Im Dezember 1971 heirateten Marlène Charell und Roger Pappini;<ref name="mittelbayerische.de" /> 1973 wurde ihre Tochter Angelina geboren,<ref>1973 kommt Tochter Angelina zur Welt, marlene-charell.de, abgerufen am 24. Oktober 2019</ref> die inzwischen verheiratet ist und selbst eine Tochter hat.<ref>Michael Graeter: Die Charell macht sich Sorgen und Oslo biebert, Abendzeitung, 5. April 2013: „Die hübsche Tochter Angelina, die mit ihrem Mann Christian Fresz in Erding lebt, flog mit Kind (Antonella)“ </ref> Im Jahr 2019 starb Roger Pappini im Alter von 89 Jahren nach langer Krankheit. Er hatte Krebs.<ref>Aylin Rauh: TV – Ikone Marlène Charell macht unheilbare Krankheit öffentlich. In: Merkur.de, 18. Juni 2024, abgerufen am 25. Dezember 2025.</ref>

In den 1960er und 1970er Jahren war Marlène Charell als vielseitige Entertainerin weltweit erfolgreich. Sie präsentierte im Casino Ruhl in Nizza ihre eigene Marlène-Charell-Show, trat in England zusammen mit Engelbert Humperdinck in einer dreizehnteiligen Koproduktion von BBC und ZDF auf und gastierte unter anderem in Kanada, Japan, Italien, Spanien, Österreich und der Schweiz. 1970 inszenierte Truck Branss im ZDF ihre Show Die Welt gehört der Frau. Mit dem Titel Königin des deutschen Fernsehens kam sie auch in Italien über Gino Bramieri zu ihrer eigenen Show.

Auch in Klassikern der deutschen Fernsehunterhaltung war sie regelmäßiger Gast, beispielsweise in Dalli Dalli, Am laufenden Band, Vergißmeinnicht, Der goldene Schuß, Der Große Preis und Die Montagsmaler. In der über Jahrzehnte hinweg alljährlich zu Weihnachten ausgestrahlten Sendung Stars in der Manege war sie gleich fünfmal zu Gast: in den Jahren 1972, 1974, 1977, 1980 und 1986.

Auch in Musiksendungen wie Starparade, Musik ist Trumpf, 8x1 in Noten, Disco und Jetzt geht die Party richtig los war sie zu Gast. Gelegentlich trat sie auch in Kinofilmen wie Himmel, Scheich und Wolkenbruch (1979) auf. In dieser Zeit trat sie auch in zahlreichen internationalen Fernsehshows auf, zum Beispiel 1980 im Fernsehen der DDR in Ein Kessel Buntes und im westdeutschen Fernsehen in den Neujahrs-Shows der Jahre 1979 und 1980. Von 1982 bis 1989 moderierte sie gemeinsam mit Freddy Quinn die Sendung Arena der Sensationen, in der Artisten und Sänger auftraten.<ref>Arena der Sensationen. In: fernsehserien.de. Abgerufen am 6. Januar 2026.</ref>

1983 moderierte Marlène Charell in München den Eurovision Song Contest, wobei sie ihre Mehrsprachigkeit (Deutsch, Französisch, Englisch und Italienisch) zur Geltung bringen konnte, aber einige Fehler machte. In den 1990er Jahren kamen Rollen in Fernsehproduktionen wie Das Traumschiff, Tanz auf dem Vulkan oder Koerbers Akte hinzu. Daneben war sie weiterhin in Unterhaltungssendungen zu sehen, wie im Jahr 1995, wo sie zu Gast in der Kochsendung alfredissimo! war. Auch war sie weiterhin als Sängerin und Tänzerin Stargast in großen Fernsehshows wie 1995 in Musik liegt in der Luft.

Seit 2000 setzt sich Marlène Charell hauptsächlich karitativ (SOS-Kinderdörfer) ein, ist aber auch weiterhin als Entertainerin und Künstlerin tätig. Sie ist außerdem Schirmherrin des Club Columbus des Kreuzfahrtveranstalters Transocean Tours. Dazu kommen Engagements als Moderatorin, so etwa beim Swissartist Music Festival 2006 und 2007 bei Zürich.

Anlässlich ihres Auftritts in der Muttertags-Ausgabe der Fernsehshow Willkommen bei Carmen Nebel, am 13. April 2007, wurde eine 2007 neugezüchtete Kulturrosen-Sorte vorgestellt und nach ihr Marlène-Charell-Rose benannt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ein großes Fest für alle Mütter. Das war „Willkommen bei Carmen Nebel“ aus Erfurt (Memento vom 21. Juni 2008 im Internet Archive) (Inhalte von zdf.de; nur ohne JavaScript erreichbar)</ref>

2008 moderierte sie die Deutschland-Tournee der Veranstaltungsreihe Feuerwerk der Volksmusik. Später tourte sie mit der Produktion Klingende Bergweihnacht und war auch weiterhin zu Gast in Fernsehsendungen wie beispielsweise 2008 in der Kochsendung Das perfekte Promi-Dinner oder im Oktober 2011 in Lafer! Lichter! Lecker! Auch in Talkshows war sie immer wieder zu Gast, wie 2002 und 2007 in der ZDF-Morgensendung Volle Kanne, 2007 im Nachtcafé und im Jahr 2009 in der NDR Talk Show.

Ihren für lange Zeit letzten Fernsehauftritt hatte sie am 23. Dezember 2013 in der Sendung Weihnachten bei uns, in der sie mit dem Deutschen Fernsehballett ein Medley international erfolgreicher Titel präsentierte.

Nachdem sie viele Jahre nicht mehr im Fernsehen zu sehen war, war sie am 1. Februar 2022 in der Sendung Wer weiß denn sowas? im Ersten Programm Teil des Rate-Teams. Am 18. Dezember 2025 war sie im NDR Fernsehen in der Sendung DAS! Rote Sofa als Interviewpartnerin zu Gast.<ref name="Das rote Sofa" /><ref>DAS! Rote Sofa – Sängerin Marlène Charell. In: ndr.de. NDR, abgerufen am 6. Januar 2026.</ref> Am 25. Dezember 2025 war sie ebenfalls im NDR Fernsehen in der Sendung Die wunderbare Welt des Zirkus – Die größten Stars, die besten Shows zu sehen, wo sie Ausschnitte früherer Zirkusübertragungen kommentierte.

Marlène Charell lebt im französischen La Rochette in Savoyen.<ref name="mdr.de"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Das Beste aus Adlershofer Unterhaltungsshows"Ein Kessel Buntes" mit Marlène Charell und der Saragossa Band (Memento vom 24. Oktober 2019 im Internet Archive), mdr.de, 5. Juli 2019</ref><ref name="mittelbayerische.de"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Grand-Prix-Gesicht 1983: Marlène Charell (Memento vom 24. Oktober 2019 im Internet Archive), mittelbayerische.de, 10. Mai 2011</ref> Ihre Tochter lebt in München.<ref>Was macht eigentlich … Marlène Charell? In: stern.de. Der Stern, 17. Februar 2020, abgerufen am 6. Januar 2026.</ref>

Filmografie (Auswahl)

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang 1956: Lohengrin Filipello | 1957: Anaid Iplicjian | 1958: Hannie Lips | 1959: Jacqueline Joubert | 1960: Katie Boyle | 1961: Jacqueline Joubert | 1962: Mireille Delannoy | 1963: Katie Boyle | 1964: Lotte Wæver | 1965: Renata Mauro | 1966: Josiane Shen | 1967: Erica Vaal | 1968: Katie Boyle | 1969: Laurita Valenzuela | 1970: Willy Dobbe | 1971: Bernadette Ní Ghallchóir | 1972: Moira Shearer | 1973: Helga Guitton | 1974: Katie Boyle | 1975: Karin Falck | 1976: Corry Brokken | 1977: Angela Rippon | 1978: Denise Fabre & Léon Zitrone | 1979: Jardena Arasi & Daniel Pe’er | 1980: Marlous Fluitsma | 1981: Doireann Ní Bhriain | 1982: Jan Leeming | 1983: Marlène Charell | 1984: Désirée Nosbusch | 1985: Lill Lindfors | 1986: Åse Kleveland | 1987: Viktor Lazlo | 1988: Michelle Rocca & Pat Kenny | 1989: Lolita Morena & Jacques Deschenaux | 1990: Helga Vlahović & Oliver Mlakar | 1991: Gigliola Cinquetti & Toto Cutugno | 1992: Lydia Capolicchio & Harald Treutiger | 1993: Fionnuala Sweeney | 1994: Cynthia Ní Mhurchú & Gerry Ryan | 1995: Mary Kennedy | 1996: Ingvild Bryn & Morten Harket | 1997: Carrie Crowley & Ronan Keating | 1998: Ulrika Jonsson & Terry Wogan | 1999: Dafna Dekel, Sigal Shachmon & Yigal Ravid | 2000: Kattis Ahlström & Anders Lundin | 2001: Natasja Crone & Søren Pilmark | 2002: Annely Peebo & Marko Matvere | 2003: Marie N & Renārs Kaupers | 2004: Meltem Cumbul & Korhan Abay | 2005: Marija Jefrossynina & Pawlo Schylko | 2006: Maria Menounos & Sakis Rouvas | 2007: Jaana Pelkonen, Mikko Leppilampi & Krisse Salminen (Greenroom) | 2008: Jovana Janković & Željko Joksimović | 2009: Alsou & Ivan Urgant (Finale); Natalja Wodjanowa & Andrei Malachow (Semifinale) | 2010: Nadia Hasnaoui, Erik Solbakken & Haddy N’jie | 2011: Anke Engelke, Stefan Raab & Judith Rakers | 2012: Eldar Qasımov, Leyla Əliyeva & Nərgiz Birk-Petersen | 2013: Petra Mede & Eric Saade (Greenroom im Finale) | 2014: Lise Rønne, Nikolaj Koppel & Pilou Asbæk | 2015: Alice Tumler, Arabella Kiesbauer, Mirjam Weichselbraun & Conchita Wurst (Greenroom) | 2016: Petra Mede & Måns Zelmerlöw | 2017: Wolodymyr Ostaptschuk, Oleksandr Skitschko & Timur Miroschnytschenko | 2018: Filomena Cautela, Sílvia Alberto, Daniela Ruah & Catarina Furtado | 2019: Bar Refaeli, Erez Tal, Assi Azar & Lucy Ayoub | 2020: Chantal Janzen, Jan Smit & Edsilia Rombley | 2021: Chantal Janzen, Edsilia Rombley, Jan Smit & Nikkie de Jager | 2022: Mika, Laura Pausini & Alessandro Cattelan | 2023: Julija Sanina, Alesha Dixon, Hannah Waddingham & Graham Norton (Finale) | 2024: Petra Mede & Malin Åkerman | 2025: Hazel Brugger, Michelle Hunziker (Finale) & Sandra Studer | 2026: Michael Ostrowski & Victoria Swarovski Vorlage:Klappleiste/Ende

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