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Marcos Pérez Jiménez

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Datei:Marcos Pérez Jiménez 1952.JPG
Marcos Pérez Jiménez, 1952

Marcos Pérez Jiménez (* 25. April 1914 in Michelena, Táchira, Venezuela; † 20. September 2001 in Madrid, Spanien) war Divisionsgeneral, Politiker und von 1952 bis 1958 der 42. Präsident von Venezuela.

In seiner Amtszeit wurden viele Investitionen vor allem in die Infrastruktur und Erdölindustrie durchgeführt.<ref>Das Öl-Paradies. Der Spiegel, 10. Jg., Nr. 2 v. 11.01.1956, S. 24–30.</ref> Pérez Jiménez war ein Diktator, der Folterzentren<ref name=":0" /> unterhielt. 1958 ging er in die USA ins Exil, wurde aber im August 1963 nach Venezuela ausgeliefert. Nach Verbüßen einer fünfjährigen Haftstrafe ließ er sich 1968 in Madrid nieder.

Leben

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Pérez Jiménez (links) als Teil der regierenden Militärjunta (ca. 1951)

Geboren in Michelena, Táchira als Sohn eines Farmers und einer Lehrerin, ging Pérez Jiménez in seinem Heimatort und in Kolumbien zur Schule. Danach besuchte er die Militärakademie Venezuelas, die er 1934 als Klassenbester abschloss, bevor er verschiedene Militärschulen in Peru<ref name=":0">Michael Zeuske: Kleine Geschichte Venezuelas (= Beck’sche Reihe. Nr. 1745). Verlag C. H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-54772-0, S. 157 ff.</ref> besuchte.

Am 18. Oktober 1945 nahm er an einem Putsch teil, bei dem die „demokratische“ Regierung Rómulo Gallegos (Acción Democrática) die Macht übernehmen konnte, und wurde Verteidigungsminister.<ref>Marcos Pérez Jiménez: por el poder todo, La Gran Aldea</ref> Im November 1948 führte er dann einen zweiten Putsch an, um Gallegos wieder aus dem Amt zu vertreiben. Von 1948 bis 1952 wurde das Land von einer Militärjunta (darunter auch Pérez Jiménez und Germán Suárez Flamerich) unter Oberstleutnant Carlos Delgado Chalbaud regiert. Als am 13. November 1950 Delgado Chalbaud ermordet wurde, wurde Suárez Flamerich Übergangspräsident, während Pérez Jiménez der eigentliche starke Mann blieb.

1952 hielt die Junta Wahlen ab. Als sich jedoch ein Sieg der Opposition mit dem Kandidaten Jóvito Villalba abzeichnete, wurde die Wahl kurzerhand für ungültig erklärt und Pérez Jiménez am 2. Dezember 1952 zum Präsidenten ausgerufen.<ref>Nuestros Presidentes, Biografía del Presidente Marcos Pérez Jiménez. Gobierno en Línea, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Dezember 2010; abgerufen am 29. März 2026.</ref> Pérez Jiménez ließ eine Konstituierende Nationalversammlung<ref name=":0" /> einberufen und kümmerte sich um Symbolpolitik. Er änderte den Landesnamen von Vereinigte Staaten von Venezuela (seit 1864) zu Republik Venezuela. 1999 änderte die Verfassunggebende Versammlung den Namen erneut. Er lautet heute Bolivarische Republik Venezuela, original: República Bolivariana de Venezuela.

In seiner Amtszeit wurden viele öffentliche Investitionen durchgeführt, wie der Bau der Autobahn von Caracas nach La Guaira, das Zentrum Simón Bolívar oder das Eisen- und Stahlwerk am Orinoco. Hingegen wurden die von der Vorgängerregierung eingeleiteten Investitionen in die staatlich finanzierte Bildung beendet. Das Geld aus dem Erdöl sollte der Akademie für Erdölingenieure zukommen. Die Universitäten mit ihren linksgerichteten Studenten sah er als Feinde und auch die liberale Zeitung El Nacional<ref name=":0" /> stellte sich seiner Diktatur in den Weg. Stattdessen förderte Pérez Jiménez die Gründung von zwei katholischen Privatuniversitäten<ref name=":0" /> (UCAB und USM). Er sorgte im Gegenzug dafür, dass die Universidad Central de Venezuela 1952 geschlossen wurde.<ref name=":0" />

In der Landwirtschaftspolitik setzte Pérez Jiménez hauptsächlich auf große Agrarinvestoren. In diesem Sinne entstanden die Projekte Colonia Turén und Estado Portuguesa. Dabei berücksichtigte er die verschiedenen Regionen sehr unterschiedlich und die Lebensmittelversorgung verschlechterte sich.<ref name=":0" />

Wie die meisten Diktatoren ließ Pérez Jiménez die Opposition und kritische Stimmen in der Bevölkerung skrupellos unterdrücken und verfolgen. Parteien und Gewerkschaften wurden aufgelöst. Pérez Jiménez war bei der Verfolgung von Kommunisten so effektiv, dass er von Eisenhower die Legion-of-Merit-Medaille verliehen bekam. Die Geheimpolizei Seguridad Nacional (SN) ermordete mehrere Politiker, darunter den Sozialdemokraten Leonardo Ruiz Pineda. Um dem Volk ein Ventil zu geben, förderte er den María-Lionza-Kult.<ref name=":0" /> Er ließ sich vom ihm ergebenen Schriftsteller José Luis Salcedo Bastardo hofieren.<ref name=":0" /> Sein Urbanisierungsprojekt 85 Superbloques musste Mitte 1958 vorzeitig beendet werden, da sich die Opposition in diesen Neubauten organisierte und sein Versuch, ganze Barrios zwischen Caracas, Catia La Mar und La Guaira zu beseitigen, Widerstand auslöste.<ref name=":0" />

Er ließ ein Plebiszit über seine unbegrenzte Amtszeit abhalten.<ref name=":1">Olivier Dabène: L’Amérique latine à l’époque contemporaine (= Collection U Histoire). 7. Auflage. Éditions Armand Colin, Paris 2011, ISBN 978-2-200-24897-0, S. 118 f.</ref> Dieses gewann Pérez Jiménez im Dezember 1957 mit großer Mehrheit, wobei das Ergebnis angezweifelt werden kann. Am 1. Januar 1958 kam es in Venezuela zu Aufständen, die Pérez Jiménez dazu bewogen, am 23. Januar 1958<ref name=":1" /> zurückzutreten und in die USA zu fliehen. Der Aufstand aus der Bevölkerung unter Leitung eines Vierparteienbündnisses hatte die Unterstützung von Teilen der Armee erhalten.<ref name=":0" /> 1963 wurde Pérez Jiménez von den USA an die venezolanische Justiz ausgeliefert, die ihn wegen Korruption und Diebstahls von 200 Millionen Dollar während seiner Regierungszeit anklagte. Nach fünf Jahren Gefängnis wurde er entlassen. 1968 ging er nach Spanien ins Exil.<ref>Redaktion/Agenturmeldungen: Marcos Pérez Jiménez, ex dictador venezolano exiliado en España, in: El País, 21. September 2001.</ref>

Im Exil hatte Pérez Jiménez eine Beziehung mit Marita Lorenz, einer früheren Geliebten Fidel Castros. Pérez Jiménez stand mit Carlos Marcello und Meyer Lansky in Kontakt. Marita Lorenz hat mit ihm eine Tochter, Monica. Nach dem Tod vermachte er Lorenz 5 Mio. US-Dollar, die von der CIA einbehalten worden sein sollen. Als Hugo Chávez 1998 gewählt wurde, lud er Marcos Pérez Jiménez zu den Feierlichkeiten zu seinem Amtsantritt ein, doch Pérez Jiménez kam der Einladung wegen zahlreicher Proteste in Venezuela nicht nach. Zudem hätte ihm auch 1999 bei einer Rückkehr nach Venezuela eine Verhaftung gedroht.<ref>Marcos Pérez Jiménez puede volver al país luego de prescribir último juicio en su contra, historico.notitarde.com (archivierte Version)</ref> Er starb 2001 im Alter von 87 Jahren in Madrid.

Seine Anhängerschaft, die in der Cruzada Cívica Nacionalista (CCN) organisiert war, hielt lange an den nationalistischen Ideen des perezjimenismo fest.

Auszeichnungen (Auswahl)

Weblinks

Commons: Marcos Pérez Jiménez – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Biographie auf einer archivierten Internetseite der Bolivarischen Regierung Venezuela

Einzelnachweise

<references />

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