Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Ginseldorf – Wikipedia Zum Inhalt springen

Ginseldorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Marburg-Ginseldorf)
Ginseldorf
Stadt Marburg
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(742)&title=Ginseldorf 50° 50′ N, 8° 49′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(742) 50° 50′ 21″ N, 8° 49′ 10″ O
 {{#coordinates:50,83909|8,81938|primary
dim=10000 globe= name=Ginseldorf region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 197 (193–227) m ü. NHN
Fläche: 8,14 km²<ref>Marburger Zahlen von 2009–2010 auf der Website der Stadt Marburg (pdf; S. 4)</ref>
Einwohner: 742 (31. Dez. 2019)<ref name="MAR-2019" />
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35043
Vorwahl: 06421
Datei:Karte Marburg Stadtteil Ginseldorf.png
Karte
Lage von Ginseldorf in Marburg
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!

Ginseldorf ist ein Stadtteil der Universitätsstadt Marburg im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Geografische Lage

Westlich an den Ortsrand schließen sich die Nordausläufer der Lahnberge an. Der nächste etwas größere Fluss ist die Ohm, von der ein Abschnitt nur wenige hundert Meter nördlich des Dorfs verläuft; sie mündet nur etwas weiter westlich in die Lahn.

Geschichte

Datei:Ginseldorf church.jpg
St. Johannes der Täufer, neugotische katholische Kirche erbaut um 1448 (Chor) und 1898 (Schiff)<ref>Kirche Johannes der Täufer In; Webauftritt der Pfarrei, abgerufen am 10. Mai 2019.</ref>

Ortsgeschichte

Die Geschichte Ginseldorfs reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Der Ort wurde, soweit bekannt, erstmals im Jahre 1253 unter dem Namen Gunzellendorf in einer Urkunde der Deutschordensballei Hessen erwähnt und feierte demzufolge 2003 sein 750-jähriges Bestehen.<ref name="lagis" />

Nachdem auch Ginseldorf im Zuge der Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen protestantisch wurde, wurde es bereits 1595 wieder katholisch. Danach gehörte es bis 1801 zum kurmainzischen Amt Amöneburg und kam dann durch den Reichsdeputationshauptschluss, der den Frieden von Lunéville umsetzte, zur Hessen-Kassel, blieb aber weiterhin katholisch.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Ginseldorf war bis zur Gebietsreform in Hessen eine selbstständige Gemeinde mit eigenem Bürgermeister und eigener Verwaltung. Zum 1. Juli 1974 wurde Ginseldorf durch Landesgesetz ein Stadtteil von Marburg.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 1 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,0 MB]).</ref><ref></ref> Für den Stadtteil Ginseldorf wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 161 kB) § 3. In: Webauftritt. Stadt Marburg, abgerufen im Juli 2021.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Ginseldorf angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>

Gerichte seit 1821

Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung (1807–1813 und endgültig 1822) sind die Ämter neben der Verwaltung für die Rechtsprechung (meist Niedere Gerichtsbarkeit bzw. Erste Instanz) zuständig. Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Nun waren Justizämter für die erstinstanzliche Rechtsprechung zuständig, die Verwaltung wurde von Kreisen übernommen. Der Kreis Marburg wurde für die Verwaltung eingerichtet und das Landgericht Marburg war als Gericht in erster Instanz für Ginseldorf zuständig. 1850 wurde das Landgericht in Justizamt Marburg umbenannt. Das Oberste Gericht war das Oberappellationsgericht in Kassel. Untergeordnet war das Obergericht Marburg für die Provinz Oberhessen. Es war die zweite Instanz für die Justizämter.<ref name="NK" />

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen wurde das Landgericht Marburg 1867 zum königlich Preußischen Amtsgericht Marburg. Im Juni 1867 erging eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung in den zum vormaligen Kurfürstentum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden sollten aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt werden.<ref>Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)</ref> Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Marburg. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Marburg und das Appellationsgericht Kassel.<ref>Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10509837~SZ%3D%3F~doppelseitig%3D~LT%3DPr.%20JMBl.%20S.%20221%E2%80%93224~PUR%3D)</ref>

Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen. In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Marburg, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Ginseldorf 756 Einwohner. Darunter waren 16 (2,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 141 Einwohner unter 18 Jahren, 251 zwischen 18 und 49, 156 zwischen 50 und 64 und 108 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 336 Haushalten. Davon waren 114 Singlehaushalte, 78 Paare ohne Kinder und 99 Paare mit Kindern, sowie 48 Alleinerziehende und 27 Wohngemeinschaften. In 42 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 258 Haushaltungen leben keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1664: 15 Hausgesesse<ref name="lagis" />
• 1838: Familien: 28 nutzungsberechtigte Ortsbürger, 14 Beisassen<ref name="lagis" />
Ginseldorf: Einwohnerzahlen von 1747 bis 2019
Jahr  Einwohner
1747
  
137
1800
  
?
1834
  
231
1840
  
250
1846
  
286
1852
  
279
1858
  
259
1864
  
259
1871
  
220
1875
  
231
1885
  
217
1895
  
212
1905
  
205
1910
  
224
1925
  
244
1939
  
272
1946
  
387
1950
  
379
1956
  
342
1961
  
322
1967
  
381
1977
  
?
1987
  
611
1991
  
680
1995
  
767
2000
  
858
2005
  
794
2010
  
787
2011
  
756
2015
  
765
2019
  
742
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Marburg:1987–1998<ref name="MAR-1995" />, 1999–2003<ref name="MAR-2003" />, 2005–2010<ref name="MAR-2010" />,2011–2015<ref name="MAR-2016" />, 2019:<ref name="MAR-2019" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1861: 247 römisch-katholische, 3 evangelisch-lutherische, 6 evangelisch-reformierte Einwohner
• 1885: ein evangelischer (= 0,47 %), 211 katholische (= 99,53 %) Einwohner
• 1961: 012 evangelische (= 3,73 %), 307 katholische (= 95,34 %) Einwohner
• 1987: 140 evangelische (= 22,9 %), 386 katholische (= 63,2 %) Einwohner<ref name="MAR-1995" />

Historische Erwerbstätigkeit

• 1838: Familien: 26 Ackerbau, 8 Gewerbe.<ref name="lagis" />
• 1961: Erwerbspersonen: 87 Land- und Forstwirtschaft, 56 Produzierendes Gewerbe, 12 Handel und Verkehr, 21 Dienstleistungen und Sonstiges.<ref name="lagis" />

Politik

Ortsbeirat

Sitzverteilung im Ortsbeirat nach den Kommunalwahlen 2021
  
Insgesamt 5 Sitze
  • GLG: 3
  • CDU: 2
  • GLG = Gemeinschaftsliste Ginseldorf

Für den Stadtteil Ginseldorf besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Er umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Ginseldorf.<ref name="HS" /> Für die Sitzverteilung siehe die nebenstehende Grafik.<ref>Ergebnis der Ortsbeiratswahlen 2021 in Ginseldorf In: votemanager-gi.ekom21cdn.de</ref> Der Ortsbeirat wählte Harald Reitze (GLG) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Ginseldorf. In: Webauftritt. Stadt Marburg, abgerufen im September 2023.</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sport und Freizeit

In wenigen Kilometern Entfernung befinden sich eine Golfanlage mit einem 18-Loch-Meisterschaftsplatz (Oberhessischer Golf-Club Marburg) sowie ein Flugplatz (Cölbe-Schönstadt). Gut zu erreichen sind auch die Radwege entlang Ohm und Lahn. Ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer ist der Spiegelslustturm auf den Lahnbergen mit seinem Café und der nahegelegenen Gaststätte.

Kulturdenkmäler

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Ginseldorf

Vereine

  • Katholische Jugend Ginseldorf (KJG Ginseldorf)
  • Gesangverein Cäcilia 1888 Ginseldorf e. V.
  • Tischtennisclub 1951 Ginseldorf e. V.
  • Tanz- und Trachtengruppe Ginseldorf e. V.
  • Bürgerverein Ginseldorf e. V.
  • Dorfladen Ginseldorf e. V.
  • Geflügelzuchtverein Ginseldorf<ref>Vereine – Ginseldorf.de. Abgerufen am 18. Januar 2021.</ref>

Wirtschaft und Infrastruktur

Datei:Haltepunkt Bürgeln mit Häusern von Marburg-Ginseldorf und Lahnbergen 2018-06-28.jpg
Der nahe gelegene Bahnhaltepunkt in Bürgeln mit Blick in Richtung Ginseldorf

Durch die Nähe zum Universitätsgelände auf den Lahnbergen ist der Ort zu einem beliebten Wohngebiet für Bedienstete und Studierende der Philipps-Universität Marburg geworden. Ginseldorf verfügt über einen Dorfladen, in dem man alle Dinge des täglichen Bedarfs erwerben kann. Auch ein Kindergarten, eine Grillhütte und ein Backhaus sind vorhanden. Es verkehren regelmäßig Busse, Direktanbindung des Marburger Hauptbahnhofes über die Züge auf der Main-Weser-Bahn und die nahegelegene Bundesstraße 3.

Literatur

  • Ulrich Hussong (Hrsg.): Ginseldorf : vom Rottland bis auf’s Gebrannte ; Beiträge zur Dorfgeschichte / Festausschuss 750 Jahre Ginseldorf. (Reihe: Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur, Band 76), Marburg 2009, ISBN 3-923820-76-3.
  • Vorlage:HessBib
  • Vorlage:HessBib

Weblinks

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 30 und 70, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> <ref name="MAR-1995"> Einwohnerzahlen von 1995 bis 1998. (PDF; 3,7 MB) In: Webauftritt. Stadt Marburg, S. 9 ff, abgerufen im Januar 2019. </ref> <ref name="MAR-2003"> Einwohnerzahlen von 1999 bis 2003. (PDF; 7,75 MB) In: Webauftritt. Stadt Marburg, S. 8 ff, abgerufen im Januar 2019. </ref> <ref name="MAR-2010"> Einwohnerzahlen von 2005 bis 2010. (PDF; 1,13 MB) In: Webauftritt. Stadt Marburg, S. 10 ff, abgerufen im Januar 2019. </ref> <ref name="MAR-2016"> Einwohnerzahlen von 2011 bis 2016. (PDF; 46 kB) In: Webauftritt. Stadt Marburg, S. 4 ff, abgerufen im Januar 2019. </ref> <ref name="MAR-2019"> Haushalt 2021. (PDF; 6,6 MB) Einwohnerzahlen von 2019. In: Webauftritt. Stadt Marburg, S. 7, abgerufen im Juli 2021. </ref> <ref name="lagis"> Ginseldorf, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 18. November 2019). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 128 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="NK"> Neueste Kunde von Meklenburg, Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library). </ref> </references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein