Zum Inhalt springen

Manto

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein

Datei:Manto BnF Français 599 fol. 25v.jpg
Manto in einer Handschrift von Giovanni Boccaccios De mulieribus claris aus dem 15.–16. Jahrhundert. BNF, Français 599, Folio 25v

In der griechischen Mythologie war Manto (Vorlage:GrcS) die Tochter des blinden Sehers Teiresias und besaß selbst die Gabe der Prophetie.<ref>Euripides, Phoenissae 834 ff.</ref>

Im Epigonenkrieg wurden Manto und ihr Vater als Kriegsbeute nach Delphi gebracht. Apollon sandte sie nach Kleinasien, wo sie bei Kolophon das Orakel des Apollo von Klaros gründete.<ref>Pomponius Mela 1,88</ref> Dort heiratete sie den Kreter Rhakios und wurde Mutter des Sehers Mopsos, der möglicherweise von Apoll gezeugt worden war und den Seher Kalchas in einem Wettstreit schlug, woraufhin Kalchas starb.<ref>Pausanias 7,3,1</ref>

Bei Euripides wird erzählt, sie habe den noch wahnsinnigen Muttermörder Alkmaion geheiratet und ihm Amphilochos und Tisiphone geboren.<ref>Bibliotheke des Apollodor 3,7,7</ref>

Nach einer anderen Überlieferung ging sie nach Italien und gebar dort dem Tiberinus, dem Flussgott des Tiber den Ognus, der Mantua (italienisch Mantova) gründete und nach ihr benannte.<ref>Vergil, Aeneis 10,199</ref>

In einer dritten Überlieferung wurde Mantua nach Manto, einer Tochter des Herakles benannt.

In einer kurzen Schlüsselszene der „Klassischen Walpurgisnacht“ im Faust II lässt Goethe sie als Tochter Äskulaps auftreten<ref>Johann Wolfgang von Goethe: Faust II. 2. Akt, Am unteren Peneios (Ende)</ref>. Bekannt wurde das Zitat: „Den lieb ich, der Unmögliches begehrt.

Weblinks

Literaturstellen

<references/>