Manfred von Brünneck-Bellschwitz
Manfred Magnus Otto Graf von Brünneck (-Bellschwitz) (* 1. September 1872<ref>Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser, Teil A, Justus Perthes, Gotha 1938, S. 127.</ref> in Rosenberg, Westpreußen; † 16. Mai 1957 in Baden-Baden)<ref>Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser / A (Uradel) 1958. In: Ausschuss für adelsrechtliche Fragen, in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Adelsarchiv (Hrsg.): GHdA Gesamtreihe von 1951 bis 2015. Band III, Nr. 18. C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1958, S. 100–101 (d-nb.info). ISSN 0435-2408</ref> war ein deutscher Jurist, Verwaltungsbeamter und Politiker.
Leben und Tätigkeit
Graf Brünneck war Besitzer des Rittergutes Groß Bellschwitz im Kreis Rosenberg in Westpreußen. Nach dem Jurastudium trat er 1895 in den preußischen Justiz- und Verwaltungsdienst des Königreichs Preußen. 1907 wurde er Landrat des Kreises Königsberg. Von 1916 bis 1928 war er Landeshauptmann der Provinz Ostpreußen. Vor 1918 gehörte er außerdem dem Deutschen Reichstag an.
Als Landrat von Königsberg veranlasste Graf Brünneck den Bau der Landesfrauenklinik und der Kunsthalle. Als Landeshauptmann war er verantwortlich für die Gründung des Ostpreußenwerks (ab 1923 Teil der VIAG) zur Elektrifizierung der gesamten Provinz. Während der Zeit der Weimarer Republik war er Mitglied der Christlich-deutschen Bewegung.<ref>Christoph Weiling: Die Christlich-deutsche Bewegung. Eine Studie zum konservativen Protestantismus in der Weimarer Republik, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1998, S. 340. ISBN 3-525-55728-0.</ref> Nach der Flucht lebte er in Baden-Baden und engagierte er sich in der Landsmannschaft Ostpreußen.<ref>Rundbrief der Albertus-Universität, Weihnachten 1957.</ref>
Brünnecks Gutsnachbar in Ostpreußen war seit 1927 der Reichspräsident Paul von Hindenburg, den er gelegentlich auf seinem Gut besuchte, was zu Gerüchten führte, dass er politisch Einfluss auf diesen ausübte.<ref>Karl-Heinz Minuth (Bearb.): Das Kabinett von Papen, 1. Juni bis 3. Dezember 1932, 2 Bde., Boppard am Rhein 1989, S. 67.</ref>
Graf Brünneck trat bereits 1906 dem Johanniterorden bei, wurde 1920 Rechtsritter und 1948 für einige Zeit Kommendator<ref>Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem (Hrsg.): Gesamtliste der Mitglieder des Johanniterordens nach dem Stand vom September 1955. Eigenverlag, Bonn, Berlin 1955, S. 18 (d-nb.info).</ref> der Preussischen Provinzialgenossenschaft dieser bekannten evangelischen Kongregation, half nach 1945 beim Wiederaufbau der Organisation.<ref>Hans-Georg Tautorat: Die Preussische Genossenschaft des Johanniterordens in Geschichte und Gegenwart (1853-1993). Hrsg.: Die Preussische Genossenschaft des Johanniterordens der Balley Brandenburg e. V. Band 66, Nr. 4. Druckerei H. Risius, Weener,Trittau 1994, S. 109–113.</ref>
Mit dem Tode seines jüngeren Bruders Harald (Graf) von Brünneck-Trebnitz (1880–1958)<ref>Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Freiherr von Lyncker-Ehrenkrook: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser / A (Uradel) 1973. In: Deutsches Adelsarchiv e. V. (Hrsg.): GHdA. Band VII, Nr. 56. C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1973, S. 116–117 (d-nb.info). ISSN 0435-2408</ref> erlosch die gräfliche Linie der Familie.
Ehrungen
- Ehrendoktorwürde der Albertus-Universität Königsberg
- Preußenschild (1957)
- (Ehren)-Kommendator des Johanniterordens
Literatur
- Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser / A (Uradel) 1958, Band III, Band 18 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1958, S. 100–101. ISSN 0435-2408
Einzelnachweise
<references />
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Brünneck-Bellschwitz, Manfred von |
| ALTERNATIVNAMEN | Brünneck-Bellschwitz, Manfred Magnus Otto Graf von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist, Verwaltungsbeamter und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 1. März 1872 |
| GEBURTSORT | Rosenberg |
| STERBEDATUM | 16. Mai 1957 |
| STERBEORT | Baden-Baden |
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- Landrat (Landkreis Königsberg i. Pr.)
- Landeshauptmann (Ostpreußen)
- Verwaltungsjurist
- Ehrenkommendator (Johanniterorden)
- Ehrendoktor der Albertus-Universität Königsberg
- Träger des Preußenschildes
- Familienmitglied des Adelsgeschlechts Brünneck
- Deutscher
- Geboren 1872
- Gestorben 1957
- Mann
- Titulargraf