Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Schienenverkehr in Nordmazedonien – Wikipedia Zum Inhalt springen

Schienenverkehr in Nordmazedonien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Makedonski Železnici)
Datei:Railway map of Macedonia.png
Netz der nordmazedonischen Eisenbahnen
Datei:Chemins de fer Orientaux, 1888 (2).png
Eisenbahnnetz im Bereich des heutigen Nordmazedonien 1888

Schienenverkehr in Nordmazedonien beschreibt den Schienenverkehr in der Republik Nordmazedonien und dessen historische Vorläufer. Das staatliche Infrastrukturunternehmen firmiert unter Makedonski Železnici Infrastruktura (MŽI), das Eisenbahnverkehrsunternehmen unter Železnici na Republika Sewerna Makedonia Transport (ŽRSMT; Железници на Република Северна Македонија Транспорт, Deutsch: Eisenbahn der Republik Nordmazedonien – Verkehr).

Geschichte

Vorgeschichte

Die erste Bahnstrecke auf dem Gebiet des heutigen Nordmazedonien wurde, als das Gebiet noch zum Osmanischen Reich gehörte, durch die Chemins de fer Orientaux (CO) errichtet und 1873/74 in Betrieb genommen. Diese erste Strecke führte von Thessaloniki über Skopje nach Kosovska Mitrovica. Der südliche Abschnitt dieser Strecke zwischen Skopje und Thessaloniki ist auch heute Teil der internationalen Verbindung von Mitteleuropa nach Athen. Die Verbindung von Skopje zum serbischen Grenzbahnhof Ristovac wurde erst 1888 fertiggestellt.

Geschichte der MŽ / ŽRSMT

Mit dem Auseinanderfallen Jugoslawiens 1991 zerfiel auch das jugoslawische Eisenbahnsystem. In den neu entstandenen Staaten bildeten sich eigene Bahnunternehmen, die die auf ihren Gebiet liegende Infrastruktur und die Fahrzeuge übernahmen. In Mazedonien waren das die Makedonski železnici (mazedonisch Македонски железници, kurz МЖ/; albanisch Hekurudhat maqedonase; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), eine Staatsbahn. Unternehmenssitz und die zentrale Betriebsstelle befanden sich in Skopje.

Die geänderten Rahmenbedingungen nach dem Zerfall Jugoslawiens marginalisierten den Schienenverkehr zunehmend. Mit dem Erbe der Überkapazitäten im Personalbestand sowie der für ein bedeutend umfangreicheres und leistungsfähigeres Eisenbahnnetz unterhaltenen Waggon-, Lokomotiv- und Bahnhofsinfrastruktur entwickelte sich durch den erheblich schrumpfenden Personen- und Güterverkehr und den stark schrumpfenden Anteil des Eisenbahnverkehrs am Gesamtverkehr ein erhebliches Problem für die neu entstandene MŽ.

In dem Bemühen der Mazedonischen Republik, Mitglied der Europäischen Union zu werden, fanden Strukturanpassungen statt. Dazu gehörte auch, dass die MŽ 2007 in ein Eisenbahninfrastrukturunternehmen (Makedonski Železnici Infrastruktura, MŽI) und ein Eisenbahnverkehrsunternehmen (Makedonski Železnici Transport, MŽT) aufgespalten wurde.<ref>bac: Die Eisenbahnen, S. 244.</ref> Nach der Umbenennung der „Mazedonischen Republik“ in „Nordmazedonische Republik“ zum 12. Februar 2019 wurde das Verkehrsunternehmen umbenannt. Es firmiert nun unter „Železnici na Republika Severna Makedonija Transport“ (Eisenbahnen der Republik Nordmazedonien – Verkehr – ŽRSMT), das Infrastrukturunternehmen blieb bei der alten Bezeichnung.<ref>bac: Die Eisenbahnen, S. 244.</ref>

Am 8. Dezember 2023 wurde der Schienenverkehr in Nordmazedonien auch für nicht-staatliche Anbieter freigegeben. Dies wurde bereits am 5. September 2024 wieder zurückgenommen, weil sich der wirtschaftliche Zusammenbruch der ŽRSMT abzeichnete, was wegen der sozialen Konsequenzen die Politik nicht verantworten wollte.<ref>bac: Nordmazedonien nimmt Liberalisierung zurück. In: Eisenbahn-Revue International 1/2025, S. 17.</ref>

Streckennetz

Datei:Skopje Train Station from Mount Vodno.JPG
Hauptbahnhof von Skopje
Datei:23.04.10 Skopje 661.219 (5821479619).jpg
Zug im Hauptbahnhof von Skopje

Die MŽI betreibt ein Streckennetz von 925 km Länge in der Regelspur (1435 mm). Davon sind 699 km Streckengleis, 226 km Bahnhofsgleise und 102 km Anschlussgleise.<ref>Infrastructure Manager: Network statement, S. 38.</ref> Von diesem Netz sind 315 km mit dem Bahnstromsystem 25 kV 50 Hz Wechselspannung elektrifiziert.<ref>Infrastructure Manager: Network statement, S. 41, heißt es zwar „26 kV“, was aber an anderen Stellen dieses Berichts nicht wiederholt wird. Dort heißt es dann auch 25 kV.</ref> Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 100 km/h.<ref>bac: Die Eisenbahnen, S. 244.</ref> Die einzige Strecke im Netz, deren Verkehr ferngesteuert gesichert wird und auf der eine automatische Zugsicherung besteht, ist die Bahnstrecke Tabanovci–Gevgelija.<ref>Infrastructure Manager: Network statement, S. 44.</ref>

Sämtliche Bahnverbindungen innerhalb Nordmazedoniens werden von der ŽRSMT gefahren.

Normalspur

Das staatseigene Netz besteht aus folgenden Strecken<ref>Eisenbahnatlas EU. 3. Aufl. Schweers + WallKöln 2017. ISBN 978-3-89494-147-5, S. 48.</ref>:

Grenzbahnhöfe

Ehemalige Schmalspur

Datei:Kicevo narrow gauge train.JPG
Ausgestellter Schmalspurzug vor dem Bahnhof von Kičevo

Im Bereich des heutigen Nordmazedonien gab es früher eine Reihe von Schmalspurbahnen. Sie hatten eine Spurweite von 600 mm, sind heute alle stillgelegt oder wurden abschnittsweise umgespurt und in neu gebaute Normalspurstrecken einbezogen. Es bestanden folgende Strecken<ref>Eisenbahnatlas EU. 3. Aufl. Schweers + WallKöln 2017. ISBN 978-3-89494-147-5, S. 48.</ref>:

Ausbaupläne

Neubaustrecke nach Bulgarien und Albanien

Die Neubaustrecke Kumanovo–Deve Bair(–Bulgarien) in Richtung Sofia, die als Teil des Paneuropäischen Verkehrskorridors VIII den Schwarzmeerhafen Warna in Bulgarien mit der albanischen Hafenstadt Durrës verbinden soll, befindet sich im Bau. Der erste Bauabschnitt – die Sanierung der Bestandsstrecke zwischen Kumanovo und Beljakovci – wurde am 17. Januar 2025 eingeweiht.<ref>bac: Nordmazedonien – Kumanovo–Belijakovce eingeweiht. In: Eisenbahn-Revue International 2/2025, S. 129.</ref> (Siehe: Abschnitt „Normalspur“)

Reaktivierung der Strecke nach Griechenland

Die grenzüberschreitende Eisenbahnstrecke zwischen Bitola und Florina (Griechenland) ist seit Jahren ohne Verkehr.<ref>So auch noch 2021 (NN: 2021. Fahrpläne Ex-Jugoslawien / Red vožnjeEx-Jugoslavija. DGEG [?], o. O. 2021, [Abschnitt: Nordmazedonien], Tabelle 5 und Karte vordere Umschlagklappe).</ref> Sie soll reaktiviert werden. (Siehe: Abschnitt „Normalspur“, Bahnstrecke Veles–Kremenica)

Fahrzeugflotte

Datei:Skopje train station by jcornelius 21.jpg
Triebwagen der Baureihe 411 im Hauptbahnhof von Skopje

2013 hat die mazedonische Eisenbahn – erstmals seit der Unabhängigkeit – mit einem Erneuerungsprogramm für die eingesetzten Fahrzeuge begonnen. Für den Personenverkehr wurden zwei elektrisch (Baureihe 411) und vier mit Diesel angetriebene Triebwagen des chinesischen CRRC-Konzerns beschafft.<ref>bac: Die Eisenbahnen, S. 248.</ref>

Verkehr

Im Personenverkehr hat die nordmazedonische Eisenbahn lediglich einen Anteil von 3,5 % des Transportaufkommens.<ref>bac: Die Eisenbahnen, S. 247.</ref> Interregio- und Regio-Züge fahren vom Bahnhof Skopje aus über Kumanovo nach Tabanovci, über Veles nach Gevgelija, Bitola und Kočani sowie über Tetovo und Gostivar nach Kičevo.<ref>Извод од возен ред / Timetable 15.12.2019 до 12.12.2020 (PDF). Železnici na Republika Severna Makedonija Transport, abgerufen am 29. Mai 2020.</ref>

Grenzüberschreitender Personenverkehr findet nicht mehr statt. Es gab bis 2021 eine tägliche Verbindung in den Kosovo, aufgrund von Bauarbeiten ist diese derzeit jedoch nicht in Betrieb. Eine Verbindung nach Serbien und Griechenland stellt der ausschließlich in den Sommermonaten verkehrende Hellas-Express von Belgrad nach Thessaloniki her.<ref>bac: Die Eisenbahnen, S. 248.</ref> Es war der einzige Personenzug, der nach einer mehrjährigen Unterbrechung des Eisenbahnverkehrs mit Griechenland seit dem 10. Mai 2014 wieder verkehrte. Nach Bulgarien ist die Bahnreise nur über Niš oder Thessaloniki möglich.

Im Güterverkehr beträgt der Anteil am Gesamtaufkommen lediglich 3 %. Es handelt sich zu 99 % um Transitverkehr.<ref>bac: Die Eisenbahnen, S. 247.</ref>

Sonstiges

Literatur

Weblinks

Commons: Schienenverkehr in Nordmazedonien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende