Münster-Geistviertel
Das Geistviertel ist ein Stadtviertel der kreisfreien Stadt Münster in Westfalen und liegt im Stadtbezirk Mitte. Das Viertel entstand nach Ende des Ersten Weltkriegs nach dem Modell einer Gartenstadt, um die anhaltende Wohnungsnot in der Stadt zu lindern.<ref>Sylvaine Hänsel: Geschichte, Architektur und städtebauliche Entwicklung in Münster. In: Sylvaine Hänsel und Stefan Rethfeld: Architekturführer Münster. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-496-01276-4, S. 22.</ref> Bekannt und „in ihrer Gesamtheit ein Baudenkmal von überörtlicher Bedeutung“<ref>Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung der Stadt Münster: Begründung zum Entwurf des Bebauungsplans Nr. 518: Weseler Straße 225–241 / Althoffstraße. S. 2 (PDF-Datei; 0,2 MB (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )). Website der Stadt Münster. Abgerufen am 10. September 2010.</ref> ist hier vor allem die Mustersiedlung Habichtshöhe/Grüner Grund, erbaut 1924 bis 1931.<ref name="Architekturführer Münster Abschnitt Geist">Sylvaine Hänsel, Stefan Rethfeld: Architekturführer Münster. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-496-01276-4, S. 201 f.</ref>
Der Name Geistviertel geht zurück auf die Bauerschaft Geist<ref>Wolfgang R. Krabbe: Die Eingemeindungen und Stadterweiterungen Münsters im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Untertitel: Bevölkerungsdruck, städtischer Flächenbedarf und Zwang zum staatlich-kommunalen Verwaltungshandeln. In: Helmut Lahrkamp (Herausgeber): Beiträge zur Stadtgeschichte. Band 11. Aschendorff, Münster 1984, ISBN 3-402-05538-4, S. 151. Serie: Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Münster.</ref> in der einstigen Landgemeinde Lamberti, eingemeindet zu Münster am 1. April 1903<ref name="Eingemeindungen 1903">Ursula Richard-Wiegandt (Autor), Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Stadtplanungsamt (Hrsg.): Das Siedlungswachstum der Stadt Münster vom 19.Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg. Auflage 2000, 1991. Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Münster 1991, ISBN 3-921290-56-2, S. 16–17. Nebentitel: Münster, von der Provinzial- zur Gauhauptstadt.</ref>. Die Bezeichnung Geist (feminin, dasselbe Wort wie Geest)<ref>Jost Trier (Autor), Hans Schwarz (Herausgeber): Wege der Etymologie. Band 101. Verleger E. Schmidt, Berlin 1981, ISBN 3-503-01625-2, S. 27. Serie: Philologische Studien und Quellen.</ref> ist schon im Mittelalter belegt und bezieht sich auf den die Nord-Süd-Achse des Viertels bildenden Münsterländer Kiessandzug, der höher und trockener ist als seine Umgebung.<ref>Joseph Prinz: Mimigernaford-Münster. Aschendorff, Münster 1960, ISBN 3-402-05210-5, S. 38 f.</ref> Auf den Kiessandrücken bezieht sich auch die Bezeichnung „auf der Geist“ für das Stadtviertel,<ref>Angela Weiper: „Man wohnt hier auf der Geist“. In: MuensterscheZeitung.de. 4. September 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. September 2012; abgerufen am 16. November 2024 (Veröffentlichung des Medienhauses Lensing).</ref><ref>Verwendet noch heute unter anderem als Name für den Wasserturm, eine Hausarztpraxis, eine Apotheke und ein Restaurant. Stand: 20. Januar 2011.</ref> wobei die Bezeichnung „auf der Geist“ für das Gebiet des Kiessandrückens älter ist<ref>L. von Sichart: Geschichte der königlich-hannoverschen Armee. Dritter Band. Hahn’sche Hofbuchhandlung, Hannover 1870, S. 563.</ref> als das Viertel selbst.
Lage und Größe
Die Nordgrenze des Geistviertels bildet der Donders-Ring. Im Westen grenzt das Geistviertel an der Weseler Straße an die Aaseestadt, weiter südlich grenzt es dann im Westen an der A 43 an Mecklenbeck. Im Osten grenzt das Viertel an der Geiststraße und weiter südlich an der Hammer Straße an das Südviertel. Im Südosten grenzt das Geistviertel an der Bahnstrecke nach Preußen (Ortsteil von Lünen an der Lippe) an Berg Fidel. Den südlichen Rand des Geistviertels bildet der Nordkirchenweg.
Das Geistviertel hat eine Fläche von ca. 360 Hektar, was 1,19 % des gesamten Stadtgebietes der Stadt Münster entspricht.<ref name="Stadtteilsteckbrief">Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung der Stadt Münster: Stadtteilsteckbrief für Stadtbezirk Münster-Mitte / Teilbereich Mitte-Süd. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF-Datei; 9 MB ( vom 5. Juni 2012 im Internet Archive)). Website der Stadt Münster. Abgerufen am 19. Dezember 2010.</ref>
Statistische Bezirke
Im Wesentlichen besteht das Geistviertel aus den Statistischen Bezirken Geist (8929 Einwohner, Stand 31. Dezember 2011<ref name="Bevölkerung 2011"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" /> Statistik für Münsters Stadtteile, Bevölkerung der Stadt Münster 2011. ( vom 4. Juni 2012 im Internet Archive) (PDF; 923 kB) S. 10. Website des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung der Stadt Münster. Abgerufen am 21. April 2013.</ref>) und Düesberg (6992 Einwohner, Stand 31. Dezember 2011<ref name="Bevölkerung 2011" />), die durch die 1960<ref name="Geist Wiederaufbau">Ursula Richard-Wiegandt (Autorin), Der Oberstadtdirektor Münster – Stadtplanungsamt (Hrsg.): Das neue Münster – 50 Jahre Wiederaufbau und Stadtentwicklung 1945–1995. Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung GmbH & Co., Münster 1996, ISBN 3-402-05374-8, S. 179 ff.</ref> fertiggestellte Umgehungsstraße (B 51) getrennt werden. Der Stadtteil Geist, in der statistischen Definition der Stadt Münster, erstreckt sich somit vom Donders-Ring bis zur B51, der Stadtteil Düesberg von der B51 bis zum Nordkirchenweg.
Postleitzahl-Gebiete
Der nördliche Teil des Geistviertels, nördlich der Umgehungsstraße und die Siedlungsgemeinschaft Düesbergweg, gehören zum PLZ-Gebiet 48151.<ref name = "Postleitzahlsuche">Postleitzahl-Suche. Abgerufen am 8. Dezember 2010 (Postleitzahl-Suche mit verschiedenen Straßen aus dem Geistviertel).</ref> Der südliche Teil des Geistviertels liegt in zwei weiteren PLZ-Gebieten. Der südöstliche Teil, östlich des Kappenberger Damms, gehört zum PLZ-Gebiet 48153.<ref name = "Postleitzahlsuche" /> Der südwestliche Teil, Kappenberger Damm und westlich hiervon, gehört zum PLZ-Gebiet 48163.<ref name = "Postleitzahlsuche" />
Infrastruktur
Das Geistviertel ist ein beliebtes<ref name="Erfahrungsbericht Weißenburg">Thomas Börtz: Erfahrungsbericht zur Gartensiedlung Weißenburg. Abschnitte 2–3. (PDF-Datei; 458 kB (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot). Fallstudie (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot bei ELTIS (European Local Transport Information Service (Europäischer Informationsdienst für den Nahverkehr)). Abgerufen am 18. November 2010.</ref> Wohnviertel mit „sehr guter“<ref name="Erfahrungsbericht Weißenburg" /> Infrastruktur. Es ist ein ruhiges und in der Nähe des Stadtkerns gelegenes Wohngebiet. Der Fußweg von der Heilig-Geist-Kirche zum Prinzipalmarkt, dem Ortsmittelpunkt der Stadt Münster<ref name="Jahres-Statistik 2009 Geo"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Jahres-Statistik 2009 der Stadt Münster. ( vom 15. Juli 2012 im Internet Archive) (PDF; 3,6 MB) S. 12. Website des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung der Stadt Münster. Abgerufen am 11. August 2010.</ref>, beträgt 2,6 km<ref>Routenberechnung auf Google maps. Abgerufen am 7. September 2010.</ref>. Auf dem Geistmarkt (eigener Straßenname seit November 2007<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Neue Straßennamen in Münster (ab dem 21.11.2002), Stand: 26. April 2010 ( vom 2. Juni 2010 im Internet Archive) (PDF; 24 kB), S. 1. Website des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung der Stadt Münster. Abgerufen am 8. August 2010.</ref>) findet zweimal wöchentlich ein Wochenmarkt statt.
Von 1966<ref name="Geist Wiederaufbau" /> bis zum 31. Juli 2007 besaß das Stadtviertel mit dem Stadtbad-Süd<ref name="Geist Wiederaufbau" /> ein eigenes Hallenbad, das von der Stadt Münster aus Kostengründen geschlossen und abgerissen wurde. Der Bau eines neuen Bades am Inselbogen und damit an gleicher Stelle wie das alte Südbad hat Ende 2021 begonnen. Das neue Südbad ist seit April 2024 eröffnet.<ref>Stadt Münster: Sportamt - Südbad. Abgerufen am 3. Dezember 2025.</ref>
Schulen
Im Geistviertel liegen die folgenden Schulen:
- Hermannschule<ref>Home. Abgerufen am 8. Februar 2025.</ref> (Grundschule)
- Matthias-Claudius-Schule (Gemeinschaftsgrundschule)<ref name="Stadtteilsteckbrief" />, vormals Gut-Insel-Schule (1957)<ref name="Geist Wiederaufbau" />
- Gottfried-von-Cappenberg-Schule (katholische Grundschule)<ref name="Stadtteilsteckbrief" />, vormals Kappenberger-Damm-Schule (1946)<ref name="Geist Wiederaufbau" />
- Geistschule (Hauptschule)<ref name="Stadtteilsteckbrief" /> (1929<ref name="Architekturführer Münster Abschnitt Geist" />)
- Erna-de-Vries Realschule, vormals Karl-Wagenfeld-Realschule<ref name="Stadtteilsteckbrief" /> (1969<ref name="Geist Wiederaufbau" />)
- Wilhelm-Hittorf-Gymnasium<ref name="Stadtteilsteckbrief" /> (Wiederaufbau 1960<ref name="Geist Wiederaufbau" />)
- Ludwig-Erhard-Berufskolleg, Schule der Sekundarstufe II mit Wirtschaftsgymnasium (1981<ref name="Geist Wiederaufbau" />)
Kindertagesstätten
Im Statistischen Bezirk Geist gibt es 6 Kindertagesstätten, diese bieten 74 Betreuungsplätze für unter 3-jährige Kinder und 241 Plätze für 3- bis 6-jährige Kinder.<ref name="Stadtteilsteckbrief" /> Bei den 3- bis 6-jährigen Kinder überdeckt das Betreuungsangebot mit 111,6 %<ref name="Stadtteilsteckbrief" /> die Zahl der Kinder im Statistischen Bezirk.
Im Statistischen Bezirk Düesberg gibt es 3 Kindertagesstätten, diese bieten 40 Plätze für unter 3-jährige Kinder und 114 Plätze für 3- bis 6-jährige Kinder.<ref name="Stadtteilsteckbrief" />
Kirchen
- Christuskirche Münster der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Münster (Baptisten)<ref>Startseite der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Münster (Baptisten). Abgerufen am 21. März 2011 (Website der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Münster (Baptisten).).</ref>
- Gnadenkirche (evangelische Johannes-Kirchengemeinde Münster)<ref>Homepage der evangelischen Johannes-Kirchengemeinde Münster. Abgerufen am 11. April 2011.</ref> wurde 1961 fertiggestellt<ref>Detlef Fischer: Münster von A bis Z. 2. Auflage. Aschendorff Verlag, Münster 2004, ISBN 3-402-05367-5, S. 410.</ref>.
- St. Gottfried<ref>Homepage der katholischen Pfarrgemeinde St. Gottfried – St. Maximilian Kolbe. Abgerufen am 21. März 2011.</ref>
- Heilig-Geist-Kirche
- Trinitatiskirche (Ev. Thomasgemeinde, Bezirk Trinitatis, Münster)<ref>Trinitatiskirche. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. März 2013; abgerufen am 21. März 2011 (Website der Ev. Thomasgemeinde – Bezirk Trinitatis.).</ref>, auch „die Kleine auf der Geist“ genannt, wurde 1924 als Übergangslösung und dritte evangelische Kirche in Münster erbaut<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Website der Ev. Thomasgemeinde – Bezirk Trinitatis: Trinitatiskirche – Über unseren Gemeindebezirk ( vom 13. April 2014 im Internet Archive)</ref> und ab 1949 wiederaufgebaut<ref>Informationsblatt zur Trinitatis-Kirche Münster/Westfalen des Bezirks Trinitatis der Ev. Thomasgemeinde, Stand 2011</ref>; seit 2011 auch Gottesdienststandort der alt-katholischen Gemeinde.<ref>Reinhard Potts: Auf ein Wort In: Katholische Pfarrgemeinde der Alt-Katholiken St. Johannes Münster: Gemeindebrief. Juni/Juli 2011. (PDF-Datei; 1,88 MB). Seite 3. Website des katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland. Abgerufen am 25. Juni 2012.</ref>
Krankenhaus
Seit 1959<ref name="Geist Wiederaufbau" /> befindet sich das Clemenshospital an der Stelle des einstigen Haus Geist.
Stadtteilparks
Im Geistviertel liegen die folgenden Stadtteilparks:
- Park Sentmaring<ref>Der Oberbürgermeister der Stadt Münster, Amt für Grünflächen und Umweltschutz: Öffentliche Beschlussvorlage betrifft Park Sentmaring (Vorlagen-Nr.: V/0538/2008). (PDF-Datei; 40 kB). Website der Stadt Münster. Abgerufen am 11. Oktober 2010.</ref><ref>Stadt Münster: Niederschrift über die 41. Sitzung (öffentlicher Teil) der Bezirksvertretung Münster-Mitte. S. 5 f. (PDF-Datei; 42 kB). Website der Stadt Münster. Abgerufen am 11. Oktober 2010.</ref>
Hier sind die Gräber<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Jesuitenfriedhof in Münster ( vom 13. November 2014 im Internet Archive)</ref> von Johannes Beumer SJ, Ludger Born SJ, Pater Leppich SJ,<ref>Michael Heß in „Komm in den totgesagten Park“ in: draußen! - Straßenmagazin für Münster und das Münsterland, Ausgabe 11/2008 (PDF-Datei; 0,48 MB). Website des Straßenmagazins draußen! Abgerufen am 11. Dezember 2011.</ref> (dem „Maschinengewehr Gottes“), Kurt Dehne SJ, Joseph Albert Otto SJ, Paul Overhage SJ, Adolf Rodewyk SJ und Bernhard van Acken SJ
- Düesberg-Park<ref name="Stadtteilsteckbrief" />
- Sternbusch-Park<ref name="Stadtteilsteckbrief" />
Feuerwehr
Im Geistviertel ist Löschzug 09 – Geist, der 9. Löschzug der Feuerwehr der Stadt Münster, beheimatet.<ref name = "Löschzug Geist">Löschzug 09 – Geist. Abgerufen am 27. Oktober 2010 (Internetangebot der Stadt Münster, verantwortlich für den Inhalt ist die Feuerwehr Münster).</ref>
Bauwerke
Bemerkenswerte Bauten sind der neuromanische Wasserturm (noch auf freiem Feld errichtet von 1901<ref name="Hinweisschild Wasserturm">Stadtwerke Münster: Hinweisschild am Eingang zum Gelände des Wasserturms. Abgelesen am 9. August 2010.</ref> bis 1903), die Heilig-Geist-Kirche (1926–29) im Stil des Neuen Bauens<ref name="Architekturführer Münster Abschnitt Geist" /> und die Geistschule (1929), deren Architektur von Karl Schirmeyer und Felix Sittel<ref name="Architekturführer Münster Abschnitt Geist" /> sich an die angrenzende Geistkirche anlehnt<ref name="Siedlungswachstum Geist">Ursula Richard-Wiegandt (Autor), Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Stadtplanungsamt (Hrsg.): Das Siedlungswachstum der Stadt Münster vom 19.Jahrhundert bis zum zweiten Weltkrieg. Auflage 2000, 1991. Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Münster 1991, ISBN 3-921290-56-2, S. 80–95. Nebentitel: Münster, von der Provinzial- zur Gauhauptstadt.</ref>.
Büroturm der DZ Hyp
Der Büroturm der DZ Hyp (ehem. WL Bank) ist das einzige Hochhaus im Geistviertel. Der von 1972 bis 1978 errichtete Bau der Architekten Herbert Remmert, Herta-Maria Witzemann und Wolfgang Stadelmaier gehört mit einer Höhe von 51 Metern zu den höchsten nicht-kirchlichen Bauwerken in Münster.<ref name="Architekturführer Münster Abschnitt Geist" />
Schützenhofbunker
Der Schützenhofbunker wurde in den Jahren 1942 und 1943 erbaut, er bot im Zweiten Weltkrieg 1500 Menschen Platz.<ref>„Schützenhofbunker“ an der Hammer Strasse. Abgerufen am 9. Februar 2012 (Website von www.7grad.org – Bunker in Münster).</ref> Bei einem Großangriff am 18. November 1944 traf eine Bombe den Schützenhofbunker. Insassen wurden von herabstürzenden Betonteilen erschlagen. Insgesamt wurden 68 Menschen aus den Trümmern tot geborgen.<ref>Kriegschronik – Münster im Zweiten Weltkrieg. Abgerufen am 9. Februar 2012 (Website des Stadtarchiv der Stadt Münster).</ref> In den Jahren 2000 bis 2012 diente der Schützenhofbunker als Probenzentrum für lokale Bands.<ref>Schützenhofbunker: Musiker sollen Wohnhäusern weichen. Abgerufen am 9. Februar 2012 (Website der Münsterschen Zeitung).</ref> Hier gründeten<ref>A Long Distance Calling Interview in Frankfurt … Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. März 2012; abgerufen am 20. Februar 2012 (Interview von new-core.de mit David Jordan).</ref> sich und probten unter anderem Long Distance Calling.<ref>Pinnwand. Abgerufen am 20. Februar 2012 (Mitteilung von Long Distance Calling auf der Pinnwand der Facebook-Seite vom 9. Februar 2012 (00:37 Uhr)).</ref>
Naturdenkmäler
Das Geistviertel beheimatet eine Anzahl an Naturdenkmälern.<ref name="Naturdenkmäler 2006"> Ordnungsbehördliche Verordnung zum Schutz von Naturdenkmalen innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile und des Geltungsbereichs der Bebauungspläne im Gebiet der Stadt Münster (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot (PDF; 101 kB). Website des Forstbetriebs für Höhenarbeiten Eckbert Altenhöner. Abgerufen am 21. April 2013.</ref> In Auswahl sind dies:
- Park Sentmaring beherbergt unter anderem mehrere als Naturdenkmal gelistete Bäume: Platanen, Stieleichen, Rot-, Blut- und Hängebuchen, eine mehrstämmige Pferdemagnolie
- Eine Baumreihe von 13 Stieleichen am Kappenberger Damm zwischen Inselbogen und Umgehungsstraße
- die Parkanlage südlich von Gut Insel beherbergt einen als Naturdenkmal gelisteten Baumbestand und eine Sumpfzypresse
- jeweils eine Baumreihe von acht Zerreichen am südlichen Ende des Saarbrücker Straße und von 26 Stieleichen von dort bis zum Clemens-Hospital
- Eine Baumreihe von elf Stieleichen und vier weitere Stieleichen am Düesbergweg sowie sechs Robinien hier an der St.-Gottfried-Kirche
Siedlungsentwicklung
Vor der städtischen Besiedlung war die Geist landwirtschaftlich genutzt und besiedelt.<ref name="Innenstadt Süd">Ursula Richard-Wiegandt (Autor), Stadt Münster, Stadtplanungsamt (Hrsg.): Münster und seine Stadtteile – 30 Jahre Eingemeindung 1975–2005; Stadtentwicklung aus den frühen Anfängen bis 2010. Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG, Münster 2005, ISBN 3-402-00393-7, S. 155 ff.</ref> Im Jahr 1920 stellte der Stadtvermessungsdirektor Clemens Brand den Bebauungsplan Siedlungsgelände Geist vor<ref name="Siedlungswachstum Geist" />, dieser sah eine Bebauung für den Bereich zwischen Weseler Straße und Kappenberger Damm im Westen, Geiststraße und Hammer Straße im Osten und Bahnstrecke nach Wanne im Süden vor.<ref>Ursula Richard-Wiegandt (Autor), Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Stadtplanungsamt (Hrsg.): Das Siedlungswachstum der Stadt Münster vom 19.Jahrhundert bis zum zweiten Weltkrieg. Auflage 2000, 1991. Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Münster 1991, ISBN 3-921290-56-2, Abbildung 183. Nebentitel: Münster, von der Provinzial- zur Gauhauptstadt.</ref> Um 1921 begann der Siedlungsbau auf der Geist.<ref name="Siedlungswachstum Geist" /> Viele größere Siedlungseinheiten wurden von Siedlungsgenossenschaften, wenigen großen gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften und einigen kleinen Baugesellschaften auf der Geist errichtet.<ref name="Siedlungswachstum Geist" />
Von 1924 bis 1931 wurde unter den leitenden Architekten Gustav Wolf (bis 1927) und Eugen Lauffer von der Westfälischen Heimstätte die Gartenstadt Habichtshöhe/Grüner Grund mit 650 Wohneinheiten im Heimatschutzstil erbaut.<ref name="Architekturführer Deutschland">Winfried Nerdinger, Cornelius Tafel: Architekturführer Deutschland – 20. Jahrhundert. Birkhäuser, Basel, Boston, Berlin, 1996, S. 262.</ref> Der Siedlungsbau auf der Geist schritt in den diesen insgesamt Jahren rasch voran:
„Kein Stadtteil in Münster hat in den Jahren nach dem Kriege eine so starke Entwicklung erlebt als der Süden, die früher fast ganz ländlich besiedelte Geist. Wer die Verhältnisse vor dem Kriege gekannt hat und heute die Geist wiedersieht, wird sie fast nicht wieder erkennen. Die Neusiedlungen erstrecken sich über weite Feldstrecken von früher und haben sogar in die schönen Waldungen des Düesberg-Busches übergegriffen und die Bahn nach Wanne weit überschritten.“
In der Weltwirtschaftskrise kam der gemeinnützige Wohnungsbau zum Erliegen.<ref name="Siedlungswachstum Geist" /> Nach 1931 entstanden auf der Geist mehrere Kleinsiedlungen, zum Beispiel Horst-Wessel-Siedlung (1934, heute Ascheberger Straße, Davensberger Straße, Rinkerodeweg), Siedlungsgemeinschaft Düesbergweg (1936).<ref name="Siedlungswachstum Geist" />
Am Ende des Zweiten Weltkriegs begann nach der Besetzung durch die Alliierten schon im April 1945 der Wiederaufbau in Münster.<ref name="Münster Zerstörungen">Ursula Richard-Wiegandt (Autorin), Der Oberstadtdirektor Münster – Stadtplanungsamt (Hrsg.): Das neue Münster – 50 Jahre Wiederaufbau und Stadtentwicklung 1945–1995. Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung GmbH & Co., Münster 1996, ISBN 3-402-05374-8, S. 10 f.</ref> Im Stadtbezirk Geist waren über 60 %<ref name="Münster Zerstörungen" /> der Gebäude vernichtet.
Die stark beschädigte Mustersiedlung Habichtshöhe/Grüner Grund wurde in der ursprünglichen Form wieder aufgebaut.<ref name="Siedlungswachstum Geist" /> Die Gebäude wurden 1978 in Abstimmung mit der Denkmalpflege aufwendig saniert.<ref>Dieter Ansorge: Wärmeschutz-, Feuchteschutz-, Salzschäden. Pfusch am Bau, Band 4. Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-8167-7010-7, S. 102–107. Leseprobe von Wärmeschutz-, Feuchteschutz-, Salzschäden. Abgerufen am 18. November 2010 (mit Volltextsuche).</ref> Das Wohnquartier steht wegen seiner stadt- und architekturgeschichtlichen Bedeutung unter Denkmalschutz.<ref name="Geist Wiederaufbau" />
Der gemeinnützige Wohnungsbau wurde zu Beginn der 1950er wieder aufgenommen, zum Beispiel die später nachverdichtete Reihenhaussiedlung am Werneweg und weitere Reihenhäuser an der Habichtshöhe.<ref name="Geist Wiederaufbau" />
Die Siedlungsentwicklung des Geistviertels nach dem Wiederaufbau ist geprägt von Nachverdichtung und Modernisierung bestehenden Wohnraums.<ref name="Geist Wiederaufbau" /> Während im stadtkernnahen Teil des Geistviertels, nördlich der Umgehungsstraße, unter anderem durch behutsame Sanierung der Mustersiedlung Habichtshöhe/Grüner Grund der ursprüngliche Gartenstadtcharakter im Wesentlichen erhalten geblieben ist, ging im südlichen Teil hiervon viel durch Verdichtung verloren.<ref name="Geist Wiederaufbau" /> So weist das Automatisierte Liegenschaftsbuch für den nördlichen Teil einen Anteil von 14,1 %<ref name="Stadtteilsteckbrief" /> Erholungsfläche an der Gesamtfläche aus. Dies ist der dritthöchste Anteil an Erholungsfläche in Münster nach den Statistischen Bezirken Schloss und Kinderhaus-West. Für den südlichen Teil des Geistviertels beträgt dieser Anteil noch 9,9 %.<ref name="Stadtteilsteckbrief" /> Gegen die Nachverdichtung durch Abriss alter Siedlungshäuser und Neubebauung mit Eigentumswohnungen im südlichen Teil des Geistviertels wurde im Jahre 2012 von Anwohnern rund um den Brunnenplatz eine Bürgerinitiative gegründet.<ref>Klaus Baumeister: Fremd im eigenen Viertel. Abgerufen am 31. Mai 2012 (Website der Westfälischen Nachrichten).</ref>
Auf dem Gelände der ehemaligen Neuen Train-Kaserne,<ref name="Südstadt urban">Ursula Richard-Wiegandt (Autor), Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Stadtplanungsamt (Hrsg.): Das Siedlungswachstum der Stadt Münster vom 19.Jahrhundert bis zum zweiten Weltkrieg. Auflage 2000, 1991. Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Münster 1991, ISBN 3-921290-56-2, S. 68–79. Nebentitel: Münster, von der Provinzial- zur Gauhauptstadt.</ref> errichtet um 1910,<ref name="Südstadt urban" /> des Westfälischen Train-Bataillons Nr. 7, die später Hindenburg-Kaserne<ref>Münster „Autofreies Weißenburg“. Abgerufen am 27. Oktober 2010 (Werkstatt-Stadt ist eine Projektdatenbank und Internetplattform des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)).</ref> und nach Aufgabe der militärischen Nutzung nach dem Zweiten Weltkrieg auch Weißenburg-Kaserne<ref name = "Löschzug Geist" /> genannt wurde, entstanden an der Weißenburgstraße durch Konversion<ref>Christian Krajewski und Jana Werring: Neue Stadtquartiere in Münster durch Konversion militärischer Liegenschaften. Abgerufen am 27. Oktober 2010 (Website des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)).</ref> ab 1983 zwei neue Wohnanlagen im Geistviertel: Breisacher Weg/Hagenauer Weg (40 Ein- und Mehrfamilienhäuser) nach dem Vorbild Grüner Grund<ref name="Innenstadt Süd" /> und ab 1997 die autofreie Siedlung Gartensiedlung Weißenburg<ref name="Innenstadt Süd" /> (138 Wohnungen).<ref>Autofreie Gartensiedlung Weißenburg. Abgerufen am 18. September 2010 (Website der LEG NRW GmbH).</ref> Seit 2004 entstehen 70 Häuser<ref>Stadthäuser auf der Südterrasse. Abgerufen am 18. September 2010 (Website der dmb Projektentwicklungsgesellschaft mbH & Co.KG).</ref> im neuen Wohnquartier Südterrasse an der Werlandstraße direkt an der Bahnstrecke nach Wanne-Eickel.<ref name="Innenstadt Süd" /> Ebenfalls seit 2004 entsteht östlich der Weseler Straße und südlich des Sentmaringer Wegs der Dienstleistungs- und Wohnpark Haus Sentmaring.<ref name="Innenstadt Süd" />
Wohnungsmarkt
Der Wohnungsmarkt im Geistviertel ist geprägt von einem sehr geringen Leerstand bei Mietwohnungen, unterdurchschnittlichen Wohnungsgrößen, unterdurchschnittlichen Haushaltseinkommen und einer überdurchschnittlichen Kaltmiete pro Quadratmeter.
Das PLZ-Gebiet 48151 mit dem nördlichen Teil des Geistviertel verzeichnete 2008 den niedrigste Leerstand im Münsteraner Stadtgebiet, er betrug weniger als ein Drittel des Durchschnittswertes für die Stadt Münster. Im PLZ-Gebiet 48153 beträgt der Leerstand immerhin noch nur zwei Drittel des städtischen Durchschnittswertes.<ref name="LEG Wohnungsmarktreport 2010">LEG Management GmbH: LEG-Wohnungsmarktreport NRW 2010, Münster. S. 32–37. (PDF-Datei; 0,9 MB). Abgerufen am 8. Dezember 2010.</ref>
Die durchschnittliche Wohnungsgröße ist in den beiden genannten PLZ-Gebieten die kleinste im gesamten Stadtgebiet. Gleichzeitig ist die durchschnittliche Kaufkraft der Haushalte hier die geringste, sie liegt mehr als 10 % unter dem städtischen Durchschnittswert.<ref name="LEG Wohnungsmarktreport 2010" /> Dabei haben die Statistischen Bezirke Geist und Düesberg, die das Geistviertel bilden, mit 56 % und 46 % zusammen mit dem Statistischen Bezirk Aaseestadt (48 %) den geringsten Anteil an Einpersonenhaushalten aller Statistischen Bezirke im Stadtbezirk Mitte.<ref name="Stadtteilsteckbrief" /> Der Anteil der Haushalte mit Kind ist mit 15,6 % und 18,6 % wiederum der höchste Anteil im Stadtbezirk Mitte.<ref name="Stadtteilsteckbrief" />
Für höherwertigen Wohnraum werden in den beiden PLZ-Gebieten 48151 und 48153 im Durchschnitt bereits mehr als 10 €/m²/Monat Kaltmiete gezahlt, dem städtischen Durchschnitt für dieses Marktsegment. Die durchschnittliche Kaltmiete im unteren Marktsegment ist im PLZ-Gebiet 48151 die zweithöchste hinter dem PLZ-Gebiet 48147, welches im Wesentlichen aus dem nordöstlichen Kreuzviertel und Uppenberg besteht.<ref name="LEG Wohnungsmarktreport 2010" />
Verkehr
| Linie | Verlauf | Takt | Betreiber
Vorlage:Linienverlauf Stadtbus MS Vorlage:Linienverlauf Stadtbus MS |
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Literatur
- Ursula Richard-Wiegandt (Autor), Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Stadtplanungsamt (Hrsg.): Das Siedlungswachstum der Stadt Münster vom 19.Jahrhundert bis zum zweiten Weltkrieg. Auflage 2000, 1991. Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Münster 1991, ISBN 3-921290-56-2, S. 68–95. Nebentitel: Münster, von der Provinzial- zur Gauhauptstadt.
- Ursula Richard-Wiegandt (Autorin), Der Oberstadtdirektor Münster – Stadtplanungsamt (Hrsg.): Das neue Münster – 50 Jahre Wiederaufbau und Stadtentwicklung 1945–1995. Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung GmbH & Co., Münster 1996, ISBN 3-402-05374-8, S. 179–185.
- Ursula Richard-Wiegandt (Autor), Stadt Münster, Stadtplanungsamt (Hrsg.): Münster und seine Stadtteile – 30 Jahre Eingemeindung 1975–2005; Stadtentwicklung aus den frühen Anfängen bis 2010. Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG, Münster 2005, ISBN 3-402-00393-7, S. 155–167.
Weblinks
- Kunst – Kirche – Raum: Das Gesamtkonzept der „edlen Einfachheit“. Vortrag von Prof. Thomas Sternberg, 2004 (PDF; 208 kB).
- Gartenstadt Habichtshöhe / Grüner Grund bei LWL-GeodatenKultur des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
- Station zur Luftqualitätsmessung Münster-Geist. Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV).
- Park am ehemaligen Haus Sentmaring bei LWL-GeodatenKultur des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
Einzelnachweise
<references />
<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
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Martini |
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| West |
Gievenbeck | Sentrup | Mecklenbeck | Albachten | Roxel | Nienberge | |
| Nord |
Coerde | Kinderhaus (West & Ost) | Sprakel | |
| Ost |
St. Mauritz (Mauritz-Ost) | Gelmer-Dyckburg | Handorf | |
| Süd-Ost |
Loddenheide (Gremmendorf-West) | Gremmendorf (Ost) | Angelmodde | Wolbeck | |
| Hiltrup |
Berg Fidel | Hiltrup (West, Mitte & Ost) | Amelsbüren |
Koordinaten: 51° 57′ N, 7° 37′ O
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