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München (Schiff, 1889)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
München p1
Schiffsdaten
Flagge Deutsches ReichDatei:Flag of Germany (1867–1919).svg Deutsches Reich
Russisches Kaiserreich 1883Datei:Flag of Russia.svg Russland
andere Schiffsnamen Gregory Mörch (1905–1910)
Schiffstyp Kombischiff
Bauwerft Fairfield Shipbuilders, Glasgow
Stapellauf 23. Januar 1889
Indienststellung 25. Februar 1889
Verbleib 1910 abgewrackt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 118,12 m (Lüa)
Breite 13,40 m
Tiefgang (max.) 9,5 m
Vermessung 4.803 BRT
 
Besatzung 100 Mann
Maschinenanlage
Maschine 1 × Verbundmaschine
indizierte
Leistung
Vorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
3.000 PS (2.206 kW)
Höchst­geschwindigkeit 13 kn (24 km/h)
Propeller 1
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 3286 tdw
Zugelassene Passagierzahl 38 I. Klasse
20 II. Klasse
1759 Zwischendeck

Der Dampfer München war der zweite der in den Jahren 1889 bis 1891 vom Norddeutschen Lloyd (NDL) bei Fairfield in Glasgow bezogenen acht Dampfer der Städte-Klasse. Es war der letzte umfangreiche Auftrag des NDL im Ausland. Diese Schiffe wurden auf allen Linien des NDL eingesetzt. Alle acht Dampfer kamen auf dem Nordatlantik, nach Südamerika und nach Australien zum Einsatz, sieben nach Ostasien (München nur von Australien aus) und Weimar und Gera ab 1903 auch auf der Linie vom Mittelmeer in die Vereinigten Staaten. Die München wurde bis 1905 vom NDL eingesetzt und dann nach Russland verkauft, wo sie als Gregory Mörch zum Einsatz kam und nach fünf Jahren abgewrackt wurde.

Einsatz

Der zweite Dampfer der Serie, die München, wurde am 25. Februar 1889 abgeliefert und trat am 11. März seine Jungfernreise zum La Plata (am 8. April in Montevideo) an. Am 5. Juni folgte die erste Reise in die Vereinigten Staaten. Am 25. September 1890 fuhr sie dann das erste Mal nach New York.

Am 10. November 1892 erfolgte schon die sechste und letzte Reise nach Südamerika und am 24. März 1900 neunzehnte und letzte Reise über den Nordatlantik.

Am 23. Mai 1900 startete sie dann auf der Reichspostdampferlinie nach Australien, nachdem schon alle sieben anderen Dampfer auf beiden Reichspostdampferlinien zum Einsatz gekommen waren.

Von Australien nach China

Sie trat allerdings nicht die Rückreise an, sondern erprobte eine neue Linie entlang der australischen Ostküste, nach Herbertshöhe, Friedrich-Wilhelms-Hafen, Ponape und Saipan und dann nach Shanghai. Die Rückreise vom 12. September bis zum 12. Oktober 1900 in Sydney war wirtschaftlich ein Misserfolg, da wegen des Umweges über Saipan die Reise zu lange dauerte und nicht ausgelastet war. Es gab auf dieser Strecke drei konkurrierende britische und eine japanische Linie.<ref>Artikel von 1905 (PDF; 1,2 MB)</ref>

Auf ihrer dritten Reise am 25. Januar 1901 sollte die München über Yap direkt nach Hongkong laufen.

Am 3. Februar 1901 lief sie dann in der Einfahrt von Yap auf. Um freizukommen, wurde die Ladung weitestgehend über Bord gegeben, so zum Beispiel die Tabakernte der ersten Tabakplantage der Kolonie Deutsch-Neuguinea.<ref>Tabak an Bord der München. (PDF; 3,0 MB) Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 9. Februar 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/digital.library.adelaide.edu.au (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Schließlich trafen zwei Hilfsdampfer unter Kapitän Meissel aus Hongkong (Natuna und Wonghoi<ref>Wahrscheinlich die Natuna (764 BRT, 24. Dez. 1900 angekauft, gebaut 1898 Ramage & Fergusson) und Wong Koi (1777 BRT, 27. Febr. 1900 angekauft, gebaut 1896 Fairfield).</ref>) ein, denen auch der Regierungsdampfer Stephan half, die die München freibekamen. Die Kaiserliche Marine entsandte trotz des Boxeraufstandes in China den Kreuzer Seeadler zur Assistenz, der allerdings von Amoy kommend erst am 3. Mai eintraf, als die München wieder aufgeschwommen war. Nachdem sie abgedichtet war, ging sie nach Hongkong, wo sie am 28. Juni eintraf. Ihr Verkauf erfolgte anscheinend schon im aufgelaufenen Zustand.

Unter russischer Flagge

Sie wurde von der Firma „Farnham, Boyd & Co“ in Shanghai repariert und 1905 an eine russische Reederei verkauft und in Gregory Mörch umbenannt. Unter diesem Namen machte sie am 27. Oktober 1906 und am 18. Januar 1907 zwei Rundreisen von Odessa über Piräus nach New York. 1910 wurde sie abgewrackt.

Literatur

  • Noel R. P. Bonsor: North Atlantic Seaway. Band 2.
  • Arnold Kludas: Die Geschichte der deutschen Passagierschiffahrt 1850 bis 1990. Ernst Kabel Verlag, 1986.
  • Arnold Kludas: Die Seeschiffe des Norddeutschen Lloyd 1857 bis 1919. Koehlers Verlagsgesellschaft, 1991, ISBN 3-7822-0524-3.
  • Christine Reinke-Kunze: Geschichte der Reichspostdampfer. Verbindung zwischen den Kontinenten 1886–1914. Koehlers Verlagsgesellschaft, 1994, ISBN 3-7822-0618-5.

Fußnoten

<references />