Müllverbrennungsanlage Spittelau
| Müllverbrennungsanlage Spittelau | ||||||
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| Lage
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| Koordinaten | 48° 14′ 4″ N, 16° 21′ 34″ O
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dim=1000 | globe= | name=Müllverbrennungsanlage Spittelau | region=AT-9 | type=building
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| Land | AUT (Wien) | |||||
| Daten
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| Typ | Müllverbrennungsanlage | |||||
| Primärenergie | Wärme Energie | |||||
| Brennstoff | Restmüll | |||||
| Leistung | 400 MW<ref>Energieerzeugung - Spittelau, Stadt Wien, abgerufen am 1. April 2023</ref> | |||||
| Betreiber | WIEN ENERGIE | |||||
| Projektbeginn | 1966 | |||||
| Betriebsaufnahme | 1971 (Wiederaufbau nach Brand 1992) | |||||
| Schornsteinhöhe | 126 m | |||||
| Eingespeiste Energie 2009 | 40 GWh | |||||
Die Müllverbrennungsanlage Spittelau ist eine von drei thermischen Abfallbehandlungsanlagen der Wien Energie. Ihre Besonderheit liegt in der von Friedensreich Hundertwasser künstlerisch gestalteten Fassade. Mit einer installierten Gesamtleistung von 460 MW stellt die Anlage den zweitgrößten Fernwärmeerzeuger im Fernwärmeverbundnetz (diesen geringen Teil von 22 Prozent teilen sich die drei thermischen Abfallbehandlungsanlagen der Wien Energie) der Stadt Wien dar.
Anlage
Die Anlage, im nördlichsten Teil des 9. Bezirks am Donaukanal gelegen, wurde 1971 auf dem Gelände zwischen der Franz-Josefs-Bahn und dem Verbindungsbogen fertiggestellt. Zuvor befand sich auf dem Gelände das ehemalige Maschinenhaus und Pumpstation der Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung, welches bis 1965 als städtisches Materialdepot benutzt und 1965 abgerissen wurde. Die Müllverbrennungsanlage Spittelau wurde auch deswegen an diesem Standort errichtet, um Wärme für das rund zwei Kilometer entfernte Neue Allgemeine Krankenhaus bereitzustellen.
Die fortlaufende Anpassung an den letzten Stand der Rauchgasreinigungstechnik führte zur Nachrüstung der thermischen Abfallbehandlungsanlage Spittelau mit einer Rauchgas-Nasswäsche (1986/89) sowie einer modernen Entstickungs- und Dioxinzerstörungsanlage (1989). Zur gleichen Zeit wurde die äußere Fassade des gesamten Fernwärmewerks nach einem Großbrand in der Nacht vom 14. auf den 15. Mai 1987<ref>Fernwärmewerk Spittelau bei Großfeuer schwer beschädigt – Brandursache noch ungeklärt. In: Arbeiter-Zeitung. Wien, 16. Mai 1987, S. 10.</ref> durch Friedensreich Hundertwasser bis 1992 neugestaltet.
Die Planung erfolgte durch Architekt Peter Pelikan in Zusammenarbeit mit Alexander Marchart, Roland Moebius und Waagner-Biro.<ref>Andrea C. Fürst, Hundertwasser 1928-2000, Werkverzeichnis - Catalogue Raisonné, Köln: Taschen Verlag, 2002, S. 1256–1258</ref> Aus dem zuvor nüchternen Zweckbau wurde ein Kunstwerk, das eine harmonische Symbiose zwischen Technik, Ökologie und Kunst darstellen soll. In Osaka/Japan wurde später in Anlehnung an die Spittelau eine thermische Abfallbehandlungsanlage in ähnlichem Stil erbaut.
Die im Werk untergebrachte thermische Abfallbehandlungsanlage mit einer Durchsatzleistung von 260.000 Jahrestonnen ist in das Verbundnetz integriert und speist im Jahresdurchschnitt 60 MW Wärme in das Fernwärmenetz ein (Grundlastabdeckung). Zusätzlich können in fünf weiteren gas- bzw. gas-/ölbefeuerten Heißwasserkesseln zur Spitzenbedarfsabdeckung 400 MW an thermischer Leistung produziert werden. Die elektrische Leistung beträgt 6 MW.<ref name="strom">Ing.in Ursula Heumesser, Magistratsabteilung 27; Stromerzeugung in Wien (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> Insgesamt werden so jährlich etwa 40.000 MWh Strom und 470.000 MWh Fernwärme produziert<ref>Wien Energie: Spittelau. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> Mit dieser Wärmemenge werden mehr als 60.000 Haushalte in Wien beheizt.
Für den Betrieb der Müllverbrennungsanlage werden im Jahr 2002 pro Tonne Müll 20,63 m³ an Erdgas benötigt.<ref name="spitendb1" /> Dies entspricht bei 260.000 Tonnen Müll pro Jahr einen Jahresbedarf von ca. 5,4 Millionen Normkubikmeter Erdgas, was dem durchschnittlichen jährlichen Erdgasverbauch von runden 7.500 Wiener Haushalten entspricht. Die CO2-Emissionen des Jahres 2009 betrugen 26.593 t.<ref>Emissionshandelsregister Anlage Spittelau (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref>
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Nordostansicht
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Müllbunker mit den beiden Aufgabetrichtern zur Feuerung
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Verwaltungsgebäude
Hintergrund des Kapperl Hundertwassers auf dem Dach
Eine Besonderheit stellt eine große Nachbildung des Kapperl Hundertwassers auf einem kleinen Turm des Gebäudes dar. Als während einer Diskussion mit den Bauherren dem Künstler Hundertwasser die Geduld zu Ende ging, verließ er zornig die Runde mit den Worten „Ich hau den Hut drauf!“ (österreichische Redewendung für Aufgeben). Die Bauherren hielten dies für eine gute Idee und ergänzten die Anlage um das Kapperl.<ref>Spittelau: Das „Geheimnis“ der goldenen Kugel. Abgerufen am 18. Januar 2021.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references> <ref name="spitendb1">Verbrennungsversuch mit heizwertreicher Fraktion aus der Splittinganlage der MA 48 in der MVA Spittelau - Endbericht. Oktober 2003, abgerufen am 3. April 2025.</ref> </references>
- Wikipedia:Defekter Dateilink
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- Wikipedia:Weblink offline IABot
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- Bauwerk in Alsergrund
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- Kraftwerk in Europa
- Kraftwerk in Wien
- Müllverbrennungsanlage in Österreich
- Abfallentsorgungsanlage in Wien
- Erbaut in den 1970er Jahren
- Friedensreich Hundertwasser
- Kraftwerk der Wien Energie