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Mörz (Planetal)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Mörz
Gemeinde Planetal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(185)&title=M%C3%B6rz 52° 7′ N, 12° 41′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(185) 52° 7′ 16″ N, 12° 41′ 19″ O
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Höhe: 63 m ü. NHN
Einwohner: 185 (31. Dez. 2006)<ref>Gemeinde- und Ortsteilverzeichnis. In: geobasis-bb.de. Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. August 2017; abgerufen am 2. Juli 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.geobasis-bb.de</ref>
Eingemeindung: 1. Juli 2002
Postleitzahl: 14806
Vorwahl: 033843
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Das Dorf Mörz ist ein Ortsteil der Gemeinde Planetal im Süden des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Mörz hat rund 200 Einwohner und liegt am Fluss Plane im Hohen Fläming unweit der Bundesautobahn 9. Das Dorf gehört zum Naturpark Hoher Fläming. Die Umgebung ist als Landschaftsschutzgebiet Hoher Fläming – Belziger Landschaftswiesen und die Plane als FFH-Gebiet Plane ausgewiesen.<ref>Teilblatt Südwest Schutzgebiete. (PDF) Landkreis Potsdam-Mittelmark Landschaftsrahmenplan. Büro für Umwelt- und Landschaftsplanung, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. August 2011; abgerufen am 16. Oktober 2013.</ref>

Geschichte und Etymologie

Etymologie

Der Ort wurde urkundlich erstmals 1161 als mordiz mit dem Eintrag de burgwardis […] mordiz verzeichnet. Noch 1342 als Mordiz erwähnt, fand sich 1383 die Schreibweise Morcz und um 1500 die Schreibweise Mörtz, mundartlich Mörts. Der slawische Name ist von einem Personennamen gebildet worden und bezeichnet einen Ort, wo Leute eines Mannes Morda wohnten. Der mundartliche Name Mörtz wurde zur Erklärung später zum Personennamen Moritz gestellt, woraus die Sage vom Grafen Moritz entstand, der hier die Moritzburg gebaut haben soll.<ref>Reinhard E. Fischer, Jürgen Neuendorf, Joachim Reso, Rund um Belzig. Orts- und Flurnamen, Findlinge und Bäume, Bäche und Teiche. Herausgeber: Förderkreis Museum Burg Eisenhardt Belzig e. V., Buch 4 zur Stadtgeschichte. Keine Angabe zu Verlag, Jahrgang, ISBN, das Vorwort ist von 1997. S. 28.</ref><ref>Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, ISBN 3-937233-30-X, ISSN 1860-2436 S. 118.</ref>

Geschichte

Herrschafts- und Besitzverhältnisse

Vor 1426 bis um 1550/1552 unterstand der Ort der Vogtei beziehungsweise Pflege beziehungsweise dem Amt Belzig und kam um 1550/1552 bis 1872 an das Amt Belzig Rabenstein, das seit 1506 über Ober- und Untergericht verfügte. Vor 1383 bis nach 1591 besaß die Familie von Oppen Rechte über Hebungen, 1383 allgemein über Abgaben, 1419/1420 über eine Hufe und eine Dorfhufe, die sie verlehnt hatte, sowie 1506 über Hebungen von vier Höfen. Vor 1419/1420 bis nach 1455 lag ein weiterer Anteil beim Schulzen zu Belzig, der über Hebungen beziehungsweise über zweimal Fleischzehnten und das Herrenrecht verfügte; 1506 wurden jedoch nur noch Hebungen genannt. Vor vermutlich 1419/1420 bis nach 1499 besaß die Familie Borg einen freien Hof mit allen Rechten, der 1419/1420 belegt ist; 1499 wurden für diesen Besitz nur noch Hebungen erwähnt. Ein weiterer Anteil lag möglicherweise bereits vor 1419/1420 bei Preußnitz und gelangte 1526 an die Familie von Brück, die bis nach 1591 über Hebungen verfügte; 1419/1420 sind Hebungen bezeugt, 1506 ein Stück Lehen und 1591 Hebungen von einem Hof.<ref name="Rohrlach272">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 272)</ref>

12. bis 15. Jahrhundert

Im Jahr 1161 bestand am Ort ein Burgward. 1275 wurde die Siedlung als Kirchdorf bezeichnet. 1278 wurde der Burgward nochmals erwähnt. 1388 entrichtete der Richter eine Abgabe von dreieinhalb Schock. In den Jahren 1419/1420 verfügte der Richter über die Gerichtsbarkeit mit drei Hufen. 1496 wurden 19 Türkensteuerpflichtige gezählt, darunter der Schulze, ein Schmied und ein Hirte; daneben lebten acht Personen Gesinde im Ort.<ref name="Rohrlach272" />

16. Jahrhundert

Im Jahr 1506 wurden 23 Einwohner gezählt. Der Richter besaß die Gerichtsbarkeit mit drei Lehnhufen. Ein Einwohner verfügte über Wiesen. Drei Einwohner zinsten von ihren Höfen. Eine Person zinste von ihren Hufen und zusätzlich von einer wüsten Hufe. Fünf Einwohner leisteten ausschließlich Handdienste, von denen einer zudem von einer wüsten Hufe zinste. Ein Einwohner zinste von seinem Hof und von Wiesen, ein weiterer von einer Wiese, ein weiterer von Hufen und Wiesen. Eine Person besaß den Erbkrug. Ein Einwohner zinste von seinen Hufen, besaß zwei Viertel Lehen, zinste von Wiesen und hatte zudem ein Stück Lehen von Preußnitz. Eine weitere Person hatte ein Viertel Land zu Lehen, eine zinste von zwei Hufen. 1530 bestanden 13 Hufner- und acht Kossätenstellen.<ref name="Rohrlach272" /> Der Pfarrer besaß zwei Hufen Ortland, fünf Fuder Wiesenwuchs sowie einen Krautgarten. Der Küster erhielt in diesem Jahr 40 Scheffel Roggen, siebeneinhalb Scheffel Gerste, 38 Brote und acht Schock Eier.<ref name="Rohrlach274">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 274)</ref> Im Jahr 1542 verfügte der Schulze über vier Hufen. Ein Gut umfasste vier Hufen. Ein weiterer Besitzer hatte Haus, Hof und vier wüste Hufen. Drei Einwohner besaßen jeweils Haus, Hof und je vier Hufen, sieben weitere jeweils Haus, Hof und je drei Hufen, vier jeweils Haus, Hof und je zwei Hufen. Zwei Personen hatten Haus und Hof. Daneben bestanden ein Kossätengut mit Haus und Hof, ein Kossätenhof, ein weiteres Kossätengut mit Haus und Hof, ein Kossätengut sowie ein geringer Kossätenhof. Der Pfarrer zinste von zwei Morgen Wiese. Der Hirte war in Feuersnot verstorben. Im Ort lebten fünf Knechte und drei Mägde. Die Wiesenfläche betrug insgesamt 27 Morgen.<ref name="Rohrlach272" /> 1542 besaß der Pfarrer zwei Morgen Wiese, 1550 eine Wiese und 1565 sieben Morgen Wiese.<ref name="Rohrlach274" /> Im Jahr 1550 wurden 24 besessene Männer gezählt, darunter neun Gärtner. Der Richter besaß Haus, Hof und drei freie Lehnshufen. Fünf Einwohner verfügten über Haus, Hof und je vier Erbhufen, vier weitere über Haus, Hof und je drei Erbhufen, vier über Haus, Hof und je zwei Erbhufen. Eine Person hatte Haus, Hof und zwei Hufen sowie drei Viertel Erbgut und ein Viertel Lehngut. Eine weitere Person besaß eine Hufe. Ein Einwohner hatte Haus, Hof und anderthalb Viertel Land zu Lehen. Zudem lebten sechs Häusler im Ort, von denen vier jeweils einen Garten besaßen, sowie ein Hausgenosse. Eine Person zinste von zwei Morgen Wiese. Der Pfarrer besaß eine Wiese. Insgesamt bestanden 53 Hufen, darunter zwei Pfarrhufen. 1555 wurden 17 Hufner- und sieben Gärtnerstellen gezählt.<ref name="Rohrlach272" /> Im Jahr 1565 bestanden im Ort ein Lehnschulzengut, ein Hufnergut, sechs weitere Güter, ein Krug sowie insgesamt zehn Häuser und Höfe. Daneben wurden drei Kossätenhöfe, ein Gartengut, ein Gärtner, ein Schmied und ein Hirte genannt. Der Hirte hielt zwei Kühe, 21 Schafe und ein Ferkel. Die Feldmark umfasste drei Dorfbauhufen, insgesamt 42 Hufen sowie drei sogenannte Borkhufen. Die Wiesenfläche belief sich auf 62½ Morgen; ein nicht näher bezifferter Teil davon gehörte dem Pfarrer. 1575 wurden 17 Hufner und sieben Gärtner genannt.<ref name="Rohrlach273" /><ref name="Rohrlach273">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 273)</ref> Der Pfarrer besaß zwei Hufen, die er selbst bewirtschaftete. Diese erbrachten Erträge von dreieinhalb bis vier Dreißig Roggen, einem halben Dreißig Weizen, zweieinhalb Dreißig Gerste sowie einem halben Dreißig Hafer. Außerdem besaß er zwei Morgen Erbwiese mit einem Ertrag von drei Fudern Heu sowie weitere zwei Fuder auf dem Hufschlag. Als Zehnt erhielt er zweieinhalb Dreißig Roggen, 15 Mandeln Weizen, drei Dreißig Gerste und 20 Mandeln Hafer. Daneben hatte er zwei kleine Gärten, in denen jedoch lediglich Kraut angebaut werden konnte. Der Küster erhielt 1575 insgesamt 15 Scheffel Korn und siebeneinhalb Scheffel Gerste von den Teucherhufen zu Niemegk. Zudem stand ihm zu Weihnachten aus jedem Haus ein Brot zu, außerdem jedes Quartal drei Brote. Jede Person, die zu Ostern zum Sakrament ging, gab ihm zudem zwei frische Eier. 1591 verfügte der Pfarrer über 13 Morgen Wiese, 1661 noch über fünf Morgen Wiese. Die Kirche besaß 1506 zehn Morgen Wiese, 1575 waren es 15½ Morgen und 1591 wieder zehn Morgen Wiese.<ref name="Rohrlach274" /> Im Jahr 1591 wurden 24 besessene Männer gezählt, darunter neun Gärtner. Der Richter verfügte über drei Lehnhufen sowie eine wüste Borkhufe. Daneben bestand ein Dreiererbhufner. Drei Dreidorfhufner wurden genannt, von denen zwei jeweils eine wüste Hufe besaßen, während einer von seinen drei Hufen anderthalb Viertel Landeslehen innehatte. Hinzu kamen vier Zweiererbhufner, darunter einer mit zwei wüsten Hufen sowie ein weiterer mit einer wüsten Hufe, von der ein Viertel zu Lehen ging. Sechs Zweidorfhufner wurden erwähnt, von denen einer zwei wüste Hufen hatte, drei jeweils eine wüste Hufe und einer eine wüste Borkhufe. Zwei weitere Einwohner besaßen Haus und Hof, von denen einer drei wüste Borkhufen innehatte, während der andere einen Garten besaß. Außerdem lebten mehrere Häusler im Ort; einer verfügte über eine wüste Hufe, sechs hatten jeweils einen Garten. Die Feldmark umfasste insgesamt 53 Hufen, darunter 36 Dorfbauhufen sowie mehrere wüste Hufen auf der wüsten Feldmark Bork, einschließlich zweier Pfarrhufen, die sich aus einer Dorfbauhufe und einer wüsten Hufe zusammensetzten. Die Wiesenfläche belief sich auf insgesamt etwa 99½ Morgen. Davon lagen 48½ Morgen vor Baitz, wovon zehn Morgen dem Gotteshaus und zwei Morgen dem Pfarrer gehörten. Weitere 9½ Morgen lagen an der Plane. Auf der Rohrpleke befanden sich 15 Morgen, darunter zwei Morgen im Besitz des Pfarrers. Vor Trebitz lagen 14½ Morgen, hinzu kamen ein Morgen auf der Korlekuck sowie fünf Morgen vor Lütte, die dem Pfarrer gehörten. Weitere vier Morgen lagen vor Rottstock und standen ebenfalls dem Pfarrer zu.<ref name="Rohrlach273" />

17. Jahrhundert

Im Jahr 1640 stand das gesamte Dorf öde und war vollständig wüst. 1661 wurden 13 Hufnerstellen gezählt, von denen neun wüst lagen, sowie elf Kossätenstellen, darunter drei wüste. Zudem bestand eine Häuslerstelle sowie die Stelle eines Hirten. Die Wiesenfläche umfasste insgesamt 39 Morgen, von denen fünf Morgen dem Pfarrer gehörten; zusätzlich waren zehn Morgen Wiese neu zugemessen worden. In der Mitte des 17. Jahrhunderts bestanden 15 Anspänner beziehungsweise Hufner, acht Halbhufner und Kossäten sowie ein Gärtner oder Häusler. Die Feldmark umfasste zu dieser Zeit 35⅜ Erbhufen und 16 wüste Hufen. Im Jahr 1682 verfügte der Schulze über drei Lehnshufen sowie zwei wüste Borkhufen. Daneben bestanden drei Dreiererbhufnerstellen, von denen eine eine wüste Borkhufe besaß. Ein weiterer Besitzer hatte 2⅝ Erbhufen und drei Viertel Lehnshufe. Vier Zweidorfhufner wurden genannt, von denen zwei jeweils eine wüste Borkhufe besaßen. Hinzu kamen fünf Zweiererbhufner, von denen vier jeweils eine wüste Borkhufe innehatten. Eine weitere Stelle umfasste 1¾ Erbhufen und ein Viertel Lehnshufe sowie eine wüste Borkhufe. Ferner lebten neun Kossäten im Ort, von denen einer zwei wüste Borkhufen und drei weitere jeweils eine wüste Borkhufe besaßen. Daneben bestanden eine Häuslerstelle sowie die Stelle eines Hirten. Die Wiesenfläche betrug insgesamt 109¾ Morgen und 264 Ruten, wobei der Gemeinde eine anderthalb Morgen große Hirtenwiese zustand.<ref name="Rohrlach273" />

18. Jahrhundert

Im Jahr 1701 wurden 13 Hufner, 11 Kossäten, ein Häusler sowie ein Hirte gezählt. Die Wiesenfläche betrug insgesamt 112½ Morgen. Wenige Jahre später bestanden 16 Hufner- und zwei Kossätenstellen. Die Feldmark umfasste 51 Hufen, darunter 16 wüste Mark beziehungsweise Borkhufen. Die Aussaat belief sich auf insgesamt 430 Dresdner Scheffel, wobei auf jede Dorfbauhufe zehn Scheffel und auf jede wüste Hufe fünf Scheffel entfielen. In der Mitte des Jahrhunderts war der Ort mit fünf Dreihufnern, darunter dem Schulzen, sowie zehn Zweihufnern besetzt. Dabei verfügten ein Dreihufner, der zugleich Schulze war, und ein Zweihufner jeweils über zwei wüste Hufen. Ein weiterer Dreihufner und drei Zweihufner besaßen jeweils eine wüste Hufe. Zudem hatten ein Einwohner zwei wüste Hufen und sechs weitere Einwohner jeweils eine wüste Hufe. Insgesamt bestanden 35 Dorfbauhufen sowie 16 wüste Borkhufen. Im Jahr 1761 wurde ein Vierhufner als Schulze genannt, ferner mehrere Dreieinhalbhufner, drei Dreihufner, fünf Zweieinhalbhufner, vier Zweihufner, ein Einhufner und drei Eineinhalbhufner. Zwei der Hufner verfügten jeweils über ein Stück Wiese. Daneben bestanden sechs Gärtnerstellen mit insgesamt vier Wörtern sowie zwei Häuslerstellen, darunter ein Schmied. Die Feldmark umfasste 43 Hufen, von denen 33 genutzt wurden, während zehn Hufen vom Kiessand verweht und mit Sträuchern bewachsen waren. Auf jede Hufe entfielen fünf Dresdner Scheffel und 8 2033 Metzen Aussaat. In einer späteren Bestandsaufnahme im Jahr 1777 wurden 26 angesessene Einwohner gezählt, darunter 15 Hufner, neun Kossäten und zwei Häusler. Zudem bestanden ein Pfarrgebäude, ein Schulhaus sowie zwei Hirtenhäuser.<ref name="Rohrlach273" />

19. Jahrhundert

1806 bestand der Ort aus einem Vierhufner, der zugleich Schulze war, zwei Dreieinhalbhufnern, drei Dreihufnern, fünf Zweieinhalbhufnern, vier Zweihufnern, einem Einhufner sowie drei Eineinhalbhufnern. Darüber hinaus lebten sechs Kossäten und drei Tagelöhner mit eigenen Häusern im Ort. Die Feldmark umfasste insgesamt 43 Hufen.<ref name="Rohrlach273" /> Im Jahr 1822 wurden 15 Hufner gezählt, darunter ein Lehnschulze und ein Krüger, ferner neun Kossäten, zwei mit Kabelholzberechtigung ausgestattete Häusler, darunter ein Schmied, sowie vier neu angesetzte Häusler. Es bestanden 36 Dorfbauhufen, darunter drei Lehnshufen und eine Pfarrhufe. Hinzu kamen 17 Hufen auf der wüsten Feldmark Bork, darunter eine Pfarrhufe sowie zweieinhalb wüste Teucherhufen, sodass sich insgesamt 55½ Hufen ergaben. Im Jahr 1837 wurde der Ort als Dorf bezeichnet und umfasste 37 Wohnhäuser. 1858 bestand er aus fünf öffentlichen Gebäuden, 37 Wohngebäuden und 91 Wirtschaftsgebäuden, darunter eine Getreidemühle.<ref name="Rohrlach274" />

20. Jahrhundert

Im Jahr 1900 bestanden im Ort 52 Häuser. 1931 wurden 57 Wohnhäuser mit insgesamt 64 Haushaltungen gezählt. 1939 gab es land- und forstwirtschaftliche Betriebe unterschiedlicher Größe, darunter 19 Betriebe mit 20 bis 100 Hektar, 15 Betriebe mit 10 bis 20 Hektar, zehn Betriebe mit 5 bis 10 Hektar sowie sechs Betriebe mit 0,5 bis 5 Hektar Fläche.

Im Jahr 1953 wurde eine LPG des Typs III mit elf Mitgliedern und 97 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche gegründet. 1958 entstand zusätzlich eine LPG des Typs I mit drei Mitgliedern und 60 Hektar Nutzfläche. 1959 wurde eine weitere LPG des Typs I mit acht Mitgliedern und 64 Hektar gegründet, die 1960 an die LPG Typ III angeschlossen wurde. 1960 bestanden eine LPG des Typs III mit 51 Mitgliedern und 365 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche sowie zwei LPG des Typs I mit zusammen 65 Mitgliedern und 357 Hektar Nutzfläche. Diese Genossenschaften wurden 1962 zusammengeschlossen und 1974 an die LPG des Typs III angeschlossen. 1973 bestand schließlich noch eine LPG.<ref name="Rohrlach274" />

Sage von der Moritzburg

Bei dem Burgward handelt es sich sehr wahrscheinlich ursprünglich um einen Slawischen Burgwall – am nordöstlichen Dorfende ist noch heute (Stand 2015) deutlich eine ringähnliche Struktur zu erkennen.<ref>Theo Engeser, Konstanze Stehr: Mörz (Ev. Dorfkirche). Jühnsdorf, 2003.</ref> Der Prähistoriker und Burgenforscher Joachim Herrmann schrieb 1997 zur Mörzer Burg:

„In Mordiz konnten während der Ausgrabungen Reste der Kulturschichten von 1161 angeschnitten werden. Das keramische Material, das bei Ausgrabungen in Mörz gefunden wurde, stand noch gänzlich in slawischer Tradition, lediglich vereinzelt fand sich sächsisch-deutsche Keramik. Die Befestigung war aus einer Holz-/Erdekonstruktion zusammengesetzt. Die Burgen der Burgwarde waren zugleich Mittelpunkte der Pfarrorganisation, deren Aufbau nun mit Nachdruck betrieben wurde. So gehörten zur Pfarre am Burgward Mörz mehrere Orte, die sich nach Namen und Lage identifizieren ließen. Dort, wo archäologische Beobachtungen möglich waren, weisen diese auf ursprünglich slawische Bewohner hin. Nur wenige Kilometer entfernt lag der Burgwart Niemecke. Offenbar bot der löshaltige Ackerboden auf dem Hohen Fläming gute Voraussetzungen für eine ertragreiche Landwirtschaft und damit für eine dichte Besiedlung.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Joachim Herrmann, 1997<ref>Joachim Herrmann, S. 54,56 in: 1000 Jahre Belzig – Blick in die Vergangenheit: Festschrift 1997. Hrsg.: Stadt Belzig. Red.: Helga Kästner. Belzig, 1997. Zitiert nach: Helga Kästner: Mörz.</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Moerz church3.JPG
Denkmalgeschützte Feldsteinkirche

Literatur

  • Mörz – ein Dorf im Fläming. Beiträge zur Chronik. Teil 1. Hrsg.: Freiwillige Feuerwehr Mörz e. V. und Gemeinde Mörz. Red.: Helga Kästner, Vera Moritz. Mörz, 2006.
  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 271 bis 274)

Weblinks

Commons: Mörz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Dahnsdorf | Kranepuhl | Locktow mit dem Gemeindeteil Ziezow | Mörz Vorlage:Klappleiste/Ende