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Mörder auf Amrum

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Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2009
Länge 88 Minuten
Altersfreigabe

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Stab
Regie Markus Imboden
Drehbuch Holger Karsten Schmidt
Produktion Claudia Schröder
Musik Detlef Petersen
Kamera Peter von Haller
Schnitt Ursula Höf
Besetzung

Mörder auf Amrum ist ein deutscher Kriminalfilm von Markus Imboden und Holger Karsten Schmidt. Er wurde am 25. September 2009 beim Filmfest Hamburg uraufgeführt und am 11. Januar 2010 im ZDF gezeigt. Außerdem erschien er auf DVD.

Der Film wurde vom 19. März bis 24. April 2009 auf der nordfriesischen Insel Amrum gedreht. Die Rolle der Postfrau Carla Labahn war die letzte von Barbara Rudnik. Sie starb 2009 wenige Wochen nach Ende der Dreharbeiten.<ref name="Killerfähre">Killer mit der Fähre In: Tagesspiegel Online vom 11. Januar 2010, abgerufen am 28. Januar 2013</ref>

Handlung

Helge Vogt, ein Naturliebhaber Anfang Zwanzig, führt ein beschauliches Leben auf der nordfriesischen Insel Amrum. Dennoch war er einige Tage in Berlin (ein Grund wird nicht genannt). Erleichtert kehrt er auf die Insel zurück und trifft abends in der Stammkneipe seine Freunde und seinen Vorgesetzten Heinz Koops, der wie immer noch die Polizeiuniform trägt. Seit langem ist Helge in die Wirtin Lona verliebt und bringt ihr von jeder seiner Reisen eine Sanduhr mit. Allerdings hat er ihr seine Gefühle noch nicht gesagt.

Am nächsten Tag ist es aus mit der Beschaulichkeit: Die durch eine Schussverletzung stark blutende BKA-Beamtin Agnes Sonntag erscheint auf der Polizeiwache, von der Moldawierin Matilda Hervas begleitet. Heinz Koops und Helge sind die einzigen Polizisten der Insel.

Matilda, die illegal in Berlin lebte, wurde dort Zeugin eines Mordes durch ein führendes Mitglied der Russenmafia und soll in wenigen Tagen gegen ihn vor Gericht aussagen. Weil ihr Leben in Gefahr ist, wurde sie ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen und auf der vermeintlich sicheren Insel versteckt. Doch die Beamtin vermutet einen Maulwurf im BKA, der das Versteck an die Russenmafia verraten hat. Nun wurde am Morgen ihr Partner von einem Killerkommando erschossen und sie selbst angeschossen, sie konnte die Killer jedoch ausschalten. Sie schärft den beiden Inselpolizisten noch ein, ausschließlich mit BKA-Mann Simon Rost Kontakt aufzunehmen; sein Kennzeichen ist ein Gehfehler durch einen Skiunfall. Dann erliegt sie ihren Verletzungen.

Helge und Heinz nehmen sich Matildas an. In deren Versteck stoßen sie auf die Leichen des zweiten Polizisten und der Killer. Sie informieren den BKA-Mann Simon Rost telefonisch über die Lage, der verspricht, am nächsten Tag mit der Morgenfähre einzutreffen. Matilda findet für die Nacht Unterschlupf bei Helge.

Am anderen Morgen erwarten sie Rost an der Anlegestelle. Dieser wurde jedoch schon auf der Überfahrt von einem Killer namens Vitja Kerensky aus dem Weg geräumt, der sich nun als Rost ausgibt und den Gehfehler imitiert. Da die beiden Inselpolizisten ihm dennoch misstrauen, versucht Helges Chef Heinz durch einen Trick herauszufinden, ob er wirklich Simon Rost ist. Der Trick schlägt jedoch fehl, und Kerensky tötet den Polizisten. Helge Vogt, der aus der Ferne zusehen muss, ist nun auf sich alleine gestellt, um Matilda zu beschützen. Er fühlt sich völlig überfordert. Wegen eines aufziehenden Sturms können sie die Insel weder zu Wasser noch auf dem Luftweg verlassen – einzig eine Fähre erreicht die Insel noch. Mit ihr gelangen drei weitere Gangsterkollegen Kerenskys nach Amrum.

Helges Freunde, die zunächst ihre Unterstützung zugesagt hatten, als ginge es auf einen Jagdausflug, setzen sich einer nach dem anderen ab, da ihnen die Gefahr bewusst wird. Auf der Flucht kann Helge zwei von Kerenskys Leuten ausschalten. Vitja Kerensky nimmt Kontakt auf zu dem Polizisten, den er unterschätzt hat, und bietet ihm ein Beutelchen Diamanten gegen Matilda. Weil er aber die Insel schlecht macht, kommt kein Geschäft zustande. Schließlich nimmt Kerensky Geiseln: Lona sowie Carla Labahn, die Postbeamtin der Insel, und verlangt Matildas Übergabe. Zur Bekräftigung seiner Forderung erschießt er Carla während des Telefonats mit Helge.

Durch eine List will Helge Lonas Leben retten, indem er mit einer verkleideten Puppe die Anwesenheit Matildas vortäuscht. Diese hat sich nämlich inzwischen aus Angst aus dem Staub gemacht, da sie ihren verbliebenen Beschützer nicht einschätzen kann. Einzig der Bestatter Jörg Riemann ist noch an Helges Seite. Mit einer Flinte bewaffnet kommt er mit zur Übergabe. Erst können die beiden Killer getäuscht werden, doch dann entbrennt ein Schusswechsel, bei dem Helge getroffen und der letzte von Kerenskys Helfern getötet wird. Matildas schlechtes Gewissen hat sie zur Umkehr gezwungen und sie rettet Helge das Leben, indem sie Kerensky beinahe überfährt, gerade als der Helge töten will. Schließlich wird Kerensky von Riemann erschossen.

Von Personenschützern geleitet, sagt Matilda später vor Gericht gegen das Mitglied der Russenmafia aus. Anschließend soll sie abgeschoben werden. Helge hält die Beamten jedoch auf und macht ihr einen Heiratsantrag, den sie annimmt. In der Schlussszene sitzen Lona und Matilda, beide hochschwanger, einvernehmlich auf einer Bank vor Helges Haus, während dieser sein Polizeiauto wäscht. Die beiden Frauen unterhalten sich über den Diamantschmuck, den Helge ihnen geschenkt hat.

Kritik

Der Tagesspiegel urteilte: „Der Film von Markus Imboden (Regie) und Holger Karsten Schmidt (Buch) ist ein wunderbar garstiges Kleinod im deutschen Krimifernsehen, komisch und grotesk, voller schräger Figuren und mit Momenten echten Schreckens – man wähnt sich zeitweise in einem Film der Brüder Coen.“<ref name="Killerfähre" />

Kino.de bezeichnete den Film als „überaus reizvoller Nordsee-Western“ und Hinnerk Schönemann als „die ideale Besetzung für den etwas naiv wirkenden Beamten, den auch diverse Schusswunden nicht daran hindern können, die junge Frau (Irina Potapenko) zu beschützen.“<ref>Kino.de, abgerufen am 6. November 2014 </ref>

Auszeichnungen

Weblinks

Einzelnachweise

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