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Mélonjosephit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Mélonjosephit
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1973-012<ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

IMA-Symbol

Mjo<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel CaFe2+Fe3+[OH|(PO4)2]<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate, Arsenate und Vanadate
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VII/B.23
VII/B.23-010

8.BG.10
41.10.05.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol orthorhombisch-dipyramidal; 2/m2/m2/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe Pbam (Nr. 55)Vorlage:Raumgruppe/55<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 9,54 Å; b = 10,83 Å; c = 6,37 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 4<ref name="StrunzNickel" />
Häufige Kristallflächen {001}, {010}, {100}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte < 5<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 3,65(2); berechnet: 3,61<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen nach {110}, undeutlich nach {010}<ref name="Webmineral" />
Bruch; Tenazität spröde
Farbe dunkelgrün bis fast schwarz
Strichfarbe grünlich
Transparenz durchscheinend
Glanz Glasglanz bis Harzglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,720<ref name="Mindat" />
nβ 1,770<ref name="Mindat" />
nγ 1,800<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,080<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Achsenwinkel 2V = 80 bis 85° (gemessen); 72° (berechnet)<ref name="Mindat" />

Mélonjosephit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der Zusammensetzung CaFe2+Fe3+[OH|(PO4)2]<ref name="StrunzNickel" />, ist also chemisch gesehen ein Calcium-Eisen-Phosphat mit Hydroxygruppen als zusätzlichen Anionen.

Mélonjosephit entwickelt meist durchscheinende, tafelige Kristalle, aber auch faserige Aggregate von dunkelgrüner bis fast schwarzer Farbe bei grünlicher Strichfarbe. Sichtbare Kristallflächen weisen einen glas- bis harzähnlichen Glanz auf.

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde Mélonjosephit im südlichen Angarf-Pegmatit bei Tazenakht in der marokkanischen Provinz Ouarzazate und beschrieben 1973 von André-Mathieu Fransolet<ref name="w3sites" />, der das Mineral nach Joseph Mélon (1898–1991) benannte.

Klassifikation

Bereits in der mittlerweile veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Mélonjosephit zur Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort zur Abteilung der „Wasserfreien Phosphate mit fremden Anionen“, wo er zusammen mit Prosperit die eigenständige Gruppe VII/B.23 bildete.

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) verwendete 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Mélonjosephit ebenfalls in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; ohne H2O“ ein. Diese Abteilung ist allerdings weiter unterteilt nach der Größe der beteiligten Kationen und dem Stoffmengenverhältnis der zusätzlichen Anionen und dem Phosphat-, Arsenat- bzw. Vanadatkomplex (RO4), so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen und großen Kationen; (OH, usw.) : RO4 = 0,5 : 1“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 8.BG.10 bildet.

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Mélonjosephit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Wasserfreie Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen“ ein. Hier ist er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 41.10.05 innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen mit (A2+B2+)3(XO4)2Zq“ zu finden.

Kristallstruktur

Mélonjosephit kristallisiert orthorhombisch in der Raumgruppe Pbam (Raumgruppen-Nr. 55)Vorlage:Raumgruppe/55 mit den Gitterparametern a = 9,54 Å; b = 10,83 Å und c = 6,37 Å sowie 4 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte

Mélonjosephit bildet sich in granitischen Pegmatiten, ersetzt dort Minerale der Alluaudit-Gruppe und tritt meist in Paragenese mit Triphylin auf.

Bisher (Stand: 2011) konnte Mélonjosephit neben seiner Typlokalität Tazenakht in Marokko, noch an drei weiteren Fundorten nachgewiesen werden: In der „Siglo Veinte Mine“ bei Llallagua in Bolivien, bei Přibyslavice-Vlkaneč im tschechischen Okres Kutná Hora und im Sandamab Pegmatit bei Usakos in Namibia.<ref name="Mindat" />

Siehe auch

Literatur

  • Anthony M. Kampf, Paul B. Moore: Melonjosephite, calcium iron hydroxy phosphate: its crystal structure, in: American Mineralogist, Band 62, S. 60–66, 1977 (PDF 715,6 kB)

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols: Mélonjosephite, in: Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 65,7 kB) </ref> <ref name="Mindat"> Mindat - Mélonjosephite </ref> <ref name="StrunzNickel"> Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 454. </ref> <ref name="Webmineral"> Webmineral - Mélonjosephite </ref> <ref name="w3sites"> w3sites.net - THE HISTORY OF THE CONGOLESE MINERALOGY </ref> </references>