Märtyrer von Córdoba
Unter der Bezeichnung Märtyrer von Córdoba werden 49 Personen zusammengefasst, die in den Jahren 851 bis 859 n. Chr. wegen der öffentlichen Schmähung des Islam und Mohammeds sowie wegen ihres Bekenntnisses zum Christentum in Córdoba, der damaligen Hauptstadt des Emirats von Cordoba, hingerichtet wurden. Als christliche Märtyrer wurden sie erst deutlich nach ihrem Tod und praktisch nur außerhalb Spaniens verehrt.
Überlieferte Geschehnisse
Der Umayyade Abd ar-Rahman I. erreichte im Jahr 756 Al-Andalus und hatte den Statthalter von Córdoba vertrieben. Er gründete das Emirat von Córdoba. Anscheinend nahmen in den 850er Jahren die Islamisierungstendenzen im Emirat stark zu, sodass in der christlichen Bevölkerung Sorgen um den Erhalt einer eigenständigen christlichen Gemeinde aufkamen. Dies löste einen religiösen Konflikt zwischen den mozarabischen Christen in Córdoba und Toledo und den muslimischen Machthabern aus.
Gemäß der Legende wurde der Mönch Perfectus 850 von zwei Muslimen gefragt, welcher der beiden Propheten, Jesus oder Mohammed, der größere sei. Er soll sich zunächst geweigert haben, zu antworten, doch die beiden versprachen ihm, ihn vor Repressalien zu schützen. Er erklärte ihnen daraufhin, dass Mohammed ein falscher Prophet und von Dämonen inspiriert sei, und sprach über angebliche sittliche Verfehlungen in dessen Lebensgeschichte. Die Muslime hielten zunächst ihr Wort und verrieten ihn nicht, aber einige Tage später machten sie die Behörden auf die unerhörten Aussagen aufmerksam und Perfectus wurde verhaftet und vom Kadi in Ketten gelegt. Nachdem er seine Äußerungen zunächst verleugnet hatte, bekräftigte er sie schließlich vor Gericht. Er wurde wegen Blasphemie zum Tode verurteilt und am 18. April 850, dem islamischen Fest des Fastenbrechens, geköpft.<ref>Igor Pochoshajew: Die Märtyrer von Cordoba. Christen im muslimischen Spanien des 9. Jahrhunderts. Lembeck, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-87476-540-4, S. 171 f.</ref>
Die Hinrichtung des Perfectus und weiterer Christen, die sich öffentlich und ostentativ gegen den Islam gestellt hatten, führte nicht nur zu Spannungen zwischen Muslimen und Christen, sondern vor allem auch zu Unstimmigkeiten innerhalb der christlichen Gemeinschaft. Die Mehrheit der Christen lehnte die Aktionen ab und hielt die Märtyrer für irregeleitete Fanatiker, die mit ihrer Haltung die Existenz der Gemeinde unter islamischer Oberherrschaft gefährdeten. Abd er-Rahman II. ordnete zunächst die Inhaftierung der klerikalen Führung der örtlichen christlichen Gemeinde an. Da die öffentlichen Provokationen nachzulassen schienen, wurden die Geistlichen im November 851 freigelassen. Als einige Monate später eine neue Welle antiislamischer Proteste einsetzte, wandte sich der Emir wieder an die christlichen Führer, die am ehesten in der Lage schienen, die christliche Gemeinschaft zu kontrollieren. Anstatt sie zu inhaftieren, befahl er ihnen, ein Konzil in Córdoba einzuberufen, um die Angelegenheit zu prüfen und eine Strategie für den Umgang mit den Dissidenten zu entwickeln. Er stellte die Bischöfe vor die Wahl: Die Christen sollten den öffentlichen Dissens beenden, oder sie müssten mit Schikanen, Arbeitsplatzverlust und wirtschaftlicher Not rechnen. Recafred, der Bischof von Córdoba, drängte wohl zu Kompromissen mit den muslimischen Behörden und zum Verzicht auf provozierende Äußerungen in der Öffentlichkeit. Die wichtigste Entscheidung des Konzils beinhaltet das (dogmatisch bis heute gültige) Verbot für Christen, das eigene Martyrium durch öffentliche Regelverstöße, unnötige Provokationen und Beleidigungen Andersgläubiger gezielt selbst herbeizuführen. Der Priester Eulogius von Córdoba, der die Märtyrer zu ihren Aktionen ermutigte, bei ihren Taten unterstützte und in seinen Schriften verherrlichte, akzeptierte diese Entscheidung nicht. Er sah den Bischof und die christliche Oberschicht, die vielfach staatliche Ämter ausübte und sich mit der islamischen Herrschaft arrangiert hatte, als Verbündete der Muslime an und rief zu Ungehorsam auf. Nach dem Tod von Abd-ar Rahman II. im Jahr 852 entfernte sein Sohn und Nachfolger Muhammad I. alle christlichen Beamten aus ihren Ämtern. Die Hinrichtungen endeten erst im Jahr 859, so dass insgesamt achtundvierzig Christen (hauptsächlich Mönche) den Tod fanden.
858 wurde Eulogius angeblich zum Bischof von Toledo gewählt, der maurische Emir Muhammad I. verweigerte aber die Bestätigung der Wahl. Am 11. März 859 wurde Eulogius in Córdoba als letzter und 49. der Märtyrer von Córdoba hingerichtet. Zugleich erfolgte die Schließung von Klöstern, in denen einige der Märtyrer gelebt hatten.
Dokumentiert wurden die Ereignisse von den zeitgenössischen Autoren Eulogius von Córdoba und Paulus Alvarus, die in ihren Schriften das Bild einer regelrechten Märtyrerbewegung entwerfen und deren Ausmaß wahrscheinlich übertreiben. Da unabhängige Parallelüberlieferungen fehlen, ist die Bewertung der tatsächlichen Geschehnisse umstritten.
Die Quellen und ihre Autoren
Überlieferungs- und Editionslage
Über die angeblichen Geschehnisse berichten vornehmlich die beiden genannten zeitgenössischen Autoren. Eulogius von Córdoba verfasste drei Schriften über die „Märtyrer“: Das Documentum martiriale, das Memoriale Sanctorum sowie den Liber apologeticus sanctorum martyrum. Diese Texte waren bis ins 16. Jahrhundert in einer einzigen Handschrift in Oviedo überliefert, welche Ambrosio Morales seinem Erstdruck zugrunde legte. Seit dieser editio princeps von 1574 ist das Manuskript jedoch verschollen. Der gedruckte Text weist deutliche sprachliche Korrekturen von humanistischer Hand auf, die offenkundig tief in den eigentümlichen Stil des ursprünglichen Textes eingreifen. Von Eulogius existieren zudem einige Briefe an Empfänger in Córdoba, wie auch im christlich beherrschten Norden der Iberischen Halbinsel, in denen vereinzelt Details über die cordobenser Geschehnisse der 850er-Jahre berichtet werden.
Paulus Alvarus befasste sich zu Beginn der 860er-Jahre vor allem in seinem Indiculus luminosus mit der „Märtyrerbewegung“. Auch dieser Text ist lediglich in einer einzigen mittelalterlichen Handschrift aus dem 10. oder 11. Jahrhundert überliefert. Der Erstdruck erfolgte 1753 im Rahmen der España Sagrada des Enrique Flórez. In der Vita sancti Eulogii schließlich berichtet Alvarus über das Leben und das Martyrium seines Freundes Eulogius von Córdoba, welcher 859 selbst wegen der Förderung von Apostasie durch die muslimische Obrigkeit in Córdoba hingerichtet wurde.
Eine von diesen Zentralquellen unabhängige Parallelüberlieferung fehlt. Aus der zeitgenössischen arabischen Tradition sind die Darstellungen des Eulogius und des Alvarus nicht zu verifizieren. Vereinzelte Hinweise in lateinischen Quellen auf „Märtyrer von Córdoba“, wie z. B. im Translationsbericht des Usuard oder in dessen Vita aus der Feder Aimons aus der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts, erweisen sich als inhaltlich abhängig von den hagiographischen Schriften des Eulogius. Die spärlichen Quellenbelege aus dem Frankenreich bestätigen damit lediglich die (eingeschränkte) Wirksamkeit einer Kultpropaganda um die „Märtyrer“ – zur Rekonstruktion und Prüfung ereignisgeschichtlicher Details des cordobeser Geschehens selbst sind sie hingegen ungeeignet.
Die Autoren
Eulogius
Eulogius wurde Anfang des 9. Jahrhunderts geboren. Er entstammte einer vornehmen hispano-romanischen Familie. Nach seiner geistlichen Ausbildung durch den Abt Speraindeo im Kloster St. Zoilus wurde er vom Bischof Recafred von Córdoba zuerst zum Diakon, später zum Priester geweiht. Wohl um 850 unternahm er eine Reise in den Norden der iberischen Halbinsel, von welcher er wichtige, bis dahin unbekannte Schriften des kirchlichen Überlieferungskanons nach Córdoba brachte. Eulogius ermahnte die cordobenser Christen trotz ihres Lebens unter muslimischer Herrschaft zum offenen Bekenntnis ihres Glaubens. 851 wurden er und weitere Geistliche auf Geheiß des Sevillaner Erzbischofs vorübergehend eingekerkert. Vermutlich ist hierin bereits eine frühe Reaktion des Emirats auf die ersten Fälle provozierter Märtyrerschaft unter Cordobeser Christen zu sehen, für die der Einfluss des Eulogius und seiner Gesinnungsgenossen verantwortlich gemacht wurde.
Eulogius verfasste mehrere Schriften, die sich mit den Märtyrern von Córdoba beschäftigen. Ebenso sind zahlreiche Briefe an Zeitgenossen überliefert, die Details zu den Ereignissen berichten. Sein frühestes Werk Memoriale Sanctorum begann Eulogius schon vor seinem Haftantritt; er vollendete es während seiner Haftzeit. In dieser Schrift verherrlicht er die hingerichteten Christen als Märtyrer und rechtfertigt sie als Heilige. Im Kerker verfasste er auch seine Schrift Documentum Martyriale. Er wollte damit die mit ihm inhaftierten Jungfrauen Flora und Maria in ihrem Entschluss zum Märtyrertod bestärken. Nachdem die „Märtyrerbewegung“ im Juli 852 erneut aufflammte, begann der islamische Herrschaftsapparat über eine radikale Lösung des Problems nachzudenken; Eulogius versteckte sich daher zeitweise. 857 verfasste er sein letztes Werk mit dem Titel Liber Apologeticus Sanctorum Martyrum.
858 wurde Eulogius angeblich zum Erzbischof von Toledo gewählt, konnte jedoch wohl aufgrund des Vetos von Emir Muhammad I. das Amt nie antreten. Als er eine christliche Konvertitin aus muslimischem Elternhaus namens Leocritia in ihrem neuen Glauben unterwies und bestärkte und mit ihr gemeinsam vor muslimischem Zugriff floh, wurde Eulogius 859 verhaftet und hingerichtet. Der 11. März ist sein Gedenktag.
Paulus Alvarus
Paulus Alvarus/Albarus wurde etwa um 800 geboren und starb am 7. November 861 oder 862. Seine Abstammung ist unklar, doch beruft er sich selbst auf jüdische und gotische Wurzeln. Er bekannte sich zum Christentum. Gemeinsam mit seinem Freund und Zeitgenossen Eulogius wurde er von Abt Speraindeo erzogen. Im Gegensatz zu Eulogius bekleidete er nach dieser Ausbildung kein kirchliches Amt. Von Alvarus sind zwei Schriften überliefert, die Informationen zur „Märtyrerbewegung“ enthalten: der Indiculus Luminosus, in welchem er 854 die „Märtyrer von Córdoba“ verteidigte und Mohammed als den Antichristen darstellte, sowie die Vita Eulogii, in der er das Leben und Sterben seines Freundes, der nach seiner Vorstellung ebenfalls zum „Märtyrer“ geworden war, nacherzählt. Außerdem sind einige Briefe von ihm erhalten, die jedoch nicht auf das Märtyrer-Geschehen Bezug nehmen. Paulus Alvarus selbst war kein Märtyrer. Nach dem Kalendarium des Bischofs Recemund von Elvira aus dem Jahr 961 wurde er dennoch im christlichen Andalus als Heiliger verehrt, wobei sein Fest auf den 7. November fiel.
Quellenwert
Der Quellenwert der Schriften des Eulogius und des Alvarus wird kontrovers beurteilt. Zu unterscheiden ist dabei einerseits ein Aussagewert für die berichteten Geschehnisse im Rahmen einer angeblichen „Märtyrerbewegung“ im Córdoba des 9. Jahrhunderts sowie andererseits ein Aussagewert der Quellen hinsichtlich innergesellschaftlicher Diskurse und Konflikte in der cordobenser Gemeinde jener Zeit.
Der Quellenwert der Texte für das Geschehen in Córdoba wurde in jüngerer Zeit mehrfach grundsätzlich in Frage gestellt. Einige Historiker und Philologen, wie z. B. Ann Christys oder Juan Pedro Monferrer Sala, beurteilen die „Märtyrerbewegung“ als rein literarische Fiktion des Eulogius: eine kohärente „Bewegung“ habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben, Eulogius habe eine solche aus unzusammenhängenden Einzelfällen – deren Historizität oftmals nicht zu prüfen sei – konstruiert. Das so entworfene fiktive Szenario richte sich nicht an ein zeitgenössisches Publikum, sondern intendiere eine mit den cordobenser Gegebenheiten nicht vertraute Leserschaft in nachfolgenden Generationen.
Eine solche radikale Beurteilung des Quellenwertes der einschlägigen Überlieferung wird verständlich vor dem Hintergrund einer langen Forschungsgeschichte, in der die propagandistisch-tendenzhaften Aspekte der Quellen oft zu sorglos übergangen wurden: Die Berichte des Eulogius und des Alvarus über angebliche Christenverfolgungen im umayyadischen Córdoba bestimmten lange einseitig auch die wissenschaftliche Einschätzung der Lebensumstände von Christen in Al-Andalus.
Einen Quellenwert für den innergesellschaftlichen Diskurs zeigen die Briefe des Eulogius, oder die Translatio Georgii. Hinweise darauf, dass das Aufbegehren der radikalen Christen auch von der muslimischen Öffentlichkeit als Bewegung wahrgenommen wurde, bieten Textstellen bei Eulogius, welche dahingehend interpretiert werden können. So wurden die Leichname von Petrus und Walabonsus verbrannt – ein Akt, der einen zukünftigen Reliquienkult um ihre Gebeine unmöglich machte.
Absicht und Methode der cordobeser Autoren
Alvarus und Eulogius verfolgten mit ihren Schriften das Ziel, die Gemeinschaft der Christen in Córdoba zusammenzuführen und zu festigen. Sie versuchten die christlich-lateinische Kultur aufzuwerten, den Glauben in der Gemeinde zu stärken und sich dadurch vom Islam abzugrenzen, was ihnen angesichts der starken Akkulturationstendenzen der Christen an die muslimische Herrschaft im Andalus, die sowohl in der Oberschicht als auch unter der arabischsprachigen jüngeren Bevölkerung Platz gegriffen hatten, nötig schien. Ihr Anliegen verfolgten die Autoren über verschiedene Teilstrategien:
Darstellung neuer „Märtyrerheiliger“ als Integrationsfiguren für die cordobenser Gemeinde
Zur Stärkung des Zusammenhalts beschrieb Eulogius die Hingerichteten als Märtyrerheilige. Die „Märtyrer“ sollten in seinen Augen zu Identifikationsfiguren werden, um die christliche Gemeinschaft wieder zu festigen. Die Autoren rechtfertigten das Martyrium der Opfer, indem sie die Zustände im Andalus zu einer regelrechten Christenverfolgung nach antikem Muster durch die Muslime stilisierten. Tatsächlich gab es Einschränkungen, wiewohl es den Christen stets erlaubt blieb, ihre Religion beizubehalten. So war ihnen das öffentliche Werben für ihren Glauben verwehrt und die Mission, ein wichtiger Bestandteil des Christentums, konnte nicht ausgeübt werden. In den Schriften nicht direkt angesprochen, aber an den Schicksalen einiger Opfer (besonders derjenigen, die nicht aus dem Mönchtum kamen) ablesbar, spielte bei den Verfolgungen auch das Problem der Konversionen und späterer (im Islam aber streng untersagter) Rückkonversionen von Angehörigen ehemals christlicher Familien eine gewichtige Rolle.
Beide Autoren beschreiben massive gewalttätige Angriffe auf Christen sowie die Zerstörung von Kirchen durch die muslimische Obrigkeit. Zeitgenössische Kritiker, deren Positionen indirekt aus den Texten zu ersehen sind, wandten dagegen ein, dass die Christenverfolgungen im antiken Rom nicht mit der Situation in Córdoba vergleichbar seien, da ein Bekenntnis zum Christentum in Córdoba nicht zwangsläufig die Hinrichtung nach sich zog. Alvarus ging auf diesen Vorwurf ein, indem er die Freiwilligkeit des Märtyrertums hervorhob. Erst die Freiwilligkeit verleihe dem Bekenntnis des Glaubens seine volle Verdienstlichkeit. Damit widersprach er, wie schon Eulogius, der von der Mehrheitskirche aufgestellten Regel, dass ein Martyrium nicht durch bewusstes, normabweichendes Handeln gesucht werden sollte.
Da sich ein Kult um die neuartigen Heiligen innerhalb der cordobenser Gemeinde nicht nachweisen lässt, scheinen die beiden Autoren mit ihrem Anliegen weitgehend erfolglos geblieben zu sein. Ganz im Gegenteil wird die Ablehnung durch die Mehrheit der einheimischen Christen in den Schriften zum Teil auch unmittelbar greifbar. So räumte Eulogius in einem seiner Briefe ein, dass die Reliquien der Märtyrer in Córdoba keine Wunder vollbringen können, was gegen die Akzeptanz des Kultes spricht.
Polemischer Kampf gegen den Islam
Eulogius und Alvarus stellen den Islam polemisch als den Wegbereiter für den Antichristen und seine Gläubigen als Anhänger des Teufels dar. Sie beschreiben Moslems als Häretiker und den Islam als eine diabolische Sekte. Eulogius übernahm in seinen Text eine fiktive Vita des Propheten Mohammed, mit der er zu zeigen versuchte, dass dieser ein falscher Prophet und der Islam eine Irrlehre sei. Ebenso wie Alvarus betont er die Fehler des Islam, der auf das Diesseits ausgerichtet sei und Gotteslästerung betreibe. Die polemischen Ausführungen beider Autoren lassen relativ gute Kenntnisse der islamischen Glaubenslehre erkennen, die angesichts zahlreicher Andeutungen und Anspielungen im Text offenkundig auch bei der beabsichtigten Leserschaft vorausgesetzt wurden.
Stärkung kultureller und religiöser Identität angesichts starker Akkulturationstendenzen unter den Christen in Córdoba
Alvarus beklagt in seinem Indiculus Luminosus die Akkulturation der christlichen cordobenser Jugend an die arabische Kultur und Sprache sowie die gleichzeitige Abwendung von der eigenen kulturellen Tradition. Das Verhalten der Jugend sieht er als symptomatisch für den Verfall des Christentums und seiner Kultur im Andalus und warnt vor der Vermischung. Die beiden Autoren versuchen diesen Wandel aufzuhalten und sich vom Islam abzugrenzen, indem sie in ihren lateinischen Texten einen kunstvollen und anspruchsvollen Stil verwenden, um so die Attraktivität der christlichen Tradition zu steigern und den drohenden Identitätsverlust aufzuhalten.<ref>Roger Wright: The end of written ladino in Al-Andalus. In: Maribel Fierro, Julio Samsó (eds.): The Formation of Al-Andalus, Part 2: Language, Religion, Culture and the Sciences. London 1998, S. 19–36.</ref> Der komplizierte Schreibstil der Autoren und die gewählte Polemik setzen einen hohen Bildungsgrad bei der beabsichtigten Leserschaft voraus. Nach Igor Pochoshajew richten sich die Darstellungen von Eulogius und Alvarus an die gebildete christliche Oberschicht und im Besonderen an den führenden cordobenser Klerus.<ref>Igor Pochoshajew: Die Märtyrer von Córdoba. Christen im muslimischen Spanien des 9. Jahrhunderts. Frankfurt am Main, 2007.</ref> Dieser hätte, so der explizite Vorwurf, eine Stärkung der christlichen Gemeinde in Zeiten der muslimischen Herrschaft versäumt.
Erklärungsmodelle und Zugriffe der Forschung
In der Forschungsgeschichte wurde lange Zeit nicht zwischen den Motiven der Märtyrer und denen der Autoren unterschieden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass für die Märtyrerbewegung von Córdoba nur Eulogius’ und Alvarus’ Schriften überliefert sind. Jenseits der von den beiden Autoren präsentierten religiösen Erklärungsmodelle für das Handeln der freiwilligen „Märtyrer“ werden in der neueren Forschung seit den späten 1980er-Jahren weitere Handlungsmotive diskutiert. Diese betrachten das „Märtyrerphänomen“ aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln, wobei auch diese neueren Ansätze selbstverständlich nur auf die vorhandenen Quellen zurückgreifen können:
Sozialpsychologisch: Reaktion auf soziale, religiöse und kulturelle Identitätskrisen
Jessica A. Coope beleuchtet das Geschehen in Córdoba beispielsweise aus einer sozialpsychologischen Sicht; sie stellt sich die Frage, wie die Menschen auf religiöse, soziale und kulturelle Identitätskrisen reagierten. Hierbei ist einmal der allgemeine Umgang der christlichen Bevölkerung mit der Problematik der Vermischung von sozialen, kulturellen und religiösen Aspekten zu beachten und die Reaktion der „Märtyrer“ auf die Identitätsdiffusion.<ref>Jessica A. Coope: The Martyrs of Córdoba. Community and Family Conflict in an Age of Mass Conversion. Lincoln (Nebraska) 1995.</ref>
Aus den Quellen wird deutlich, dass es unterschiedliche Einstellungen von Christen zur islamischen Religion und zur arabischen Kultur und Gesellschaft gab. Einerseits gab es eine Gruppe, die zwischen ihrer kulturellen und ihrer religiösen Identität unterschied, also im Alltag die arabische Sprache und Kultur übernahm, in ihrem privaten Lebensbereich aber meist weiter den christlichen Traditionen folgte. Eine solche Differenzierung der Identitäten barg in unterschiedlichen Kontexten Konfliktpotential: in mischreligiösen Familien ebenso wie in öffentlichen Funktionsbereichen z. B. der Verwaltung. Andererseits gab es auch solche Christen, welche sich von der ständigen Präsenz der islamischen Religion und ihrer gesellschaftlichen Dominanz bedroht fühlten und diese mitsamt der damit verbundenen Lebensweise kategorisch ablehnten. Bekannteste Vertreter dieser Haltung waren die „Märtyrer“ und ihre Chronisten im 9. Jahrhundert. Für sie war religiöse und kulturelle Identität nicht trennbar. Der gesellschaftliche Druck zur kulturellen Anpassung in einem muslimisch dominierten Umfeld löste daher bei vielen Identitätskrisen aus. Wie das Beispiel der Märtyrer zeigt, reagierten einige Betroffene darauf mit einer ausschließlichen Selbstdefinition über ihr Christentum und kategorischer Verweigerung von religiös-kulturellen Anpassungen, unter bewusster Inkaufnahme der daraus erwachsenden negativen sozialer Folgen. Der Rückzug aus der Welt ins Kloster bot dazu eine Möglichkeit, die von den Anhängern der „Märtyrerbewegung“ aber offensichtlich als nicht ausreichend empfunden wurde. Die durch öffentliche Schmähung des Islam provozierten Hinrichtungen können als die radikalste Form einer solchen Akkulturationsverweigerung zur Sicherung und Stabilisierung der christlichen Identität verstanden werden.
Frömmigkeitsgeschichtlich: Perfektion des Bußwerkes, Selbstheiligung durch ultimative Askese und Selbstentsagung
Kenneth Baxter Wolf betrachtet das Geschehen im Córdoba des 9. Jahrhunderts zum Beispiel aus dem Blickwinkel der Frömmigkeitsgeschichte.<ref>Kenneth Baxter Wolf: Christian martyrs in Muslim Spain. Cambridge Iberian and Latin American studies. History and social theory. Cambridge 1988.</ref> In diesem Sinne sieht Wolf im Tod der „Märtyrer“ einen zielgerichteten Akt – in Erwartung des Seelenheils – und einen radikalen Ausdruck der Körperfeindlichkeit dieser Christen, der vor dem Hintergrund zeitgenössischer und regional üblicher Bußrituale und -ideale betrachtet werden muss. Die Ablehnung des Islam war für die Märtyrer nur eine zusätzliche Dimension der Abkehr von ihrer säkularen Umwelt – ein Prozess, der oft mit dem Rückzug in ein Kloster begann.
Der Märtyrertod schloss jegliche Gefahr aus, nach Abschluss des reinigenden Bußwerkes noch einmal zu sündigen, da man nicht mehr den Versuchungen des Diesseits erliegen konnte, welche im speziellen Fall der cordobenser „Märtyrer“ vor allem von dem bedrohlich wirkenden Anpassungsdruck der islamischen Dominanzgesellschaft auszugehen schienen. Wolf sieht also die Beweggründe der Märtyrer auf einer individuellen Ebene und deutet ihr Handeln folglich weniger als Rebellion gegen den Islam, sondern vielmehr als eine Strategie zur Absicherung des eigenen Seelenheils, das ihnen gefährdet erschien.
Tiefenpsychologisch/psychopathologisch: Martyrien als auto-aggressiver Akt des Selbstmords in psychischen Krisensituationen
Clayton J. Drees interpretiert die Provokationen der Hinrichtung als selbstmörderischen Akt.<ref>Clayton J. Drees: Sainthood and Suicide: The Motives of the Martyrs of Cordoba 850-859. In: The Journal of Medieval and Renaissance Studies 20 (1990), S. 59–90.</ref> Als Ursache für dieses Verhalten vermutet er psychische Störungen, ausgelöst von permanenten Gefühlen der Angst, Anspannung und tiefer Abneigung gegenüber der muslimischen Herrschaft und Kultur. Diese nicht zu bewältigenden Aggressionen hätten die „Märtyrer“ schließlich gegen sich selbst gerichtet, so argumentiert Drees mit Verweis auf moderne psychoanalytische Suizidtheorien (Freud, Favazza, Menninger). Was Drees nicht berücksichtigt, ist der religiöse Hintergrund der damaligen Zeit, der mit der altkirchlichen Konzeption des Märtyrertums ein positiv besetztes Modell mit Vorbildcharakter verband. Das Streben nach dem Märtyrertod musste damit für Christen des 9. Jahrhunderts keine Verzweiflungstat sein, sondern konnte von ihnen selbst als Verwirklichung eines christlichen Ideals gedeutet werden.
Rechts- und sozialgeschichtlich: Rebellion gegen zunehmende Diskriminierung und gesellschaftliche Marginalisierung
Verschiedene Autoren erwägen eine Interpretation des „Märtyrer“-Geschehens als Akt der sozial-politischen Rebellion gegen eine gesellschaftliche Unterdrückung der christlichen Minderheit im Andalus, wie sie Eulogius und Alvarus in ihren Schriften beschreiben. Eine genauere Betrachtung der Lebensbedingungen von Christen im muslimischen Spanien macht hier jedoch Differenzierungen notwendig: Tatsächlich war der rechtliche Status der christlichen Minderheit im Andalus nach dem islamischen Dhimma-Recht von einer bewussten Schlechterstellung und gesellschaftlichen Diskriminierung geprägt. Diese äußerten sich z. B. sich in erhöhten Sondersteuern (Dschizya), im Ausschluss der Christen von politischer Macht oder in Einschränkungen hinsichtlich der öffentlichen Ausübung der christlichen Religion. Im Einzelfall aber ist aus den Quellen – so insbesondere auch aus den Schriften des Eulogius und des Alvarus – immer wieder zu erkennen, dass theoretische diskriminierende Bestimmungen des allgemeinen Minderheitenrechts im Alltag des Andalus nicht zur Anwendung kamen. Gegen das von den genannten Quellenautoren gezeichnete Szenario einer regelrechten Christenverfolgung spricht zudem die grundsätzliche Toleranz des Islam gegenüber Angehörigen der monotheistischen Offenbarungsreligionen, denen Kultusfreiheit gewährt wird. Die Verschärfung der Repressionen gegen Christen von Seiten der muslimischen Obrigkeit in Córdoba erfolgte als Reaktion auf die Anfänge der ersten „Märtyrerbewegung“. Die insbesondere von Eulogius als Argument ins Feld geführte Zerstörung von Kirchen und die Säuberung des Beamtenapparats von Christen kann daher nicht ursprünglicher Auslöser der „Bewegung“ gewesen sein. Parallele Entwicklungen im Orient<ref>Eva Lapiedra Gutiérrez: Los mártires de Córdoba y la política anticristiana contemporanea en Oriente. In: Al-Qantara 15 (1994), S. 453–462.</ref> aber lassen insgesamt ein gesellschaftliches Klima vermuten, in dem die islamische Obrigkeit angesichts einer fortschreitenden Akkulturation der christlichen Minderheit auf eine schärfere Segregation der Religionsgruppen drang.
Rezeptionsgeschichte und Nachleben
Die wiederholten öffentlichen Schmähungen und darauf folgenden Hinrichtungen schwächten das Ansehen der Mozaraber. Die kirchlich-christliche wie weltlich-islamische Obrigkeit reagierte unter anderem mit einem vom Emir veranlassten christlichen Konzil in Sevilla, bei dem die Verhaftung der Wortführer, unter anderem Eulogius, wie auch ein Verbot für Christen, ein Martyrium bewusst anzustreben und herbeizuführen, beschlossen wurde.<ref>Kyrill Scheel: Die Märtyrer von Córdoba: Der Kampf des Paulus Albarus gegen den Islam. GRIN, München 2007, ISBN 978-3-638-91287-7.</ref><ref>Arnold Hottinger: Die Mauren. ungek. Lizenzausg., Repr. der 3. Aufl., Zürich 1997. Fink, München 2005, ISBN 978-3-7705-3075-5, S. 63–64.</ref>
Die Nachwirkungen der „Märtyrer von Córdoba“ und ihrer Hagiographen sind sehr gering. Für das muslimische Spanien selbst belegt lediglich der sogenannte Kalender von Córdoba in seiner lateinischen Fassung wohl aus dem Jahr 961 die liturgische Verehrung des Eulogius, des Alvarus sowie des Speraindeo. Weitere Zeugnisse sind hier nicht bekannt. Auch außerhalb des Andalus ist ein Kult um cordobenser Märtyrer nur spärlich nachzuweisen: Noch in den 850er-Jahren erfolgte die Translation der Reliquien dreier Märtyrer nach Saint-Germain-des-Près, in deren Zuge auch Auszüge aus den hagiographischen Schriften des Eulogius ins Frankenreich gelangten. Die Translation wird in fränkischen Passionaren erwähnt, zur Etablierung eines dauerhaften Kultes scheint es aber nicht gekommen zu sein. 883 wurden auf Veranlassung Alfons’ III. von Asturien-León die Gebeine des Eulogius sowie der Leocritia nach Oviedo überführt und hier in der Kathedralkirche beigesetzt.
Auch die apologetisch-polemischen Schriften des Eulogius und des Alvarus zeitigten kaum Nachwirkungen. Aus dem Mittelalter ist lediglich eine unikale Handschrift der Eulogius-Schriften bekannt, die nach der Edition des Textes jedoch noch im 16. Jahrhundert verschollen ist. Erst eine christlich-nationalspanische Geschichtsschreibung der Neuzeit rekurrierte seit dem 17. Jahrhundert verstärkt auf die Märtyrer von Córdoba und ihre Chronisten.
Liste der Märtyrer
Die folgende Liste stammt aus Kenneth Wolfs „Christian Martyrs in Muslim Spain“.
Wegen Gotteslästerung angeklagt
- Perfectus - 18. April 850. Ein Priester aus Cordoba wurde enthauptet, weil er den Islam verleugnete und behauptete, der Prophet Muhammad habe Unzucht begangen.<ref>Perfectus von Cordoba. In: www.heiligen-legende.de. Abgerufen am 13. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Isaak - 3. Juni 851. Er wurde in eine wohlhabende Sippe aus Cordoba hineingeboren, war gut gebildet und sprach fließend Arabisch, wodurch er zügig in der maurischen Verwaltung aufstieg. Er trat zurück, um Mönch im Kloster seiner Sippe in Tabanos zu werden, einige Meilen von Cordoba entfernt, zu werden. Eines Tages verließ er seinen Zufluchtsort und kehrte zum Schloß des Emirs zurück, wo er vor dem Hof seinen Glauben an Christus verkündete. Er wurde verhaftet und anschließend enthauptet.
- Sancho – (auch bekannt als Sanctinus) 5. Juni 851. Geboren in Albi in Septimania (heutiges Frankreich). Er wurde als Kriegsgefangener nach Kordoba gebracht, am königlichen Hof erzogen und in die Wachen des Emirs aufgenommen. Nur zwei Wochen nach dem Tod Isaaks wurde er unter unbekannten Umständen wegen des Verbrechens der Gotteslästerung enthauptet. Die „Passio“, die Eulogius für Sanctius verfasste, ist ungewöhnlich kurz.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Quellen
- Alvarus von Córdoba: Indiculus luminosus. ed. Juan Gil. In: Corpus Scriptorum Muzarabicorum. Consejo superior de investigaciones científicas: Manuales y anejos de Emerita, 28, vol. II. Madrid 1973, S. 270–315.
- Alvarus von Córdoba: Vita Eulogii. ed. Juan Gil. In: Corpus Scriptorum Muzarabicorum. Consejo superior de investigaciones científicas: Manuales y anejos de Emerita, 28. Madrid 1973, 330-343.
- Eulogius von Córdoba: Memoriale sanctorum sive libri III de martyribus Cordubensibus. ed. Juan Gil. In: Corpus Scriptorum Muzarabicorum. Consejo superior de investigaciones científicas: Manuales y anejos de Emerita, 28, vol. II. Madrid 1973, S. 363–459.
- Eulogius von Córdoba: Documentum martyriale. ed. Juan Gil. In: Corpus Scriptorum Muzarabicorum. Consejo superior de investigaciones científicas: Manuales y anejos de Emerita, 28. Madrid 1973, S. 459–475.
- Eulogius von Córdoba: Apologeticus sanctorum martyrum. ed. Juan Gil. In: Corpus Scriptorum Muzarabicorum. Consejo superior de investigaciones científicas: Manuales y anejos de Emerita, 28. Madrid 1973, S. 475–495.
- Eulogius von Córdoba: Epistolae. ed. Juan Gil. In: Corpus Scriptorum Muzarabicorum. Consejo superior de investigaciones científicas: Manuales y anejos de Emerita, 28. Madrid 1973, S. 495–503.
Literatur
- Ann Christys: St-Germain des Prés, St-Vincent and the Martyrs of Córdoba. In: Early Medieval Europe 7 (1998), S. 199–217.
- Ann Christys: Christians in al-Andalus (711-1000). Culture and Civilization in the Middle East. Richmond 2002, S. 52–79.
- Edward P. Colbert: The Martyrs of Córdoba. Washington, DC 1962.
- Jessica A. Coope: The Martyrs of Córdoba. Community and Family Conflict in an Age of Mass Conversion. Lincoln (Nebraska) 1995.
- A. Cutler: The Ninth-Century Spanish Martyrs’ Movement and the Origins of Western Christian Missions to the Muslims. In: Muslim World 55 (1965), S. 321–339.
- Clayton J. Drees: Sainthood and Suicide: The Motives of the Martyrs of Cordoba 850-859. In: The Journal of Medieval and Renaissance Studies 20 (1990), S. 59–90.
- Franz Richard Franke: Die freiwilligen Märtyrer von Cordova und das Verhältnis der Mozaraber zum Islam. Nach den Schriften des Speraindeo, Eulogius und Alvar. In: Spanische Forschungen der Görresgesellschaft, Reihe 1 13 (1958), S. 1–170.
- Eva Lapiedra Gutiérrez: Los mártires de Córdoba y la política anticristiana contemporanea en Oriente. In: Al-Qantara 15 (1994), S. 453–462.
- Lucas Francisco Matéo-Seco: Paulo Álvaro de Córdoba. Un personaje símbolo de la cultura mozárabe. In: Enrique de la Lama Cereceda (Hrsg.): Dos mil años de evangelización. Los grandes ciclos evangelizadores. XXI Simposio Internacional de la Teología de la Universidad de Navarra (Pamplona, 3-5 mayo de 2000). Pamplona 2001, S. 209–234.
- Juan Pedro Monferrer Sala: Mitografía hagiomartirial. De nuevo sobre los supuestos mártires cordobeses del siglo XI. In: Maribel Fierro (Hrsg.): De muerte violenta. Política, religión y violencia en al-Andalus. Estudios onomástico-biográficos de al-Andalus, 14. Madrid 2004, S. 415–450.
- Igor Pochoshajew: Die Märtyrer von Córdoba. Christen im muslimischen Spanien des 9. Jahrhunderts. Lembeck, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-87476-540-4.
- Jesús Miguel Sáez Castán: El movimiento martirial de Córdoba. Notas sobre la bibliografía. Alicante 2008 (abgerufen am 15. September 2009).
- Carlton M. Sage: Paul Albar of Córdoba: Studies on his Life and Writings. Washington D.C. 1943.
- Kyrill Scheel: Die Märtyrer von Córdoba: Der Kampf des Paulus Albarus gegen den Islam. GRIN, München 2007, ISBN 978-3-638-91287-7.
- Kenneth Baxter Wolf: Christian martyrs in Muslim Spain. Cambridge Iberian and Latin American studies. History and social theory. Cambridge 1988 (online).
- Roger Wright: The end of written ladino in Al-Andalus. In: Maribel Fierro, Julio Samsó (eds.): The Formation of Al-Andalus, Part 2: Language, Religion, Culture and the Sciences. London 1998, S. 19–36.