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Mächtige Fischernetzspinne

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Mächtige Fischernetzspinne
Datei:Spider cutted.jpg

Mächtige Fischernetzspinne (Segestria florentina), Weibchen

Systematik
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Haplogynae
Überfamilie: Dysderoidea
Familie: Fischernetzspinnen (Segestriidae)
Gattung: Echte Fischernetzspinnen (Segestria)
Art: Mächtige Fischernetzspinne
Wissenschaftlicher Name
Segestria florentina
(Rossi, 1790)

Die Mächtige Fischernetzspinne (Segestria florentina) ist eine Webspinne aus der Familie der Fischernetzspinnen (Segestriidae). In Europa ist sie die größte Art der Familie. Wie bei allen Fischernetzspinnen sind die sechs Augen der Mächtigen Fischernetzspinne in zwei zueinander schauenden spitzen Dreiecken an der Stirn angeordnet.<ref name="Bellmann 2010">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Der Kosmos Spinnenführer: Über 400 Arten Europas. Hrsg.: Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name. 1. Auflage. Kosmos (Franckh-Kosmos), Vorlage:Cite book/Date, ISBN 3-440-10114-2, [ ] (Vorlage:Cite book/URL [abgerufen am -05-]).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Beschreibung

Die Weibchen erreichen eine Körperlänge von bis zu 22 mm, die Männchen bis zu 15 mm.<ref name="Nentwig 2010">Nentwig W., T. Blick, D. Gloor, A. Hänggi & C. Kropf (2010): Araneae, Spinnen Europas (Bestimmungsschlüssel). Universität Bern.</ref> Diese Art ist die dunkelste Art dieser Familie. Während junge Tiere einen gräulichen Hinterleib (Opisthosoma) besitzen, der ein ähnliches Muster wie die nah verwandte Gewöhnliche Fischernetzspinne (Segestria senoculata) aufweist, sind erwachsene Tiere fast einheitlich schwarz. Ein auffälliges und typisches Merkmal der Mächtigen Fischernetzspinne ist der metallisch grünliche Schimmer der großen Cheliceren.<ref name="Bellmann 2010"/> Diese Farbe ist eine Strukturfarbe, die durch ein Gitter von Chitinlamellen erzeugt wird<ref>A. L. Ingram, A. D. Ball, A. R. Parker, O. Deparis, J. Boulenguez, S. Berthier: Characterization of the green iridescence on the chelicerae of the tube web spider, Segestria florentina (Rossi 1790) (Araneae, Segestriidae). Journal of Arachnology 37, 1, 2009, S. 68–71. doi:10.1636/SH07-87.1</ref>.

Verbreitung und Lebensraum

Die Ursprüngliche Heimat der Mächtigen Fischernetzspinne ist der Mittelmeerraum, sie kommt nach Osten durch die Türkei bis zur Krim und zum Kaukasus vor. In ihrem Ursprungsgebiet besiedelt sie Felsspalten und Baumstämme, z. B. von Platanen, wo sie unter loser Baumrinde lebt<ref>Csaba Szinetár & Roland Horváth A review of spiders on tree trunks in Europe (Araneae). Acta zoologica bulgarica, Suppl. No. 1: 221 – 257.</ref>, besonders häufig aber grob verfugtes Mauerwerk von Gebäuden<ref name="Nentwig 2010"/>. Weiter nördlich lebt sie ausschließlich synanthrop an Mauern und Bauwerken. Aufgrund ihrer Körpergröße benötigt sie große und tiefe Mauerspalten, wie sie vor allem bei Burgen, Kirchen und unverfugten Bruchsteinmauern auftreten. Die Art ist, vor allem im Norden ihres Verbreitungsgebiets, an das Seeklima gebunden. Sie besiedelt die Iberische Halbinsel und den Westen Frankreichs von der Normandie an südwärts. Nach Osten hin ist sie zunehmend an meeresnahe Gebiete gebunden. Die Ostgrenze der Verbreitung verläuft durch die Provinz Zeeland in den Niederlanden. Diese Grenze scheint vor allem durch die niedrigen Wintertemperaturen abseits des Golfstroms bedingt zu sein.<ref>P. J. van Helsdingen: The presence of Segestria florentina (Rossi) in The Netherlands. Bulletin de la Société européenne d'Arachnologie No. hors serie 1, Paris 1990, S. 353–357 (download PDF, 280 kB).</ref> In England war sie bis in die 1980er Jahre an einige Hafenstädte an der Südküste gebunden<ref>Michael J. Roberts: The spiders of Great Britain and Ireland. Volume 1, Atypidae to Theridiosomatidae. Harley Books, Colchester 1985, S. 62.</ref>, zeigt aber seit einigen Jahren eine deutliche Ausbreitungstendenz nach Norden hin. Funde liegen inzwischen nördlich bis Gloucestershire<ref>David Haigh: Segestria florentina (Rossi, 1790) - A spider new to North Gloucestershire. Newsletter of the British Arachnological Society 114, 2009, S. 15.</ref> und Essex<ref>Peter Harvey: An Essex Population of Segestria florentina (Rossi, 1790). Newsletter of the British Arachnological Society 99, 2004, S. 11–12.</ref> vor. Aus Deutschland wurde die Spinne erst fünfmal gemeldet.<ref>Nachweiskarte von Segestria florentina in Deutschland</ref> Die Art erreicht die Schweiz im Süden (Tessin) und fehlt in Österreich<ref>Konrad Thaler, Barbara Knoflach: Zur Faunistik der Spinnen (Araneae) von Österreich: Atypidae, Haplogynae, Eresidae, Zodariidae, Mimetidae. In: Linzer Biologische Beiträge. 34. Jahrgang, Heft 1, Linz 2008, S. 413–444 (Vorlage:ZOBODAT).</ref>.

Lebensweise

Die Mächtige Fischernetzspinne baut in den Mauerspalten und Ritzen ein für die Familie typisches röhrenförmiges Netz, das sich nach außen trichterförmig öffnet. Von dieser Trichteröffnung gehen nach außen lange Signalfäden aus. Nachts warten die Spinnen in der Nähe der Trichteröffnung. Berührt ein Beutetier die Signalfäden, so kann es durch die Spinne schnell lokalisiert und gebissen werden. Anschließend wird die Beute in das Röhrennetz gezogen.<ref name="bbc359">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Science & Nature – Wildfacts – Tube web spider.] BBC, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 26. September 2009.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Bisse

Bisse der Mächtigen Fischernetzspinne sind schmerzhaft.<ref name="Bellmann 2010"/> Es wird über einen Fall berichtet, bei dem neben starken Schmerzen und einer Schwellung der Bissstelle auch Fieber, Schwindel und Kopfschmerzen die Folge waren.<ref>A case of arachnidism by Segestria florentina (Rossi, 1790)(Araneae, Segestriidae) in Salento.</ref> Häufig klingen die Schmerzen nach wenigen Stunden ab.<ref name="nhmbite">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Tube web spider, Segestria florentina | Natural History Museum.] Nhm.ac.uk, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 26. September 2009.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Das Gift enthält ein Neurotoxin, das spezifisch einen Typ von Calciumkanälen (den vor allem in Neuronen verbreiteten Typ N) der Zellmembran hemmt.<ref>Lachlan D. Rash, Wayne C. Hodgson: Pharmacology and biochemistry of spider venoms. Toxicon Volume 40, Issue 3, 2002, S. 225–254. doi:10.1016/S0041-0101(01)00199-4</ref>

Einzelnachweise

<references />

Weblinks