Lünersee
| Lünersee | ||||||
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| Datei:Lünersee vom Saulakopf 1.JPG | ||||||
| Geographische Lage | Vorarlberg/Bezirk Bludenz/Gemeindegebiet Vandans | |||||
| Abfluss | Alvier (vor Errichtung der Staumauer) | |||||
| Ufernaher Ort | Bludenz | |||||
| Daten | ||||||
| Koordinaten | 47° 3′ 9″ N, 9° 45′ 11″ O
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| Höhe über Meeresspiegel | 1970 m ü. A. | |||||
| Fläche | ca. 112 ha | |||||
| Volumen | ca. 0,156 km³ | |||||
| Maximale Tiefe | ca. 139 m | |||||
Der Lünersee, ein alter Bergsee, der durch eine Staumauer zum Stausee wurde, ist einer der größten Seen im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Er liegt in der Gemeinde Vandans. Sein Pumpspeicherkraftwerk, das Lünerseewerk, war mit seiner Leistung von anfangs 225 MW lange Zeit das leistungsstärkste Pumpspeicherkraftwerk der Welt.<ref>Von Mühlen, einem Dekan und Energie, VOL.AT – Vorarlberg Online, 24. April 2019.</ref>
Beschreibung
Sein Wasserspiegel liegt bei Vollstau auf einer Höhe von 1970 m ü. A. am Fuße des Seekopfs und der Schesaplana. Nachdem das Land Vorarlberg bereits 1920 mit Abdichtungsarbeiten am Seegrund begonnen hatte, vergrößerte die Vorarlberger Illwerke AG das Speichervolumen des Sees 1958 mit einer Staumauer.<ref>illwerkevkw.at</ref>
Das Wasser wird von der illwerke vkw AG zur Stromerzeugung im Lünerseewerk genutzt. Da die natürlichen Zuflüsse mehr als fünf Jahre benötigen, um das nutzbare Volumen des Sees einmal zu füllen, wurde das Lünerseewerk als Pumpspeicherkraftwerk gebaut. Um das Schmelzwasser des Brandner Gletschers für die Speisung des Stausees nutzen zu können, wurde ab 1957 der 1,35 km lange Totalpstollen gebaut. Er durchquert dabei den Zirmenkopf und entwässert in den Totalpsee am Fuße der Totalphütte, der wiederum in den Lünersee fließt. Das abgearbeitete Wasser des Lünersees wird im Staubecken Latschau zwischengespeichert und von dort in die Kraftwerke Rodund I und II weitergeleitet oder in ihn zurückgepumpt.<ref>Erläuterungstafel der Vorarlberger Illwerke AG an der Bergstation der Lünerseebahn, 2018</ref>
Seit 2017 ist das Rellswerk, ein weiteres Pumpspeicherkraftwerk, in Betrieb. Dieses ist an die Druckwasserführung Lünersee–Lünerseewerk angeschlossen und erhöht den Zufluss zum Lünersee um rund 17 Mio. m³/a.<ref>Rellswerk. Abgerufen am 30. Mai 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Der Nutzinhalt des Lünersees beträgt 78,3 Mio. m³ (Wasseroberfläche bei Vollstau 1,55 km²). Dies entspricht etwa 262 Mio. kWh an gespeicherter Energie.<ref>Illwerke Magazin, Ausgabe 27, Oktober 2013, S. 10</ref> Das nutzbare Volumen des Sees würde bei voller Leistung des Lünerseewerks im Turbinenbetrieb (Durchfluss 27,5 m³/s) knapp 33 Tage reichen. Das Auffüllen des nutzbaren Volumens, wozu die natürlichen Zuflüsse über fünf Jahre benötigen, würden die Pumpen des Werks in gut 40 Tagen schaffen.<ref>"Schauraum" – Ausstellung und Informationsräume an der Maschinenhalle des Lünerseewerks in Tschagguns – Latschau</ref>
Die Wassertiefe beträgt bei Vollstau 139 Meter.<ref>Österreichische Karte 1:25 000, Blatt NL 32-02-30 West Bludenz, Ausgabe 2016, Herausgeber: Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Wien</ref>
Das Gebiet um den See bildet den Talabschluss des Brandnertals, der nur über schmale Steige oder die Lünerseebahn vom Gebiet Schattenlagant aus erreichbar ist. Deshalb liegt das Gebiet um den Lünersee (auch die Totalp), obwohl es geografisch zum Brandnertal gehört, auf dem Gemeindegebiet von Vandans. Die Alpflächen am See werden seit jeher aus dem Rellstal bestoßen, da die teils felsigen Steige aus dem Brandnertal zum Lünersee für Großvieh praktisch unpassierbar sind.
Direkt bei der Bergstation an der Staumauer steht die Douglasshütte, die unter anderem als Jausen- und Übernachtungsmöglichkeit für Wanderer dient. Sie ist ein 1960 fertiggestelltes Ersatzgebäude für einen Vorgängerbau aus dem Jahr 1870, dessen auf der Halbinsel auf 1969 m Seehöhe gelegener Platz beim ersten Vollstau überflutet wurde.
2013 wurden die technischen Einrichtungen des Stauwerks am Lünersee und die Verbindungsleitungen zum Lünerseewerk saniert. Unter anderem war ein Tausch der verschlissenen Drosselklappen nötig, wozu der Seespiegel um über 80 m abgesenkt wurde.<ref>https://www.vol.at/luenersee-um-mehr-als-80-meter-abgesenkt/3573142</ref> Im Zuge vorgeschriebener, turnusmäßiger Wartungsarbeiten an Staumauer und Absperrorganen wurde das Wasser im Frühjahr 2025 erneut abgelassen, wonach sich nur noch etwa ein Sechstel der Vollstau-Wassermenge im See befand.<ref>vorarlberg ORF at red: Wenn der Stausee Wasser lassen muss. 23. Mai 2025, abgerufen am 24. Mai 2025.</ref>
Speicherabsenkung
Im Rahmen des regelmäßigen Wartungsintervalls wird der Lünersee etwa alle zehn Jahre temporär abgesenkt. Die planmäßige Speicherabsenkung im Frühjahr 2025 erstreckt sich über rund drei Wochen, einschließlich der anschließenden Wiederauffüllung.<ref name="illwerke2025">Speicherabsenkung Lünersee. In: brandnertal Blog. 21. Mai 2025, abgerufen am 9. Februar 2026.</ref>
Die Maßnahme dient der Inspektion und Wartung sicherheitsrelevanter technischer Anlagen, die sich normalerweise unter dem Wasserspiegel befinden. Überprüft werden unter anderem Grundablass, Zwischenablass, Einlaufbauwerke, Druckstollen und Leitungen.<ref name="illwerke2025" />
Das Wasser wird zunächst energetisch genutzt und anschließend kontrolliert über den Grundablass in den Alvierbach abgegeben. Die Absenkung erfolgt in einer Periode geringer natürlicher Zuflüsse, um ökologische Auswirkungen möglichst gering zu halten. Schutzmaßnahmen gegen Ufererosion und Wassertrübung sowie der Schutz der Fischbestände werden kontinuierlich überwacht; zudem erfolgen regelmäßige Messungen der Wasserqualität.<ref name="illwerke2025" />
Die Speicherabsenkung ermöglicht seltene Einblicke in normalerweise überflutete Uferbereiche und technische Anlagen des Stausees und stellt einen wichtigen Bestandteil zur Sicherstellung eines langfristig zuverlässigen Kraftwerksbetriebs im Verbund der illwerke vkw AG dar.<ref name="illwerke2025" />
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Kraftwerksgruppe Obere Ill-Lünersee | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Technische Daten für den Kraftwerksbetrieb
- Nutzinhalt des Lünerseespeichers: 78,3 Mio m³
- Energieinhalt des Lünerseespeichers: 262,16 Mio. kWh
- Stauziel 1970,47 m ü. A. (L 1006)
- Betriebsschwerpunkt 1947,47 m ü. A.
- Speicherschwerpunkt 1939,30 m ü. A.
- Absenkziel 1897,47 m ü. A.<ref>DI Hermann Wirth: UMWELTVERTRÄGLICHKEITSPRÜFUNG Rellswerk Vorarlberger Illwerke AG. Umweltverträglichkeitsgutachten (UV-GA). 30. November 2009, S. 15 (Digitalisat [PDF; abgerufen am 5. Dezember 2021]).</ref>
- Zufluss<ref>DI Hermann Wirth: UMWELTVERTRÄGLICHKEITSPRÜFUNG Rellswerk Vorarlberger Illwerke AG. Umweltverträglichkeitsgutachten (UV-GA). 30. November 2009, S. 72 (Digitalisat [PDF; abgerufen am 5. Dezember 2021]).</ref>
- natürlicher Zufluss im Mittel: 15,1 Mio. m³/Jahr
- Zufluss aus Oberwasserführung der Rodundwerke: 63,2 Mio. m³/Jahr
- erster Vollstau 1959
Literatur
- Manfred Hunziker: Ringelspitz/Arosa/Rätikon, Alpine Touren/Bündner Alpen, Verlag des SAC 2010, ISBN 978-3-85902-313-0, S. 522
Trivia
Der Lünersee wurde bei der ORF-Sendung „9 Plätze – 9 Schätze“ im Oktober 2019 zum schönsten Platz in ganz Österreich gekürt.
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:österreichbezogen
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Infobox See
- See in Europa
- See in Vorarlberg
- Stausee in Europa
- Stausee in Österreich
- Geschützter Landschaftsteil in Österreich
- Flusssystem Ill (Vorarlberg)
- Rätikon
- Bauwerk in Vandans
- Gewässer im Bezirk Bludenz
- Stausee in den Alpen
- Geographie (Vandans)
- Wikipedia:Maximale Aufrufe von aufwändigen Parserfunktionen überschritten