Löweit
| Löweit | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Symbol |
Löw<ref name="Warr"></ref> |
| Andere Namen |
|
| Chemische Formel | Na12Mg7[SO4]13 · 15H2O<ref name="StrunzNickel" /> |
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Sulfate, Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate |
| System-Nummer nach Strunz (8. Aufl.) Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
VI/C.10 VI/C.17-010 7.CC.45 29.04.03.01 |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | trigonal |
| Kristallklasse; Symbol | trigonal-rhomboedrisch; 3<ref name="Webmineral" /> |
| Raumgruppe | R3 (Nr. 148)<ref name="StrunzNickel" /> |
| Gitterparameter | a = 18,86 Å; c = 13,40 Å<ref name="StrunzNickel" /> |
| Formeleinheiten | Z = 3<ref name="StrunzNickel" /> |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 2,5 bis 3 |
| Dichte (g/cm3) | gemessen: 2,36 bis 2,42; berechnet: 2,35<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Spaltbarkeit | bisher nicht beobachtet<ref name="Mindat" /> |
| Bruch; Tenazität | muschelig |
| Farbe | farblos, rötlichgelb |
| Strichfarbe | weiß |
| Transparenz | durchsichtig bis durchscheinend |
| Glanz | Glasglanz |
| Kristalloptik | |
| Brechungsindizes | nω = 1,490 nε 1,471<ref name="Mindat" /> |
| Doppelbrechung | δ 0,019<ref name="Mindat" /> |
| Optischer Charakter | einachsig negativ |
| Weitere Eigenschaften | |
| Chemisches Verhalten | wasserlöslich, leicht bitterer Geschmack |
Löweit (auch Lœweit oder Loewit<ref>Mineralienatlas:Löweit</ref>) ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfate (und Verwandte)“. Es kristallisiert im trigonalen Kristallsystem mit der Zusammensetzung Na12Mg7[SO4]13 · 15H2O,<ref name="StrunzNickel" /> ist also chemisch gesehen ein wasserhaltiges Natrium-Magnesium-Sulfat.
Löweit konnte bisher nur in Form von Ausblühungen und Krusten oder unregelmäßig ausgebildeter Kristallkörner und körnigen Massen gefunden werden. In reiner Form ist Löweit farblos und durchsichtig. Durch Fremdbeimengungen von Eisenoxid kann er aber auch eine rötlichgelbe Farbe annehmen, wobei die Transparenz entsprechend abnimmt.
Etymologie und Geschichte
Erstmals entdeckt wurde das Löweit im Bad Ischler Salzberg in Oberösterreich und beschrieben 1846 durch Wilhelm von Haidinger, der das Mineral nach dem österreichischen Chemiker und Generalmünzprobierer von Wien Alexander Löwe (1808–1895) benannte.
Klassifikation
In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Löweit zur Mineralklasse der „Sulfate, Chromate, Molybdate, Wolframate“ und dort zur Abteilung „Wasserhaltige Sulfate ohne fremde Anionen“, wo er als einziger Vertreter in der „Löweit-Reihe“ mit der Systemnummer VI/C.10 steht.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VI/C.17-010. Dies entspricht der Klasse der „Sulfate, Chromate, Molybdate und Wolframate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Sulfate, ohne fremde Anionen“, wo Löweit als einziges Mineral eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VI/C.17 bildet.<ref name="Lapis" />
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Löweit in die Klasse der „Sulfate (Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate)“ und dort in die Abteilung „Sulfate (Selenate usw.) ohne zusätzliche Anionen, mit H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen und großen Kationen“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 7.CC.45 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Löweit die System- und Mineralnummer 29.04.03.01. Das entspricht der Klasse der „Sulfate, Chromate und Molybdate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Säuren und Sulfate“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Säuren und Sulfate mit (A+)2Bn(XO4)p × x(H2O)“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 29.04.03.
Kristallstruktur
Löweit kristallisiert trigonal in der Raumgruppe R3 (Raumgruppen-Nr. 148) mit den Gitterparametern a = 18,86 Å und c = 13,40 Å sowie 3 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />
Eigenschaften
Löweit ist wasserlöslich und hat einen leicht bitteren Geschmack.<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bildung und Fundorte
Löweit bildet sich meist in marinen Salzlagerstätten, kann aber auch als Sublimationsprodukt aus vulkanischen Gasen entstehen. Als Begleitminerale treten unter anderem Anhydrit, Aphthitalit, Blödit, Epsomit, Gips, Hexahydrit, Kieserit, Langbeinit, Mirabilit, Pentahydrit, Starkeyit, Thénardit und Vanthoffit auf.
Als seltene Mineralbildung konnte Löweit bisher (Stand: 2012) nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, wobei bisher rund 20 Fundorte als bekannt gelten.<ref name="MindatAnzahl" /> Neben seiner Typlokalität Bad Ischler Salzberg trat das Mineral in Oberösterreich noch in einem Salzbergwerk bei Hallstatt auf. Weitere Fundorte in Österreich sind unter anderem die Steinsalz-Lagerstätte bei Dürrnberg in Salzburg sowie das Salzbergwerk Altaussee und die Gips- und Anhydrit-Lagerstätte „Schildmauer“ bei Admont in der Steiermark.
In Deutschland wurde Löweit bisher im Kaliwerk Neuhof-Ellers, am Himmelsberg bei Giesel (Neuhof), im Kaliwerk Wintershall und im Kaliwerk Hattorf bei Philippsthal in Hessen; im Bergwerk „Berlepsch“ bei Staßfurt in Sachsen-Anhalt sowie bei Merkers in Thüringen gefunden.
Weitere Fundorte sind unter anderem Jianghan, Mangnai und Qakilik in China; die isländische Insel Surtsey; Kłodawa in der Woiwodschaft Großpolen sowie der Soda Lake im kalifornischen Carrizo Plain National Monument, „West Salt Creek“ im Mesa County in Colorado und bei Carlsbad in New Mexico in den Vereinigten Staaten von Amerika.<ref name="Mindat" />
Siehe auch
Literatur
- Helmut Schröcke, Karl-Ludwig Weiner: Mineralogie. Ein Lehrbuch auf systematischer Grundlage. de Gruyter, Berlin / New York 1981, ISBN 3-11-006823-0, S. 591.
- Hans Jürgen Rösler: Lehrbuch der Mineralogie. 4., durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1979, ISBN 3-342-00288-3, S. 671.
- Friedrich Klockmann: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. Hrsg.: Paul Ramdohr, Hugo Strunz. 16. Auflage. Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 610 (Erstausgabe: 1891).
Weblinks
- Mineralienatlas:Löweit (Wiki)
Einzelnachweise
<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols: Löweite. In: Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001. (PDF 63,8 kB)</ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Mindat - Löweite</ref> <ref name="MindatAnzahl"> Mindat - Anzahl der Fundorte für Löweit</ref> <ref name="StrunzNickel"> Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 390.</ref> <ref name="Webmineral"> Webmineral - Löweite</ref> </references>