Lymphfistel
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Lymphfistel ist die Bezeichnung für die Öffnung eines Lymphgefäßes an der Körperoberfläche.<ref>C. Schuchhardt und U. Herpertz: Lymphologische Terminologie. In: LymphForsch 4, 2000, S. 31–33.</ref>
Ätiologie und Beschreibung
Lymphfisteln treten meist als Komplikation nach operativen Eingriffen auf. Die Inzidenz liegt bei etwa 2 %.<ref name="pfister">K. Pfister u. a.: Für welche Patienten ist die Strahlentherapie inguinaler Lymphfisteln nach gefäßchirurgischen Eingriffen effektiv? 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, München, 2005.</ref> Speziell bei Operationen in Körperregionen mit vielen Lymphgefäßen kann sich eine Lymphfistel bilden. Über die verletzten Lymphbahnen wird verstärkt Lymphflüssigkeit abgesondert, die dann über die Wunde austreten kann.
Lymphfisteln entstehen auch zusammen mit einer Lymphorrhö nach der Verletzung einer Lymphzyste. Aus der Fistel tritt Lymphflüssigkeit aus. Die Flüssigkeitsmenge kann, insbesondere in der warmen Jahreszeit, erheblich sein und am Tag bis zu drei Litern betragen. Über die Lymphfistel können Keime in den Körper eindringen, wodurch sich ein Erysipel (eine bakterielle Infektion der Lymphwege) bilden kann. Desinfektion und sterile Abdeckung der Lymphfistel sind daher als erste Maßnahme sehr wichtig. Da über die Lymphe zudem ein hoher Proteinverlust stattfindet, ist das primäre Ziel die Schließung der Fistel.<ref>U. Herpertz: Ödeme und Lymphdrainage: Diagnose und Therapie von Ödemkrankheiten. Schattauer Verlag, 2006, ISBN 3-7945-2488-8, S. 142.</ref> Die austretende Lymphe ist in ihrer Handhabung/Ableitung in vielen Fällen für den Patienten schwierig und mit Einbußen in der Lebensqualität verbunden. Die Wundheilung verzögert sich durch die Lymphfistel.<ref name="fortner">N. Fortner: Die V.A.C.-Therapie bei postoperativ persistierenden Lymphfisteln und Lymphozelen nach gefäßchirurgischen Eingriffen – erste Ergebnisse. In: Österreichische Pflegezeitschrift 2, 2006, S. 8–12.</ref>
Behandlung
Die Behandlungsmöglichkeiten einer Lymphfistel sind vielseitig. Sie reichen vom straffen Kompressionsverband über prophylaktisches Verkleben und operative Sanierung bis zur Strahlentherapie (speziell bei Lymphfisteln in der Leistenregion).<ref name="pfister" /> Seit einigen Jahren ist die in den 1980er Jahren entwickelte Vakuumtherapie auch zur Behandlung von Wundfisteln eine Therapieoption.<ref>Claudia Rist: V.A.C. Therapie. (PDF; 19 kB) Abgerufen am 10. Januar 2010</ref><ref name="fortner" />
Einzelnachweise
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