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Kleiner Sonnenröschen-Bläuling

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Kleiner Sonnenröschen-Bläuling
Datei:Aricia agestis-04 (xndr).jpg

Kleiner Sonnenröschen-Bläuling (Aricia agestis)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Bläulinge (Lycaenidae)
Unterfamilie: Polyommatinae
Gattung: Aricia
Art: Kleiner Sonnenröschen-Bläuling
Wissenschaftlicher Name
Aricia agestis
(Denis & Schiffermüller, 1775)
Datei:Aricia agestis - 2012-10-25.webm
Aricia agestis
Datei:Aricia agestis Obersulm-Affaltrach 20070718 1.jpg
Flügelunterseiten

Der Kleine Sonnenröschen-Bläuling (Aricia agestis), auch Dunkelbrauner Bläuling oder Heidenwiesenbräunling genannt, ist ein Schmetterling (Tagfalter) aus der Familie der Bläulinge (Lycaenidae).

Merkmale

Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 22 bis 27 Millimetern. Sie haben dunkelbraune Flügeloberseiten, wobei sowohl auf den Vorder- als auch auf den Hinterflügeln deutlich orangefarbene Randflecken sichtbar sind. Die Flügelunterseiten beider Flügelpaare sind hell graubraun. Auf ihnen sind schwarze, hell umrandete Punkte und breite, orange gefärbte Flecken, die in einer Binde angeordnet sind, zu erkennen.<ref name="Bellmann"/> Eine sichere Abgrenzung zur Zwillingsart Aricia artaxerxes ist aufgrund der Flügelmusterung kaum möglich, da es fließende Übergänge gibt. Auch eine Genitaluntersuchung bringt keine Sicherheit, da sich die beiden Arten kaum unterscheiden. Ökologische Kriterien sind für die Artbestimmung viel sicherer. So schließen sich zum Beispiel in der Schweiz die beiden Verbreitungsareale fast vollständig aus.<ref name="Lepidopterologen-Arbeitsgruppe"/>

Die Raupen werden ca. 13 Millimeter lang. Sie sind gelbgrün gefärbt und haben sowohl auf den Seiten als auch am Rücken rosa bzw. rötliche Längslinien. Die am Rücken kann auch ganz fehlen.<ref name="Bellmann"/>

Ähnliche Arten

Vorkommen

Die Tiere kommen in Nordafrika, Süd- und Mitteleuropa, der Türkei, dem Mittleren Osten und Sibirien bis einschließlich des Amur weit verbreitet vor. Sie leben bis in eine Höhe von 1.700 Metern.<ref name="Tolman/Lewington"/> Sie sind in Mitteleuropa aber selten.

Sie leben in warmen, sonnigen und trockenen Gebieten, wie z. B. auf Trockenrasen, an sonnigen Waldrändern oder in Sandgruben.<ref name="Bellmann"/>

Genetik

Die Genome von zwei männlichen Exemplaren des Bläulings Aricia agestis ergaben sequenziert 435,3 Mb (Megabasen) bzw. 437,4 Mb. Die Sequenzen wurden in silico 23 Großmolekülen zugeordnet.<ref>Alex Hayward, K Lohse; R Vila, D R Laetsch, Johanna S U Hedlund; Wellcome Sanger Institute Tree of Life programme; Wellcome Sanger Institute Scientific Operations: DNA Pipelines collective; Tree of Life Core Informatics collective; Darwin Tree of Life Consortium: The genome sequence of the Brown Argus, Aricia agestis (Denis & Schiffermüller, 1775). In: Wellcome Open Res 8, 2023: 336.</ref> Sie entsprechen dem mikroskopisch festgestellten haploiden Chromosomensatz 1n = 23.<ref>Roy Robinson: Elements of lepidoptera genetics. In: Lepidoptera Genetics. Elsevier, 1971; 39–90. ISBN 978-1-4831-5470-1.</ref>

Das geschlechtsbestimmende Element wird das Z-Chromosom als Nummer 23 gezählt. Die 22 Autosomen sind nach abnehmender Größe geordnet. Insgesamt wurden 12.688 bzw. 12.654 proteincodierende Gene festgestellt. Die Daten sind abgelegt im European Nucleotide Archive und zugänglich unter der Nummer PRJEB42115.<ref>Project: PRJEB42115, auf identifiers.org</ref>

Entwicklung

Die weiblichen Falter legen die Eier einzeln, vor allem auf die Oberseiten der Blätter der Futterpflanzen ab.<ref name=":0">Wolfgang Düring: Kleiner Sonnenröschen-Bläuling. In: Tagfalter in Rheinland-Pfalz. BUND RLP, 22. Januar 2022, abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> Je nach Witterung schlüpfen die Raupen nach 5–10 Tagen. Die Raupen ernähren sich vorwiegend von Storchschnabel-Arten wie z. B. dem Kleinem Storchschnabel (Geranium pusillum).<ref name=":0" /> Sie fressen aber auch am Gelben Sonnenröschen (Helianthemum nummularium) und an Reiherschnabel (Erodium cicutarium).<ref name="Bellmann" /> Die jungen Raupen halten sich vorwiegend auf den Unterseiten der Blätter auf. Gelegentlich minieren sie auch in den Blättern.<ref name=":0" /> Spätsommer-Raupen überwintern nach der zweiten Häutung und entwickeln sich dann erst im nächsten Frühjahr weiter.<ref name=":0" /> Die Verpuppung findet am Boden statt.

In nördlichen, kälteren Regionen sind die Falter einbrütig, ihre Flugzeit beginnt im Juni und endet bereits im Juli. In Deutschland ist die Art in der Regel zweibrütig, die Falter der ersten Generation fliegen von Mai bis Juni, die der zweiten Generation von Juli bis September. Nur in warmen Regionen oder Jahren fliegt die Art manchmal in drei Generationen zwischen April und Oktober. Dies kommt vor allem in Südeuropa vor.<ref name="Tolman/Lewington" />

Gefährdung und Schutz

  • Rote Liste BRD: V (auf der Vorwarnliste).<ref name="Bellmann"/>

Einzelnachweise

<references> <ref name="Bellmann">Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer, Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2003, ISBN 3-440-09330-1, S. 152.</ref> <ref name="Lepidopterologen-Arbeitsgruppe">Lepidopterologen-Arbeitsgruppe: Tagfalter und ihre Lebensräume Band 1, S. 377, Schweizerischer Bund für Naturschutz, Basel 1987, ISBN 978-3855874026</ref> <ref name="Tolman/Lewington"></ref> </references>

Literatur

  • Deborah A Triant, Scott D Cinel, Akito Y Kawahara: Lepidoptera genomes: Current knowledge, gaps and future directions. In: Curr Opin Insect Sci 25, 2018: 99–105. doi:10.1016/j.cois.2017.12.004. Leseprobe.

Weblinks