Zum Inhalt springen

Lutherkirche (Rudolstadt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Rudolstadt Caspar-Schulte-Straße 22 Evangelische Kirche (Lutherkirche) ,mit Austtattung,Grundstück und Einfriedung.jpg
Lutherkirche Westportal

Die Lutherkirche ist ein evangelisch-lutherisches Gotteshaus in Rudolstadt in Thüringen. Die Kirche wurde 1906 nach Entwurf des Architekten Theodor Quentin erbaut und steht unter Denkmalschutz.<ref>Denkmalliste des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt. (PDF; 629 kB) kreis-slf.de, 12. Februar 2013, abgerufen am 8. November 2022.</ref>

Sie wurde als dezidiert „lutherische“ Gottesdienststätte konzipiert. Architektonisch stehen sich die Elemente der Verkündigung gegenüber, so ergänzen Kirchenmusik (Kultur) und Predigt sowie Sakrament (Kult) einander.

Geschichte und Architektur

Der Grundstein zur Lutherkirche wurde am 10. Oktober 1904 gelegt, am 10. November 1906 wurde die Kirche unter Beteiligung des Fürstenhauses als Nachfolger der alten Garnisonkirche eingeweiht. Sie ist im neugotischen Stil errichtet und spiegelt die Aufbruchstimmung in einem neu entstehenden, bürgerlichen Stadtteil der Residenz um die Jahrhundertwende wider. Alle Architekturteile als Maßwerke sind in rotem Sandstein ausgeführt, alle glatten Mauerflächen in grauem, einheimischem Sandstein. Wie aus einem Ankersteinbaukasten zusammengebaut erscheint die Kirche.

Hoch interessant ist die einheitliche Ausstattung und deren theologische Konzeption. Wesentlicher Bestandteil sind die drei Altarraum-Glasfenster mit der Heilsgeschichte sowie die sich an den Seiten gegenüberliegenden Musiker- und Theologenfenster. Sie setzen biblische und theologie- und frömmigkeitsgeschichtliche Schwerpunkte, die neben einer lutherischen Sichtweise auch ein Spiegelbild der damaligen zeitgeschichtlichen Denkweise sind.<ref>Lutherkirche Rudolstadt, auf ekmd.de</ref>

Stifterfenster

Das „lutherische“ Konzept findet auch Ausdruck in den Stifterfenster-Paaren. In einem Fensterpaar stehen sich die Geschichte der Theologie mit Luther, deshalb „Lutherfenster“, Augustinus, Zinzendorf als universale theologisch-geistliche Väter, den lokalen Verteidigern des reformatorischen Glaubens Heinrich XXII. und Katharina die Heldenmütige, beide Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt, sowie den zeitgenössischen Stiftern Familie Mohr, Rudolstadt, gegenüber.

Die Geschichte der Kirchenmusik („Dichtkunst und Musik“) findet ihre zentrale Darstellung im Harfenspieler David, dem Dichter Paul Gerhardt und dem Komponisten Johann Sebastian Bach, die von zwei Liederdichterinnen aus Schwarzburg-Rudolstadt, z. B. Aemilie-Juliane eingerahmt werden.

Bestimmt werden die Stifterfenster von den drei „heilsgeschichtlichen“ Fenstern Weihnachten, Kreuztragung und Auferstehung, sowie Pfingsten im Chorraum.

Orgel

Datei:P2030274-001 Lutherkirche Rudolstadt Steinmeyer-Orgel 17.jpg
Steinmeyer-Orgel

Disposition:

I Hauptwerk C–g3
Bourdon 16′
Prinzipal 8′
Konzertflöte 8′
Viola di Gamba 8′
Gedeckt 8′
Octave 4′
Rohrflöte 4′
Octave 2′
Cornett 3fach 223
Mixtur 2-3fach 223
Trompete 8′
II Schwellwerk C–g3
Stillgedeckt 16′
Prinzipal 8′
Lieblich Gedackt 8′
Gemshorn 8′
Vox coelestis 8′
Geigenprinzipal 4′
Traversflöte 4′
Waldflöte 2′
Rauschquinte 2fach 223
Fagott-Trompete 8′
Pedal C–f1
Subbaß 16′
Bourdonbaß 16′
Octavbaß 8′
Violoncello 8′
Choralbaß 4′
Posaune 16′
  • Koppeln: II/I, II/P, I/P
  • Superoktavkoppel II Superoktavkoppel II/I
  • freie Kombination, 2. freie Kombination, Auslöser
  • Feste Kombinationen: pp, p, mf, f, ff, Tutti
  • Walze ab, Auslöser, Handregister ab, Piano Pedal, Walze, Schweller für II. Manual<ref>Die Orgel (PDF), auf kirchenkreis-rudolstadt-saalfeld.de</ref>

Weblinks

Commons: Lutherkirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 50° 43′ 9″ N, 11° 19′ 40″ O

 {{#coordinates:50,719115|11,32765|primary
   |dim=400
   |globe=
   |name=
   |region=DE-TH
   |type=landmark
  }}

Vorlage:Hinweisbaustein