Lumumba (Getränk)
Lumumba ist ein alkoholisches Mischgetränk. Es besteht aus heißem oder kaltem Kakao mit einem Schuss Rum, manchmal zusätzlich mit Schlagsahne. Statt Rum kann auch Weinbrand oder Amaretto zugegeben werden. Es wird vermutet, dass das Getränk nach dem kongolesischen Politiker Patrice Lumumba benannt wurde. Über die Angemessenheit der Bezeichnung Lumumba gibt es eine kontroverse Debatte.
Namensherkunft und Debatte
Die Herkunft des Namens des Getränkes ist nicht abschließend geklärt. Zumeist wird vermutet, dass das Getränk nach dem kongolesischen sozialistischen Politiker Patrice Lumumba benannt wurde.<ref>Tom Wannenmacher: Lumumba: Getränkebezeichnung im Faktencheck. Mimikama, 4. Dezember 2024, abgerufen am 17. Januar 2026.</ref><ref>Sabrina Kraussler: Rassistische Bedeutung: Verkaufen Wiener Christkindlmärkte "Lumumba"? In: kurier.at. 2. Dezember 2024, abgerufen am 17. Januar 2026.</ref> Die Journalistin Irene Brickner mutmaßte, dass die schon lange bekannte Mischung aus Kakao und Brandy oder Rum ursprünglich aus rassistischen Gründen umgetauft worden sein könnte. Der Name soll zwischenzeitlich allerdings innerhalb der politischen Linken mit „solidarischem Beiklang“ verbunden worden sein.<ref>Irene Brickner: Rassistisch trinken. In: derStandard.at. 24. März 2011, abgerufen am 5. Dezember 2023.</ref>
Ab 2023 entwickelte sich eine Debatte über die Angemessenheit der Bezeichnung. Artemis Saleh, Koordinatorin für Migrationsforschung der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, merkte an, dass solche und ähnliche Bezeichnungen für braune Speisen eine rassistische Erniedrigung darstellen würden.<ref>Anikke Fischer: Stadt Frankfurt empfiehlt Umbenennung des Getränks "Lumumba". In: hessenschau.de. 30. November 2024, abgerufen am 17. Januar 2026.</ref> Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Benennung eines Kakaos mit Schuss nach Patrice Lumumba als sarkastische Anspielung auf dessen Ermordung aufgefasst werden könne.<ref>Julian Mayr: Historikerin startet Debatte um Kakao mit Schuss – „Bezeichnung des Getränks ist rassistisch“. In: Frankfurter Rundschau. 5. Dezember 2023, abgerufen am 29. Januar 2026.</ref> Die Tourismusabteilung Frankfurts sprach sich 2024 gegen die Nutzung auf Weihnachtsmärkten aus. Im Dezember 2025 verbot das Stadtmarketing Kassel die Bezeichnung auf dem Weihnachtsmarkt.<ref>Inken Klinge: Kassel: Diskussion um "Lumumba"-Verbot auf Weihnachtsmarkt. In: zdfheute.de. 16. Dezember 2025, abgerufen am 29. Januar 2026.</ref>
Verbreitung
Abweichend ist das Getränk in Norddeutschland und besonders in Nordfriesland sowie in den Niederlanden und Dänemark unter dem Namen Tote Tante ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) verbreitet. Diese Bezeichnung geht auf eine Legende von der Insel Föhr zurück, nach der die Urne mit der Asche einer in Amerika verstorbenen Föhrerin in einer Kakaokiste auf die Insel zurückgekehrt sein soll.<ref>Christin Lempfert: 13 Dinge, die nur Nordfriesen verstehen. In: SHZ. 16. August 2017, abgerufen am 23. Februar 2024.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
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