Luis Scrinzi
Luis Scrinzi (geboren am 5. August 1847 in Bozen; gestorben am 1. November 1890 in Gries bei Bozen) war ein Baumeister in Südtirol.
Leben
Scrinzi war der Sohn eines Kaufmanns (vermutlich Franz Scrinzi), der durch Fleiß und Geschäftstüchtigkeit zu großem Reichtum gekommen war und ein florierendes Unternehmen hinterließ. Scrinzi erbaute unter anderem einige Häuser am Obstplatz in Bozen, dort wo sich zuvor das Wirtshaus zur Sonne befand.<ref>Nachruf in Der Burggräfler 5. November 1890, S. 3 (digital.tessmann.it).</ref> Er gehörte 1884 als Ergänzungsgeschworener der IV. Schrurgerichts-Session in Bozen an.<ref>Tiroler Volksblatt. 23. Jahrgang, Nr. 94, 22. November 1884 (google.de).</ref> Auch im Jahr 1886 war er noch als Geschworener aufgestellt.
Er arbeitete 12 Jahre lang mit Ignaz Vaja zusammen, der bis zum 1. Januar 1883 bei Scrinzi als technischer Assistent angestellt war und sich an diesem Tag als Baumeister selbständig machte. Das Technische Büro lag in der Handlung J. B. Scrinzi in der Dominikanergasse Nr. 24.<ref>Tiroler Volksblatt. 1884 (google.de – Annonce).</ref> Seine Bozener Villa in der Neustädtischen Hauptstraße wurde bereits im November 1884 samt dem zugehörigen Grundstück an Mathias Gruber und Albert Camel verkauft.<ref>Innsbrucker Tagblatt. Minutti, 15. November 1884, S. 3 (google.de).</ref> 1887 verabschiedete er sich durch ein Inserat in der Bozner Tageszeitung von Bozen und empfahl als seine Nachfolger Hans Madeín und Ignaz Vaja.
Aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit hielt er sich im Jahr 1885 gemeinsam mit seiner Frau für einen Kuraufenthalt in der Kaltwasserheilanstalt in Sankt Radegund auf.<ref>Grazer Morgenpost. Nr. 152, 8. Juli 1885 (google.de – Beilage).</ref> Er starb nach längerer Krankheit in seiner Villa in Gries. In seinem Testament vermachte Scrinzi dem Frauen-Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger Künstlerwitwen und Künstlerwaisen einen Geldbetrag von 100 Mark.<ref>Rechenschafts-Bericht über den Stand und das Wirken des Frauen-Vereins zur Unterstützung Hilfsbedürftiger Künstlerwittwen und Künstlerwaisen. Gotteswinter, 1892, S. 2 (google.de).</ref>
Bauwerke (Auswahl)
- 1884 Villa Wilhelma; gekauft von Frau Wendlandt; in der Villa wurden Wohnungen für Kurgäste eingebaut. Heute nach Umbau Personalhaus des Herzogspalastes.
- 1884 zusammen mit Otto v. Mayrhauser: Bau der drei Villen am Berghang in der M.-Pacher-Straße: Villa Edelweiß, Villa Bavaria, Villa Schöneck. Ehemals für Kurgäste bestimmt, heute Privatwohnungen; heute nicht mehr mit Villennamen, sondern einfach Hausnummern 16, 18 und 20. Villa Schöneck ist heute um ein Stockwerk erhöht.
- 1885 Zweistöckiges Haus, Ecke Walther- und Schlernstraße in der Bozner Neustadt. (Schlernstraße ist heute Marconistraße, Waltherstraße ist heute Carduccistraße)
Literatur
- Viktor Malfér: Bautätigkeit in Bozen-Gries 1850–1914. In: Der Schlern. März 1984, Heft 3, S. 139–149.
- Nachruf in Der Burggräfler 5. November 1890, S. 3 (digital.tessmann.it).
Weblinks
- Sterbebild von Alois Scrinzi auf sterbebilder.schwemberger.at
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Scrinzi, Luis |
| ALTERNATIVNAMEN | Scrinzi, Alois; Scrinzi, Louis |
| KURZBESCHREIBUNG | Baumeister in Südtirol |
| GEBURTSDATUM | 5. August 1847 |
| GEBURTSORT | Bozen |
| STERBEDATUM | 1. November 1890 |
| STERBEORT | Gries bei Bozen |