Ludwig von Slicher
Ludwig Johann Freiherr von Slicher<ref name="Rothert">Wilhelm Rothert: v. Slicher, Ludw., FreiH, GMajr. In: Allgemeine Hannoversche Biographie. Band 2: Im Alten Königreich Hannover 1814–1866. Sponholtz, Hannover 1914, S. 582.</ref><ref name="GWLB">o. V.: Slicher, Ludwig Johann Freiherr von. In: Niedersächsische Personen. (Neueingabe erforderlich) der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek in der Version vom 1. September 2011 zuletzt abgerufen am 24. Juni 2020</ref> (* 15. Juni 1809 in Kassel; † 9. September 1896 in Hannover) war ein hannoverscher Generalmajor.<ref name="HBL">Klaus Mlynek: Slicher, Ludewig (Louis) Johann Freiherr von. In: Hannoversches Biographisches Lexikon. S. 336.</ref>
Leben
Ludwig entstammte der 1815 in den Niederlanden in den Adelsstand erhobenen Familie von Slicher. Er war der Sohn des Freiherrn Jakob von Slicher<ref name="Rothert"/> (1780–1837) aus Den Haag und der Caroline Marie Ernestine Sophie, geborene von Eschwege (1785-ca. 1837)<ref>Handbuch des Preußischen Adels, Band 2, S.225</ref>. Slichers Schwester Jeanette (* 1812) wurde Ehrenstaatsdame der Königin von Hannover.<ref name="Rothert"/>
Slicher begann seine militärische Laufbahn am 7. Dezember 1825 als Sekondeleutnant im Garde-Grenadier-Regiment in der Hannoverschen Armee, am 21. Mai 1829 wurde er Premier-Lieutenant. Ab dem 1. Januar 1841 war er als Flügeladjutant unter König Ernst August tätig, ab 1851 unter Georg V. von Hannover. Am 7. November 1842 wurde er zum Hauptmann und am 6. Juni 1851 (mit Patent zum 4. Januar 1853) wurde Slicher zum Major befördert. Er avancierte am 26. Mai 1851 zum Oberstleutnant und am 20. Mai 1860 zum Oberst. Am 3. Mai 1861 erfolgte seine Versetzung in den Ruhestand und am 27. Mai 1863 erhielt er den Charakter als Generalmajor.<ref name="HBL" />
Am 30. November 1863 wurde Slicher die Ehrenbürgerwürde der Stadt Hannover verliehen.<ref name="HBL" />
Slicher war mit Caroline von Eschwege aus dem Hause Aue verheiratet.<ref>Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. Band 95, 1990, Anm. 29 S. 257, Vorschau über Google-Bücher</ref> In seinem Todesjahr 1896<ref name="HBL" /> hatte der als „Slicher, Louis (Joh.)“ eingetragene Generalmajor a. D. laut dem Adreßbuch, Stadt- und Geschäftshandbuch der Königlichen Residenzstadt Hannover und der Stadt Linden seinen Wohnsitz im Parterre des Hauses Adolfstraße 5, das heute die Adresse Kommandanturstraße 16 hat.<ref name="ABH 1896">Adreßbuch, Stadt- und Geschäftshandbuch der Königlichen Residenzstadt Hannover und der Stadt Linden. Abteilung I, Teil 3: Alphabetisches Verzeichniß der Behörden und Anstalten, der Einwohner und Handelsfirmen. S. 920. sowie Erklärung der Bezeichnung für Orden und Ehrenzeichen. S. XIV. als Digitalisate der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek über die Deutsche Forschungsgemeinschaft</ref>
Ehrungen
Ludwig von Slicher wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. Er war Inhaber des preußischen Roten Adlerordens und des Kronen-Ordens III. Klasse, Rechtsritter des Johanniterordens, Kommandeur I. Klasse des Guelphen-Ordens, Inhaber des Wilhelms-Kreuzes für 25-jährige Militärdienstzeit, des Oldenburgischen Haus- und Verdienstorden des Herzogs Peter Friedrich Ludwig II. Klasse, trug den kurhessischen Wilhelmsorden, den Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausorden II. Klasse, den Österreichisch-kaiserlichen Leopold-Orden III. Klasse, den Braunschweigischen Orden Heinrichs des Löwen und war mit dem Hamburger Dankzeichen geehrt worden.<ref name="ABH 1896" />
Slicherstraße
1904 wurde im hannoverschen Stadtteil List die nach ihm benannte Slicherstraße angelegt, die von der Voßstraße zur Harnischstraße führt.<ref>Helmut Zimmermann: Slicherstraße. In: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 229.</ref>
Schriften
- Reise nach England als Flügel-Adjutant im Gefolge S. M. des Königs Ernst August von Hannover 1843, Tagebuch. In: Hannoversche Geschichtsblätter. 1898, Band 1.
Literatur
- Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 336.
- Bernhard von Poten, Die Generale der Königlich Hannoverschen Armee und ihrer Stammtruppen in Militär-Wochenblatt: Beihefte, 1902, S. 326 Nr. 459
Archivalien und Porträt
Archivalien von und über Ludwig von Slicher finden sich beispielsweise im Niedersächsischen Landesarchiv (Standort Hannover) in der Bildgutsammlung, im Depositum Nummer 103: Das „Album mit 27 Porträts, die Bilder entstanden in den Jahren 1860 - 1866“, enthält unter anderem ein Bild des Ludwig Johann Freiherr von Slicher; Archivsignatur NLA HA Dep. 103 XXII Nr. 12.<ref>Angaben im Archivinformationssystem Arcinsys Niedersachsen Bremen</ref>
Einzelnachweise
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- Generalmajor (Hannover)
- Ehrenbürger von Hannover
- Freiherr
- Person (Calenberger Neustadt)
- Träger des Roten Adlerordens 3. Klasse
- Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse
- Rechtsritter (Johanniterorden)
- Kommandeur I. Klasse des Guelphen-Ordens
- Träger des Wilhelms-Kreuzes (Hannover)
- Großkomtur des Oldenburgischen Haus- und Verdienstordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig
- Kommandeur I. Klasse des Wilhelmsordens
- Träger des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens (Komtur II. Klasse)
- Träger des ö.k. Leopold-Ordens (Ritter)
- Träger des Ordens Heinrichs des Löwen
- Deutscher
- Geboren 1809
- Gestorben 1896
- Mann