Ludwig von Bothmer (Offizier, 1817)
Ludwig Friedrich Ernst von Bothmer (* 3. März 1817 in Nienburg/Weser; † 23. September 1873 in Köln) war ein preußischer Generalleutnant und Gouverneur von Köln.
Leben
Herkunft
Ludwig entstammte dem Adelsgeschlecht von Bothmer. Er war der Sohn des hannoverschen Generalmajors Ernst von Bothmer (1770–1849) und dessen Ehefrau Wilhelmine, geborene von Mansberg (1781–1838).
Militärkarriere
Bothmer besuchte das Gymnasium Bückeburg und war anschließend Kadett im Garde-Jäger-Bataillon der Hannoverschen Armee. Er avancierte Anfang Juni 1836 zum Sekondeleutnant, stieg Anfang November 1842 zum Premierleutnant auf und war ab 1845 Adjutant des Bataillons. Unter Beförderung zum Hauptmann erfolgte am 6. Juni 1848 seine Ernennung zum Kompaniechef. Mit der Beförderung zum Major wurde Bothmer am 24. Mai 1857 zum 2. Jäger-Bataillon versetzt und am 15. Mai 1859 als Oberstleutnant Kommandeur dieses Bataillons. In gleicher Eigenschaft trat er am 27. Mai 1862 zum 3. Jäger-Bataillon über. Unter Verleihung des Charakters als Oberst erhielt Bothmer am 24. Mai 1863 das Kommando über die 4. Infanterie-Brigade und stieg Ende Mai 1865 zum Generalmajor auf.
Während des Krieges gegen Preußen führte Bothmer seine Brigade 1866 in der Schlacht bei Langensalza. Trotz des Sieges kapitulierte die Armee zwei Tage später und das Königreich wurde durch Preußen annektiert. Bothmer schied daraufhin aus hannoverschen Diensten und wurde am 9. März 1867 als Generalmajor mit Patent vom 26. November 1865 bei den Offizieren von der Armee der Preußischen Armee angestellt. Zunächst war er der 20. Division zugeteilt und erhielt am 10. August 1867 das Kommando der 12. Infanterie-Brigade. Bei der Mobilmachung anlässlich des Krieges gegen Frankreich folgte am 18. Juli 1870 seine Ernennung zum Truppenkommandanten in Köln mit den Kompetenzen eines Divisionskommandeurs sowie acht Tage später die Beförderung zum Generalleutnant.
Am 22. August 1870 wurde Bothmer Kommandeur eines Detachements, dass sich aus dem 5. Rheinischen Infanterie-Regiment Nr. 65, den Landwehr-Regimentern Nr. 28 und 68, einer schweren Reservebatterie des Westfälischen Feldartillerie-Regiments Nr. 7 und dem 4. Reserve-Husaren-Regiment zusammensetzte und zur Einschließung von Thionville bestimmt war. Für die weitere Dauer des mobilen Verhältnisses übernahm er am 30. September 1870 das Kommando über die 13. Division. Bothmer erhielt für sein Wirken beide Klassen des Eisernen Kreuzes und die Lippische Militär-Verdienstmedaille.
Nach dem Friedensschluss wurde Bothmer am 23. Mai 1871 in seiner Stellung als Divisionskommandeur in Münster bestätigt und Mitte Juni 1871 mit dem Stern zum Roten Adlerorden II. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern ausgezeichnet. Außerdem erhielt er Mitte Dezember 1871 die Erlaubnis zur Annahme des Ehrenkreuzes I. Klasse des Lippischen Hausordens mit Schwertern. Am 23. Mai 1873 wurde er Gouverneur von Köln. Bothmer starb am 23. September 1873 im Alter von 56 Jahren und wurde auf dem Kölner Melaten-Friedhof beerdigt. Neben ihm wurde seine vier Tage später verstorbene Schwiegermutter Auguste beigesetzt.<ref>Hans Friedrich Christian von Bothmer in der Datenbank Find a GraveVorlage:Abrufdatum. </ref>
Familie
Bothmer heiratete am 24. Februar 1859 in Hildesheim Louise Leue (1837–1922). Sie war die Tochter des hannoverschen Regierungsrats Friedrich Leue und der Auguste von dem Knesebeck. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor, darunter:
- Otto (* 1861), preußischer Major ⚭ 1900 Clara von Mansberg (* 1876)
- Helene (* 1863), Chanoinesse des Klosters Isenhagen
- Marie (* 1865) ⚭ 1895 Kurt von Arenstorff, Herr auf Holtorf
- Wilhelm (* 1869), preußischer Hauptmann und Kompaniechef im 1. Hannoverschen Infanterie-Regiment Nr. 74 ⚭ 1910 Marie Freiin von Egloffstein (* 1887)
Literatur
- Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 8, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, o. O. [Hamburg], o. J. [1941], DNB 367632837, S. 133–134, Nr. 2516.
- Genealogisches Handbuch des Adels. Adelige Häuser A. Band XXI, S. 57. Band 98 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1990, ISBN 3-7980-0700-4.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1919. Zwanzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1918, S. 145. (Digitalisat)
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bothmer, Ludwig von |
| ALTERNATIVNAMEN | Bothmer, Ludwig Friedrich Ernst von (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | preußischer Generalleutnant |
| GEBURTSDATUM | 3. März 1817 |
| GEBURTSORT | Nienburg/Weser |
| STERBEDATUM | 23. September 1873 |
| STERBEORT | Köln |
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- Generalleutnant (Königreich Preußen)
- Gouverneur (Preußen)
- Person im Deutsch-Französischen Krieg
- Generalmajor (Hannover)
- Person im Deutschen Krieg
- Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse
- Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse
- Träger der Militär-Verdienstmedaille (Lippe)
- Inhaber des Lippischen Hausordens I. Klasse
- Ritter des Guelphen-Ordens
- Träger des Wilhelms-Kreuzes (Hannover)
- Infanterist (Preußen)
- Familienmitglied des Adelsgeschlechts Bothmer
- Deutscher
- Geboren 1817
- Gestorben 1873
- Mann