Ludwig Dettmann ist nicht zu verwechseln mit seinem 1856 geborenen, gleichnamigen Zeitgenossen, der als Zeichenlehrer und Aquarell-Landschaftsmaler tätig war.
1900 wurde er zum Direktor der Kunstakademie Königsberg berufen. Um 1906 war er zusammen mit Poppe Folkerts mit dekorativen Gemälden für die technischen Hochschulen in Königsberg und Danzig beschäftigt. Zwei größere Wandgemälde Dettmanns aus dem Jahr 1913 befinden sich heute noch im Eingangsbereich des Kieler Rathauses. Nach Monika Potztal galt Dettmann als ein „Vorkämpfer des Impressionismus“ in Deutschland.<ref name="MoPo" /> Er gehörte zur bevorzugten Auswahl zeitgenössischer Künstler, die das „Komité zur Beschaffung und Bewertung von Stollwerckbildern“ dem Kölner Schokoladeproduzenten Ludwig Stollwerck zur Beauftragung für Entwürfe vorschlug.<ref>Detlef Lorenz: Reklamekunst um 1900. Künstlerlexikon für Sammelbilder. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2000, ISBN 978-3-496-01220-7. </ref> 1909 erhielt er auf der Großen Berliner Kunstausstellung eine große Goldmedaille.
1913 schuf Dettmann zum 100. Jahrestag der Befreiungskriege einen dreiteiligen Wandfries für die Königsberger Kunstakademie aus drei Monumentalgemälden, die jeweils 11 m breit und 4,5 m hoch waren. Die Gemälde wurden auch auf Postkarten vermarktet. Ebenfalls monumental war das Triptychon zum 50. Jahrestag der Schlacht von Düppel, das 1914 auf der Düppel-Gedächtnisausstellung in Sonderburg präsentiert wurde.
1915 nahm Dettmann an der von Heer und Marine organisierten Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste in Berlin sowie im Mai 1916 an der im Königsberger Kunstverein teil. Auf diesen Ausstellungen während des Krieges wurden vorwiegend Porträts der deutschen Generalität – von Dettmann waren die Porträts der Feldmarschälle Erich Ludendorff und Paul von Hindenburg zu sehen – sowie heroische Kriegs- und Schlachtengemälde gezeigt.<ref>Frank Möller: Charismatische Führer der Nation. Oldenbourg Verlag, München 2004, ISBN 3-486-56717-9, S. 128 ff.</ref> Über die gesamte Dauer des Ersten Weltkriegs war er offizieller Kriegsmaler.
Dettmann legte 1916 das Lektorat an der Königsberger Kunstakademie nieder und lebte seitdem in Berlin.<ref>Ludwig Dettmann. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band1: A–D. E. A. Seemann, Leipzig 1953, S.Vorlage:VonBis (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).</ref> 1923 illustrierte er Walter BloemsWeltbrand – Deutschlands Tragödie 1914–1918.<ref>Originalbeschreibung im Bundesarchiv zu Bundesarchiv-Bild 183-2008-0208-501, Ludwig Dettmann.jpg von August Scherl</ref>
1938 schrieb er das Buch Ostfront. Ein Denkmal des Deutschen Kampfes,<ref name="Klee112">Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 112.</ref> das 1946 in der SBZ in die Liste der auszusondernden Literatur aufgenommen wurde.<ref>Liste der auszusondernden Literatur 1946.</ref> Die Wertschätzung seiner Werke durch die Nationalsozialisten geht auch daraus hervor, dass ihn Adolf Hitler im August 1944 in die Gottbegnadeten-Liste der wichtigsten Kunstmaler aufnahm.<ref name="Klee112" />
Ludwig Dettmann starb 1944 im Alter von 79 Jahren in Berlin und wurde auf dem Waldfriedhof Dahlem beigesetzt. Das Grab ist nicht erhalten.<ref>Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 579.</ref>
Datei:Dettmann-1813-postkarte01.jpgMonumentalgemälde „Erhebung des Volkes“ (1913)Dreiteiliger Wandfries für die Kunstakademie Königsberg (1913)
„Erhebung des Volkes“
„General Yorck in seiner Ansprache an die ostpreußischen Stände am 5. Februar zu Königsberg, Gründung der Landwehr“
„Kampf der Landwehr gegen französische Garde“
Triptychon für die Düppel-Gedächtnisausstellung in Sonderburg (1914)
Literatur
Ludwig Dettmann (Maler, 1865). In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 26, Saur, München u. a. 2000, ISBN 3-598-22766-3, S. 489.