Zum Inhalt springen

Lucius Munatius Plancus (Konsul 13)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Lucius Munatius Plancus (Paulinus?) war ein römischer Politiker und Senator zu Beginn des 1. Jahrhunderts n. Chr.

Plancus war wohl ein Nachkomme des Lucius Munatius Plancus, der im Jahr 42 v. Chr. Konsul gewesen war. Im Jahr 13 war Plancus zusammen mit Gaius Silius ordentlicher Konsul.

Ein Jahr später übernahm er als Leiter einer Gesandtschaft des Senats an Germanicus die Aufgabe, sich den meuternden Truppen auszusetzen, obwohl seine Stellung ihn eigentlich vor diesem Risiko hätte bewahren müssen. Schließlich bot ihm das Lager der I. Legion, die nach Ara Ubiorum marschierte, Schutz. Es fehlte nicht viel, dass ein Gesandter des römischen Volkes im römischen Lager mit seinem eigenen Blut die Altäre der Götter befleckt hätte.<ref>Tacitus, Annalen 1,39.</ref>

Er wird außerdem zu denjenigen gezählt, die im Jahr 16 beschlossen, dass der Tag, an dem Marcus Scribonius Libo Drusus sich das Leben nahm, als Festtag zu Ehren Jupiters, Mars’, der Concordia und weiterer Gottheiten begangen werden sollte.<ref>Tacitus, Annalen 2,32.</ref>

Er war Statthalter (legatus Augusti pro praetore) — in der Inschrift als praeses bezeichnet — in der Provinz Pannonia für 17 (oder mehr) Jahre,<ref>CIL 6, 1743.</ref> und zwar wohl zwischen den Jahren 15 und 35, in einer Zeit, für die sonst kein Statthalter bekannt ist; damit wird die Auffassung von John Morris bestätigt. Man sollte zudem bedenken, dass auch andere Legaten des Tiberius Provinzen über viele Jahre hinweg verwalteten.

Literatur

Einzelnachweise

<references />