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Lucienvörde

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Wappen Hildesheim-Ochtersum.jpg
Das Wappen von Ochtersum mit der Lucienvörder Kirche

Lucienvörde ist eine Wüstung im heutigen Stadtgebiet von Hildesheim.

Das Dorf, dessen erster belegter Name Luttskinevurde lautete, war ebenso wie das Alte Dorf schon bei Gründung der Stadt vorhanden.<ref>Gebauer, Band I, S. 13 f.</ref> Es gehörte dem Moritzstift.<ref> https://cma.gbv.de/dr,cma,010,2007,a,01.pdf S. 11, abgerufen am 12. Dezember 2007 um 6:05 Uhr.</ref> Der Ort lag Johannes Heinrich Gebauer zufolge an der heutigen Alfelder Straße.<ref>Gebauer, Band I, S. 360 (Fn. 7)</ref> Unklar ist sein Verhältnis zu Lotingessem: Möglicherweise lautete der Name ursprünglich Lotingessemwurthe. Demnach wäre Lucienvörde nur ein degenerierter Überrest des langsam dahinschwindenden Lotingessem gewesen. Dazu würde die Tatsache passen, dass Lotingessem noch Anteil an der Waldallmende hatte, Lucienvörde aber nicht (mehr).<ref>So Gebauer, Band I, S. 360 (Fn. 7) mit weiterem Nachweis</ref> Um 1290 bestand in seiner Nähe eine Klause.<ref>Gebauer, Band I, S. 246 f.</ref> Im 15. Jahrhundert war es nicht mehr bewohnt.<ref name=Geb187>Gebauer, Band I, S. 187.</ref>

Die in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts als St. Stephanus erbaute und um 1596 als St. Peregius erneuerte<ref name=Altfried>http://www.st-altfried.de/html/geschichte.html, abgerufen am 12. Dezember 2007 um 5:44 Uhr</ref>, möglicherweise etwas abseits der Siedlung gelegene<ref name=Geb360>Gebauer, Band I, S. 360</ref> Dorfkirche überdauerte den Untergang des Ortes und wurde danach von einem Kaplan des Moritzstifts betreut.<ref name=Geb187 /> Zu ihrem Pfarrbezirk gehörten auch die Katholiken Ochtersums<ref name=Geb360 /> sowie der jüngere südliche Teil der Dammstadt, der sog. „kleine Damm“.<ref>Gebauer, Band I, S. 71</ref> Beim Bau der Landwehr der Altstadt wurde sie draußen gelassen, noch im 19. Jahrhundert erstreckten sich in dieser Gegend als Landwehrgärten bekannte Ackerflächen.<ref>Gebauer, Band I, S. 200</ref> Auch nach der Errichtung einer eigenen Kapelle in Ochtersum 1626 blieb sie Ochtersumer Pfarrkirche.<ref name=Altfried /> Erst auf Anordnung der Regierung des Königreichs Westphalen wurde sie 1812<ref name=Altfried /> geschlossen, 1830 wurde sie abgebrochen.<ref>Gebauer, Band I, S. 14</ref> An ihrer Stelle steht heute die Kapelle des Friedhofs an der Alfelder Straße.<ref name=Altfried />

Die Lucienvörder Kirche ist Teil des Wappens von Ochtersum.

Literatur

  • Johannes Heinrich Gebauer: Geschichte der Stadt Hildesheim. 2 Bände, Lax, Hildesheim/Leipzig 1922/24 (unveränderter Nachdruck)

Einzelnachweise

<references/>

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