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Louis-Arsène Delaunay

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Datei:Portret van Louis-Arsène Delaunay Delaunay (titel op object), RP-F-F25479-O (cropped).jpg
Louis-Arsène Delaunay (um 1870)

Louis-Arsène Delaunay oder Louis Arsène Delaunay (* 21. März 1826 in Paris; † 22. September 1903) war ein französischer Schauspieler, der hauptsächlich an der Comédie-Française wirkte.

Leben und Wirken

Delaunay wurde 1826 in Paris als Sohn eines Weinhändlers geboren.<ref name="britannica" /> Bereits Ende der 1830er trat er in einigen Stücken am Théâtre de l’Ambigu-Comique auf.<ref name="lads" /> Eine Verpflichtung am Théâtre du Gymnase wurde ihm mit Verweis auf seine fehlende offizielle Ausbildung versagt. Anschließend ging er ans Pariser Konservatorium, wo er unter anderem bei Jean-Baptiste Provost studierte.<ref name="cf" /> 1845 verpflichtete ihn Bocage auf drei Jahre für das Ensemble des Théâtre National de l’Odéon an. Dort debütierte Delaunay in einer Inszenierung von Molières Tartuffe.<ref name="britannica" /> Für eine Rolle in einer Komödieninszenierung erregte er erste Aufmerksamkeit.<ref name="oxford" /> Alsbald galt er als einer aufstrebenden Schauspieler Paris’.<ref name="cf" /> Nach drei Jahren wechselte er an die Comédie-Française, wo er als Valère in Molières Die Schule der Ehemänner sein Debüt gab.<ref name="cf" /> Für 1850 findet sich sein Name ein letztes Mal in einer Besetzungsliste am Théâtre National de l’Odéon,<ref name="lads" /> bevor er zum Sociétaire an der Comédie-Française wurde.<ref name="tnie" /> Insgesamt verbrachte er dort 37 Jahre und trat in über 200 Inszenierungen auf.<ref name="britannica" />

Zunächst trat er vor allem in Stücken von Molière oder Pierre Carlet de Marivaux auf, erschloss sich aber mit der Rolle des Fortunio in Alfred de Mussets Le Chandelier einen neuen Rollentypus,<ref name="cf" /> jenen des jeune premier, also des (jugendlichen) Helden oder Liebhabers.<ref name="britannica" /> In diesem Typus tat er sich für den Rest seiner Karriere hervor.<ref name="cf" /> Besonders profilierte er sich in Stücken von Musset,<ref name="britannica" /> doch auch in Stücken von Émile Augier, Auguste Vacquerie und François Ponsard. Später ersetzte er auch Jean Baptiste Prosper Bressant in verschiedenen Rollen, unter anderem in der Hauptrolle in Molières Don Juan. Daneben tat er sich auch als Dorante in Pierre Corneilles Der Lügner, als Horace in Molières Die Schule der Frauen und als Lélie in L'Étourdi ou les Contretemps, ebenfalls von Molière. Laut der Comédie-Française zeichnete sich Delaunay durch „Anmut“ und eine „musikalische Stimme mit ihren zarten Wendungen“ aus.<ref name="cf" /> Die Encyclopædia Britannica bemerkte 1911, dass sich Delaunay durch „seinen Anmut, seine wunderbare Aussprache und seine Hingabe“ hervorgetan habe.<ref name="britannica" /> 1877 erhielt er einen Ruf an das Pariser Konservatorium als Professor für Redekunst im Drama.<ref name="tnie" /> Zu seinen Schülern gehörte unter anderem Émilie Lerou.<ref name="tardieu 248" /> Mittlerweile einer der bekanntesten Schauspieler Frankreichs,<ref name="tnie" /> ging er 1886 in den Ruhestand. Bei seiner Abschiedsvorstellung 1887 kehrte er mehrere Jahrzehnte nach seinem Durchbruch in die Rolle des Fortunio in Mussets Le Chandelier zurück.<ref name="britannica" /> Er starb am 22. September 1903 im Alter von 77 Jahren.<ref name="lads" />

Auszeichnungen

  • 1883: Chevalier der Ehrenlegion<ref name="britannica" />

Weblinks

Commons: Louis-Arsène Delaunay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="cf"> Louis-Arsène Delaunay. In: comedie-francaise.fr. Comédie-Française, abgerufen am 31. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="lads"> Louis-Arsène Delaunay. In: lesarchivesduspectacle.net. Les Archives du spectacle, abgerufen am 31. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="oxford"> Phyllis Hartnoll, Peter Found (Hrsg.): The Concise Oxford Companion to the Theatre. Oxford University Press, Oxford 2000, ISBN 7-81080-007-8, S. 122. </ref> <ref name="britannica"> Eintrag zu Delaunay, Louis Arsène. In: Encyclopædia Britannica, Band 7, A & C Black, London 1911, S. 946 (online). </ref> <ref name="tnie"> Eintrag zu Delaunay, Louis Arsène. In: The New International Encyclopædia, Dodd, Mead & Co., New York City 1905, S. 85 (online). </ref> <ref name="tardieu 248"> Ambroise Tardieu: Histoire généalogique des Tardieu. Ambroise Tardieu, Herment 1893, S. 248 (archive.org). </ref> </references>

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