Datei:Lorenzo Lotto 060.jpgThronende Madonna mit Kind und Heiligen (Pala di San Bernardino), 287 × 268 cm, San Bernardino in Pignolo, Bergamo, 1521
Über Lorenzo Lottos Jugend und Ausbildung ist nichts bekannt.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 11 und 30</ref> Sein Vater hieß Tommaso Lotto.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 29</ref> Vor allem in seinen frühen Werken zeigt sich Lorenzo beeinflusst von der Malerei Giovanni Bellinis (1430–1516), und auch von Albrecht Dürer, der 1494–95 und 1505 in Venedig weilte, und von dem er wahrscheinlich mehr als nur Stiche kannte.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 11, 30 (Bellini, Vivarini) und S. 35–36 (Dürer)</ref>
Das erste bekannte Dokument, in dem Lottos Name genannt wird, stammt vom 10. Juni 1503, als er in Treviso im Veneto seinen Wohnsitz hatte.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 30 f</ref> Sein wichtigster Mäzen in dieser Stadt war der Bischof Bernardo de’ Rossi, von dem er 1505 auch ein bedeutendes Porträt malte.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 31–34</ref> Er hatte sich bereits einen hervorragenden Ruf erarbeitet und wurde in einem Dokument von 1505 als „pictor celeberrimus“ (sehr berühmter Maler) bezeichnet.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 31</ref> Über de’ Rossi bekam Lotto seinen ersten öffentlichen Auftrag, die Pala di Santa Cristina für den Hauptaltar der Gemeindekirche des gleichnamigen Ortes bei Treviso.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 34 und 76</ref>
1506 ging der Maler nach Recanati in den Marken, um für die Kirche San Domenico ein großes Polyptychon zu schaffen, das er zwei Jahre später vollendete (heute in der Pinacoteca Civica, Recanati).<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 36</ref>
1509 war er nachweislich in Rom, wo er gemeinsam mit Sodoma und Bramantino wahrscheinlich an den Dekorationen des päpstlichen Palastes beteiligt war und mit Raffael in Berührung kam, der jedoch nur einen sporadischen Einfluss auf ihn ausübte.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 36 & 39</ref> Davon zeugt u. a. eine mit 1512 datierte Grablegung Christi, die sich heute in Jesi befindet (Pinacoteca Civica).<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 98f</ref>
Nach einem vermuteten Aufenthalt in den Marken lebte Lotto von 1512 oder 1513 bis Ende 1525 dann in Bergamo.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 14 und 18</ref><ref name="Lex324">Lotto, Lorenzo, in: Lexikon der Kunst, Bd. 7, Karl Müller Verlag, Erlangen 1994, S. 324–325, hier: 324</ref> Diese Zeit gilt als eine künstlerisch besonders fruchtbare Phase seines Lebens, nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 40 (oben) und 41</ref> Der erste Auftrag, der den Maler wohl überhaupt nach Bergamo zog, war die große Pala Martinengo für den Hauptaltar der Kirche Santi Stefano e Domenico (heute: Santi Bartolomeo e Stefano), die er für Alessandro Martinengo Colleoni malte, einen Sohn des berühmten CondottiereBartolomeo Colleoni; die Pala ist insgesamt über 5 m hoch.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 39–40</ref> Lotto erfreute sich in der lombardischen Stadt bald großer Beliebtheit als Porträtist und erhielt zahlreiche andere Aufträge, sowohl privater Natur als auch für Kirchen der Stadt. Zu den bedeutendsten gehören die 1521 fertiggestellte Pala für San Bernardino und die Pala di Santo Spirito, die erstaunlich unterschiedlich in Konzeption und Stil sind.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 41</ref> Für Santa Maria Maggiore in Bergamo lieferte Lotto bis 1531 außerdem Entwürfe für Intarsien des Chorgestühls – ein Auftrag, der zu einigen Problemen und schließlich zu einem Zerwürfnis führte, weil er sich unterbezahlt fand.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 44–50</ref>
Ende 1525 war Lotto in Venedig, wo er zunächst im Dominikaner-KlosterSanti Giovanni e Paolo wohnte.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 18 und 52</ref><ref name="Lex324" /> Während seiner venezianischen Jahre hatte er freundschaftlichen Kontakt zu Palma il Vecchio, Jacopo Sansovino und Sebastiano Serlio. Zwischen 1527 und 1529 entstand seine Apotheose des Hl. Nikolaus für die Kirche Santa Maria dei Carmini, die 1557 von Lodovico Dolce wegen Lottos eigensinnigem Gebrauch von Farben und Schatten kritisiert wurde.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 53 und 134 f</ref> Unter seinen venezianischen Porträts ragt das 1527 entstandene Bildnis des Andrea Odoni (Royal Collection, Windsor Castle) heraus, das in der Weichheit des Kolorits Lottos Auseinandersetzung mit Tizian, aber auch mit Correggio, zeigt.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 53 und 138 f.</ref>
Datei:Lorenzo Lotto 004.jpgPala di Santa Lucia (Hl. Lucia vor dem Richter), 243 × 237 cm, Pinacoteca Civica, Jesi, 1532
In Venedig arbeitete Lotto daneben weiterhin für Auftraggeber in Bergamo und in den Marken, unter anderem beendete er 1532 das berühmte und dramatisch bewegte Altarbild der Hl. Lucia vor dem Richter für eine Kapelle in der Kirche San Floriano von Jesi (heute: Pinacoteca Civica, Jesi).<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 52–53 und 146.</ref> Obwohl er in Venedig selber nicht sehr erfolgreich war, war er doch in die Kreise seiner Malerkollegen eingebunden: 1531 wurde er zusammen mit Tizian und Bonifazio de’ Pitati von der Zunft in ein zwölfköpfiges Gremium gewählt, das für die Verteilung einer beachtlichen Summe Geld aus dem Nachlass des Vincenzo Catena an mittellose und bedürftige Mitglieder der Zunft verantwortlich war.<ref>David Rosand: Die venezianische Malerei im 16. Jahrhundert, in: Giandomenico Romanelli (Hrsg.): Venedig - Kunst und Architektur, Bd. 1, Könemann, Köln 1997, S. 394–457, hier: 410</ref>
1533 begab der Künstler sich wieder nach Treviso, und dann in die Marken, wo er wahrscheinlich bis 1539 Aufträge in verschiedenen Städten wahrnahm, darunter eine Kreuzigung für die Kirche Santa Maria in Telusiano in Monte San Giusto. Zu den Meisterwerken dieser Jahre gehören auch die berühmte Verkündigung (Pinacoteca Civica, Recanati), eine Anbetung der Hirten (Pinacoteca Civica, Brescia) und die Hl. Familie mit Engeln (Louvre, Paris).<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 55, 154 f, 156 f, 160 f.</ref>
Zwischen 1540 und Oktober 1542 weilte Lotto in Venedig, um das bereits Jahre zuvor bestellte Altarbild Almosen des Hl. Antonino für die Dominikaner in Santi Giovanni e Paolo zu malen.<ref name="D’Adda56">Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 56 f.</ref> Er wohnte nun bei seinem Cousin Mario d’Armano und dessen Familie, die offenbar mit der Reformation liebäugelten, denn Lotto malte für Mario die Porträts von Martin Luther und Katharina von Bora (wahrscheinlich nach Stichen von Cranach).<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 69 und 71.</ref> Lotto hatte erwiesenermaßen auch noch zu anderen Sympathisanten der Reformation Kontakt.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 71.</ref> Eine eigene Wohnung konnte er sich nicht leisten, angesichts des uneingeschränkten Erfolgs von Tizian und der mittlerweile in der Lagunenstadt modernen florentinischen ManieristenSalviati und Vasari.<ref name="D’Adda56" /> Lotto musste sich sogar Geld von Sansovino leihen.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 56.</ref> Daher versuchte er von 1542 bis 1545 in Treviso sein Glück, aber mit wenig finanziellem Erfolg.<ref name="D’Adda58">Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 58.</ref>
1545 geht er zurück nach Venedig, wo er in den folgenden Jahren ständig den Wohnort wechselte, und wegen zu weniger Aufträge in Melancholie verfällt. In seinem Testament von 1546 bezeichnete er sich als „... allein, ohne einen treuen Herrn und sehr unruhig im Geiste“ („sola, senza fedel governo et molto inquieto dela mente“).<ref name="D’Adda58" /> In dieser Situation wurde er 1547 von Pietro Aretino in einem offenen Brief gedemütigt, in dem dieser ein Loblied auf Tizian sang, der Lotto „im Malen übertroffen“ habe – allerdings sah Aretino Lotto bei religiösen Bildern nach wie vor als führend an.<ref name="D’Adda58" />
1549 reiste er nach Ancona, um ein Bild für die Kirche San Francesco alle Scale zu malen, hatte aber nun so große finanzielle Probleme, dass er Sansovino sechs Gemälde hinterließ, damit dieser sie verkaufe. Als dies nicht gelang, versuchte Lotto selber 16 seiner Bilder und 30 Zeichnungen zu versteigern, konnte jedoch nur 7 Werke zu einem geringen Preis verkaufen.<ref name="D’Adda59">Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 59.</ref> Darüber hinaus hatte er Probleme mit Mitarbeitern.<ref name="D’Adda59" />
1552 zog sich der mittlerweile über 70-jährige in das Kloster der Santa Casa in Loreto zurück, legte 1554 das Gelübde als Oblate ab und, obwohl seine Augen schlechter geworden waren, malte er auch weiterhin noch Bilder für das Kloster und Porträts.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 26, 59 und 61.</ref>
Der genaue Zeitpunkt seines Todes ist nicht bekannt, Lorenzo Lotto starb irgendwann vor Juli 1557 in Loreto.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 61.</ref>
Sein Rechnungsbuch (Libro di spese diverse) der Jahre von 1538 bis zu seinem Tode ist erhalten, enthält auch einige persönliche Bemerkungen, und gilt heute als wertvolles biographisches Zeitdokument.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 55 f.</ref>
1524 malte Lorenzo Lotto im Oratorium der Villa von Battista Suardi in Trescore Balneario einen Freskenzyklus mit Christus und dem Leben der Hl. Barbara, Brigitta, Katharina und Magdalena.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 45, 47, 67–68, 124–125.</ref> Gegenüber dem Hauptbild, am Rande einer Szene aus dem Leben der Hl. Brigitta soll der Maler ein (schlecht erhaltenes) Selbstbildnis hinterlassen haben, als Vogelfänger mit einem Bündel Ruten auf der Schulter und einem Kauz daneben. Das humoristische Detail eines urinierenden Puttos an der Decke darüber könnte als alchimistisches Rätsel und Wortspiel verstanden werden, wie er es oft in seinen Porträts verwendete: Denn der Begriff für Urin in der Alchimie lautete „lot“ – der Putto deutet also auf des Malers Familiennamen Lotto hin (er signierte normalerweise mit „Lotus“ oder „Loto“, schrieb den Namen also nur mit einem „t“).
Im Museo Thyssen Bornemisza in Madrid befindet sich seit 1977 ein nicht signiertes, also anonymes, Bildnis eines Mannes (Inv. no. 230 (1977.73)) das 1974 auf dem britischen Antiquitätenmarkt aufgetaucht war (siehe Abb.).<ref name="Thyssen">Artikel zum Bild auf der Website des Museo Thyssen Bornemisza (englisch; Abruf am 18. April 2020)</ref> Der Porträtierte wirft dem Betrachter aus dem Augenwinkel des rechten Auges einen „scheelen“ Blick zu und das Bild wirkt aufgrund seiner asymmetrischen Proportionen so, als ob es (mindestens) am rechten Rand beschnitten wäre. Das Gemälde wurde aus stilistischen Erwägungen Lorenzo Lotto zugeschrieben;<ref name="Thyssen" /> außerdem äußerte Federico Zeri aufgrund der Haltung des Dargestellten die Vermutung, dass es sich um ein Selbstporträt handeln könnte.<ref name="Thyssen" /> Auf zahlreichen Internetseiten wird dieses Bildnis als „Selbstporträt von Lorenzo Lotto“ ausgegeben, oft ohne einen Hinweis, dass es sich nur um eine Zuschreibung handelt (Stand: 18. April 2020).
Würdigung
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Lorenzo Lotto malte fast ausschließlich religiöse Themen, Porträts und einige allegorische Bilder in Öl auf Leinwand; eine seltene Ausnahme ist das Bild Venus und Cupido (ca. 1540) im Metropolitan Museum of Art (New York). Es sind auch einige Fresken erhalten.
Sein fantasievolles und formal vielfältiges Werk steht grundsätzlich in der koloristischen Tradition der venezianischen Malerei nach Giovanni Bellini und Vivarini. Er nahm auch Einflüsse von Dürer und seinen venezianischen Zeitgenossen Giorgione, Palma il Vecchio und Tizian auf, zeigte jedoch von Anfang an ganz eigenständige, und später zuweilen auch eigenwillige Züge. Die Tatsache, dass er vor allem in Treviso, Bergamo und den Marken, also in der künstlerischen „Provinz“, arbeitete, verleiht ihm etwas von einem Einzelgänger oder Außenseiter.
Seine Kunst folgt den naturnahen Idealen der Hochrenaissance, deren typische Harmonie und Ruhe er jedoch nicht selten durch ungewöhnlich bewegte Motive aufbricht, wie z. B. bei Madonnenbildern durch ein unruhiges und unberechenbares Verhalten des Jesuskindes, wie es für kleine Kinder typisch ist.<ref>Beispiele: Madonna mit Kind und Heiligen, ca. 1505, National Gallery of Scotland, Edinburgh; Madonna mit Kind, einem Heiligen Bischof und dem Hl. Onofrio, 1508, Galleria Borghese, Rom; Pala Martinengo, 1513-16, San Bartolomeo, Bergamo; Pala von San Francesco al Monte, 1526, Pinacoteca Civica, Jesi; Maria mit Kind und den Hl. Katharina und Thomas, ca. 1528, Kunsthistorisches Museum, Wien; Rosenkranzmadonna, 1539, Pinacoteca Civica, Cingoli; u. a.</ref> Dies und ein virtuoser Umgang mit Licht und Schatten, die er in nicht selten ungewöhnlicher Weise einsetzt (halbbeleuchtete Gesichter u. a.),<ref>Beispiele: Thronende Madonna mit Kind und Heiligen (Pala di San Bernardino), 1521, San Bernardino in Pignolo, Bergamo; Bildnis eines jungen Mannes, ca. 1526, Castello Sforzesco, Mailand; Maria mit Kind und den Hl. Katharina und Thomas, ca. 1528, Kunsthistorisches Museum, Wien u. a.</ref><ref name="Lex325">Lotto, Lorenzo, in: Lexikon der Kunst, Bd. 7, Karl Müller Verlag, Erlangen 1994, S. 324–325, hier: 325</ref> verleiht manchen seiner Bildkompositionen eine Unmittelbarkeit wie bei einer Momentaufnahme und zugleich etwas Mystisches.
Die Bewegtheit und (manchmal) Unruhe seiner Bilderfindungen weist gelegentlich auf den Manierismus voraus,<ref>In diesem Sinne können als manieristisch gelten: Die mystische Vermählung der heiligen Katharina von Alexandrien (und der Stifter Niccolò Bonghi), 1523, Accademia Carrara, Bergamo; Madonna mit Kind und Heiligen (Mystische Hochzeit der Hl. Katharina), 1524, Gallerie Nazionali d’Arte Antica, Rom; Hl. Familie mit der Hl. Katharina von Alexandrien, 1533, Accademia Carrara, Bergamo; Die Verkündigung, ca. 1534, Pinacoteca Civica, Recanati.</ref><ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 9.</ref> obgleich Lotto in seinem Streben nach Natürlichkeit, im Umgang mit Proportionen und Perspektive der Renaissance verhaftet bleibt. Die „tiefe Menschlichkeit“ und Bescheidenheit seiner Figuren steht in einem gewissen Gegensatz zu den höfischeren, aristokratischen Idealen seiner Zeitgenossen Tizian oder Raffael.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 8 und 9.</ref> Einige Autoren sehen in Lorenzo Lotto den Maler mit der tiefsten Religiosität unter den venezianischen Malern des Cinquecento.<ref>z. B. Berenson (1955) und Band (1953). Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 8.</ref>
Eine große Naturliebe zeigt sich in poetischen Landschaften, mit denen er besonders einige religiöse und allegorische Bildwerke umgibt;<ref>Beispiele: Madonna mit Kind und Heiligen, 1505, National Gallery of Scotland, Edinburgh; Pala von Asolo (Maria Assunta und zwei Heilige), 1506, Dom, Asolo; Apotheose des Hl. Nikolaus, 1527–29, Santa Maria dei Carmini, Venedig; Maria mit Kind und den Hl. Katharina und Thomas, ca. 1528, Kunsthistorisches Museum, Wien; Hl. Familie mit Engeln, ca. 1536, Louvre, Paris</ref> hinzu kommt eine offenbare Vorliebe für satte Grüntöne.
Seine Porträts sind naturalistisch, selbst Frauenbildnisse (vermutlich) nicht geschönt. Gleichzeitig neigt Lotto in seinen Porträts besonders zu symbolischen und poetischen Anspielungen, die ihnen einen zuweilen mystischen oder rätselhaften Zug verleihen.<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 62, 64, 67f</ref><ref>z. B.: Porträt eines Mannes, ca. 1535, Galleria Borghese, Rom; Der Mann mit der Tierpranke, Kunsthistorisches Museum, Wien; Junger Mann am Schreibtisch, ca. 1530, Accademia, Venedig.</ref> Ein gern von Lotto verwendetes Symbol sind Rosenblätter, die auf Liebe oder verlorene Liebe hindeuten.<ref>Beispiele: Junger Mann am Schreibtisch, ca. 1530, Accademia, Venedig; Rosenkranzmadonna, 1539; Venus und Cupido, 1540.</ref> Einige Bildnisse sind bis heute nicht entschlüsselt.
1523 Die mystische Vermählung der heiligen Katharina von Alexandrien (und der Stifter Niccolò Bonghi), Accademia Carrara, Bergamo (teilweise zerstört !)<ref>Ein großer Teil des Hintergrundes wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt herausgeschnitten und zusammen mit anderen Teilen großflächig mit grauer und schwarzer Farbe übermalt. Der ursprüngliche Zustand ist nicht mehr rekonstruierbar und nicht zu beurteilen. Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 114–115.</ref>
1524 FreskenzyklusChristus als Weinstock und Leben der Hl. Barbara, Brigitta, Katharina und Magdalena im Oratorium der Villa Suardi, Trescore Balneario
1524–1531 Emblematische Intarsien zu Samson und Dalilah und weiteren biblischen Themen im Chorgestühl von Sant Maria Maggiore in Bergamo (Giovan Francesco Capoferri und Luciano da Imola nach Entwürfen Lorenzo Lottos)
ca. 1540 Venus und Cupido, Metropolitan Museum of Art, New York
1542 Die Almosen des St. Antonius, Santi Giovanni e Paolo, Venedig
1543–44 Porträt der Laura Pola, Pinacoteca di Brera, Mailand
1543–44 Porträt des Febo da Brescia, Pinacoteca di Brera, Mailand
1552–1556 Darstellung Jesu im Tempel, Museo della Santa Casa di Loreto
Ausstellungen
1953 Dogenpalast, Venedig<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 9</ref>
1997–99 Wanderausstellung: Bergamo – Paris – Washington<ref>Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004, S. 62</ref>
2018–19 Wanderausstellung: Museo del Prado, Madrid – National Gallery, London – Museo Civico (Palazzo Buonaccorsi), Macerata<ref>[1] (italienisch; Abruf am 21. April 2020)</ref><ref>Andreas Kilb, FAZ</ref>
Siehe auch
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Literatur
Lotto, Lorenzo, in: Lexikon der Kunst, Bd. 7, Karl Müller Verlag, Erlangen 1994, S. 324–325.
David Rosand: Die venezianische Malerei im 16. Jahrhundert, in: Giandomenico Romanelli (Hrsg.): Venedig – Kunst und Architektur, Bd. 1, Könemann, Köln 1997, S. 394–457.
Roberto D’Adda, Rodolfo Pallucchini: Lotto (I classici dell’Arte), Rizzoli/Skira/Corriere della Sera, Mailand 2004 (italienisch).
Claudia Bertling Biaggini: Lorenzo Lotto. Pictor Celeberimus. Ein Leben zwischen mystischer Glaubensauffassung und künstlerischer Erneuerungskraft (= Studien zur Kunstgeschichte 166). Olms, Hildesheim [u. a.] 2005, ISBN 3-487-13003-3.
Mauro Zanchi: Bilder der Bibel von Lorenzo Lotto, Bergamo 2006, ISBN 88-89428-18-X.
Giovanni Carlo Federico Villa (Hg.): Lorenzo Lotto. Ausstellung im Palazzo del Quirinale (Rom), Mailand 2011, ISBN 978-88-366-1952-8, 311 Seiten.
Henry Kaap: Lorenzo Lotto malt Andrea Odoni. Kunstschaffen und Kunstsammeln zwischen Bildverehrung, Bildskepsis, Bildwitz. Gebr. Mann Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-7861-2865-6.
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