Longarone
Vorlage:Infobox Gemeinde in Italien
Longarone ist eine italienische Gemeinde (comune) in der Provinz Belluno, Region Venetien, mit Vorlage:EWZ Einwohnern (Stand Vorlage:EWD).
Bei der Katastrophe vom Vajont 1963 wurden fast alle Einwohner durch die Folgen eines Erdrutsches in den Stausee an der Vajont-Staumauer oberhalb der Gemeinde getötet und der Ort bis auf einen Kirchturm zerstört. Danach erfolgte ein teilweiser neuer Aufbau.
Lage
Longarone liegt etwa 20 km nördlich der Provinzhauptstadt Belluno, im Tal des Piave. Zur knapp 122 km² großen Gemeinde gehõren auch die Fraktionen Castellavazzo, Codissago, Dogna, Faè, Fortogna, Igne, Olantreghe, Pirago, Muda, Maè, Podenzoi, Provagna, Rivalta, Roggia und Soffranco. Südlich des Kernorts fließt ihm der Torrente Maè von Westen aus dem Val di Zoldo zu. Von Osten mündet der Torrente Vajont, dessen Aufstauung zur Katastrophe führte. In Longarone endet der Dolomiten-Höhenweg 3.
Die Nachbargemeinden von Longarone sind Belluno, Erto e Casso (PN), Forno di Zoldo, La Valle Agordina, Ospitale di Cadore, Ponte nelle Alpi, Sedico und Soverzene.
Geschichte
Longarone wird zum ersten Mal in einem Dokument aus dem Jahre 1190 erwähnt. Es war eines der Dörfer, die den mittleren Lauf des Flusses Piave säumen. Der Name ist geographischen Ursprungs und kommt von Longoria, einem antiken Ausdruck, der ein schmales Landstück entlang eines Flusses beschreibt. Das ursprüngliche bürgerliche und religiöse Zentrum war Pieve di Lavazzo, das auf Grund seiner geschützten Lage eine wesentlich weiter in die Vergangenheit zurückreichende Geschichte aufweist.
Die Vororte Dogna und Provagna am linken Ufer des Piave, Pirago und Fortogna am rechten, waren größere und wichtige Ansiedlungen des heutigen Zentrums und haben eine höhere Anzahl an historischen Funden hervorgebracht. Die ältesten Bauwerke dieser Gegend sind die Brücke von Muda Maè und ein Teil der Straße bei Roggia.
Im Jahr 1360 erhielt Longarone eine eigene kleine Kirche, die in der Folgezeit umgebaut und dem Hl. Christophorus geweiht wurde. Man nutzte sie dann als Taufkapelle. In der Nähe der Kirche befand sich ein Altenheim. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts traten Belluno und sein Umkreis in die Venetianische Republik ein und Longarone wurde zum Handelszentrum. Die ersten Sägewerke wurden am Piave errichtet. Der Waldbestand wurde immer wichtiger, so dass sich die Serenissima dafür interessierte.
Anfang des 18. Jahrhunderts begann der Zuzug von wohlhabenden Arbeiter-, Händler- und Verwalterfamilien nach Longarone, die hier ihre Betriebe und Villen errichteten, wie z. B. der nicht erhaltene Palazzo Sartori mit seiner charakteristischen Treppe oder die ebenfalls untergegangene Villa Stefani, die später als Villa Malcolm bekannt wurde. Andere Villen stehen noch, wie z. B. der Palazzo Mazzolà, der heutige Sitz des Rathauses. Das 18. Jahrhundert war die Blütezeit der künstlerischen Tätigkeiten der Stadt. Aus Longarone stammen der Ziselierer Niccolò Cavalli, Pietro Gonzaga, Maler und Bühnenbildner am Hof des Zaren, und Caterino Mazzolà, der unter anderem das Libretto für Mozarts Oper La clemenza di Tito verfasste.
Im 19. Jahrhundert beteiligten sich einige Bewohner am Aufstand Norditaliens gegen die Herrschaft der Habsburger. Einer davon war Jacopo Tasso, der 1849 in Treviso von den Österreichern hingerichtet wurde und dem zu Ehren in Longarone ein Denkmal steht.
Am 9. Oktober 1963 wurde die Stadt durch die Katastrophe vom Vajont fast vollständig zerstört. Dieser fielen fast alle der damals rund 2000 Einwohner zum Opfer. Ein einzelner Kirchturm blieb stehen und wurde als Erinnerung an das Unglück erhalten.
In den 1960er und 1970er Jahren wurde die Stadt wieder aufgebaut. Unter anderem entstand auch die moderne Kirche Santa Maria Immacolata.
Jährlich findet in Longarone u. a. die „Mostra Internazionale del Gelato Artigianale“ (Internationale Messe für Speiseeis) statt.<ref>Mostra del Gelato.com</ref>
Am 21. Februar 2014 wurde Castellavazzo mit der Gemeinde Longarone zusammengeschlossen. Die neue Gemeinde behielt den Namen Longarone.
Bevölkerungsentwicklung
<timeline> Colors=
id:lightgrey value:gray(0.9) id:darkgrey value:gray(0.8) id:sfondo value:rgb(1,1,1) id:barra value:rgb(0.6,0.7,0.8)
ImageSize = width:630 height:300 PlotArea = left:50 bottom:50 top:30 right:30 DateFormat = x.y Period = from:0 till:8000 TimeAxis = orientation:vertical AlignBars = late ScaleMajor = gridcolor:darkgrey increment:1000 start:0 ScaleMinor = gridcolor:lightgrey increment:250 start:0 BackgroundColors = canvas:sfondo
BarData=
bar:1871 text:1871 bar:1881 text:1881 bar:1901 text:1901 bar:1911 text:1911 bar:1921 text:1921 bar:1931 text:1931 bar:1936 text:1936 bar:1951 text:1951 bar:1961 text:1961 bar:1971 text:1971 bar:1981 text:1981 bar:1991 text:1991 bar:2001 text:2001 bar:2011 text:2011 bar:2021 text:2021
PlotData=
color:barra width:26 align:left bar:1871 from: 0 till:5743 bar:1881 from: 0 till:5809 bar:1901 from: 0 till:6015 bar:1911 from: 0 till:6907 bar:1921 from: 0 till:6970 bar:1931 from: 0 till:6464 bar:1936 from: 0 till:6185 bar:1951 from: 0 till:7302 bar:1961 from: 0 till:7036 bar:1971 from: 0 till:6016 bar:1981 from: 0 till:6496 bar:1991 from: 0 till:6065 bar:2001 from: 0 till:5838 bar:2011 from: 0 till:5555 bar:2021 from: 0 till:5078
PlotData=
bar:1871 at:5743 fontsize:S text: 5.743 shift:(-12,5) bar:1881 at:5809 fontsize:S text: 5.809 shift:(-12,5) bar:1901 at:6015 fontsize:S text: 6.015 shift:(-12,5) bar:1911 at:6907 fontsize:S text: 6.907 shift:(-12,5) bar:1921 at:6970 fontsize:S text: 6.970 shift:(-12,5) bar:1931 at:6464 fontsize:S text: 6.464 shift:(-12,5) bar:1936 at:6185 fontsize:S text: 6.185 shift:(-12,5) bar:1951 at:7302 fontsize:S text: 7.302 shift:(-12,5) bar:1961 at:7036 fontsize:S text: 7.036 shift:(-12,5) bar:1971 at:6016 fontsize:S text: 6.016 shift:(-12,5) bar:1981 at:6496 fontsize:S text: 6.496 shift:(-12,5) bar:1991 at:6065 fontsize:S text: 6.065 shift:(-12,5) bar:2001 at:5838 fontsize:S text: 5.838 shift:(-12,5) bar:2011 at:5555 fontsize:S text: 5.555 shift:(-12,5) bar:2021 at:5078 fontsize:S text: 5.078 shift:(-12,5)
TextData=
fontsize:S pos:(30,30) text:Quelle = Istituto Nazionale di Statistica ISTAT
</timeline>
Gemeindepartnerschaften
Partnergemeinden von Longarone sind Bagni di Lucca in der Toskana und Urussanga im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina.<ref>Website Longarone</ref>
Persönlichkeiten
- Corrado Dal Fabbro (1945–2018), Bobfahrer
Siehe auch
- Vajont (Gemeinde, Neugründung 1971)
Weblinks
Einzelnachweise
<references />