Zum Inhalt springen

Lohmühlenbrücke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Lohmühlenbrücke
Lohmühlenbrücke
Lohmühlenbrücke
Lohmühlenbrücke über dem Neuköllner Schifffahrtskanal
Nutzung Straßenverkehr
Querung von Neuköllner Schifffahrtskanal
Ort Berlin-Neukölln
Konstruktion einbogige Stahlbetonbrücke
Baubeginn 1920
Eröffnung 1921
Lage
Koordinaten 52° 29′ 22″ N, 13° 26′ 22″ OKoordinaten: 52° 29′ 22″ N, 13° 26′ 22″ O
 {{#coordinates:52,489555|13,439498|primary
dim=1000 globe= name=Lohmühlenbrücke region=DE-BE type=building
  }}

Die Lohmühlenbrücke führt über den Neuköllner Schifffahrtskanal in Berlin und verbindet das Maybachufer an der Ecke zur Weichselstraße in Neukölln mit der Lohmühlenstraße in Treptow. Hier befanden sich im 18. Jahrhundert Lohmühlen, in denen Baumrinde („Lohe“) zu Borkenmehl verarbeitet wurde.<ref>Ela Dobrinkat: Der Charme eines Viertels im Wandel. In: Berliner Morgenpost, 21. März 2009; abgerufen am 3. Juni 2012.</ref>

Lage und Geschichte

Datei:Lohmühlenbrücke P1070634.jpg
Lohmühlenbrücke von der Mündung des Neuköllner Schifffahrtskanals in den Landwehrkanal her gesehen
Datei:Lohmühlenbrücke Berlin 01.jpg
Lohmühlenbrücke mit Mauer, 1988

Unmittelbar nördlich der Lohmühlenbrücke mündet der Neuköllner Schifffahrtskanal in den Landwehrkanal. Dort verläuft die Grenze zum Ortsteil Kreuzberg des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Wegen dieser Lage wird die Stelle gelegentlich als „Dreiländereck“ bezeichnet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Programm des Neuköllner Kunstfestivals „48 Stunden Neukölln“ (Memento des Vorlage:IconExternal vom 15. März 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.48stunden.suchtkunst.de abgerufen am 3. Juni 2012.</ref>

Die Verbindung über den Kanal wurde stark frequentiert, mit dem Bau der Berliner Mauer quer zur Lohmühlenbrücke wurde im August 1961 die wichtige Verbindung zur Harzer Straße jedoch unterbrochen.<ref>Mauerverlauf an der Lohmühlenbrücke Webseite des VR-Projektes Virtuelle Mauer / ReConstructing the Wall; abgerufen am 3. Juni 2012.</ref> Dies konnte 1962 durch die Errichtung einer Fußgängerbrücke nur unzureichend kompensiert werden. Die als Kiehlsteg<ref>Einfach am Bürger vorbei. Der Tagesspiegel, 19. März 2014; abgerufen am 20. März 2014</ref> bezeichnete Notbrücke lag nur 60 Meter von der Lohmühlenbrücke entfernt.

Im Jahr 1988 wechselte der östlich der Brücke gelegene Lohmühlenplatz durch einen Gebietstausch formal zu West-Berlin.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wo, bitte, stand die Mauer? (Memento vom 12. Februar 2014 im Internet Archive) berlin.de; abgerufen am 3. Juni 2012.</ref> Dadurch konnte die Brücke bis 1989 saniert werden. Es entstand eine befahrbare Verbindung zwischen der zu Neukölln zählenden Harzer Straße und dem Maybachufer.<ref>Alles im Fluss: Von der Industrie zur Hochtechnologie. In: Der Tagesspiegel, 16. November 2011. Abgerufen am 3. Juni 2012.</ref>

Nach dem Mauerfall wurde der Kiehlsteg im Jahr 2014 gegen den Protest einer Bürgerinitiative abgerissen, weil er nun nicht mehr gebraucht wurde und lediglich Unterhaltskosten verursachte.<ref>Der Tagesspiegel, 15. März 2014, S. 18. – Bild von den Abrissarbeiten auf flickr.com. – Bericht auf rbb-aktuell am 24. März 2014</ref><ref>Fred Bombosch: Lohmühlenbrücke – kleiner Steg, große Geschichte, Berliner Zeitung, 13. März 2014, abgerufen am 23. Juli 2022.</ref>

Sonstiges

  • Die Brücke zeigt auf beiden Seiten das Stadtwappen Neuköllns sowie – in römischen Ziffern – das Jahr ihrer Erbauung (MCMXX entsprechend 1920).
  • 1987 wurde auf dieser Brücke eine der Schlüsselszenen des Spielfilms Der Himmel über Berlin von Wim Wenders gedreht.
  • Entlang des Landwehrkanals in Richtung Spree befinden sich insgesamt 45 Kirschbäume, die Teil einer großen Spendenaktion eines japanischen Fernsehsenders waren. Als Freude über das Ende der deutschen Teilung sammelte man unter dem Titel Sakura-Campaign ab 1990 rund eine Million Euro, mit denen über 9.000 Bäume an ausgewählten, symbolträchtigen Orten gepflanzt wurden.<ref>Stadtbäume: Sakura-Campaign. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt; abgerufen am 2. Juni 2012.</ref>

Galerie

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive/>