Logwino (Kaliningrad)
Vorlage:Infobox Ort in Russland
Logwino (Vorlage:RuS, Vorlage:DeS, Vorlage:LtS) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er liegt im Rajon Selenogradsk und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Selenogradsk.
Geographische Lage
Das Dorf liegt in den historischen Region Ostpreußen, etwa 22 Kilometer westnordwestlich von Kaliningrad (Königsberg) und 16 Kilometer ostnordöstlich der Stadt Primorsk (Fischhausen).
Ortsname
Der Name Medenau leitet sich von dem prussischen Gau Medenowe ab.
Der Name Logwino wurde von dem russischen Wort log für Hohlweg abgeleitet. Es bezog sich offenbar auf die etwa zwei Kilometer östlich gelegene Erosionsrinne Hohler Grund, die heute mit owrag Skryty (ru. овраг Скрытый) bezeichnet wird.
Geschichte
Das Gründungsjahr des bis 1947 Medenau genannten Ortes war 1263.<ref>D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Medenau</ref> Bereits um 1000 v. Chr. war die Gegend besiedelt<ref>Logwino - Medenau bei ostpreussen.net</ref>. In der Nähe besiegte im Jahre 1255 der böhmische König Ottokar II. die Samländer. Ab 1258 gehörte Medenouwe zum Fürstbistum Samland. Hier fanden sich noch bedeutende Reste alter prußischer Wallanlagen.
1263 erwähnte man hier eine Burg der Bischöfe, die jedoch keine Bedeutung erlangte und deren Kellerräume 1840 zugeschüttet wurden.
Im Jahre 1874 wurde Medenau Sitz und namensgebender Ort für einen neu errichteten Amtsbezirk<ref name="Jehke">Rolf Jehke, Amtsbezirk Medenau</ref>, der bis 1945 bestand und bis 1939 zum Landkreis Fischhausen, danach zum Landkreis Samland im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.
Am 9. September 1879 hielt Kaiser Wilhelm I. hier eine Heerschau anlässlich eines Kaisermanövers ab. Daran erinnerte ein Denkmal auf dem Pfarrland von Medenau. Auf dem Granitobelisk, auf dem ein Adler sitzt, stand die Inschrift: Mit Gott für König und Vaterland. Darunter war zu lesen: Seine Majestät der Kaiser und König Wilhelm I. beobachtete von dieser Feldmark das Manöver des ersten Armeekorps am 9. September 1879. Heil dem Heldengreise. Die Rückseite ließ wissen: Zur Erinnerung gewidmet von G.W. Loewner. Adl. Medenau, den 9. September 1881.<ref>August Ambrassat, Die Provinz Ostpreußen, ein Handbuch der Heimatkunde, 1912 (Nachdruck Frankfurt am Main 1978), S. 374</ref> Kaiser Wilhelm verband mit Medenau Jugenderinnerungen, feierte er hier doch mit seiner Familie 1809 den Geburtstag seines Vaters, des Königs Friedrich Wilhelm III. im Gutshaus des damaligen Besitzers Barclay.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand das spätklassizistische Gutshaus, in dem als letzter Besitzer die Familie Rautenberg wohnte und das 1945 zerstört wurde.
Um 1910 hatte die aus dem Dorf Medenau und dem Rittergut Adlig Medenau bestehende Ortschaft eine evangelische Pfarrkirche, eine Spar- und Darlehnskasse, eine Maschinenbauanstalt, eine Molkerei und eine Mühle.<ref name="mgaz" /> Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 456,4 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Medenau 63 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 80 Pferde, 234 Stück Rindvieh, sechs Schafe und 94 Stück Borstenvieh hielten. Zur gleichen Zeit befanden sich auf dem 187,8 Hektar umfassenden Gutsbezirk Adlig Medenau 16 viehhaltende Haushaltungen, die zusammen 40 Pferde, 96 Stück Rindvieh, 247 Stück Borstenvieh und neun Ziegen hielten.<ref>Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Königsberg, 23. Kreis Fischhausen, S. 22–23, Ziffer 74 (Google Books), und S. 28–29, Ziffer 208 (Google Books).</ref> Am 1. April 1927 hatte der Gutsbezirk Adlig Medenau einen Flächeninhalt von 187 Hektar, und am 16. Juni 1925 hatte dieser Gutsbezirk 126 Einwohner. Zu den gleichen Zeiten hatten der Gutsbezirk Kathrinhöfen einen Flächeninhalt von 339 Hektar und 127 Einwohner, der Gutsbezirk Klein Medenau einen Flächeninhalt von 268 Hektar und 97 Einwohner, der Gutsbezirk Sickenhöfen einen Flächeninhalt von 329 Hektar und 82 Einwohner sowie der Gutsbezirk Warengen einen Flächeninhalt von 207 Hektar und 61 Einwohner.<ref name=Albrecht >Kurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 370–371, 3. Kreis Fischhausen, Ziffer 39, 45, 66, 100 und 111 (Google Books).</ref> Am 30. September 1928 erfolgte der Zusammenschluss der Landgemeinden Kosnehnen (nicht mehr existent) und Medenau und der Gutsbezirke Adlig Medenau, Kathrinhöfen, Klein Medenau, Sickenhöfen (russisch: Murmanskoje) und Warengen – alle existieren ebenfalls nicht mehr – zur neuen Landgemeinde Medenau.<ref name="Terr" >Amtsbezirk Medenau (Territorial.de)</ref>
Im Jahr 1945 gehörte die Landgemeinde Medenau zum Kreis Samland im Regierungsbezirk Königsberg der Provinz Ostpreußen des Deutschen Reichs.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde Medenau zusammen mit der nördlichen Hälfte Ostpreußens von der Sowjetunion besatzungsrechtlich unter eigene Verwaltung genommen. Im Jahr 1947 erhielt der Ort die russische Bezeichnung Logwino.<ref name="Juni">Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 июня 1947 г.«Об образовании сельских советов, городов и рабочих поселков в Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad)</ref> Gleichzeitig wurde der Ort Sitz eines Dorfsowjets im Rajon Primorsk. Nach Auflösung des Dorfsowjets im Jahr 1963 gelangte Logwino in den Dorfsowjet Pereslawski selski Sowet. Von 2005 bis 2015 gehörte der Ort zur Landgemeinde Pereslawskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Selenogradsk.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1782 | – | Ortschaft in drei Anteilen mit insgesamt 28 Feuerstellen (Haushaltungen): 1) königliches Dorf mit 16 Feuerstellen und einer Kirche, zum Domänenamt Kragau gehörig; 2) adliges Vorwerk mit sechs Feuerstellen, im Besitz des Obristen v. Stach befindlich, zum Hauptamt Fischhausen gehörig; 3) adliges Gut mit sechs Feuerstellen, zu Powayen und dem Hauptamt Fischhausen gehörig, im Besitz des Generals v. Rosenberg befindlich<ref>Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen – Erster Theil welcher die Topographie von Ost-Preussen enthält, Königsberg und Leipzig 1785; Volständige Topographie vom Ost-Preußischen Cammer-Departement, S. 112 (Google Books).</ref> |
| 1818 | 279 | Ortschaft in vier Anteilen: 1) königliches Dorf mit 182 Einwohnern, zum Amt Kragau gehörig; 2) adliger Hof mit 33 Einwohnern, in Privatbesitz; 3) adliges Gut mit 41 Einwohnern, zur Herrschaft Powaien gehörig; 4) adliges Grundstück mit 23 Einwohnern, zur Herrschaft Kathrinhöfen gehörig<ref name="Krug1" >Alexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Band 3: Kr–O. Halle 1822, S. 180, Ziffer 1784 (Google Books).</ref> |
| 1831 | 345 | Pfarrkirchdorf mit 1019 Morgen Land, sieben Freigütern, 15 Eigenkätnern, 15 Handwerkern und 25 Instleuten<ref name="Krug2" >Leopold Krug: Die Preussische Monarchie; topographisch, statistisch und wirthschaftlich dargestellt. Nach amtlichen Quellen. Teil I: Provinz Preussen. Berlin 1833, S. 148–149, Ziffer 132 (Google Books).</ref> |
| 1852 | 541 | Dorf und Gut, davon 436 in der Landgemeinde und 105 im Gutsbezirk<ref>Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 383 (Google Books).</ref> |
| 1858 | 577 | chatoul-kölmisches Dorf (Waldbauerndorf) mit 1301 Morgem Land und 483 evangelischen Einwohnern sowie adliges Gut mit 1264 Morgen Land und 94 evangelischen Einwohnern<ref name="AS1861">Adolf Schlott: Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Königsberg, nach amtlichen Quellen. Hartung, Königsberg 1861, S. 70, Ziffer 205–206 (Google Books).</ref> |
| 1864 | 787 | am 3. Dezember, Gutsbezirk mit 245 Einwohnern und 3060,22 Morgen Land sowie Gemeindebezirk mit 542 Einwohnern und 1625,97 Morgen Land<ref name="PrFinanz" > Preußisches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Königsberg. Königliche Staatsdruckerei, Berlin 1866, 11. Kreis Königsberg, S. 26–33, Ziffer 164–165 (Google Books).</ref> |
| 1867 | 821 | am 3. Dezember, davon 547 in der Landgemeinde und 274 im Gutsbezirk<ref name="Gemeindelexikon1871" /> |
| 1871 | 845 | am 1. Dezember, davon 586 in der Landgemeinde (583 Evangelische, drei Katholiken) und 259 im Gutsbezirk (255 Evangelische, eine katholische Person, drei sonstige Christen)<ref name="Gemeindelexikon1871">Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Preussen und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, S. 18–19, Ziffer 91 (Google Books), und S. 24–25, Ziffer 242 (Google Books).</ref> |
| 1885 | 813 | am 1. Dezember, davon 648 in der Landgemeinde (623 Evangelische, neun Katholiken, zwölf sonstige Christen und vier Juden) und 165 im Gutsbezirk (162 Evangelische, eine katholische Person und zwei sonstige Christen)<ref name =GemLexP >Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen. I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888, S. 20–21, Ziffer 83 (Google Books), und S. 28–29, Ziffer 233 (Google Books.</ref> |
| 1890 | 772 | am 1. Dezember, davon 612 in der Landgemeinde und 160 im Gutsbezirk<ref name="KsB1890" >Königliches statistisches Bureau: Viehstandslexikon für den preußischen Staat – I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1894, S. 8, Ziffer 80 (Google Books), und S. 11, Ziffer 223 (Google Books).</ref> |
| 1895 | 742 | am 2. Dezember, davon 613 in der Landgemeinde (582 Evangelische, neun Katholiken, sechs andere Christen und 16 Juden) und 129 im Gutsbezirk (122 Evangelische, drei Katholiken und vier andere Christen)<ref name="KsB1895" >Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen – Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1898, S. 18–19 , Ziffer 77 (Google Books), und S. 24–25 , Ziffer 220 (Google Books).</ref> |
| 1910 | 657 | am 1. Dezember, Dorf und Rittergut, davon 531 in der Landgemeinde und 126 im Gutsbezirk<ref name="mgaz" >Medenau, Dorf und Rittergut Adlig Medenau, Landkreis Fischhausen, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Medenau (meyersgaz.org).</ref><ref name="Schubert">Vorlage:Internetquelle</ref> |
| 1933 | 1231 | <ref name="Vwg" >Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> |
| 1939 | 1201 | <ref name="Vwg" /> |
Amtsbezirk Medenau (1874–1945)
Der am 13. Juni 1874 errichtete Amtsbezirk Medenau bestand anfangs aus elf Landgemeinden (LG) bzw. Gutsbezirken (GB)<ref name ="Jehke" />:
| Name | Russischer Name | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Adlig Medenau (GB) | 1928 in die Landgemeinde Medenau eingegliedert | |
| Kathrinhöfen (GB) | 1928 in die Landgemeinde Medenau eingegliedert | |
| Klein Medenau (GB) | 1928 in die Landgemeinde Medenau eingegliedert | |
| Kosnehnen (LG) | 1928 in die Landgemeinde Medenau eingegliedert | |
| Kragau (LG) | Prochladnoje | |
| Kragau, Domäne (GB) | 1927 in die Landgemeinde Kragau eingegliedert | |
| Medenau (LG) | Logwino | |
| Mossehnen (LG) | 1928 in die Landgemeinde Kragau eingegliedert | |
| Ponaken (LG) | Woroneschskoje | 1928 in die Landgemeinde Wischehnen eingegliedert |
| Schuditten (LG) | Orechowo | |
| Wischehnen (LG) |
Aufgrund der mannigfachen Umstrukturierung bildeten am 1. Januar 1945 noch vier Gemeinden den Amtsbezirk Medenau: Kragau, Medenau, Schuditten und Wischehnen. Von ihnen existieren heute nur noch Kragau (Prochladnoje) und Medenau (Logwino).
Logwinski selski Sowet 1947–1963
Der Dorfsowjet Logwinski selski Sowet (ru. Логвинский сельский Совет) wurde im Juni 1947 im Rajon Primorsk eingerichtet.<ref name="Juni" /> Ihm gehörten zunächst 35 Orte an und er reichte im Westen bis zur Danziger Bucht. Im Oktober 1950 wurde der westliche Teil eigenständig als Zwetnikowski selski Sowet eingerichtet.<ref>Durch einen Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 11. Oktober 1950.</ref> Im Jahr 1954 wurde der Wsmorjewski selski Sowet an den Logwinski selski Sowet angeschlossen.<ref>Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 16 июня 1954 г. № 744/54 «Об объединении сельских советов Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 16. Juni 1954, Nr. 744/54: Über die Vereinigung von Dorfsowjets der Oblast Kaliningrad)</ref> Im Jahr 1963 wurde der Dorfsowjet aufgelöst und seine Orte (offenbar) auf die Dorfsowjets Pereslawski selski Sowet und Wolotschajewski selski Sowet aufgeteilt.<ref>Durch die Entscheidung №109 (p. 1) vom 3. April 1963 des Exekutivkomitees des Sowjets der Abgeordneten der Werktätigen der Oblast Kaliningrad.</ref>
Verkehr
An das Straßennetz ist der Ort über eine Nebenstraße angebunden, die die russische Fernstraße A 193 (frühere deutsche Reichsstraße 131) über Schipowka (Bahnhof Powayen) und Tscherepanowo ((Adlig) Powayen) mit der Hauptstraße Pereslawskoje (Drugehnen) – Kumatschowo (Kumehnen) – Kruglowo (Polennen) verbindet.
Die nächste Bahnstation ist das vier Kilometer südlich gelegene Schipowka (bis 1945 Powayen) an der Bahnstrecke Kaliningrad–Baltijsk (Königsberg – Pillau), der früheren Ostpreußischen Südbahn.
Kirche
Siehe dazu den Hauptartikel → Kirche Medenau
Kirchengebäude
Die Kirche Medenau<ref>Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 2: Bilder ostpreussischer Kirchen. Göttingen 1968, S. 34, Abb. 43–48</ref> stammte aus dem beginnenden 14. Jahrhundert. Es handelte sich um einen Feldsteinbau mit Ziegelecken, polygonalem Chorabschluss und einem Turm aus Ziegeln. Sie war bis 1945 ein evangelisches Gotteshaus und überstand den Krieg unversehrt<ref>Patrick Plew, Die Kirchen im Samland: Medenau</ref>. Im Jahre 1947 allerdings wurde sie beim Versuch, die Glocken zu entfernen, durch einen Brand zerstört. In den 1950er Jahren sprengte das Militär die Mauern zwecks Gewinnung von Baumaterial. Heute stehen nur noch Fragmente der Nordmauer, des Turms und des Chores mit dem Portal der Sakristei.
Kirchengemeinde
Bereits in vorreformatorischer Zeit war Medenau ein Kirchdorf. Bereits früh hielt die Reformation hier Einzug, und der Ort wurde evangelischer Pfarrsitz. Bis 1945 gehörte Medenau<ref>Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 3: Dokumente. Göttingen 1968, S. 454</ref> mit seinem weitflächigen Kirchspiel zum Kirchenkreis Fischhausen (heute russisch: Primorsk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Ab 1896 war im Kirchspielort Groß Heydekrug (1939 bis 1946 Großheidekrug, heute russisch: Wsmorje) Hilfsprediger eingesetzt, ab 1909 wurde ein eigener Pfarrbezirk gebildet und 1931 dort eine Kirche errichtet. Bei der Volkszählung im Jahre 1925 gehörten zu dem 34 Orte umfassenden Kirchspiel Medenau/Groß Heydekrug insgesamt 5.000 Gemeindeglieder, von denen 3.000 in dem 25 Orte umschließenden Kirchspielteil Medenau lebten.
Heute liegt Logwino im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Swetly (Zimmerbude). Sie ist eine Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) in der Propstei Kaliningrad<ref>Vorlage:Webarchiv</ref> der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Persönlichkeiten, die mit dem Ort verbunden sind
- Johannes Picker (ca. 1640–1693), deutscher evangelischer Theologe und Schulmann, wurde in Medenau geboren
- Karl Emil Gebauer (1806–1888), topographischer Schriftsteller des Samlands, war 1847–1883 evangelischer Pfarrer in Medenau
Literatur
- Medenau, Dorf und Rittergut Adlig Medenau, Landkreis Fischhausen, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Medenau (meyersgaz.org).
- Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Band 1: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Samlandes. Königsberg 1898, S. 86–94 (Google Books).
- Karl Emil Gebauer: Kunde des Samlandes oder Geschichte und topographisch-statistisches Bild der ostpreußischen Landschaft Samland. Königsberg 1844, S. 97, Ziffer 13 (Google Books).
- Karl Emil Gebauer: Ueber Medenau, besonders die Kirche daselbst, in: Neue Preußische Provinzial-Blätter, Band VII, Königsberg 1849, S. 149–159 (Google Books).
- Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Nipkow, Neidenburg 1890, S. 74–76 (Google Books).
- August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch für die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie für alle Freunde des Vaterlandes. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835, S. 505–507 (Google Books).
Weblinks
- Amtsbezirk Medenau (Territorial.de)
- Bildersammlung Dorf und Kirche Medenau (bildarchiv-ostpreussen.de)
- Logwino bei bankgorodov.ru
Einzelnachweise
<references />