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Liste jüdischer Friedhöfe in Ostfriesland

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Judeninostfriesland.png
Orte mit jüdischen Gemeinden in Ostfriesland vor 1938

Die Liste jüdischer Friedhöfe in Ostfriesland gibt einen Überblick zu jüdischen Friedhöfen im historischen Territorium Ostfriesland. Bis in die Zeit des Nationalsozialismus gab es in Ostfriesland elf jüdische Gemeinden und eine Filiale der Jüdischen Gemeinde Norden auf Norderney. Von diesen wurden im Laufe der Jahrhunderte mindestens die hier aufgeführten 18 Friedhöfe angelegt. Endgültig erstarb das jüdische Leben in Ostfriesland im Jahr 1940. Ungefähr 50 Prozent der Juden in Ostfriesland wurden während des Holocaust von den Nationalsozialisten ermordet. Die wenigen heute in Ostfriesland lebenden Juden sind Teil der jüdischen Gemeinde in Oldenburg. Auf den jüdischen Friedhöfen Ostfrieslands finden nur noch gelegentlich Bestattungen statt.

Ort, Friedhof Bild Gemeinde Belegungszeit Grabsteine Bemerkungen Lage
Aurich, Jüdischer Friedhof Aurich
Datei:Aurich, Jüdischer Friedhof 70.jpg
Jüdische Gemeinde Aurich 1764–1940, vereinzelt auch nach 1945, so etwa 2007<ref name="Aurich">Aurich. In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Niedersachsen.</ref> 353<ref name="Aurich" /> Im Jahre 1911 durch den Ankauf von Nachbarparzellen nahezu verdoppelt.
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Bunde, Jüdischer Friedhof (Bunde)
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Jüdische Gemeinde Bunde 1874 – unbekannt<ref name="Bunde">Bunde. In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Niedersachsen.</ref> 25<ref name="Bunde" /> 1941 von Unbekannten geschändet.
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Dornum, Jüdischer Friedhof Dornum
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Jüdische Gemeinde Dornum 1721/23 – 1938 30/37<ref name="Dornum">Dornum. In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Niedersachsen.</ref> Zwischen 1940 und 1945 wurden die Grabsteine von den Gräbern entfernt und an der Marktstraße zusammengestellt. Weitere Planungen sahen vor, den Friedhof zu pflügen und nur noch ein Grab symbolisch stehen zu lassen. Dies wurde jedoch nicht mehr umgesetzt.
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Emden, Friedhof Tholenswehr (siehe Jüdische Friedhöfe in Emden)
Datei:Gedenkjuedemden291.jpg
Jüdische Gemeinde Emden etwa 1530–1703<ref name="EmdenAlterFriedhof">Emden (Alter Friedhof). In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Niedersachsen.</ref> Keine erhalten. Eine Hinweistafel erinnert an den Friedhof<ref name="EmdenAlterFriedhof" /> 1586 erstmals erwähnt. Der Friedhof wurde von den kleinen ostfriesischen Gemeinden, etwa Weener, Bunde, Jemgum und Stapelmoor mitgenutzt.
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Emden, Friedhof an der Bollwerkstraße (siehe Jüdische Friedhöfe in Emden)
Datei:Juedfridhemden2008msu.jpg
Jüdische Gemeinde Emden 1703–2004<ref name="EmdenNeuerFriedhof">Emden (Neuer Friedhof). In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Niedersachsen.</ref> 754/798<ref name="EmdenNeuerFriedhof" /> Auf dem Friedhof befindet sich seit dem 3. September 2000 eine aus drei Granitstelen bestehende Gedenkstätte für die in der NS-Zeit ermordeten emder Juden.
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Esens, Jüdischer Friedhof (Esens)
Datei:DSCN9945.JPG
Jüdische Gemeinde Esens 1702–1938<ref name="Esens">Esens. In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Niedersachsen.</ref> mindestens 13<ref name="Esens" /> Letzte Beerdigung am 31. März 1938. 1940 völlig verwüstet.
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Jemgum, Jüdischer Friedhof (Jemgum)
Datei:Juedfrdhfjemgum.jpg
Jüdische Gemeinde Jemgum 1854/55 – 1932<ref name="Jemgum">Jemgum. In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Niedersachsen.</ref> 13<ref name="Jemgum" /> Der Friedhof liegt etwa einen Kilometer außerhalb von Jemgum.
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Leer, Jüdische Friedhöfe in Leer
Datei:Juedfrdhfleer.jpg
Jüdische Gemeinde Leer Mitte des 17. Jahrhunderts – 1939, vereinzelt auch nach 1945, so etwa 1985<ref name="Leer">Leer. In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Niedersachsen.</ref> 235<ref name="Leer" /> Die Jewish Trust Corporation übergab den ältesten Teil des Friedhofes im Jahre 1953 an die Stadt Leer und den Rest 1959 an den Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen.
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Leer, Friedhof Loga (siehe Jüdische Friedhöfe in Leer)
Datei:Logajew.JPG
Jüdische Gemeinde Leer 1860 erstmals erwähnt, ältester Grabstein von 1828 – unbekannt<ref name="Loga">Loga. In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Niedersachsen.</ref> 13<ref name="Loga" /> Die in Loga lebenden Juden waren Mitglieder der Synagogengemeinde in Leer.
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Neustadtgödens, Jüdischer Friedhof (Neustadtgödens)
Datei:Juedfriedhnstg.jpg
Jüdische Gemeinde Neustadtgödens 1708 – etwa 1940, vereinzelt auch nach 1945, so etwa 1982<ref name="Neustadtgoedens">Neustadtgödens. In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Niedersachsen.</ref> 84<ref name="Neustadtgoedens" /> Vor 1708 wurden die Toten aus Neustadtgödens in Wittmund beerdigt.<ref name="Neustadtgoedens" />
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Norden, Jüdischer Friedhof Norden
Datei:DSCN9984.JPG
Jüdische Gemeinde Norden 1569–1938<ref name="Norden">Norden. In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Niedersachsen.</ref> 285/318<ref name="Norden" /> Ältester jüdischer Friedhof in Ostfriesland. Auf dem Friedhof befindet sich seit dem 21. Juni 2005 ein Mahnmal zur Erinnerung an die ermordeten Männer, Frauen und Kinder der ehemaligen Synagogengemeinde Norden.<ref>Alemania Judaica.: Jüdischer Friedhof Norden., eingesehen am 19. Januar 2013.</ref>
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Weener, kleiner Friedhof Smarlingen (siehe Jüdische Friedhöfe in Weener)
Datei:SmarlingenII99.JPG
Jüdische Gemeinde Weener Ende des 16. Jahrhunderts – Anfang des 17. Jahrhunderts<ref name="SmarlingenKleinerFriedhof">Smarlingen (Kleiner Friedhof). In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Niedersachsen.</ref> 4 (in Fragmenten erhalten)<ref name="SmarlingenKleinerFriedhof" /> Der Friedhof befindet sich auf einem Privatgrundstück und ist nicht öffentlich zugänglich.
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Weener, Friedhof Smarlingen (siehe Jüdische Friedhöfe in Weener)
Datei:Der Jüdische Friedhof smarlingen94.jpg

Jüdische Gemeinde Weener 1670–1849<ref name="Smarlingen">Smarlingen. In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Niedersachsen.</ref> 30<ref name="Smarlingen" /> Der Friedhof befindet sich auf einem Privatgrundstück und ist nicht öffentlich zugänglich.
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Weener, Friedhof Graf-Edzard-Straße (siehe Jüdische Friedhöfe in Weener)
Datei:Jüdischer Friedhof Weener88.jpg

Jüdische Gemeinde Weener 1896 – etwa 1940, vereinzelt auch nach 1945, so etwa 1982<ref name="WeenerEdzard">Weener (Graf-Edzard-Straße). In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Niedersachsen.</ref> 21<ref name="WeenerEdzard" /> Einige Grabsteine wurden 1943 an einen Steinmetz verkauft. Dafür wurden später 59 Namensplatten aufgestellt.
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Weener, Friedhof Graf-Ulrich-Straße (siehe Jüdische Friedhöfe in Weener)
Datei:Jüdischer Friedhof Weener85.jpg

Jüdische Gemeinde Weener 1850 – unbekannt<ref name="WeenerUlrich">Weener (Graf-Ulrich-Straße). In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Niedersachsen.</ref> 85<ref name="WeenerUlrich" /> Das Friedhofsgrundstück war ein Geschenk der Brüder Isaak und Joseph Israels an die Gemeinde.
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Wittmund, alter Friedhof (siehe Jüdische Friedhöfe in Wittmund) Jüdische Gemeinde Wittmund 1684 erstmals erwähnt. Lage unklar. unbekannt Auf diesem Friedhof wurden wahrscheinlich auch die Toten aus Esens und Neustadtgödens beerdigt. Er ist vermutlich nicht identisch mit dem Friedhof an der Finkenburgstraße.<ref name="WittmundFinkenburgstraße">Wittmund (Finkenburgstraße). In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Niedersachsen.</ref> Lage unbekannt
Wittmund, Friedhof Finkenburgstraße (siehe Jüdische Friedhöfe in Wittmund)
Datei:Friedhof III.jpg
Jüdische Gemeinde Wittmund Ende des 18. Jahrhunderts – unbekannt<ref name="WittmundFinkenburgstraße" /> 10<ref name="WittmundFinkenburgstraße" /> Gegen Ende des 19. Jahrhunderts voll belegt. Vermutlich gab es noch einen älteren Friedhof in Wittmund.
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Wittmund, Friedhof Auricher Straße (siehe Jüdische Friedhöfe in Wittmund)
Datei:The new Jewish cemetery in Auricher Straße, Wittmund.jpg
Jüdische Gemeinde Wittmund 1902–1939<ref name="WittmundAuricherStraße">Wittmund (Auricher Straße). In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Niedersachsen.</ref> 18<ref name="WittmundAuricherStraße" /> Auf dem Friedhof befindet sich seit dem 3. September 2000 eine aus drei Ziegelmauern bestehende Gedenkstätte für die in der NS-Zeit ermordeten wittmunder Juden.
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Siehe auch

Literatur

  • Heike Düselder (Bearbeitung), Hans P Klausch (Bearbeitung), Albrecht Eckhardt, Jan Lokers, Matthias Nistal: Quellen zur Geschichte und Kultur des Judentums im westlichen Niedersachsen vom 16. Jahrhundert bis 1945. Teil 1. Ostfriesland. Ein sachthematisches Inventar. Vandenhoeck & Ruprecht 2002, ISBN 3-525-35537-8
  • Herbert Reyer (Bearb.): Das Ende der Juden in Ostfriesland. Katalog zur Ausstellung der Ostfriesischen Landschaft aus Anlaß des 50. Jahrestages der Kristallnacht. Ostfriesische Landschaft, Aurich 1988, ISBN 3-925365-41-9.
  • Herbert Reyer, Martin Tielke (Hrsg.): Frisia Judaica. Beiträge zur Geschichte der Juden in Ostfriesland. Ostfriesische Landschaft, Aurich 1988, ISBN 3-925365-40-0
  • Herbert Obenaus (Hrsg.): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-753-5

Einzelnachweise

<references />

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