Der Gouverneur von Tucumán, Juríes und Diaguitas regierte die spanische Provinz (auch: Gouvernement, spanisch: Gobernación), die im Nordwesten der heutigen Republik Argentinien bestand.
Zunächst fiel das Gebiet im Rahmen der Schenkungen von König Karl V. in die Bereiche von Neutoledo und Neu-Andalusien. Die Grenzen dieser Gebiete waren ohne Rücksicht auf Naturräume abstrakt gezogen und bildeten Abschnitte von 200 Leguas in Nord-Süd-Richtung jeweils vom Atlantik zum Pazifik. Mit der ersten dauerhaften Besiedlung und der Gründung der Gobernación de Nueva Extremadura (die später in Generalkapitanat Chile umbenannt wurde) ordnete sich die Verwaltung der spanischen Besitzungen.
1663 wurde Tucumán kurze Zeit der ersten Real Audiencia von Buenos Aires unterstellt; nach deren Auflösung 1671 berichteten die Gouverneure wieder nach Charcas. 1776 gründeten die Spanier ein eigenes Vizekönigreich des Río de la Plata, zu dem auch Tucumán zählte. Mit den Verwaltungsreformen von 1782 endete die Herrschaft der Gouverneure von Tucumán, als die Provinz zu einer Intendencia des Vizekönigreichs umgewandelt wurde.
Regentschaft von Karl V. – direkt dem Vizekönig unterstellt