Die Stadt Bremerhaven beziehungsweise deren Vorgängergemeinden Lehe, Geestemünde und Wesermünde haben seit 1885 bis heute (Stand 2014) insgesamt 26 Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen, von denen 23 Ehrungen noch Bestand haben.
Während der Zeit des Nationalsozialismus waren Otto Telschow, Hermann Göring und Carl Röver zu Ehrenbürgern von Wesermünde (Telschow auch von Bremerhaven) ernannt worden. Diese Ehrungen wurden durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung am 20. Juli 1949 wieder aberkannt.
Hinweis: Die Auflistung erfolgt chronologisch nach Datum der Zuerkennung.
Der Fürsprache des Reichskanzlers ist die Erweiterung des Gebiets von Bremerhaven und die Gewährung finanzieller Mittel für die Einrichtung neuer Schifffahrtslinien zu verdanken.
Boetticher war gemeinsam mit Heinrich von Stephan Verhandlungsführer beim Vertragsabschluss mit dem Norddeutschen Lloyd über die Einrichtung neuer Schifffahrtslinien.
Stephan war gemeinsam mit Karl Heinrich von Boetticher Verhandlungsführer beim Vertragsabschluss mit dem Norddeutschen Lloyd über die Einrichtung neuer Schifffahrtslinien.
Maier war Gründer des Norddeutschen Lloyd. In Bremerhaven richtete er mit der Reederei Linienverbindungen in die Vereinigten Staaten und nach Australien ein.
Kuhlmann diente 24 Jahre lang als Stadtverordneter und Stadtrat. Auf seine Initiative geht die Errichtung des Schlacht- und Viehofs Bremerhaven-Lehe zurück.
Rudolf Mädger (* 16. Dezember 1860 in Dresden; † 10. Dezember 1928 in Wesermünde)
Von 1919 bis 1924 war Mädger ehrenamtlicher Senator im Magistrat der Stadt Lehe. Wegen seiner reichen Erfahrung und seines weitschauenden Blickes, die der Stadt Lehe von größtem Nutzen waren, wurde er in der letzten Sitzung des Magistrats nach dem Zusammenschluss von Lehe zur Stadt Wesermünde mit der Ehrenbürgerschaft geehrt.
Verleihung 1930 (aberkannt am 6. Juni 1936 durch die Nationalsozialisten, wiederhergestellt am 20. Juli 1949 auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung)
Schmalfeldt setzte sich im Reichstag und später in der Bremischen Bürgerschaft nachhaltig für die sozialen Anliegen der Seeleute und der armen Bevölkerung ein.
August Lührs (* 23. März 1861; † 25. November 1939)
Lührs diente von 1919 bis 1930 in Geestemünde bzw. Wesermünde als ehrenamtlicher Senator. Er war Mitbegründer des Gemeinnützigen Bauvereins Geestemünde-Süd.
Otto Telschow (* 27. Februar 1876 in Wittenberge; † 31. Mai 1945 in Lüneburg)
Gauleiter in Lüneburg-Stade bzw. Ost-Hannover
Verleihung 1933 in Wesermünde, 1937 in Bremerhaven, aberkannt am 20. Juli 1949
Hermann Göring (* 12. Januar 1893 in Rosenheim; † 15. Oktober 1946 in Nürnberg)
Preußischer Ministerpräsident
Verleihung 1936 in Wesermünde, aberkannt am 20. Juli 1949
Carl Röver (* 12. Februar 1889 in Lemwerder; † 15. Mai 1942 in Berlin)
Gauleiter der NSDAP in Weser-Ems
Verleihung 1937 in Wesermünde, aberkannt am 20. Juli 1949
Adolf Butenandt (* 24. März 1903 in Lehe; † 18. Januar 1995 in München)
Professor für Biochemie und Nobelpreisträger, Wohltäter
Die Ehrenbürgerschaft wurde ihm als Ausdruck des Dankes der Stadt für sein verdienstvolles Wirken zum Wohl der Menschheit und als Zeichen der Dankbarkeit und Liebe, die er seiner Vaterstadt stets bewahrt hat, verliehen.
Wilhelm Kaisen (* 22. Mai 1887 in Hamburg; † 19. Dezember 1979 in Bremen)
Mit der Ehrung wurden Kaisens große Verdienste bei der Überwindung der verheerenden Auswirkungen des Krieges und der Entfaltung neuen Lebens in der Stadt gewürdigt.
Heukelum setzte sich nach Kriegsende für die Linderung der Not und den Wiederaufbau der Stadt ein. Er war entschiedener Befürworter des Anschlusses von Wesermünde an das Land Bremen.
Sein nachhaltiges Eintreten für die Stärkung der Stadt als Zentrum der deutschen Polarforschung mit der Errichtung des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung wurde mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft gewürdigt.
Mit der Gründung der Pro Jugend Stiftung und ihrem Einsatz für die Belange der Jugend engagierte sich das Ehepaar in herausragender und vorbildlicher Weise für das Gemeinwohl der Stadt.
Lehmann gehörte fast 40 Jahre lang der Stadtverordnetenversammlung an. Als Stadtverordnetenvorsteherin und Gesundheitsdezernentin erwarb sie sich große Verdienste um die Stadt.
Dieckell siedelte erfolgreich immer wieder neue Firmen in der Stadt an. Mit seinem wirtschaftlichen Erfolg förderte er zahlreiche wissenschaftliche, soziale, schulische, sportliche und kulturelle Aktivitäten.