Liste der Baudenkmäler in Burglengenfeld
Auf dieser Seite sind die Baudenkmäler in der Oberpfälzer Stadt Burglengenfeld zusammengestellt. Diese Tabelle ist eine Teilliste der Liste der Baudenkmäler in Bayern. Grundlage ist die Bayerische Denkmalliste, die auf Basis des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes vom 1. Oktober 1973 erstmals erstellt wurde und seither durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege geführt wird. Die folgenden Angaben ersetzen nicht die rechtsverbindliche Auskunft der Denkmalschutzbehörde. <ref group="Anm.">Vorlage:Disclaimer Baudenkmal in Bayern</ref> Diese Liste gibt den Fortschreibungsstand vom 19. Mai 2018 wieder und umfasst 69 Baudenkmäler.
Ensembles
Ensemble Altstadt und Burg
Das Ensemble umfasst den im 15. Jahrhundert ummauerten Bereich der Burg und Stadt Burglengenfeld. Burg und erste Siedlung sind erheblich älter als die Ummauerung und bereits im 11./12. Jahrhundert greifbar. Sie verdanken ihre Entstehung den drei klassischen Gründungsbedingungen, der Lage an einem Fluss, einem Verkehrsweg, der hier den Fluss überkreuzt, und dem Vorhandensein eines Burgberges, von dem aus der Flussübergang durch Errichtung einer Burg geschützt werden konnte.
Die ältesten Bestandteile Burglengenfelds sind deshalb die Burgruine mit der inneren Burgringmauer und der Siedlungskern unmittelbar am südwestlichen Fuß des Burgberges, in Richtung hin auf den Naab-Übergang. Dieser älteste Siedlungsbereich beim heutigen Almenhof, dem Burgbergweg, dem St. Veits-Platz, der Berggasse, Schildgasse, Klingentorgasse, Kirchenstraße und Robert-Koch-Straße ist in seiner historischen Struktur weitgehend erhalten; er wird beherrscht von der in neuromanischem Stil 1891 errichteten Westturmfront der Pfarrkirche, überragt von der mittelalterlichen Burg, wird in Nord-Süd-Richtung von der Kirchenstraße als ältester Straßenachse durchzogen.
Senkrecht zu ihr auf Höhe der Kirche abzweigend, stellt die schmale, geschlossen mit Wohnhäusern des 18./19. Jahrhunderts bebaute Robert-Koch-Straße die Verbindung zu dem jüngeren Marktplatz her. Das Bild des unmittelbaren Umfeldes um die Kirche, das sich zum Teil erst nach dem neubarocken Choranbau von 1937 ergeben hat, wird im Südteil durch das Altmannsche Schlösschen am Almenhof bestimmt, eine Vierseitanlage mit Torhaus, als Hof bereits 817 genannt, später zum Hofmarksgut ausgebaut. Auf der Ostseite bildet die Wohnhausbebauung des Südteils der Berggasse, teilweise mit Halbwalmhäusern aus dem 18. Jahrhundert, und die schmale geschlossen bebaute Gasse „Beim Klingentor“ die Begrenzung. Hier wird durch die teilweise erhaltene historische Substanz und die Maßstäblichkeit der Bebauung noch der frühere, bis in das 19. Jahrhundert durch das Klingentor abgeschlossene Aufgang zur Burg erkennbar. Im Südteil der Kirchenstraße bestimmen die stattlichen Bauten des Pfarrhofs, zuerst 1424 an dieser Stelle nachgewiesen, der Apotheke und des ehemaligen Regensburger Pfleghofes das Bild; ihnen fügen sich in geschlossener Bauweise bürgerliche und ehemals bäuerliche, meist zweigeschossige Halbwalm-, Giebel- und Traufseithäuser des 17. bis 18. Jahrhunderts an.
Die Wittelsbacher erkannten die topographische Bedeutung des Ortes sehr bald und werteten ihn zum Zwecke der von ihnen angestrebten Landesorganisation, Herrschaftsfestigung und Einkünftesteigerung erheblich auf: durch die Einrichtung eines Viztumamtes 1255 wurde Burglengenfeld zum Zentrum für 27 Ämter auf dem Nordgau; 1270 wurde die Siedlung zum Markt erhoben und damit die Voraussetzung für die Erweiterung zur heute noch bestehenden Gesamtanlage geschaffen. Der Abschluss dieser Entwicklung war mit der Vollendung der Befestigung 1462 erreicht, welche nun den quadratischen Umriss des Marktes, die Burg mit einer äußeren Ringmauer und den Abhang zwischen Burg und Markt mit zwei Schenkelmauern umfasste.
1542 erfolgte unter der Herrschaft von Pfalz-Neuburg, deren politischer und religiöser Mittelpunkt Burglengenfeld war, die Erhebung zur Stadt, bald danach der Bau des Rathauses, des stattlichsten Baues am Marktplatz. Die relativ unregelmäßige, querliegende und an seinen Rändern sich staffelartig verbreiternde und verjüngende Gestalt des Marktplatzes erklärt sich aus der Bezugnahme auf die erste Siedlung, die sich möglichst nahe an den Burgberg angelehnt hatte. Der neue Marktplatz, der erst im Anschluss an die südwestliche Bebauungsgrenze dieser Altsiedlung angelegt werden konnte, sollte einerseits in der Mitte des neuen Quadrates zu liegen kommen, andererseits aber zur Stelle des Flussüberganges hinzielen, die an der Nordecke des Quadrates lag. Die Durchgangsstraße, die an der Südostflanke rechtwinklig in den Marktplatz eingelassen wurde, konnte diesen daher nicht in gerader Fortsetzung nach Nordwesten wieder verlassen, sondern musste nach Norden abgedrängt werden; sie bildet deshalb vom Marktplatz aus eine abschüssige Diagonale hin zum linken Brückenkopf. Die Längsseiten des Platzes sind geschlossen mit bürgerlichen Giebel-, Traufseit- und Walmdachhäusern des späten 16. bis 19. Jahrhunderts bebaut; am Südende erinnert die Engstelle bei Nummer 26 und 29 noch an den Abschluss durch das 1850 beim Stadtbrand zerstörte Obere Tor. Auf der Nordostseite sind die Baukörper gestaffelt. Im Südwestbereich wurden die Straßen in klarer Ordnung mauerparallel angeordnet; Struktur und Substanz der Bebauung sind weitgehend erhalten; leider ist hier durch den Kahlschlag zugunsten einer Tiefgarage mit Parkplatz die empfindlichste Störung im gesamten Stadtensemble entstanden. Die Flussseite der Stadt wird von den Rückfronten der geschlossenen Reihe von Giebel- und Traufseithäusern an der Kellergasse gebildet. Der vorwiegend aus dem 18. Jahrhundert stammende Baubestand prägt für den Blick von der anderen Flussseite zusammen mit den kleinen Hausgärten über dem Wasserspiegel ein malerisches, kleinbürgerlich strukturiertes Bild.
Die Lage der Altstadt insgesamt in einer Mulde zwischen Burg- und Kreuzberg wird wirkungsvoll erlebbar durch die Auf- und Durchblicke, die sich aus dem Marktbereich auf die unbebauten Abhänge dieser Berge ergeben.
Aktennummer: E-3-76-119-1
Burg
(Auf der Burg 1, 2, 3)
Oval geschlossene Anlage, seit 1091 erbaut, nach 1864 teilweise in Stand gesetzt.
- Inneres Schloss:
- Mauerreste der einst vierseitigen Anlage, Bruchsteinmauerwerk mit Zinnen und spitzbogigem Eingangstor im Osten, romanisch
- im Norden Keller der ehemaligen Schlosskapelle, überwölbter Bruchsteinbau, wohl mittelalterlich
- sogenannter hoher runder Turm, Bruchsteinbau über rundem Steinsockel, mit Zinnen, im Kern erste Hälfte 12. Jahrhundert, Zinnen modern
- im Westen Keller des ehemaligen Zehrgaden, sogenanntes Johannes-Gewölbe, 11. Jahrhundert
- Äußeres Schloss:
- ehemaliger Zehntkasten und Zeughaus, zweigeschossiger Satteldachbau mit stichbogigen Fenstern und einfacher Putzgliederung, im Kern wohl 1242, 1874 modernisiert
- ehemaliges Kastenamt, später Rentamt, stattlicher dreigeschossiger Walmdachbau mit seitlichen Anbauten, Dachreiter und einfacher Putzgliederung, wohl 1242
- Bergfried, sogenannter Sinzenhofer Turm, quadratischer Bruchsteinbau mit Zinnen, um 1091
- Pulverturm, rautenförmiger Turm aus Bruchstein mit hölzernen Schießscharten, um 1123, Zeltdach wurde 1970 aufgesetzt
- hinterer Torturm mit Zwinger, rechteckiger Quadersteinturm mit Zeltdach und rundem Torbogen, romanisch, Vorbau spätgotisch
- Ringmauer um äußeren Schlosshof, Quadersteinmauerwerk, romanisch
- Reststücke der Befestigungsmauer des Burgbergs als Schenkelmauer zwischen der ehemaligen Stadt- und Burgbefestigung, Bruchstein, gotisch
Aktennummer: D-3-76-119-1
Stadtbefestigung
(Kellergasse 28; Stadtgraben 3; Kellergasse; Fronfestgasse 5; Am Graben 15; Am Graben 33; Kellergasse 23; Am Graben 5)
In Teilen erhaltener Bering aus der Zeit vor 1462, heute zum Teil in den Wohnhausbau integriert, Bruchsteinmauerwerk.
- Erhaltene Mauerreste im Südwesten und Südosten bei:
- Am Graben 5, 15, 23, 33 und 47
- Nähe Kellergasse 8, Kellergasse 28 (mit Wehrgang), Fronfestgasse 5 sowie Zaschkahof 2 (mit Wehrgang)
- Insgesamt fünf Türme und Rest eines Tores erhalten:
- Schalenturm bei Am Graben 5, mehrseitiger Halbrundturm mit Zeltdach und Schartenöffnungen
- südlicher Eckturm bei Am Graben 15
- dreigeschossiger Rechteckturm mit Zeltdach
- Wehrturm bei Am Graben 33, dreigeschossiger Pultdachbau
- westlicher Eckturm (ehemaliger Gefängnisturm) mit südlichem Anbau, zweigeschossiger Rechteckturm mit Pyramidendach und Fachwerkanbau mit Satteldach
- nordöstlicher Eckturm, zweigeschossiger Rechteckturm mit Pyramidendach
- Rest eines Wassertores, zweigeschossiger Rechteckturm mit Satteldach
Aktennummer: D-3-76-119-2
Baudenkmäler nach Ortsteilen
Burglengenfeld
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Dietldorf
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Eichlhof (Fünfeichen)
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Kirchenbuch
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Lanzenried
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Loisnitz
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Mossendorf
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Niederhof
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Pilsheim
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Pottenstetten
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Saaß
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Straß
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Witzlarn
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Ehemalige Baudenkmäler
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Abgegangene Baudenkmäler
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Siehe auch
Anmerkungen
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Literatur
- Sixtus Lampl: Oberpfalz. Hrsg.: Michael Petzet, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (= Denkmäler in Bayern. Band III). Oldenbourg, München 1986, ISBN 3-486-52394-5.
Weblinks
- Denkmalliste für Burglengenfeld (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- Burglengenfeld im Bayerischen Denkmal-Atlas
Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten
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