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Lippenbremse

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Als Lippenbremse (auch dosierte Lippenbremse oder Presslippenatmung; gelegentlich auch Bremsatmung oder Atembremse) wird eine spezielle Atemtechnik bei Erkrankung des Bronchialsystems (Asthma bronchiale, Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)) bezeichnet. Hierbei wird gegen die locker aufeinanderliegenden Lippen ausgeatmet. Der dadurch erhöhte Widerstand bei der Ausatmung sorgt für einen Luftrückstau, welcher den Luftdruck in den Bronchien erhöht und einen Kollaps der Atemwege verhindert.<ref name="Herold">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Dies ermöglicht zusätzlich einen vermehrten Schleimabtransport.

Technik

Empfohlen wird das „Atmen mit gespitzten Lippen“<ref>Gerd Harald Herold: Innere Medizin 2023. Selbstverlag, Köln 2023, ISBN 978-3-9821166-2-4, S. 359 und 369.</ref> mit einer „Verkleinerung der Mundöffnung bei der Ausatmung. Bei der Lippenbremse wird Luft zurückgehalten. Dadurch kommt es zur Erhöhung des intrapulmonalen Drucks zur Verhinderung eines Bronchialkollapses.“<ref>Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, 269. Auflage, Verlag Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2023, ISBN 978-3-11-078334-6, S. 1019.</ref>

Die Technik wird in Patientenschulungen gezielt geübt (Physiotherapie, Atemtherapie) und kann bei Luftnot, neben Medikamenten, als Notfallmaßnahme angewandt werden oder auch eine Luftnotkrise verhindern.<ref name="Herold" /><ref>Sabine Weise (u. a.): {{#switch:

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Physiologie

Die Lippenbremse führt zu einer Druckerhöhung innerhalb der Atemwege und zu einer Verhinderung des exspiratorischen Kollapses der Alveolen. Die Methode erlaubt eine Entblähung der überblähten Lunge und eine Verschiebung zur niedrigeren Atemmittellage im Druck-Volumen-Diagramm, sobald der Patient die Lippenbremse mit kleinen Einatemzügen und langen Ausatemzügen beherrscht.<ref>Das MSD Manual. 6. Auflage, Urban & Fischer, München / Jena 2000, ISBN 3-437-21760-7, Kapitel Lippenbremse, S. 665.</ref>

Die exspiratorische Atemwegsstenosierung wird durch eine Engstellung der Lippenspalte oder der Stimmbänder nach außen verlegt. Dadurch wird der endobronchiale Druck künstlich hochgehalten und dem Bronchialkollaps entgegengewirkt. Äußerlich erkennbar ist häufig eine begleitende Zyanose bei unzureichender Oxygenisierung des Blutes in der Lunge.<ref>Myron G. Sulyma (Hrsg.): Asthma bronchiale. Medikon-Verlag, München 1988, Band II, Lexikon der Pneumologie, ISBN 3-923866-18-6, Stichwort Lippenbremse, S. 192.</ref>

Bei der Presslippenatmung entsteht ein erhöhter Widerstand bei der Ausatmung. Daraus resultiert ein Luftrückstau, der den Luftdruck in den Bronchien erhöht und einen Kollaps der kleinen Atemwege verhindert. Bei sehr tiefer Exspiration kann sie auch die Mobilisation des Bronchialsekrets begünstigen.

Aus physikalischer Sicht kommt es beim Pranayama während einer feinen, sehr langsamen Atmung zu einer turbulenzarmen laminaren Luftströmung in den Atemwegen und Bronchien, was die biochemischen Gasaustauschprozesse der Lunge optimiert. Verschiedene medizinische Studien zeigten positive Effekte von Qigong und einer regelmäßigen Pranayama-Atmung beim Yoga.

Anwendung

Bei einer Kurzatmigkeit, bei einer Panikattacke und bei Hustenanfällen kann die Lippenbremse die Beschwerden lindern. Nach großer körperlicher Anstrengung führt eine Lippenbremse zur schnelleren Beruhigung. Eine flache Atmung kann zum Beispiel bei großem Stress die Lungenventilation beruhigen, verlangsamen und vertiefen. Auch bei Lampenfieber und Prüfungsangst hilft mitunter eine Atembremse.

Hilfsmittel

Als technische Hilfsmittel gibt es Geräte zur Erhöhung des Ausatmungswiderstandes (positiv exspiratory pressure = PEP-Geräte),<ref name="Herold" /> ähnlich der entsprechenden Technik in der intensivmedizinischen Beatmung (positiv end-exspiratory pressure, PEEP).

Giebel-Rohr

Ähnlich verwendete man früher (etwa von 1960 bis 1980) das sogenannte Giebel-Rohr (Giebel-Tubus) in der Atemgymnastik zur Totraumvergrößerung. Dieses Verfahren wurde nach Ortwin Giebel benannt.<ref>Ortwin Giebel: Ventilation, Gasaustausch und Kreislauf unter künstlicher Totraumvergrößerung. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1969.</ref> Ortwin Giebel (* 21. Februar 1926, † 11. Mai 2020) „gilt als der geistige Vater und Entwickler der Totraumvergrößerung als effektive und einfach anwendbare Atemhilfe.“<ref>Traueranzeige von Ortwin Giebel in der Rheinischen Post vom Arbeitgeber Evangelisches Krankenhaus Bethesda Mönchengladbach. [1].</ref> Es handelte sich um ein Kunststoffrohr aus mehreren ineinandersteckbaren Segmenten (mit jeweils 100 ml Rauminhalt) zur stufenweisen Vergrößerung des Totraums. „Die Mundatmung durch das Rohr (mit einer Nasenklemme) führt zur Erhöhung des alveolaren CO2-Partialdruckes; dadurch Atemantrieb und Steigerung der Ventilation“.<ref>Gabriele Kaczmarczyk in: Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, 254. Auflage, Verlag Walter de Gruyter, Berlin / New York 1982, ISBN 3-11-007187-8, S. 414.</ref> Ähnlich diesem Giebelschen Totraumvergrößerer<ref>Günter Thiele, Heinz Walter (Hrsg.): Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete. Urban & Schwarzenberg, Loseblattsammlung 1966–1977, 3. Ordner (F–Hyperlysinämie), München / Berlin / Wien 1973, ISBN 3-541-84005-6, S. G 119.</ref> arbeitet der Schnorchel beim Tauchen. „Eine Ventilationssteigerung ist [hierbei] erforderlich, um den vorgeschalteten Totraum zu kompensieren.“<ref>H. Ehrenberg, K. Jückstock, H. Witt: Techniken der Krankengymnastik. In: Horst Cotta, Wolfgang Heipertz, Antje Hüter-Becker, Gerhard Rompe (Hrsg.): Krankengymnastik. Taschenbuch in zwölf Bänden. Band 1, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, Stuttgart / New York 1990, ISBN 3-13-600103-6, Zitat S. 268.</ref> Heute wird diese Methode teilweise durch moderne Atemtrainer (zur erschwerten Inspiration) ersetzt.

Einzelnachweise

<references />

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