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Lipezk

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Vorlage:Hinweisbaustein

Vorlage:Infobox Ort in Russland

Lipezk (Vorlage:RuS) ist eine Stadt im europäischen Teil Russlands.

Geografie

Lipezk ist Hauptstadt der Oblast Lipezk mit Vorlage:EWZ Einwohnern (Stand Vorlage:EWD).<ref name="einwohner_aktuell" /> Sie liegt rund 375 km südöstlich von Moskau im Oka-Don-Becken am Fluss Woronesch. Zwei Brücken verbinden die Stadtteile am linken (Lewobereschny) und rechten Flussufer (die anderen drei Stadtkreise).

Stadtgliederung

Stadtkreis
(Gorodskoi Okrug)
Russischer Name Einwohner
1. Januar 2006
Bemerkung
Lewobereschny Левобережный 50.244 Name von Lewy Bereg (Linkes Ufer des Woronesch)
Oktjabrski Октябрьский 206.549 Name von Oktjabr (Oktober, bezogen auf die Oktoberrevolution)
Prawobereschny Правобережный 79.198 Name von Prawy Bereg (Rechtes Ufer des Woronesch)
Sowetski Советский 166.830 Name bedeutet Sowjetischer Rajon

Quelle:<ref>Vorlage:Webarchiv</ref>

Geschichte

Datei:Lipezk Kathedrale.JPG
Russisch-Orthodoxe Kathedrale in Lipezk

Eine befestigte slawische Siedlung an Stelle der heutigen Stadt existierte vermutlich bereits vor der mongolischen Invasion der Rus im 13. Jahrhundert. In den Chroniken wird sie erstmals für die Jahre 1283/84 erwähnt. 1284 wurde die Siedlung während Kämpfen gegen den tatarischen Baskaken (Statthalter) Achmat komplett zerstört. Danach wird ein Dorf namens Malyje Studjonki Lipskije an dieser Stelle erst wieder in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erwähnt.

Zar Peter der Große ließ den Ort 1703 als Siedlung bei den Eisenwerken Lipskije sawody neu gründen. 1779 erhielt die Stadt den heutigen Namen als Verwaltungszentrum eines Ujesds der Statthalterschaft Tambow (ab 1796 Gouvernement Tambow).

In Zeiten der Weimarer Republik unterhielt die Reichswehr im Rahmen der deutsch-sowjetischen Militärkooperation gemäß dem Vertrag von Rapallo ab 1925 eine geheime Fliegerschule und Erprobungsstätte auf dem nahe Lipezk gelegenen Flugplatz, auf dem durch den Versailler Vertrag verbotene Flugzeuge und Waffensysteme entwickelt und getestet sowie ab 1926 Flugzeugführer ausgebildet wurden. Von deutscher Seite zeichnete hierfür die „Flieger-Inspektion 1 (L)“ verantwortlich. Dem Projekt kam eine zentrale Rolle bei der geheimen Zusammenarbeit zwischen Reichswehr und Roter Armee zu.<ref>Zur Kooperation und Lipezk siehe: Wolf Oschlies: Symbiose der Geächteten. Preußische Allgemeine Zeitung, Nr. 38, 19. September 2009, S. 10.</ref> Mit der Machtergreifung der nationalsozialistischen Regierung endete die Zusammenarbeit.

Heute ist Lipezk Zentrum eines Eisenerzabbaugebietes mit Stahlwerken, Maschinenbau und chemischer Industrie. Daneben gibt es auch Heilquellen und ein Sanatorium.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1897 20.524
1926 21.000
1939 66.644
1959 156.515
1970 289.138
1979 395.638
1989 449.635
2002 506.114
2010 508.887
2025 483.040

Anmerkung: Volkszählungsdaten (1926 gerundet)

Sport

Der Eishockeyverein HK Lipezk spielt in der zweithöchsten russischen Spielklasse. In der Stadt ist ebenfalls der Fußballverein FK Metallurg Lipezk beheimatet.

Verkehr

Lipezk ist per Zug von Moskau aus (Pawelezer Bahnhof) zu erreichen, Fahrtzeit etwa 10 Stunden. Lipezk hat einen kleinen Flughafen, den Flughafen Lipezk, zu dem eine private russische Fluglinie zweimal täglich Flüge vom Moskauer Flughafen Domodedowo aus anbietet.<ref>Vorlage:Webarchiv</ref>

Im Stadtgebiet von Lipezk operieren Omnibus-, Oberleitungsbus- und Straßenbahn-Linien.

Über die Verbindungsstraße A133 und M4 Don ist Lipezk mit der Hauptstadt Moskau verbunden. Hier wird die A133 von der R119 gekreuzt, die in Zentralrussland von Orjol über Lipezk nach Tambow verläuft.

Wirtschaft

Datei:RIAN archive 35861 YCL'ers arrival in Lipetsk.jpg
Komsomol-Kundgebung vor dem Nowolipezker Metallurgie-Kombinat 1971
Datei:Липецк. Улица Плеханова (начало).jpg
Ansicht der Plechanow-Straße im Nordosten der Stadt

Das im Zuge der Industrialisierung der Sowjetunion entstandene und 1992 privatisierte Nowolipezker Metallurgische Kombinat (NLMK) ist ein Stahlwerk, hat mehr als 27.000 Angestellte und ist eine der größten Firmen der Region. Man produziert nach Eigenangaben etwa 13 Mio. Tonnen Stahl jährlich, was über 20 % des russischen Bedarfs seien.<ref>https://nlmk.com/ru/about/map-of-assets/</ref> Es gehört zum Firmen-Konglomerat von Wladimir Lissin.

Weitere große Industriebetriebe sind das Lipezki Traktorny Sawod, eine Fabrik für Kühlschränke und Haushaltsgeräte (Stinol) sowie ein Speiseeis-Hersteller.

Qualifizierte Arbeitskräfte für diese Unternehmen werden an der Staatlichen Technischen Universität Lipezk sowie den zahlreichen Berufsschulen der Stadt ausgebildet. Die Industrie ist vorwiegend im Stadtteil südlich des Flusses Woronesch angesiedelt.

Weiterhin ist auch die Landwirtschaft von Bedeutung, da Lipezk in der fruchtbaren Schwarzerderegion liegt.

Städtepartnerschaften

Lipezk listet folgende Partnerstädte auf:

Söhne und Töchter der Stadt

Klimatabelle

Vorlage:Klimatabelle

Quellen

<references />

Weblinks

Vorlage:Commonscat Vorlage:Wiktionary

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