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Lidl

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Lidl Stiftung & Co. KG + LD Stiftung

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Lidl-Logo.svg
Rechtsform Stiftung & Co. KG + Stiftung
Gründung 1973
Sitz Neckarsulm + Bad Wimpfen,
DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Leitung
  • Kenneth McGrath

(Vorstandsvorsitzender)

Mitarbeiterzahl 360.000 (2022/23)<ref>Peter Kiefer: Lidl – Diskont-Riese für Lebensmittel und mehr. In: trend.at. 4. August 2023, abgerufen am 21. August 2024: „Unter der Marke Lidl werden aktuell in 31 Ländern weltweit über 12.200 Filialen betrieben Gemessen an der Zahl der Filialen ist Lidl der größte Diskonthändler der Welt. In Summe beschäftigt Lidl rund 360.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“</ref>
Umsatz 125,5 Mrd. Euro (2023/24)<ref>Erfolgreiches Geschäftsjahr der Unternehmen der Schwarz Gruppe in konjunkturell herausfordernden Zeiten. In: Schwarz-Gruppe. 23. Mai 2024, abgerufen am 30. September 2024.</ref>
Branche Lebensmitteleinzelhandel
Website info.lidl
Stand: 28. Februar 2023
Datei:LIDL Bad Wimpfen.jpg
Zentrale in Bad Wimpfen

Unter der Bezeichnung Lidl werden insgesamt über 12.500 Lebensmitteleinzelhandelsfilialen in Europa und den USA betrieben. Nach Anzahl der Filialen ist Lidl damit hinter Aldi der zweitgrößte Discounter-Konzern der Welt.

Die Filialen in Deutschland werden von der LD-Stiftung mit Sitz in Bad Wimpfen<ref>Bad Wimpfen – Heimat der Lidl Dienstleistung. In: jobs.lidl.de. Abgerufen am 21. August 2024.</ref> betrieben.<ref name="WA 2023-09-16">Annika Ketzler: Lidl schmeißt Produkte aus dem Sortiment – das hat einen guten Grund. In: wa.de. 16. September 2023, abgerufen am 21. August 2024: „Die Filialen in Deutschland werden von der LD-Stiftung mit Sitz in Bad Wimpfen betrieben. Die anderen Filialen in Europa und den USA betreibt die Lidl Stiftung & Co. KG mit Sitz in Neckarsulm“</ref> Die anderen Filialen in Europa und den USA betreibt die Lidl Stiftung & Co. KG mit Sitz in Neckarsulm.<ref name="WA 2023-09-16" /><ref>Neckarsulm – Internationaler Sitz der Lidl Stiftung. In: jobs.lidl.de. Abgerufen am 21. August 2024.</ref> Beide Schwesterunternehmen sind Teil der Schwarz-Gruppe, zu der auch Kaufland als Lebensmittelvollsortimenter gehört.

Geschichte

Datei:A-lidl-co-heilbronn-um1905.jpg
Lidl und Co. Südfrüchtenhandlung in der Sülmerstraße 54 in Heilbronn (um 1905)

Zwischen 1855 und 1857 wurde in Heilbronn in der Sülmerstraße 31<ref>vgl. Eintrag im Heilbronner Adressbuch von 1862, dort als "Lidl & Cie. Südfrüchtenhandlung"</ref> eine Specerei- und Südfrüchte-Handlung unter dem Namen A. Lidl & Cie. gegründet. Namensgeber war der Kaufmann Anton Lidl (geboren am 22. Februar 1810 in Partenkirchen), der in Stuttgart einen Zitronenhandel betrieb.<ref>https://www.wikitree.com/wiki/Lidl-5, abgerufen am 11. April 2026</ref> Im März 1866 übernahm der Kaufmann Aloys Paulweber das Unternehmen von Anton Lidl.<ref>https://www.wikitree.com/wiki/Lidl-5, abgerufen am 11. April 2026</ref> Von der Sülmerstraße 31 wurde das Geschäft vor 1879 in die Deutschordensstraße 11 verlegt, bevor es zehn Jahre später in der Sülmerstraße 54 zu finden war.<ref>Heilbronner Adressbücher, einsehbar unter https://wiki.genealogy.net/Kategorie:Adressbuch_f%C3%BCr_Heilbronn</ref>

1930 trat der Heilbronner Kaufmann Josef Schwarz (1903–1977) als persönlich haftender Gesellschafter (Komplementär) in die damalige Lidl & Co. Südfrüchtenhandlung ein. Das Unternehmen wurde in Lidl & Schwarz KG umbenannt und zu einer Lebensmittelgroßhandlung für die Region Heilbronn ausgebaut.

Lidl & Schwarz wurde 1944 im Zweiten Weltkrieg zerstört und innerhalb von zehn Jahren wiederaufgebaut. 1954 wurde in Heilbronn eine neue Hauptverwaltung eingerichtet. 1968 eröffnete Lidl & Schwarz den ersten Supermarkt unter dem Namen „Handelshof“ in Backnang, die Handelshof-Märkte wurden ab 1984 in Kaufland-Supermärkte umbenannt.<ref>Lilia Ben Amor: Kaufland kämpft mit der Digitalrevolution im Einzelhandel. In: schwaebische.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. März 2018; abgerufen am 21. August 2024.</ref>

Josefs einziger Sohn Dieter Schwarz absolvierte nach seinem Abitur von 1958 bis 1960 eine kaufmännische Ausbildung in der Lebensmittelgroßhandlung Lidl & Schwarz KG in Heilbronn und wurde 1962 Prokurist sowie 1963 persönlich haftender Gesellschafter. 1972 wurde in Neckarsulm eine neue Unternehmenszentrale eröffnet.

Gründung des Discounterkonzerns Lidl

1968 eröffnete Dieter Schwarz seinen ersten Einzelhandelsladen.<ref>Die Lidl-Story, eine Dokumentation des ZDF vom 20. Juni 2019, abgerufen am 23. Juni 2019</ref> Im Jahr 1973 wurde der erste Discountermarkt als neuer Geschäftstyp in Ludwigshafen am Rhein eröffnet.<ref>Vom ersten Laden zum Weltkonzern: Lidl wird 50. In: lebensmittelzeitung.net. Abgerufen am 21. August 2024.</ref> Weil er den Namen Lidl aus rechtlichen Gründen nicht übernehmen konnte und um das WortspielSchwarzmarkt“ zu vermeiden, erwarb Dieter Schwarz von dem pensionierten Berufsschullehrer und Kunstmaler Ludwig Lidl für 1000 DM die Namensrechte.<ref>Hans Markus Thomsen: Der gekaufte Ludwig. Kolumne: Was sagt der Name? In: welt.de. 22. November 2007, abgerufen am 21. August 2024.</ref><ref>Karsten Kilian: Markenprodukte. Markenlexikon.de, abgerufen am 22. November 2022</ref><ref>Jochen Schuster: Porträt: Der Geheimnis-Krämer. In: Focus 34/2004. focus.de, 15. Juni 2017, abgerufen am 21. August 2024.</ref>

Als Josef Schwarz 1977 starb, übernahm Dieter Schwarz die Lebensmittelgroßhandlung Lidl & Schwarz KG. Zu diesem Zeitpunkt existierten über 30 Filialen. Bis 1978 testete Schwarz verschiedene Discounttypen, bevor die endgültige Konzeption in Serie ging: Die Unternehmens-Aktivitäten wurden in den Bereich der Discountmärkte (Kleinflächen) unter dem Namen Lidl sowie in den Bereich der Vollsortimenter (Großflächen) Kaufland aufgeteilt.

Mit dem Rückzug aus der Unternehmensleitung 1999 übertrug Dieter Schwarz seinen Anteil steuersparend auf die Dieter-Schwarz-Stiftung gGmbH.

Datei:Lidl schwarz beteiligungen.svg
Beteiligungen
Datei:Lidl Bodenheim.jpg
Außenansicht einer Lidl-Filiale

Nach Wilfried Oskierski folgte im September 2008 Karl-Heinz Holland als Vorstandsvorsitzender.<ref>(suc): Discounter: Lidl-Chef nimmt seinen Hut. In: Spiegel Online. 24. September 2008, abgerufen am 21. August 2024: „Als möglicher Nachfolger wird Einkaufschef Heinz Holland gehandelt.“</ref><ref>Martin Buchenau: Karl-Heinz Holland: Chefwechsel bei Lidl. Karl-Heinz Holland rückt an die Spitze des verschwiegenen Discounters. In: Handelsblatt. 9. Oktober 2008, abgerufen am 21. August 2024.</ref> Die Entlassung Hollands am 21. März 2014 wurde mit „unterschiedlicher, nicht überbrückbarer Auffassungen betreffend der künftigen strategischen Geschäftsausrichtung“ begründet. Holland bekam nach Informationen des Manager Magazins bis zum Ende seiner Kündigungsfrist zum 31. März 2017 sein Jahresgehalt von 3 Millionen Euro.<ref>Michael Gassmann: Discounter: Warum Lidls Chef trotz Rekord-Bilanz gehen musste. In: Welt Online. 17. April 2014, abgerufen am 21. August 2024.</ref> Sein Nachfolger, Sven Seidel, blieb bis Februar 2017 auf seiner Position. Seidels Nachfolger Jesper Højer wurde Mitte 2019 durch Ignazio Paternò abgelöst. Ab August 2020 war Gerd Chrzanowski kommissarischer Vorstandsvorsitzender. Er wurde am 1. Dezember 2021 von Kenneth McGrath abgelöst. Chrzanowski übernahm dann den Vorsitz der Schwarz-Gruppe.<ref>Wachwechsel bei Schwarz. In: Lebensmittel Zeitung. Band 73, Nr. 42, 22. Oktober 2021, ISSN 0947-7527, S. 1, 3.</ref>

Am 5. Mai 2017 fand in Bad Wimpfen der erste Spatenstich für die neue Lidl-Deutschland-Zentrale statt. Unweit des bisherigen Unternehmenssitzes in Neckarsulm ist für die rund 1500 Beschäftigten der LD-Stiftung ein eigenes Gewerbegebiet erschlossen worden. Der Umzug des Unternehmens erfolgte im April 2021.<ref>Wolfgang Müller: Spatenstich für Lidl-Zentrale in Bad Wimpfen. In: stimme.de. 5. Mai 2017, abgerufen am 7. März 2018 (aktualisiert am 24. Juli 2024).</ref>

Expansion

Datei:Lidl Map.svg
Lidl-Aktivitäten
  • Mit Filialen
  • Geplante Expansion
  • Filialen in der Vergangenheit
  • Nach der Expansion Lidls innerhalb Westdeutschlands wurde 1990 das erste Geschäft in den ostdeutschen Bundesländern in Chemnitz eröffnet. Ein Jahr zuvor begann 1989 die internationale Expansion mit dem Markteintritt in Frankreich.

    In Frankreich ist Lidl mit 1600 Filialen Marktführer im Discount-Segment.<ref>Studie: Lidl und Aldi legen in Frankreich zu. In: Die Welt. 13. September 2007, abgerufen am 14. Juni 2013.</ref>

    2014 war Lidl mit 9.875 Filialen in 26 Ländern vertreten,<ref>Insight: Lidl and Kaufland – closer to each other, close to home. In: planetretail. 2014, abgerufen am 2. Oktober 2014.</ref> 2021 mit 11.550 Filialen in 30 Ländern.<ref>Willkommen bei Lidl. In: Lidl International. Abgerufen am 21. Dezember 2021.</ref>

    Norwegen ist das einzige Land, aus dem sich Lidl wieder zurückzog, da seit dem Markteintritt 2004 nach vier Jahren lediglich ein Marktanteil von 1,5 % erreicht wurde.<ref>RadiOs.no: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lidl stopper byggingen av regionlageret i Ådnadalen (Memento vom 22. Oktober 2012 im Internet Archive)</ref> Im März 2008 wurde bekannt, dass sich der Discounter von seinen 50 Märkten in Norwegen trennen und sie an die Reitan-Gruppe abgeben werde. Neben den Filialen wurden auch Verwaltung und Distribution abgegeben.<ref>Hannes Gamillscheg: Im Hochpreisland Norwegen hat es sich ausge-„lidlt“. In: Die Presse. 18. Juni 2008, abgerufen am 14. Juni 2013.</ref>

    Die Expansion in die baltischen Staaten wurde 2006 wegen des mangelnden Erfolges gestoppt<ref name="Lebensmittelzeitung online 2">@1@2Vorlage:Toter Link/www.lz-net.deMeldung Lebensmittelzeitung zum Expansionsstopp (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2026. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> und 2014 wieder aufgenommen.

    Litauen

    Datei:Lidl Vilnius opening weekend.png
    Lidl-Eröffnung im Juni 2016 in der litauischen Hauptstadt Vilnius

    Die Unternehmenszentrale<ref>Registerdaten von UAB Lidl Lietuva</ref><ref>Mitarbeiterzahl</ref> befindet sich im Stadtteil Viršuliškės der litauischen Hauptstadt Vilnius. Die Fläche des von „Lidl Lietuva“ im Jahr 2013 gekauften Grundstücks bei Kaunas beträgt 143.000 m², auf dem seit dem 14. April 2016 das Zentrallager mit einer Fläche von 42.800 m² (davon 13.000 m² für Kühlraum) unterhalten wird.<ref>Atidarytas „Lidl“ logistikos centras Kauno rajone</ref> Das Logistikzentrum wurde beim Dorf Ramučiai in der Rajongemeinde Kaunas gebaut.<ref>Zentrallager in Litauen (Litauische Tageszeitung Lietuvos rytas)</ref> Die Investitionen betrugen 40 Mio. Euro.

    Die ersten 15 Läden wurden am 2. Juni 2016 geöffnet. Die Reihen der Käufer<ref>Eilėje į „Lidl“ stovėjusi pirkėja atkirto tiems, kas juokėsi</ref> entstanden schon ab 6:30 Uhr, obwohl die Geschäfte erst um 8 Uhr geöffnet wurden.<ref>„Lidl“ atidarymo nuotaikos: džiaugsmas pigiomis prekėmis, pykčio žaibai valdžiai ir būtinybė įsigyti bananų</ref> Den Lidl-Markt in Fabijoniškės besuchten als erste Käufer Ehrengäste ab 7:30 Uhr. Dazu zählten das „Lidl“-Werbegesicht Basketballspieler Arvydas Sabonis, der Vilniuser Bürgermeister Remigijus Šimašius, der litauische Wirtschaftsminister Evaldas Gustas sowie Diplomaten aus der deutschen Botschaft in Vilnius.<ref>Pirmieji „Lidl“ pirkėjai: ką pirko meras Šimašius ir Sabonis?</ref>

    Österreich

    Seit 1998 ist Lidl in Österreich durch die Lidl Österreich GmbH mit Sitz in Salzburg vertreten. Lidl Österreich betreibt rund 230 Filialen und drei Logistikzentren (Laakirchen, Wundschuh und Müllendorf). 2018 begann die Errichtung eines 6 ha großen Logistikzentrums bei Großebersdorf, das ab 2021 das Zentrum im burgenländischen Müllendorf<ref>Lidl übersiedelt Logistikzentrum von Müllendorf nach NÖ. Die Presse, 19. Januar 2018. Abgerufen am 14. Dezember 2018.</ref> ersetzen soll.

    Rumänien

    2011 kaufte Lidl die 107 von Plus in Rumänien betriebenen Filialen und flaggte diese bis Oktober auf das Lidl-Konzept um.<ref>After Plus re-branding, discounter Lidl opens 11 new stores in Romania. In: romania-insider.com. 2. Juni 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Juni 2015; abgerufen am 27. Januar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Schweiz

    Der Sitz der Lidl Schweiz AG ist in Weinfelden.<ref>Eintrag im Zefix, abgerufen am 12. März 2020.</ref> Im März 2009 wurde die erste Filiale in der Schweiz eröffnet.<ref name="Handelsblatt">Handelsblatt: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lidl eröffnet ersten Laden in der Schweiz (Memento des Vorlage:IconExternal vom 23. Juni 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.handelsblatt.com, vom 18. März 2009.</ref> Die Verteilzentren sind in Weinfelden und Sévaz. Anfang 2025 gibt es 187 Filialen mit 4.500 Mitarbeitern.<ref>Über Lidl, lidl.ch, abgerufen am 30. Januar 2024</ref>

    Vereinigtes Königreich

    Nach dem Markteintritt im Jahr 1994 wurde die Expansion stark vorangetrieben. Heute ist das Unternehmen in England, Schottland, Wales und Nordirland mit etwa 760 Läden vertreten. Das Unternehmen profitierte wie der Konkurrent Aldi Süd stark von der in dem Land stark spürbaren Finanzkrise 2008 und baute den Marktanteil seitdem von 2 Prozent auf knapp (2019) 6 Prozent aus. Auch vor dem Hintergrund des Brexits wurde der Anteil der lokal produzierten Produkte stetig erhöht, was zum Erfolg beitrug. Außerdem sind die Preise teilweise wesentlich niedriger als in den etablierteren, britischen Supermarktketten. In den kommenden Jahren nach 2019 möchte das Unternehmen seine Filialanzahl daher weiter erhöhen (bspw. in London um 40 Läden).

    Spanien

    In den beiden spanischen Exklaven Ceuta und Melilla betreibt Lidl jeweils eine Filiale und ist damit auch direkt auf dem afrikanischen Kontinent vertreten.<ref>Mª Eugenia Rodríguez López, Juan Miguel Alcántara Pilar, Álvaro José Rojas Lamorena: La experiencia gastronómica en el restaurante: delimitación teórica y empírica en dos tipos de establecimiento. In: Cuadernos de Gestión. Band 20, Nr. 1, Dezember 2019, ISSN 1131-6837, S. 181–204, doi:10.5295/cdg.180904mr.</ref>

    USA

    Im Juni 2017 eröffnete Lidl USA vom Unternehmenssitz in Arlington, Virginia, die ersten zehn US-Filialen in den Bundesstaaten Virginia, North Carolina und South Carolina. Innerhalb eines Jahres sollten anfangs bereits über 100 weitere Lidl-Märkte an der Ostküste der USA folgen, womit Lidl an die Expansionspläne des Konkurrenten Aldi Süd für die USA anschließen will.<ref>Lidl eröffnet erste Filialen in den USA. In: Spiegel Online. 15. Juni 2017, abgerufen am 21. Juni 2017.</ref> Aufgrund der für Verbraucher nicht attraktiven Lage und die zu großzügige Gestaltung der Märkte sowie zu lange Logistikwege explodierten für das Unternehmen die Kosten des Markteintritts (geschätzt: Über 1 Mrd. Euro). Die Expansion wurde daher gestoppt und die Pläne für neue Märkte überarbeitet. Daher sind bis 2019 erst rund 71 Märkte eröffnet worden. Eine Expansion in weitere Bundesstaaten ist jedoch fest geplant. Dazu gehörte die zwischenzeitliche Akquisition von 27 Supermärkten der Marke Best Market in den Bundesstaaten New York und New Jersey.

    Seit 2019 verantwortet Roman Heini die Landesgesellschaft, er war vorher Deutschland-Manager von Aldi Süd. Heini verordnete dem US-Sortiment eine stärkere Ausrichtung auf typisch amerikanische Produkte und auf ein amerikanischeres Filialkonzept als zuvor.<ref>Lidl steps up U.S. Expansion And Adds American Products. In: Forbes Online. 9. September 2019, abgerufen am 11. Oktober 2019.</ref>

    Laut Klaus Gehrig rechnet das Unternehmen mit einem Zeitraum von zehn bis zwölf Jahren, bis sich das Unternehmen wie in Europa bei den Verbrauchern als ernstzunehmende Alternative etabliert hat.<ref>Lidl prescht mit Expansionskurs nach vorne. In: Focus Online. 21. Mai 2019, abgerufen am 11. Oktober 2019.</ref>

    Der Slogan von Lidl in den USA lautete zuerst Rethink Grocery (etwa: Lebensmittel neu erfinden), inzwischen jedoch Think Grocery (etwa: Denke Lebensmittel).

    Zukünftige Expansionen

    Bei zukünftigen Expansionen steht besonders der südosteuropäische Bereich im Vordergrund.<ref>Business Insider Deutschland: Warum Lidl jetzt ausgerechnet auf dem Balkan expandiert. 24. Oktober 2020, abgerufen am 30. November 2022.</ref> Eine Expansion in die Ukraine<ref>Expansion: Lidl geht in die Ukraine. Abgerufen am 30. November 2022.</ref> musste auf Grund des russischen Überfalls auf die Ukraine verschoben werden.

    Unternehmen

    In Deutschland betreibt Lidl 39 Regionalgesellschaften, die wiederum über 3250 Filialen betreuen.<ref name="lidlde">Lerne Lidl kennen. Lidl, abgerufen am 12. Juni 2022.</ref>

    Regionalgesellschaften von Lidl in Deutschland
    Norddeutschland Westdeutschland Ostdeutschland Süddeutschland
    Wasbek Paderborn Kremmen Eggolsheim
    Rostock Bönen Freienbrink Sankt Ingbert
    Siek Herne Großbeeren Wöllstein
    Hamburg Kamp-Lintfort Bernburg Speyer
    Bremen Kassel Radeburg Waldenburg
    Cloppenburg Leverkusen Gera Bietigheim
    Westerkappeln Grevenbroich Stuttgart
    Hildesheim Kerpen Straubing
    Siegen Butzbach
    Koblenz Dettingen
    Erlensee München
    Augsburg
    Hüfingen
    Freiburg

    Produktionsbetriebe

    Lidl selbst produziert keine Eigenmarken und besitzt auch keine Produktionsstätten. Das Schwesterunternehmen Schwarz Produktion Stiftung & Co. KG stellt Marken exklusiv für Lidl her. Dieses sind insbesondere Mineralwasser, Erfrischungsgetränke, Tafelschokolade, Nüsse, Trockenfrüchte, Brot und Brötchen (als tiefgefrorene Teiglinge), Speiseeis und Kaffee.

    Tailwind Shipping Lines und Tailwind Intermodal

    Tailwind Shipping Lines ist eine 2022 von der Schwarz-Gruppe gegründete Containerreederei mit Sitz in Hamburg und ein Tochterunternehmen der Lidl Stiftung, das den Warenimport aus Asien absichert und inzwischen zu den 40 größten Linienreedern weltweit zählt. Die Reederei betreibt ihre Flotte vor allem im Asien–Europa-Liniendienst, gilt als besonders pünktlich und wächst dynamisch, unter anderem durch zusätzliche Schiffe zur Bewältigung von Umroutungen etwa über Südafrika. Zur weiteren Expansion lässt Tailwind seit 2024/2025 erstmals eigene, größere Containerschiffe bauen, die künftig die bislang gecharterte Flotte ergänzen. Tailwind Intermodal als ebenfalls zur Lidl Stiftung gehörendes Schwesterunternehmen erweitert parallel den Hinterlandverkehr, insbesondere über den Adriahafen Koper, und baut seine Zugfrequenzen sowie das Streckennetz kontinuierlich aus.<ref>Jörg Rode: Tailwind: Lidl-Reederei läuft Vietnam an. In: lebensmittelzeitung.net. Deutscher Fachverlag GmbH, 28. Mai 2025, abgerufen am 25. November 2025.</ref><ref>Tailwind: Lidl-Reederei lässt eigene Frachter bauen. In: ndr.de. Norddeutscher Rundfunk, 7. Juni 2025, abgerufen am 25. November 2025.</ref><ref>Tailwind: Reederei des Discounters Lidl auf Wachstumkurs. In: ndr.de. Norddeutscher Rundfunk, 28. Juni 2024, abgerufen am 25. November 2025.</ref><ref>Florian Kolf: Lidl reagiert mit neuen Containerschiffen auf Trumps Zollpolitik. In: handelsblatt.com. Handelsblatt Media Group GmbH & Co. KG, 11. Juni 2025, abgerufen am 25. November 2025.</ref><ref>Michael Cordes: Lidl-Tochter Tailwind Intermodal baut Angebot aus. In: dvz.de. DVV Media Group GmbH, 12. Dezember 2024, abgerufen am 25. November 2025.</ref>

    Marketing

    Datei:Lidl Werbeauto - Nachhaltigkeit -E-Auto.jpg
    Lidl-Werbeauto für Nachhaltigkeit, ein BMW i3
    Datei:EURO 2024 Düsseldorf, Public Viewing auf dem Burgplatz, 20. Juni 2024 (4).jpg
    Lidl-„Frische-Stadion“ beim Public Viewing in Düsseldorf, Sponsor der Fußball-Europameisterschaft 2024

    Lidl gehört in Deutschland zu den größten Werbungstreibenden (Etat 2005 laut Nielsen 397 Mio. Euro). Dabei stützt sich das Unternehmen neben den klassischen Werbeformen wie Handzetteln und Zeitungen auch auf das Internet. Das Unternehmen verteilt wöchentlich Rabattkataloge in Form von Papier- und Broschürendrucken und veröffentlicht diese auch online auf seiner Website.<ref>LIDL Prospekte – Aktuelle Angebote zum Blättern. Abgerufen am 9. September 2024.</ref> Das Fernsehen wurde bis Oktober 2008 nur für Azubi-Werbespots und im Jahr 2007 in Zusammenarbeit mit dem Pre-Paid-Anbieter Fonic genutzt.

    Seit Oktober 2008 werden die Eigenmarken-Produkte unter dem Lidl-Werbespruch „Lidl lohnt sich“ auch in TV-Werbespots beworben. Ein Alleinstellungsmerkmal der Lidl-Werbung im TV ist die auffallende Sprechweise der Sprecherin Mayke Dähn.<ref>Mayke Janine Dähn. In: Brilliant Voice. Abgerufen am 5. Dezember 2024 (mit Hörbeispielen).</ref> Seit Februar 2015 folgt Lidl einer neuen Werbestrategie, wobei nicht mehr primär der günstige Preis, sondern die Qualität der Produkte im Mittelpunkt steht. Gemeinsam mit der optischen Aufwertung der Filialen möchte das Unternehmen damit die reine Wahrnehmung im Discount-Segment verlassen.<ref>FAZ.net: Lidl will nicht mehr so billig sein. 16. Februar 2015, abgerufen am 11. März 2015.</ref> Aufgrund der anschließend erfolgten verstärkten Markeneinlistung der deutschen Konkurrenten Aldi Süd und Aldi Nord kann dieser Schritt als erfolgreich bezeichnet werden.

    Lidl ist seit 2018 Sponsor der Europäischen Handballföderation und trat als „Frischepartner“ bei den Handball-Europameisterschaften der Männer auf – 2018, 2020, die Partnerschaft besteht auch für 2022 und 2024.<ref>Lidl extends sponsorship of next two men’s EHF Euros. ehfeuro.eurohandball.com, 27. September 2021, abgerufen am 28. September 2021.</ref> Darüber hinaus ist Lidl seit 2024 Hauptsponsor der Deutschland Tour und seit 2026 Namenssponsor der Tour of Austria.<ref>Luca Bauer: Nach Deutschland Tour in Heilbronn: Kaum Auswirkung auf Hotels und Gastronomie. In: swr.de. Südwestrundfunk, 28. August 2024, abgerufen am 12. Oktober 2025.</ref><ref>Martin Roseneder: Startschuss für die "Lidl Tour of Austria". In: tourofaustria.com. Tour of Austria GmbH, 9. April 2026, abgerufen am 11. April 2026.</ref>

    Nachdem Lidl bereits 2016 als Sponsor beim UCI WorldTeam (Radsport) Etixx-Quick-Step aktiv war<ref>Lidl wird Sponsor bei Etixx-Quick-Step. In: radsport-news.com. Abgerufen am 29. Juni 2023.</ref> und zuvor auch schon das Team Lotto Soudal unterstützt hatte, tritt Lidl seit 30. Juni 2023<ref>Lidl wird Hauptsponsor des UCI WorldTour-Teams Lidl-Trek. In: Lidl Deutschland. Abgerufen am 29. Juni 2023.</ref> als Hauptsponsor des Teams Lidl-Trek sowie dessen Development Team Lidl-Trek Future Racing auf.

    Seit 2024 ist Lidl Werbepartner der UEFA und fungiert ab 2026 als globaler Sponsor der Frauen- und Männer-Nationalmannschaftswettbewerbe sowie als Partner von Breitenfußball- und Ernährungsprogrammen.<ref>Heiko Fritze: Schwarz-Gruppe wird strategischer Partner der Uefa. In: stimme.de. Heilbronner Stimme, 17. März 2026, abgerufen am 17. März 2026.</ref><ref>UEFA gibt strategische Partnerschaft mit Unternehmen der Schwarz-Gruppe bekannt. In: uefa.com. 17. März 2026, abgerufen am 17. März 2026.</ref>

    Sortiment

    Datei:Innenansicht Lidl.jpg
    Innenansicht einer Lidl-Filiale (2006)

    Lebensmittel bilden das Kernsortiment des Discounters. Mit über 1600 Food-Artikeln<ref>Emma Thomasson: Insight – In discounter war, will Aldi’s Coke rush fall flat? In: Reuters. 7. Juli 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. August 2014; abgerufen am 12. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> im Festsortiment und hunderten weiteren Aktionsartikeln ist Lidl in diesem Bereich in Deutschland untypisch breit aufgestellt; Konkurrent Aldi führte lange Zeit nur 700 Lebensmittel-Artikel.<ref name="Lebensmittelzeitung online 3">lz-net.de: @1@2Vorlage:Toter Link/www.lz-net.deAnzahl der Artikel bei Aldi (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2017. Suche im Internet Archive )</ref>

    Lidl bietet neben Marken- und vereinzelt No-Name-Artikeln (Obst, Frischfleisch) auch, wie bei Discountern üblich, Produkte unter Eigenmarken an. Diese sind etwa: Milbona (Milch und Milchprodukte), Dulano (Wurstwaren), Sondey (Backwaren), Linessa (energiereduzierte Lebensmittel), Freeway, Saskia (Getränke), Bellarom (Kaffee),<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />lidl.de (Memento vom 17. Oktober 2014 im Internet Archive)</ref> Maribel (Konfitüre)<ref>lidl.de</ref>, Landjunker und Oldenländer (Frischfleisch) sowie seit 2006 Bioness (Bio-Lebensmittel); aus markenrechtlichen Gründen seit 2009 in Biotrend<ref>Eintragung der Wortmarke Bioness am 1. August 1997 beim Deutschen Patent- und Markenamt durch den Unternehmer Richard Jung und am 1. September 2007 um weitere zehn Jahre verlängert.</ref> umbenannt.

    Lidl bietet bundesweit und in vielen Filialen weltweit ein Sortiment an frisch aufgebackenen Prebake-Backwaren mit mindestens 30 verschiedenen Produkten an.<ref>Yves Demuth: Brot: «Frisch vom Beck» aus Slowenien. In: beobachter.ch. 15. März 2018, abgerufen am 13. Februar 2020.</ref><ref>Lidl: Unser Brot – täglich frisch. In: lidl.de. 2014, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 18. November 2014.@1@2Vorlage:Toter Link/www.lidl.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

    Zu Weihnachten sowie zu Ostern bietet Lidl eine eigene Premium-Produktlinie unter dem Namen „Deluxe“ an.<ref>Discount goes luxury – Trading up dank Mehrwert. GfK, 31. Oktober 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. November 2014; abgerufen am 12. Juni 2022.</ref> 2013 wurde das Sortiment auf Grund der hohen Nachfrage auf mehr als 150 Produkte erweitert – von Frische- und Tiefkühlartikeln über Konserven bis hin zu Spirituosen.<ref>Lidl Deluxe-Sortiment ab 25.11.2013 bundesweit erhältlich / Das Deluxe-Sortiment wurde auf über 150 Produkte erweitert / Pro verkauftem Deluxe-Artikel spendet Lidl 1 Cent an „Ein Herz für Kinder“. In: Presseportal.de. 22. November 2013, abgerufen am 28. Januar 2015.</ref> Seit einiger Zeit führt Lidl zudem ein umfangreiches Wein-Sortiment – sowohl in den Filialen als auch im Online-Shop. Im Angebot sind Weine aus Deutschland und Europa sowie aus Übersee, ähnlich breit ist die Preisspanne.<ref>Weinwelt. In: lidl.de. 2014, abgerufen am 18. November 2014.</ref>

    Neben Lebensmitteln und anderen Produkten des täglichen Bedarfs bietet Lidl wöchentlich wechselnde Aktionsartikel aus verschiedenen Non-Food-Bereichen, darunter etwa Textilien, Haushalts- und Elektronikwaren oder Freizeitartikel. Größere Bekanntheit erzielten die seit mehreren Jahren in wechselnden Zyklen unter dem Logo Lidl-PC angebotenen Computer.<ref>Stefan Hagedorn: Lidl: Leistungsstarker PC für wenig Geld. In: netzwelt. 10. Dezember 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. April 2013; abgerufen am 19. August 2012.</ref> Da in den Filialen jede Woche Platz für neue Aktionsartikel geschaffen werden muss, wird nicht verkaufte Ware teilweise in eigens dafür angemieteten Lagern aufbewahrt. Der Wert der dort gelagerten Rückläufer soll mehr als 100 Millionen Euro betragen.<ref name="chaos6">manager-magazin.de: Chaos-Kommando (6), 13. März 2007.</ref> In Sonderverkäufen in aktuellen und ehemaligen Lidl-Filialen werden die Waren zu reduzierten Preisen verkauft. Ferner werden in den Filialen regelmäßig Sonderaktionen durchgeführt. 2005 hatte der Discounter erstmals gemeinsam mit der Deutschen Bahn das sogenannte Lidl-Ticket verkauft, mit dem zum Preis von 49,90 Euro zwei einfache Fahrten in der zweiten Klasse auf beliebigen innerdeutschen Strecken (auch Fernverkehr) möglich waren.<ref name="Lebensmittelzeitung online 4">lz-net.de: @1@2Vorlage:Toter Link/www.lz-net.deBericht der Lebensmittelzeitung zum Lidl-Bahnticket (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2026. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref>

    Lidl ist außerdem mit verschiedenen Dienstleistungsportalen im Internet vertreten. Eine Zeit lang waren im Onlineshop auch abgepackte Lebensmittel (etwa Konserven) und schwer verderbliche Produkte wie Drogerieartikel erhältlich, aufgrund des Aufwands sind diese jedoch seit Ende 2017 nicht mehr verfügbar. Die Entscheidung wurde getroffen, nachdem in Deutschland das für Anfang 2017 geplante Projekt „Lidl Express“ durch den Leiter der Schwarz-Gruppe, Klaus Gehrig, gestoppt wurde, in dem in bereits eigens errichteten Filialen online vorbestellte Lebensmittel abgeholt und ein geringes Lidl-Sortiment auch vor Ort gekauft hätte werden können. wurde der Deutschland-Chef von Lidl, Marin Dokozic, im Jahr 2018 ausgetauscht. Im Unternehmen wird der Onlinehandel mit Lebensmitteln als noch nicht profitabel eingeschätzt. Ein späterer Markteintritt sei für das Unternehmen nicht nachteilig, so Klaus Gehrig.<ref>„Wir werden nie ein Amazon oder Alibaba werden“. In: WirtschaftsWoche Online. 27. Februar 2019, abgerufen am 29. Januar 2020.</ref>

    Zu den Lidl-Angeboten zählte zeitweilig das von Lidl in einem Großteil seiner Auflage vertriebene Greenpeace Magazin. Die Kooperation zwischen Lidl und Greenpeace fand jedoch rasch ein Ende, da Greenpeace die Unabhängigkeit seiner Tests nicht in Verruf bringen wollte und weil auch Lidl-Produkte auf Pestizidbelastung hin untersucht worden waren.<ref>Manfred Krautter: Pestizide aus dem Supermarkt: Hintergrundinformation. Greenpeace, Hamburg November 2005, S. 21 (archive.org [PDF; 899 kB; abgerufen am 12. Juni 2022]).</ref> Die im Jahr 2005 zeitweilig im Lidl-Sortiment befindlichen Haifischsteaks wurden nach Protesten aus dem Sortiment genommen.<ref>Nach Kritik von Tierschützern: Lidl nimmt Hai-Steaks aus dem Sortiment. In: Handelsblatt. 25. Mai 2005, abgerufen am 14. Juni 2013.</ref><ref>Heike Finke: Lidl stoppt den Verkauf von Haifisch-Steaks – Tschimpke: Fleisch bedrohter Haifische gehört nicht in den Supermarkt. Naturschutzbund Deutschland, 24. Mai 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. Juli 2010; abgerufen am 14. Juni 2013.</ref>

    Lidl arbeitete mit dem Netzbetreiber Telefónica Germany bis September 2015 unter der Marke Lidl Mobile zusammen. Seit dem ersten Oktober 2015 wird in Verbindung mit Vodafone die Prepaid-Marke Lidl Connect angeboten.<ref>Jan Kluczniok: Lidl Mobile Smart: Internetflat und 400 Freieinheiten für 10 Euro. In: Netzwelt. 17. August 2012, abgerufen am 19. August 2012.</ref>

    Seit April 2018 hat Lidl in Deutschland eine vierstufige Haltungskennzeichnung bei Frischfleisch eingeführt. Die Stufen reichen von konventioneller Tierhaltung über zwei Zwischenstufen hin zur biologischen Landwirtschaft. Die als tierfreundlich gekennzeichneten und damit teureren Produkte werden aus dem letzten Grund wenig nachgefragt.<ref>Fleischkennzeichnung bei Lidl – Billig schlägt Bio. In: Spiegel Online. 5. Juni 2018, abgerufen am 8. September 2018.</ref> Seit November 2018 werden Bioland-Produkte angeboten.<ref>Denise Snieguole Wachter: Lidl kooperiert mit Bioland: Warum das eine Sensation ist. In: stern.de. 15. Oktober 2018, abgerufen am 19. November 2018.</ref>

    Verantwortung

    Als erster Discounter in Deutschland führt Lidl seit dem 1. Juni 2006 mit der Eigenmarke Fairglobe auch Fair-Trade-Produkte im Sortiment, vor allem Kaffee, Tee, Schokolade und Zucker aus Entwicklungsländern.<ref name=":0">Lidl führt künftig TransFair-gesiegelte Produkte. In: entwicklungspolitik online. Abgerufen am 3. April 2019.</ref> Lidl erwirbt nach eigenen Angaben 100 Prozent zertifizierten Kakao für seine Produkte und arbeitet mit international anerkannten Siegeln wie UTZ-Certified und Rainforest Alliance zusammen.<ref name=":1">Lidl: Lidl fördert nachhaltige Schokolade (mit Bild). In: presseportal. 16. September 2011, abgerufen am 13. Oktober 2014.</ref> Schokoladen der Eigenmarke „Fin Carré“ werden nach eigenen Angaben seit 2012 aus UTZ-zertifiziertem Kakao hergestellt<ref name=":2"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />lidl.de (Memento vom 22. September 2012 im Internet Archive)</ref> und seit 2016 Fairtrade zertifiziert<ref name=":3">Lidl: Schokolade von Lidl jetzt mit Fairtrade- und UTZ-Zertifizierung. (PDF) Abgerufen am 16. Oktober 2019.</ref>. Lidl fördert als Gründungsmitglied das Forum Nachhaltiger Kakao, eine Initiative die von mehreren Bundesministerien und der Zivilgesellschaft zur Förderung eines nachhaltigen Kakaoanbaus getragen wird.<ref>Schokolade von der ALLE ein Stück abbekommen. In: Lidl.de. 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. Oktober 2014; abgerufen am 3. Dezember 2014.</ref> Ziel neben ökonomischen und ökologischen Aspekten ist es insbesondere, die Lebensumstände der am Kakaoanbau Beteiligten zu verbessern und den Anteil nachhaltig erzeugten Kakaos zu erhöhen.<ref>Unsere Ziele. In: Forum Nachhaltiger Kakao. 2014, abgerufen am 3. Dezember 2014.</ref>

    2012 unterstützte Lidl die Deutsche Krebshilfe mit einer Kundenaktion. Die Krebshilfe erhielt aus dem Verkauf einer saisonalen Qualitätsmarke in den Wochen vor Weihnachten Cent-Beträge je Stück als Spende. Die Aktion erbrachte einschließlich einer Firmenspende insgesamt 400.000 Euro.

    Datei:Pfandautomat Lidl 2015.JPG
    Pfandautomat in einem Lidl-Markt mit „Spendenknopf“

    Des Weiteren ließ Lidl in Deutschland alle Pfandautomaten mit einem Spenden-Button ausstatten. Mit diesem kann der Pfandwert sofort an die gemeinnützige Hilfsorganisation Tafel gespendet werden.<ref>Krebshilfe: Lidl-Kunden spenden 400.000. In: Ärzte Zeitung. 28. Februar 2013, abgerufen am 14. Juni 2013.</ref>

    Seit Januar 2012 nimmt Lidl am Roundtable on Sustainable Palm Oil (Runder Tisch zu nachhaltigem Palmöl) teil.<ref>Members. In: Roundtable on Sustainable Palm Oil. 2014, abgerufen am 30. Januar 2015.</ref> Außerdem ist Lidl Deutschland Gründungsmitglied des Forum Nachhaltiges Palmöl.<ref>Mitglieder. In: Forum Nachhaltiges Palmöl. 2015, abgerufen am 30. Januar 2015.</ref> In dem Zusammenschluss arbeiten Wirtschaft und Politik gemeinsam mit dem WWF daran, den Anteil von zertifiziertem Palmöl und Palmkernöl zu erhöhen.<ref>FONAP. In: Forum Nachhaltiges Palmöl. 2015, abgerufen am 30. Januar 2015.</ref>

    Im September 2013 hat Lidl gemeinsam mit Vertretern aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmittelhandel die Branchenvereinbarung der Initiative Tierwohl unterzeichnet.<ref>Initiative Tierwohl beschlossen. In: top agrar Online. 5. September 2013, abgerufen am 10. Februar 2015.</ref><ref>Initiative. In: Initiative Tierwohl. 2015, abgerufen am 10. Februar 2015.</ref> Das Konzept beruht bei den Erzeugern auf Freiwilligkeit, der Aufwand für zusätzliche Tierschutzleistungen wird entlohnt. Die Initiative Tierwohl setzt sich unter anderem für mehr Platz für die Tiere bei der Haltung ein.<ref>Stufenübergreifende Verantwortung für Initiative Tierwohl. Deutscher Bauernverband, 10. November 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Februar 2015; abgerufen am 12. Juni 2022.</ref>

    Lidl Deutschland und Lidl Schweiz gaben im September 2018 bekannt, dass in Zukunft alle Bananen durch die Fairtrade Labelling Organizations International anstelle durch die Rainforest Alliance zertifiziert werden. Sinkende Umsätze trieben Lidl jedoch dazu, ab Sommer 2019 auch Bananen ohne Fair-Trade-Siegel wieder in allen Filialen anzubieten.<ref>Lidl-News: Nun wird's wieder „unfair“ – Lidl scheitert mit Fairtrade-Strategie. In: focus.de. 20. Mai 2019, abgerufen am 20. Mai 2019.</ref>

    Lidl Schweiz testet seit 2018 einen Elektrolastkraftwagen mit 18 Tonnen Nutzlast der Firma E-Force One.<ref>Reifen unter Strom. In: handelszeitung.ch. Abgerufen am 12. Dezember 2018.</ref> Im Herbst 2019 vermarktete Lidl in Deutschland seine globale Zucker- und Fettreduzierungsstrategie für Eigenmarken mithilfe eines „Lidl-Löffels“. Der Teelöffel hatte eine Wölbung, sodass das befüllbare Volumen durch diese reduziert wurde. Bei Kaffee- und Teetrinkern sollte der Löffel dadurch durch dieselbe Anzahl zugefügter Teelöffel eine geringere Menge Zucker dem Getränk zuführen. Ab einem Einkauf von 25 Euro gab es den Löffel umsonst dazu, im Onlineshop war dieser für 1 Cent (+ Versandkosten) zu erwerben und bereits nach kurzer Zeit ausverkauft.

    Kritik

    Arbeitsbedingungen bei Lidl

    Lidl ist im Laufe der Zeit mehrfach in die Kritik geraten. Gegenstand waren häufig die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. So warfen Gewerkschaften, insbesondere ver.di, dem Unternehmen vor, die Bildung von Betriebsräten systematisch zu verhindern.<ref>Lidl-Kampagne: Schwarz, schwärzer… eine Lidl-Chronik. Ver.di, 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. Mai 2013; abgerufen am 14. Juni 2013.</ref> ver.di gab 2004 ein Schwarzbuch über Lidl heraus, das weitere Kritikpunkte bezüglich der Personalpolitik enthält. Ende Juli 2006 erschien auch das Schwarzbuch Lidl Europa. 2004 erhielt Lidl die alternative Negativauszeichnung Big Brother Awards, die unter Beteiligung des Chaos Computer Clubs verliehen wird, in der Kategorie Arbeitswelt.<ref>Rena Tangens: Begründung der Jury zur Verleihung des Big Brother Awards 2004 in der Kategorie „Arbeitswelt“. 1. November 2008, abgerufen am 14. Juni 2013 (mit weiteren Links zur Kritik an Lidl).</ref> Von August 2005 bis Sommer 2006 führte das globalisierungskritische Attac-Netzwerk zusammen mit der Linkspartei.PDS eine bundesweit koordinierte Kampagne gegen die Arbeits- und Produktionsbedingungen des Discounters durch, die auf breiten Widerhall stieß.<ref>Homepage der Attac-Lidl-Kampagne. Attac – Discounter – Kampagne, 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. April 2010; abgerufen am 1. Oktober 2008 (Zur Zusammenarbeit von Attac und Linkspartei siehe etwa Lidl-Aktionen Attac Gladbeck 2005). Im Januar 2008 veröffentlichte die Kampagne für Saubere Kleidung ihre Kritik an den unmenschlichen Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie Bangladeschs bei Lieferanten von Lidl (ref: www.sauberekleidung.de link auf Broschüre „Wer bezahlt unsere Kleidung bei Lidl und KiK?“). Lidl steht auch im Fokus der Better Bargain Campaign der internationalen Clean Clothes Campaign (ref. www.sauberekleidung.de link zur Broschüre „Cashing in, 2009“)</ref> Günter Wallraff veröffentlichte 2008 im Zeitmagazin den Artikel Unser täglich Brötchen,<ref>Günter Wallraff: Unser täglich Brötchen. In: Die Zeit, Nr. 19/2008, 1. Mai 2008.</ref> in dem er neben der schlechten Bezahlung die Arbeitsbedingungen sowie Sicherheitsmängel und Hygienezustände eines Zulieferbetriebes kritisierte. Lidl reagierte auf die Veröffentlichung mit einer öffentlichen Stellungnahme.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stellungnahme von Lidl (Memento vom 6. Mai 2008 im Internet Archive)</ref>

    2010 legte Lidl als einer der ersten Lebensmittelhändler in Deutschland einen internen Mindestlohn fest.<ref>Lidl will alle auf 10-Euro-Höhe sehen. In: taz.de. 21. Dezember 2010, abgerufen am 20. Januar 2015.</ref> Der Einstiegslohn liegt, Stand 2024, grundsätzlich über dem tariflichen Mindestlohn.<ref>Lidl lohnt sich mit mindestens 14 € pro Stunde. Homepage Lidl, abgerufen am 2. Juli 2024.</ref> Durch ein elektronisches Personalzeiterfassungssystem wird die Arbeitszeit der Lidl-Mitarbeiter laut Unternehmensangaben minutengenau dokumentiert und bezahlt.<ref>Via Facebook: Lidl meldet sich zu Wort. In: Express.de. 12. Januar 2012, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 20. Januar 2015.@1@2Vorlage:Toter Link/www.express.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

    Das Unternehmen investierte verstärkt in den Ausbau seiner Personalarbeit. 2014 startete eine Weiterbildungsoffensive mit der die Filialverantwortlichen mit erweiterten Management- und Führungskompetenzen ausgestattet werden, um sie zu Filialleitern weiterzuentwickeln. Hintergrund seien die gestiegenen Anforderungen an die Filialverantwortlichen in Form von höheren Kundenansprüchen, dem umfangreicheren Produktsortiment sowie ein komplexeres und schnelleres Alltagsgeschäft.<ref>Lidl-Filialleiter lernen dazu. In: lebensmittelzeitung.net. 21. März 2014, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 28. Januar 2015.@1@2Vorlage:Toter Link/www.lebensmittelzeitung.net (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

    Nur in vier der 39 Verteilzentren von Lidl besteht ein Betriebsrat (Stand: 2024). Im Zentrum Herne wurde dreimal vergeblich versucht, den Betriebsratsvorsitzenden und seinen Stellvertreter zu kündigen.<ref>Lidl-Verteilzentrum Herne: Bisher 3facher Versuch, den Betriebsratsvorsitzenden und seinen Stellvertreter zu kündigen bisher gescheitert. labournet.de, 30. August 2024, abgerufen am 25. November 2024.</ref> Zu einem ähnlichen Fall war es zuvor im Logistikzentrum in Graben gekommen.<ref>Logistikzentrum in Graben bei Augsburg: Lidl will Betriebsratsmitglied kündigen. labournet.de, 14. November 2019, abgerufen am 25. November 2024.</ref>

    Lockvogelangebote

    2005 wurde der Discounter nach einer Klage der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs vom Oberlandesgericht Stuttgart wegen Lockvogelangeboten im Non-Food-Bereich verurteilt (Urteil vom 30. Juni 2005, Az. 2 U 7/05), da beworbene Produkte bereits nach einer Stunde ausverkauft waren, wohingegen für massiv beworbene Produkte ein Vorrat für mindestens zwei Tage vorzuhalten sei.<ref>Lockvogel-Angebote – Lidl verliert vor Gericht. In: Focus Online. 11. Juli 2005, abgerufen am 14. Juni 2013.</ref><ref>Urteil gegen Lockvogel-Angebote: Auch Discounter-Sonderangebote müssen zwei Tage vorrätig sein. ngo-online.de.</ref> 2011 gab es in einer gleich gelagerten Sache ein weiteres Urteil des Bundesgerichtshofes aufgrund einer Klage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.<ref>Lidl: Lockvogelangebote dürfen nicht direkt weg sein. In: Focus Online. 11. Februar 2011, abgerufen am 14. Juni 2013.</ref>

    Arbeitsbedingungen bei Lieferanten

    Laut seinem Code of Conduct mit grundlegenden Verhaltensregeln lehnt Lidl jegliche Form von Kinderarbeit ab und achtet international geltende Menschen- und Arbeitsrechte. Gleichzeitig definiert Lidl damit seine Erwartungen an seine Vertragspartner und deren Lieferanten im Hinblick auf die gesamte Lieferkette. Sämtliche Partner müssen vertraglich versichern, dass sie diesen Grundsätzen folgen, beziehungsweise deren Einhaltung sicherstellen.<ref>Code of Conduct. In: lidl-lohnt-sich.de. 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. März 2015; abgerufen am 20. März 2015.</ref>

    Lidl ist der Business Social Compliance Initiative (BSCI) im Jahr 2007 beigetreten. Die Mitglieder der BSCI haben sich zu einem Verhaltenskodex verpflichtet, der die Arbeitsbedingungen innerhalb ihrer Produktionsketten regulieren soll. Der Verhaltenscodex wird jedoch laut Angaben der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) in den Zulieferbetrieben permanent verletzt.<ref>Firmenprofil Lidl. Kampagne für saubere Kleidung, 31. Januar 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Juli 2014; abgerufen am 14. Juni 2013.</ref>

    Obwohl den Textilarbeiterinnen in Bangladesch nur 17 Euro Monatslohn gezahlt werden (umgerechnet 10 Eurocent Stundenlohn), lässt Lidl seine Hausmarke Livergy in diesen bengalischen Textilfabriken herstellen, wie in einer Fernsehreportage des SWR vor Ort dokumentiert wurde.<ref>SWR-Fernsehen, Reihe Betrifft, 6. März 2013: @1@2Vorlage:Toter Link/www.swr.deGünstiger um jeden Preis. Hauptsache billig. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2026. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> Das Unternehmen warb mit der Behauptung, die bei ihm verkaufte Kleidung sei „fair produziert“.<ref>Lidl darf nicht mehr für „fair produzierte“ Kleidung werben. In: www.123recht.net. AFP Agence France-Presse GmbH, 21. April 2010, abgerufen am 14. Juni 2013.</ref>

    Im Jahr 2014 stellte die Stiftung Warentest fest, dass der Lidl Fairglobe Orangensaft, welcher das Fairtrade-Logo trägt, keinesfalls unter als fair zu bezeichnenden Bedingungen hergestellt wurde. Vielmehr bekam die Plantage ein mangelhaft für die Arbeitsbedingungen und den Umweltschutz.<ref>Orangensaft: Säfte und Unternehmensverantwortung im Test – Fairtrade bei Orangensaft: Erwartungen nicht erfüllt. Stiftung Warentest, 27. März 2014, abgerufen am 3. Juli 2017.</ref>

    Datenschutz

    Nach Recherchen des Nachrichtenmagazins Stern hatte Lidl seine eigenen Beschäftigten über mehrere Jahre in über 500<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mehr als 500 Filialen wurden überwacht (Memento vom 2. Dezember 2008 im Internet Archive) In: Tagesschau, 20. Mai 2008.</ref> Filialen durch Detekteien systematisch überwachen lassen. Bei der Überwachung wurden u. a. Toilettengänge der Mitarbeiter protokolliert und auch vereinzelt Kunden bei der Eingabe ihrer PIN gefilmt. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, bewertete dieses Vorgehen als einen schweren Verstoß gegen den Datenschutz.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lidl zieht erste Konsequenzen (Memento vom 2. Dezember 2008 im Internet Archive) tagesschau.de, 26. März 2008.</ref> Am 4. April 2008 gab die Lidl-Geschäftsführung zunächst bekannt, in allen Lidl-Filialen in Deutschland die Kameraüberwachung zu reduzieren,<ref>(jkr): Spitzel-Skandal bei Discounter: Lidl baut die Kameras ab. In: Süddeutsche Zeitung. 4. April 2008, abgerufen am 14. Juni 2013.</ref> erklärte jedoch kurz darauf, unter Aufsicht des ehemaligen Bundesdatenschutzbeauftragten Joachim Jacob doch wieder verstärkt auf Videoüberwachung zu setzen.<ref>(hut): Lidl: Die Überwachung geht weiter. In: Focus Online. 7. Mai 2008, abgerufen am 14. Juni 2013.</ref> Wegen der Bespitzelung von Mitarbeitern musste das Unternehmen insgesamt 1,462 Millionen Euro Bußgeld bezahlen, wobei rund 350.000 Euro Strafe für die Nichtbestellung von betrieblichen Datenschutzbeauftragten in allen 35 Vertriebsgesellschaften verhängt wurden.<ref>Millionen-Strafe für die Schnüffler. In: sueddeutsche.de, 11. September 2008, abgerufen am 13. September 2008.</ref>

    Nachdem entsprechende Akten in einer Mülltonne gefunden worden waren, wurde im April 2009 bekannt, dass Lidl die Krankheitsgründe der Angestellten protokolliert hatte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lidl protokollierte Mitarbeiter-Krankheiten (Memento vom 6. April 2009 im Internet Archive) In: Tagesschau, 4. April 2009.</ref> Der Konzern reagierte darauf mit der vorübergehenden Freistellung des Deutschland-Chefs Frank-Michael Mros.<ref>Krankenakten-Affäre – Lidl entlässt Deutschland-Chef. In: Spiegel Online, 6. April 2009.</ref> Lidl bestätigte, dass Krankenakten im Unternehmen gängige Praxis gewesen seien, die Arbeit mit den Listen sei bis Dezember 2008 eingestellt worden.<ref>Martin Scheele: Neuer Datenskandal: Lidl setzt Deutschlandchef vor die Tür. In: Financial Times Deutschland. 6. April 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. November 2009; abgerufen am 14. Juni 2013.</ref> Im August 2009 wurde infolge des Datenskandals für das Unternehmen ein Bußgeld in Höhe von 36.000 Euro verhängt.<ref>(sam): Aufzeichnung von Krankheitsdaten: Lidl muss Mini-Bußgeld zahlen. In: Spiegel Online. 19. August 2009, abgerufen am 14. Juni 2013.</ref>

    2009 hat Lidl ein Datenschutzkonzept erarbeitet, das sich auf alle Bereiche des Unternehmens erstreckt – dazu gehört auch, dass seitdem in den Filialen keine Kameras mehr eingesetzt werden.<ref>Corinna Budras: Videoüberwachung: Big Brother im Betrieb. In: FAZ.net. 11. Februar 2013, abgerufen am 13. Oktober 2014.</ref>

    Recht auf Umtausch bzw. Rücktritt

    Eine im September 2012 veröffentlichte Studie der deutschen Verbraucherzentrale (vzbv) ergab, dass Lidl in vielen Fällen – und offenbar systematisch – den Kunden Rechte vorenthält, die diesen gemäß Bürgerlichem Gesetzbuch gesetzlich zustehen.<ref>vzbv.de (PDF, 45 S.; 499 kB)</ref><ref>Tom König: Ärger mit defekter Ware: Garantiert ohne Garantie. In: Spiegel Online. 28. Dezember 2012, abgerufen am 14. Juni 2013.</ref>

    Verkauf von Goldmünzen

    Das ARD-Magazin plusminus sendete am 20. November 2013 einen Bericht über von Lidl via Internet verkaufte Goldmünzen. Ein Münzenpaar kostete 2500 Euro; sein Materialwert betrug zur gleichen Zeit etwa 520 Euro. Lidl schrieb auf Anfrage, das Angebot richte sich „an Sammler […] und nicht an Kunden, die Münzen als Anlageobjekt erwerben möchten“. Es sei Zufall, dass Lidl das Angebot kurz nach der Anfrage von seiner Seite genommen habe.<ref>Paul Reifferscheid: Goldiges Versprechen. In: DasErste.de. 21. November 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. November 2013; abgerufen am 23. September 2014.</ref>

    Patentrechtsverletzungen

    Im Jahr 2017 startete Lidl in Spanien den Verkauf eines Gerätes zur Herstellung pflanzlicher Milch. Das Patent dafür (im Original ChufaMix – Veggie Drinks Maker) lag bei Andoni Monforte. Das Unternehmen des Valencianers musste nach dem Lidl-Nachbau des Geräts Umsatzeinbußen von ca. 30 % hinnehmen. Der Verkaufspreis des in Spanien produzierten Originals lag bei 40 Euro, der des vermutlichen Lidl-Plagiats mit Bauteilen asiatischer Herkunft bei ca. 5 Euro.<ref>Reiner Wandler: Spanier verklagt Lidl wegen Plagiat. In: taz.de. 13. Mai 2018, abgerufen am 14. Mai 2018.</ref> Lidl musste dem Hersteller laut Urteil des Landgerichts Mannheim vom Juni 2020 Entschädigung zahlen.<ref>Wandler: Discounter wegen Plagiat verurteilt: Lidl verstößt gegen Patentrecht – Ein veganer Milchmacher war der Verkaufshit von Lidl – und ein Plagiat, das seinen Erfinder ruinierte. Nun soll er vom Discounter entschädigt werden. In: taz.de. 26. Juni 2020, abgerufen am 21. September 2024.</ref> In Spanien verlor Lidl einen Patentrechtstreit gegen Vorwerk um einen Nachbau des Thermomix.<ref>Sandra Louven: Küchenmaschine Monsieur Cuisine: Thermomix-Patent: Lidl verliert Rechtsstreit gegen Vorwerk in Spanien. Nach einer Klage von Vorwerk muss der Discounter seinen Kochroboter in Spanien vom Markt nehmen. Das könnte Folgen für den Verkauf in Deutschland haben. In: handelsblatt.com. 19. Januar 2021, abgerufen am 21. September 2024.</ref>

    Umgang mit Ressourcen

    Lidl wurde in der Schweiz hinsichtlich der Abfallentsorgung kritisiert. Lebensmittel würden samt Verpackung in Biogasanlagen entsorgt, von wo aus der durch Mikroplastik belastete Gärrest auf den Feldern landet.<ref>Yves Demuth: Ist die Plastikhülle bei Gurken wirklich nötig? In: beobachter.ch. 25. April 2019, abgerufen am 23. Juni 2019.</ref>

    Tierhaltung

    Im Herbst 2022 wurde ein „Fleischskandal“ publiziert.<ref>Harff-Peter Schönherr: Kampagne „Fleischskandal bei Lidl“: Tod im Kot. In: Die Tageszeitung: taz. 2. November 2022, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 3. Januar 2023]).</ref> Hintergrund waren mehrere Aufdeckungen über tierschutzwidrige Zustände in Hähnchenmastbetrieben, die Lidl beliefern. Tierschutzorganisationen veröffentlichten Undercover-Aufnahmen aus Hühnermastställen, die Qualzucht und Qualhaltung zeigten und brachten diese zur Anzeige.<ref>Neuer Fleischskandal: Lidl-Zulieferer lässt Hühner unter katastrophalen Zuständen verenden. Abgerufen am 3. Januar 2023.</ref> Das Recherchematerial stammte aus Deutschland, Spanien, Italien, England und Österreich. Zahlreiche Protestaktionen vor Lidl-Filialen in Deutschland, Polen, Großbritannien, Spanien, Italien und Schweden waren die Folge. Nachdem mehrere Medien über den Skandal berichtet hatten, reagierte Lidl mit einer öffentlichen Stellungnahme.<ref>Lidl räumt nach Vorwürfen Missstände ein: „Nicht akzeptabel“. 29. Oktober 2022, abgerufen am 3. Januar 2023.</ref>

    Werbung in pro-russischen Auslandsmedien

    In Serbien schaltete Lidl 2022 für über 27 Millionen Euro Werbung bei den Fernsehsendern TV Happy und dem landesweiten Marktführer TV Pink, deren prorussische Propaganda zum Ukrainekrieg sowie unprofessionelle und unethische Berichterstattung kritisiert wird.<ref>Serbische Medien: Wie deutsche Firmen Desinformation finanzieren. In: Faktenfinder. tagesschau.de, 23. März 2023, abgerufen am 22. September 2024.</ref>

    Betrugsfälle mit Lidl Plus App

    Im März 2021 wurde ein mobiles Bezahlverfahren in die Lidl Plus App integriert. Kunden können ihre Bankdaten angeben und an der Kasse per Smartphone bezahlen. Der Rechnungsbetrag wird später von ihrem Konto abgebucht.<ref>In der Loyalty-App: Lidl startet Mobile Payment in Deutschland. In: lebensmittelzeitung.net. 30. März 2021, abgerufen am 5. April 2023.</ref> Der Konzern versäumte jedoch, Schutzmaßnahmen, wie etwa die Überprüfung des Kontos und eine Zwei-Faktor-Authentisierung, einzubauen. Es häuften sich bereits seit Mitte 2021 die Fälle, dass durch Identitätsdiebstahl bei Nichtnutzern der Lidl Plus App Geld für Einkäufe abgebucht wurde, die nicht getätigt wurden.<ref>LIDL Pay: Mit Daten Fremder über Bezahl-App eingekauft. In: Verbraucherzentrale Niedersachsen. 16. Juli 2021, abgerufen am 5. April 2023.</ref> Anfang April 2023 kündigte die Bayerische Polizei in ihrer Pressemitteilung 380 an, sechs Tatverdächtige ermittelt zu haben. Sie wurden mit ungefähr 500 Fällen in Verbindung gebracht, wodurch ein finanzieller Schaden in sechsstelliger Höhe entstanden sein soll.<ref>Computerbetrug in mehreren Fällen (Pressebericht, siehe Nr. 380). In: polizei.bayern.de. 5. März 2023, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 5. April 2023.</ref><ref>Polizei schnappt Lidl-Abzocker: Hunderte Kunden betrogen. In: giga.de. 12. März 2023, abgerufen am 5. April 2023.</ref>

    Verbot irreführender Werbung

    Anfang 2026 verlor Lidl gegen die Verbraucherzentrale Hamburg einen Prozess (Landgericht Heilbronn), demzufolge der Werbeslogan 500 Produkte dauerhaft günstiger vom Mai 2025 irreführend gewesen sei, wenn er sich nicht auf alle Filialen im Land bezieht, sondern nur einzelne Produkte pro Laden dauerhaft vergünstigt sind oder wenn verschiedene Geschmacksrichtungen des gleichen Joghurtherstellers als verschiedene Artikel zählen. Berufung kann eingelegt werden.<ref>Peter Wedig: Lidl verliert wegen irreführender Werbung vor Gericht. Tagesschau online, 19. Februar 2026, abgerufen am 19. Februar 2026.</ref>

    Literatur

    • Andreas Hamann, Gudrun Giese: Schwarz-Buch Lidl. Billig auf Kosten der Beschäftigten. ver.di, Berlin 2004, ISBN 3-932349-12-1.
    • Andreas Hamann u. a.: Schwarz-Buch Lidl Europa. ver.di, Berlin 2006, ISBN 3-932349-21-0.

    Weblinks

    Commons: Lidl – Sammlung von Bildern
     Wikinews: Lidl – in den Nachrichten

    Einzelnachweise

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