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Leo-IV-Zwerggalaxie

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Galaxie
Leo-IV-Zwerggalaxie<ref name="simbad">Leo IV Zwerggalaxie bei SIMBAD. In: SIMBAD. Centre de Données astronomiques de Strasbourg;</ref>
{{{Kartentext}}}
Leo IV dwarf galaxy.jpeg
Leo IV ist eine von mehr als ein Dutzend Ultra Faint Dwarf Galaxien in der direkten Nachbarschaft der Milchstraße<ref>Hubble Unmasks Ghost Galaxies. In: ESA/Hubble Press Release. Abgerufen am 11. Juli 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Vorlage:AladinLite
Sternbild Löwe
Position
ÄquinoktiumJ2000.0, Epoche: J2000.0
Rektaszension Vorlage:RektaszensionEasy <ref name="simbad" />
Deklination Vorlage:DeklinationEasy <ref name="simbad" />
Erscheinungsbild
Morphologischer Typ dSph<ref name="Belokurov2007" />
Helligkeit (visuell) 15,9 ± 0,5 mag<ref name="Belokurov2007" />
Helligkeit (B-Band)  mag
Winkel­ausdehnung 5,7′<ref name="Sand2010" />
Positionswinkel
Inklination °
Flächen­helligkeit  mag/arcmin²
Physikalische Daten
Zugehörigkeit Lokale Gruppe
Rotverschiebung Vorlage:ZahlExp
Radial­geschwin­digkeit 130 km/s
Hubbledistanz
H0 = 73 km/(s • Mpc)
Entfernung (520.000 ± 49.000) Lj /
(160.000 ± 15.000) pc
Absolute Helligkeit mag
Masse M
Durchmesser Lj
Metallizität [Fe/H] {{{Metallizität}}}
Geschichte
Entdeckung
Entdeckungsdatum 2006
Katalogbezeichnungen
Leo IV<ref name="simbad" />

Die Leo-IV-Zwerggalaxie, kurz auch Leo IV, ist eine spheroidale Zwerggalaxie (dSph) im Sternbild des Löwen und wurde im Jahr 2006 nach Analysen der Daten der Durchmusterung des Sloan Digital Sky Survey entdeckt.<ref name="Belokurov2007"></ref> Die Galaxie befindet sich in einer Entfernung von etwa 160 kpc von unserem Sonnensystem und entfernt sich von diesem mit einer Geschwindigkeit von näherungsweise 130 km/s.<ref name="Belokurov2007" /><ref name="Simon2007" />

Leo IV besitzt entsprechend der Klassifikation eine rundliche Form und hat einen Halblichtradius von 130 pc<ref name="Sand2010" /> (andere Quellen nennen auch 160 pc<ref name="Belokurov2007" />).

Eigenschaften

Leo IV ist eine der kleinsten und lichtschwächsten Trabanten unserer Milchstraße. Die integrale Leuchtkraft beträgt etwa 15.000 L mit einer absoluten Helligkeit von MV = (-5,5 ± 0,3) mag, was weniger ist als diejenige eines typischen Kugelsternhaufens.<ref name="Sand2010" />

Trotzdem ist die Masse der Galaxie mit etwa 1,5 Millionen M derartig hoch, dass ein Masse-Leuchtkraft-Verhältnis von 150 resultiert. Dies impliziert eine nicht untypische Dominanz durch Dunkle Materie auch für diese Zwerggalaxie.<ref name="Simon2007">J. D. Simon, M. Geha: The Kinematics of the Ultra‐faint Milky Way Satellites: Solving the Missing Satellite Problem. In: The Astrophysical Journal. Band 670, 2007, S. 313, doi:10.1086/521816.</ref>

Die Sternpopulation von Leo IV besteht hauptsächlich aus älteren Sternen, die vor mehr als 12 Milliarden Jahren entstanden.<ref name="Sand2010" /> Damit gehören sie zu den ersten Sternen überhaupt, die sich im Universum gebildet haben. Die Metallizität dieser alten Sterne ist entsprechend gering mit einem Wert [Fe/H] ≈ −2,58 ± 0,75. Dies bedeutet, dass die Häufigkeit schwererer Elemente etwa 400 mal geringer ausfällt als bei unserer Sonne.<ref name="Kirby2008">E. N. Kirby, J. D. Simon, M. Geha, P. Guhathakurta, A. Frebel: Uncovering Extremely Metal-Poor Stars in the Milky Way’s Ultrafaint Dwarf Spheroidal Satellite Galaxies. In: The Astrophysical Journal. 685, 2008: L43. doi:10.1086/592432.</ref> Es wurden vor allem Rote Riesensterne beobachtet, obwohl auch einige Horizontalast-Sterne entdeckt wurden einschließlicher dreier variabler RR-Lyrae-Sterne<ref name="Sand2010" /> (die Entfernung ermittelt durch die RR-Lyrae-Sterne beträgt dabei (154 ± 4) kpc<ref name="Sand2010" />). Detaillierte Studien der Sternpopulation zeigen für Leo IV aber auch mit einem Alter von 2 Milliarden Jahren und weniger eine kleine Anzahl an deutlich jüngeren Sternen. Dies deutet auf eine komplexe Geschichte der Sternentstehung dieser Galaxie hin.<ref name="Sand2010"></ref> Derzeit ist aber keine aktuelle Sternentstehung in Leo IV feststellbar. Keine der Messergebnisse weist auch auf das Vorhandensein von neutralem Wasserstoff hin, die maximale Obergrenze hierfür sind höchstens 600 M.<ref name="Grcevich2009">J. Grcevich, M. E. Putman: H I in Local Group Dwarf Galaxies and Stripping by the Galactic Halo. In: The Astrophysical Journal. Band 696, 2009, S. 385. doi:10.1088/0004-637X/696/1/385.</ref>

2008 wurde eine weitere Galaxie namens Leo V in direkter Nachbarschaft zu Leo IV entdeckt. Sie ist 20 kpc weiter von der Milchstraße entfernt als Leo IV und 3 Grad (~ 10 kpc) von ihr. Es erhärten sich Hinweise, dass die beiden Galaxien möglicherweise auch physisch miteinander verbunden sind.<ref name="Belokurov2008"></ref>

Einzelnachweise

<references />

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