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Leibniz-Institut für Deutsche Sprache

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Leibniz-Institut für Deutsche Sprache
colspan="2" class="notheme" style="text-align:center; background-color:#Vorlage:Standardfarbe;" | Leibniz-Institut für Deutsche Sprache
IDS-Logo
Kategorie: Forschungseinrichtung
Bestehen: seit 1964
Mitgliedschaft: Leibniz-Gemeinschaft
Standort der Einrichtung: Mannheim
Fachgebiete: Sprachwissenschaft, Computerlinguistik
Grundfinanzierung: Bund & Länder
Leitung: Henning Lobin, Gabriele Herrmann-Krotz
Mitarbeiter: 226 (2025)<ref>Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (Hrsg.): Jahresbericht 2025. Mannheim, Februar 2026, S. 9 ([1]).</ref>
Homepage: https://www.ids-mannheim.de/
Datei:Institut fuer Deutsche Sprache 01.jpg
Das Institut in R5
Datei:IDS in Mannheim.png
Lage innerhalb der Mannheimer Quadrate

Das Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim, seit Frühjahr 2019 offiziell Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS),<ref>Meldung: Umbenennung des Instituts für Deutsche Sprache. In: Deutschlandfunk Kultur. 10. April 2019, Kulturnachrichten, 17:30 Uhr, abgerufen am 18. Januar 2024.</ref> ist eine Stiftung des bürgerlichen Rechts, die sich der Sprachforschung widmet. Das Institut wurde 1964 in Mannheim gegründet und hat dort seitdem seinen Standort. Es ist die gemeinsam vom Bund und allen Bundesländern getragene zentrale wissenschaftliche Einrichtung zur Dokumentation und Erforschung der deutschen Sprache in Gegenwart und neuerer Geschichte. Es gehört zusammen mit über 90 anderen außeruniversitären Forschungsinstituten und Serviceeinrichtungen zur Leibniz-Gemeinschaft. Das Institut wird geleitet von Prof. Dr. Henning Lobin (Wissenschaftlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender) und Dipl.-Volksw. Gabriele Herrmann Krotz (Administrative Direktorin).<ref>Leibniz-Institut für Deutsche Sprache: Organigramm IDS, Stand 02/2026. In: Leibniz-Institut für Deutsche Sprache. 1. Februar 2026, abgerufen am 8. April 2026.</ref>

Geschichte

Das Institut für deutsche Sprache besteht als zentrale Forschungseinrichtung der deutschen Gegenwartssprache seit 1964 in Mannheim. Im Jahr 1992 fand der Umzug in das Gebäude in R5 statt, in dem sich bis heute die Räumlichkeiten befinden. Zudem wurden in diesem Jahr 22 Wissenschaftler des Zentralinstituts für Sprachwissenschaft aus den neuen Bundesländern ins IDS übernommen.

2019 bekannte sich das IDS mit der Namenserweiterung zum Leibniz-Institut für Deutsche Sprache auch im Namen zur Leibniz-Gemeinschaft.

Arbeitsgebiete

Die Arbeit des IDS gliedert sich in die Organisationseinheit Zentrale Forschung, die vier Abteilungen Grammatik, Lexik, Pragmatik und Digitale Sprachwissenschaft sowie die vier zentralen Einheiten Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit, Bibliothek und Informationstechnik. Forschungsarbeit in langfristigen Projekten findet in den folgenden Abteilungen statt:

In der Abteilung Grammatik wird zur Erforschung grammatischer Strukturen der deutschen Gegenwartssprache einerseits kontrastiv-typologisch und andererseits korpusorientiert gearbeitet.

In der Abteilung Lexik werden zur Erforschung des lexikalischen Bestands des Deutschen der Gegenwart und seiner jüngeren Geschichte große Textkorpora angelegt und mathematisch-statistische Methoden zur Aufschlüsselung der Sprachdaten entwickelt und eingesetzt.

In der Abteilung Pragmatik, die sich der Untersuchung des gesprochenen Deutsch und des sprachlichen Handelns in Gesprächen widmet, stehen im Zentrum die Verwendung von Sprache in der sozialen Interaktion, ihre Koordination mit leiblich-räumlichen Ressourcen des Handelns und der Zusammenhang zwischen sprachlichem Handeln, sozialen und psychischen Strukturen.

In der Abteilung Digitale Sprachwissenschaft wird sich einerseits mit der sprachwissenschaftlichen Forschung an Textsammlungen (Programmbereich Korpuslinguistik) und andererseits mit der Schaffung und Ausgestaltung von Infrastrukturen für die Forschung beschäftigt.

Darüber hinaus sind unter dem Oberbegriff Zentrale Forschung Forschungsbereiche angesiedelt, die überwiegend abteilungsübergreifende Ziele verfolgen und unmittelbar dem Direktor unterstellt sind.<ref>Das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache. In: Homepage Startseite. IDS, 2019, abgerufen am 2. Mai 2019.</ref> Im Programmbereich Sprache im öffentlichen Raum werden solche Fragen untersucht, die Status und Funktion der deutschen Sprache in der Gesellschaft betreffen. Der Programmbereich erfüllt damit eine Schnittstellenfunktion zwischen dem öffentlichen Interesse an sprachlichen Fragen und ihrer sprachwissenschaftlichen Behandlung.<ref>Programmbereich Sprache im öffentlichen Raum. Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Juli 2019; abgerufen am 17. Juli 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www1.ids-mannheim.de</ref>

Außerdem ist die Bibliothek des IDS die größte Präsenzbibliothek zur germanistischen und allgemeinen Sprachwissenschaft. Der heutige Bestand der IDS-Bibliothek umfasst über 130.460 Medieneinheiten, ca. 150 laufende Zeitschriften als Präsenzbibliothek in Freihandaufstellung sowie Zugriff auf über 19.560 Online-Zeitschriften. Zentrale Sammelgebiete sind alle Teilbereiche der gegenwärtigen germanistischen Sprachwissenschaft.<ref>Leibniz-Institut für Deutsche Sprache: Bibliothek. In: IDS-Jahresbericht 2025. Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Februar 2026, abgerufen am 8. April 2026.</ref>

Das Leibniz-Institut publiziert regelmäßig Reihen, die die aktuellen sprachwissenschaftlichen Forschungen widerspiegeln. In den Zeitschriften Sprachreport<ref>Zeitschrift Sprachreport. Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, abgerufen am 22. Juli 2019.</ref> und Deutsche Sprache,<ref>Zeitschrift Deutsche Sprache. Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, abgerufen am 22. Juli 2019.</ref> die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, wird regelmäßig über aktuelle Forschungsergebnisse informiert.

Mit Unterstützung der Klaus Tschira Stiftung, der Stadt Mannheim und des Landes Baden-Württemberg realisiert das IDS in Mannheim das „Forum Deutsche Sprache“. Als interaktives Museum mit Sprachwerkstatt, als Science Center, außerschulischer Lernort sowie Begegnungs- und Veranstaltungsort soll es Zugänge zu sprachlwissenschaftlichen Forschungsergebnissen eröffnen und „neue, dauerhafte Formen des Austauschs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft schaffen, indem es die Bereiche Vermittlung, Bildung, Erhebung, Forschung und Veranstaltung miteinander [...] verbindet“<ref>Forum Deutsche Sprache: Forum Deutsche Sprache. Zahlen | Daten | Fakten (Stand: 12.3.2026). In: Forum Deutsche Sprache. März 2026, abgerufen am 8. April 2026.</ref>. Die Eröffnung ist geplant für das Jahr 2028.<ref>Forum Deutsche Sprache: Forum Deutsche Sprache. Zahlen | Daten | Fakten (Stand: 12.3.2026). In: Forum Deutsche Sprache. März 2026, abgerufen am 8. April 2026.</ref>

Archive

Das Institut für Deutsche Sprache verfügt mit dem Archiv für gesprochenes Deutsch (AGD) über die größte existierende Sammlung von Tonaufnahmen des gesprochenen Deutsch. Ein Teil des Bestandes kann im Web über die „Datenbank gesprochenes Deutsch (DGD)“ abgefragt werden (Leitung: Siegwalt Lindenfelser).

Außerdem stellt das IDS mit dem Deutschen Referenzkorpus (DeReKo) das größte existierende Angebot an deutschsprachigen Textkorpora/Textsammlungen geschriebener Sprache (mehr als 43 Milliarden Wörtern, Stand 18. März 2019)<ref>Das Deutsche Referenzkorpus – DeReKo. Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, abgerufen am 22. Juli 2019.</ref> zur Verfügung, das u. a. über die Schnittstelle COSMAS (Corpus Search, Management and Analysis System) II recherchier- und analysierbar ist.<ref>Das Deutsche Referenzkorpus – DeReKo, Abruf am 10. Februar 2017.</ref> COSMAS II hat mehrere tausend registrierte Internet-Benutzer im In- und Ausland.<ref>COSMAS II. Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, abgerufen am 22. Juli 2019.</ref>

Finanzierung

Als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft wird das Institut jeweils zur Hälfte vom Bund und vom Land Baden-Württemberg getragen. Hinzu kommen in wechselndem Umfang Mittel von forschungsfördernden Organisationen wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Europäischen Union oder der Volkswagenstiftung. Förderung erfährt das IDS auch von der Stadt Mannheim und dem Verein der Freunde des Instituts für Deutsche Sprache e. V.<ref>Leibniz-Institut für Deutsche Sprache: IDS Jahresbericht 2017. (PDF) IDS, S. 14–15, abgerufen am 17. Juli 2019.</ref>

Daten

Im November 2025 hatte das IDS 226 Mitarbeiter (davon 99 wissenschaftliche Angestellte) und beschäftigte 65 Hilfskräfte.<ref>IDS-Jahresbericht 2025. (PDF) Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, 2025, abgerufen am 8. April 2026.</ref> Jedes Jahr arbeiten ca. 80 Gastwissenschaftler unter dem Dach des IDS.

Bisherige Direktoren:

  • seit 2023: Gabriele Herrmann-Krotz, Administrative Direktorin
  • 2021–2022: Torben Heinze, Administrativer Direktor
  • 2020: Harald Forschner, Administrativer Direktor
  • seit 2018: Henning Lobin, Stellvertreterin Angelika Wöllstein
  • 2002–2018: Ludwig M. Eichinger
  • 1976–2002: Gerhard Stickel

Jahrestagung

Die Jahrestagung des IDS findet jeweils im März in Mannheim statt. Im Rahmen der Jahrestagung werden der Hugo-Moser-Preis, der Konrad-Duden-Preis sowie der Peter-Roschy-Preis verliehen – die Themenschwerpunkte ab dem Jahr 2000:<ref>Übersicht: Jahrestagungen des IDS. In: ids-mannheim.de. Abgerufen am 3. Januar 2021.</ref>

  • 10.–12. März 2026: Deutsch im europäischen Sprachraum: Stand und Perspektiven
  • 11.–13. März 2025: Deutsch im Wandel
  • 05.–07. März 2024: Gesprochenes Deutsch: Struktur, Variation, Interaktion
  • 14.–16. März 2023: Orthographie in Wissenschaft und Gesellschaft
  • 15.–17. März 2022: Korpora in der germanistischen Sprachwissenschaft – mündlich, schriftlich, multimedial
  • 09.–11. März 2021: Sprache in Politik und Gesellschaft: Perspektiven und Zugänge
  • 10.–12. März 2020: Deutsch in Europa – Sprachpolitisch, grammatisch, methodisch
  • 12.–14. März 2019: Deutsch in Sozialen Medien – interaktiv, multimodal, vielfältig
  • 13.–15. März 2018: Neues vom heutigen Deutsch. Empirisch – methodisch – theoretisch.
  • 14.–16. März 2017: Wortschätze: Dynamik, Muster, Komplexität
  • 08.–10. März 2016: Grammatische Variation. Empirische Zugänge und theoretische Modellierung.
  • 10.–12. März 2015: Sprachliche und kommunikative Praktiken.
  • 11.–13. März 2014: Sprachwissenschaft im Fokus. Positionsbestimmungen und Perspektiven.
  • 12.–14. März 2013: Sprachverfall? Dynamik – Wandel – Variation.
  • 13.–15. März 2012: Das Deutsch der Migranten
  • 15.–17. März 2011: Deutsch im Sprachvergleich. Grammatische Kontraste und Konvergenzen.
  • 09.–11. März 2010: Sprachliches Wissen zwischen Lexikon und Grammatik
  • 10.–12. März 2009: Sprache intermedial: Stimme und Schrift, Bild und Ton
  • 11.–13. März 2008: Deutsche Grammatik – Regeln, Normen, Sprachgebrauch
  • 06.–08. März 2007: Sprache – Kognition – Kultur – Sprache zwischen mentaler Struktur und kultureller Prägung
  • 14.–16. März 2006: Sprachkorpora – Datenmengen und Erkenntnisfortschritt
  • 15.–17. März 2005: Text – Verstehen: Grammatik und darüber hinaus
  • 09.–11. März 2004: Standardvariation – Wie viel Variation verträgt die deutsche Standardsprache?
  • 11.–13. März 2003: „Den Nagel auf den Kopf treffen“ – Wortverbindungen mehr oder weniger fest
  • 12.–14. März 2002: Deutsch von außen
  • 13.–15. März 2001: Sprache und Recht
  • 14.–16. März 2000: Neues und Fremdes im deutschen Wortschatz: Aktueller lexikalischer Wandel

Auszeichnungen

Weblinks

Commons: Leibniz-Institut für Deutsche Sprache – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 49° 29′ 17,6″ N, 8° 28′ 19,2″ O

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