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Leibniz-Gymnasium (Berlin)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Leibniz-Gymnasium
Datei:Logo Leibniz-Schule (Berlin).gif
Schulform Gymnasium
Schulnummer 02Y06
Gründung 1850
Adresse Schleiermacherstraße 23
10961 Berlin
Ort Kreuzberg
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 29′ 24″ N, 13° 23′ 51″ OKoordinaten: 52° 29′ 24″ N, 13° 23′ 51″ O
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Träger Land Berlin
Schüler 834 (2025/26)<ref name="Statistik">Schulporträt Leibniz-Gymnasium. Abgerufen am 18. Januar 2026.</ref>
Lehrkräfte 76 Lehrer + 8 Lehramtsanwärter (2024/25)<ref name="Statistik" />
Leitung Renate Krollpfeiffer-Kuhring<ref name="Statistik" />
Website leibniz-gymnasium.berlin
Datei:Leibniz-Gymnasium Berlin.jpg
Außenansicht mit Haupteingang an der Schleiermacherstraße

Das Leibniz-Gymnasium (bis 1938 Friedrichs-Realgymnasium) ist eine Oberschule im Berliner Ortsteil Kreuzberg des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Seit 1. Februar 2013 ist das öffentliche Gymnasium eine offene Ganztagsschule.<ref>Beate Stoffers: Scheeres fordert klarere Rollenverteilung zwischen Sekundarschulen und Gymnasien. Pressemitteilung. In: www.berlin.de. Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, 5. September 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. Juli 2013; abgerufen am 5. November 2020.</ref>

Profil der Schule

Schwerpunkte legt das Leibniz-Gymnasium auf die Fachbereiche Musik (Bläserklasse, Kammer­orchester), Kunst und Naturwissenschaften.

Die „AG Spurensuche“ erforscht die Geschichte der jüdischen Schüler der Schule.<ref>Beispiel einer Arbeit der AG</ref> Eine Gedenktafel mit einem Zitat von Primo Levi und ein Schaukasten mit wechselnden Ausstellungen von Dokumenten und Texten erinnern im Treppenaufgang nahe dem West-Foyer an das Schicksal der jüdischen Ehemaligen mit dem Schwerpunkt auf der Verfolgung durch das NS-Regime.

Geschichte

Bis die Schule 1946 den Namen des Mathematikers und Philosophen Leibniz erhielt, wurde sie fünfmal umbenannt. Gegründet wurde sie als Friedrich-Wilhelmstädtische höhere Lehranstalt an der Friedrichstraße 126. Ab 1938 war sie nach dem ehemaligen Weltkriegs­general und NSDAP-Mitglied Karl Litzmann benannt, der Abiturient der Schule war, und erhielt 1945 zunächst den Namen Robert-Koch-Schule, der aber schließlich an das benachbarte Robert-Koch-Gymnasium vergeben wurde.<ref>Notizen zur Schulgeschichte. In: leibniz-gymnasium.berlin. Abgerufen am 18. Januar 2026.</ref>

Auszeichnungen

Seit dem April 2017 kooperiert das Leibniz-Gymnasium mit der Leibniz-Sozietät.<ref>Kooperationsvereinbarung zwischen Leibniz-Gymnasium Berlin und Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e. V. Abgerufen am 13. August 2019.</ref>

Bau und bauplastische Gestaltung

Datei:B Leibnizgymnasium Torbau z. Schleiermacherstr. v. Hof.jpg
Schulhof
Datei:B Leibnizgymnasium 20161221 10h0236.jpg
Statue von Dichter Ludwig Uhland auf dem Schulhof vor dem Westflügel in Richtung Mittenwalder Straße

Das heutige Schulgebäude des Leibniz-Gymnasiums wurde 1904–1906 für das Friedrichs-Realgymnasium nach den Plänen von Stadtbaurat Ludwig Hoffmann im für ihn typischen Stil der italienischen Hochrenaissance auf einem durchgehenden Grundstück zwischen der Schleiermacherstraße und der Mittenwalder Straße errichtet, auf dem vorher das Wohnhaus eines Maurermeisters gestanden hatte.<ref name="Hochbauamt">Bezirksamt Kreuzberg von Berlin (Hrsg.): Denk mal Kreuzberg! Ein Architekturführer der Kommunalen Baudenkmale im Bezirk Kreuzberg. Berlin 1998, S. 27.</ref> Die Baukosten beliefen sich je nach Quelle auf rund 770.000<ref name="BfAK">Blätter für Architektur und Kunsthandwerk, 20. Jg., 1907, Nr. 4 (April).</ref> bis 860.000 Mark (kaufkraftbereinigt in heutiger Währung: zwischen rund 5,8 und 6,5 Millionen Euro).<ref name="BBusB">Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin (Hrsg.): Schulen. (= Berlin und seine Bauten, Teil 5, Band C.) Ernst & Sohn, Berlin 1991, ISBN 3-433-02205-4, S. 359.</ref> Mit dem bauplastischen Fassadenschmuck wurde der Bildhauer Josef Rauch beauftragt,<ref name="Hochbauamt" /> dessen Entwürfe in Dorlaer Muschelkalk ausgeführt wurden.<ref name="BfAK" />

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Westflügel des Schulgebäudes beim Luftangriff der US-amerikanischen Luftstreitkräfte am 3. Februar 1945 weitgehend zerstört; nur die Fassade blieb bestehen, sodass die Schule jahrzehntelang über keine Aula verfügte.

Nach dem Wiederaufbau in den Jahren 1955–1957<ref name="Hochbauamt" /> wurde dieser Gebäudeteil als Turnhalle genutzt, bis 2006 mit dem Neubau der Schul-Sporthalle an der Baerwaldstraße nach Plänen des Architekten Dieter Hundertmark dort ein Multifunktionssaal eingerichtet werden konnte.

Der Erweiterungsbau in der Schleiermacherstraße 22 wurde zwischen 1970 und 1972 als viergeschossiger Stahlskelettbau errichtet.<ref name="BBusB" /> Nach einer energetischen Sanierung und Modernisierung wurde er 2011 wieder in Betrieb genommen.

Zwei bedeutende Hermen zieren seit 1989 den Schulhof. Auf Initiative des damaligen Schulleiters wurden die originalen Statuen von Ludwig Uhland (geschaffen vom Berliner Bildhauer Max Kruse) und Heinrich von Kleist (von Karl Pracht) aus dem nahen Viktoriapark auf dem nicht öffentlich zugänglichen Schulhof aufgestellt. Sie sind Teil eines ehemaligen Skulpturen-Zyklus zu Dichtern aus der Zeit der napoleonischen Befreiungskriege.<ref>Siehe auch Dateibeschreibung zum Bild.</ref>

Die Fassade des Altbaus an der Schleiermacherstraße wurde 1993 renoviert.<ref name="BM">Marie-Thérèse Nercessian. Bewegte Geschichte einer berühmten Schule. In: Berliner Morgenpost, 18. Mai 2000</ref>

Die Schule, das Lehrerwohnhaus und das Rektorenwohnhaus stehen als Baudenkmal unter Denkmalschutz.<ref>Eintrag zu Leibniz-Gymnasium (Berlin) (Obj.-Dok.-Nr. 09031229) in der Berliner Landesdenkmalliste mit weiteren Informationen</ref>

Bekannte Schüler und Lehrkräfte

Sonstiges

Eine namensgleiche Schule, die aber keine Vorgängereinrichtung war, befand sich bis 1935 am Mariannenplatz, in deren Gebäude sich heute die Nürtingen-Grundschule befindet.

Das Leibniz-Gymnasium bietet sogenannte „Ateliers“ an. In den Ateliers geht es vor allem darum, den Schülern ein selbstentdeckendes Lernen mit einem hohen Maß an Selbstorganisation und Eigenverantwortlichkeit zu ermöglichen. Die Ateliers werden derzeit nur in der 7. Jahrgangsstufe angeboten.<ref>Ateliers am Leibniz. Abgerufen am 13. August 2019.</ref>

Seit dem Schuljahr 2021/22 nimmt die Schule am Schulversuch Hybride Formen des Lehrens und Lernens teil.<ref>Schulversuch „Hybrides Lernen“ wird verlängert. 18. Juni 2025, abgerufen am 13. August 2025.</ref>

Weblinks

Commons: Leibniz-Schule (Berlin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

  • Berlin und seine Bauten. 5. Band C, Schulen. Berlin o J., S. 359

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein