Legio XIII Gemina
Die Legio XIII Gemina (13. Zwillingslegion) war eine Legion der römischen Armee, die seit ihrer Aufstellung durch Gaius Iulius Caesar im Jahre 57 v. Chr. bis in das 5. Jahrhundert mit Unterbrechungen aktiv war. Das Legionsemblem war ein Löwe.<ref name=les61 />
Inwieweit Octavians Legio XIII und die caesarische Legion als dieselbe Einheit anzusehen sind, ist ungeklärt,<ref name=law210 /> doch wird zumindest von einer starken Bezugnahme auf die Tradition der „alten Legion“ ausgegangen.<ref>Philip Sabin, Hans van Wees, Michael Whitby (Hrsg.): The Cambridge History of Greek and Roman Warfare Volume 2: Rome from the Late Republic to the Late Empire, Cambridge University Press, 2007, ISBN 978-0-521-78274-6, S. 35–36.</ref>
Caesars Legio XIII
Gallischer Krieg
Die Legion wurde 57 v. Chr. von Gaius Iulius Caesar für den Gallischen Krieg erstmals aufgestellt.<ref name="les61">Lesley Adkins: Handbook to Life in Ancient Rome. Sonlight Christian, 2004, ISBN 0-8160-5026-0, S. 61.</ref>
Im Jahr 57 v. Chr. wurde die Legion gegen die Stämme der Belger, Nervier eingesetzt.<ref name=jona /> Den Winter 54/53 v. Chr. verbrachte die Legio XIII mit ihrem Legaten, dem Quaestor Lucius Roscius Fabatus, in einem Lager im befriedeten Teil Galliens, dem Gebiet der Esubier.<ref>Gaius Iulius Caesar, De bello Gallico 5,24 und 53.</ref> Dort begann ein Aufstand der aremoricanischen Stämme, der jedoch bald darauf zusammenbrach. Während des gallischen Aufstandes kämpfte sie 52 v. Chr. unter anderem in der Schlacht von Gergovia und der Schlacht um Alesia gegen die Truppen des Vercingetorix.<ref name=jona />
Bürgerkrieg unter Caesar
Caesar überschritt im Jahr 49 v. Chr. mit der Legio XIII den Rubicon und löste damit den Römischen Bürgerkrieg aus. Zunächst wurde die XIII in Ariminum (Rimini) stationiert.<ref>Gaius Iulius Caesar, De bello civili 1,7–8.</ref> Dann gelang der Legion unter Caesars Führung die Vertreibung der senatorischen Truppen aus Auximum (Osimo).<ref>Gaius Iulius Caesar, De bello civili 1,12.</ref>
Nach der Eroberung Italiens wurde die Legion kurzzeitig nach Apulien verlegt. Im Januar 48 v. Chr. nahm die Legion an der Schlacht von Dyrrhachium und im August 48 v. Chr. an der Schlacht von Pharsalos teil. Danach wurde die Legion nach Italien geschickt und ausgemustert. Im Jahr 46 v. Chr. wurde die Legion reaktiviert und bei Caesars Feldzug nach Africa in der Schlacht bei Thapsus eingesetzt. Möglicherweise nahm die Legion 45 v. Chr. noch an der Schlacht von Munda teil.<ref name=jona />
Um 46/45 v. Chr. wurde die Legion aufgelöst. Die Veteranen wurden bei Hispellum (Spello) in der italienischen Provinz Perugia angesiedelt.<ref name=law210 />
Octavians Legio XIII Gemina
Für eine mögliche „Reaktivierung“ der caesarischen Legion fehlen Beweise; es kann sich bei der von Octavian, dem späteren Kaiser Augustus, um 41/40 v. Chr. (wieder-)aufgestellten Legion auch um eine zufällige Nummerngleichheit handeln.<ref name="law210">Lawrence Keppie: The making of the Roman Army. From Republic to Empire, University of Oklahoma Press, Oklahoma 1998, ISBN 978-0-8061-3014-9, S. 210.</ref>
Bürgerkrieg unter Octavian
Unter Octavian kämpfte die Legion XIII von 40 bis 31 v. Chr. im Römischen Bürgerkrieg.<ref name=law210 />
Sie kämpfte seit 41/40 v. Chr. im Krieg auf Sizilien gegen Sextus Pompeius, der die Getreidelieferungen nach Rom bedrohte.<ref name=jona /> Im Jahr 36 v. Chr. wurde die Legion bei Puteoli eingesetzt und möglicherweise im Jahr 31 v. Chr. in der Schlacht bei Actium. Nach der Schlacht wurde die Legion wohl mit anderen Truppenteilen verschmolzen und erhielt den Beinamen Gemina. 30 v. Chr. wurde die Legion auf den Balkan verlegt.<ref name=law210 />
Julisch-claudische Dynastie
Von 30 bis 16 v. Chr. war die Legio vermutlich im dalmatischen Burnum (Kistanje in Kroatien) stationiert und danach von 16 v. Chr. bis 9 n. Chr. in Aemona auf dem Gebiet des heutigen (Ljubljana in Slowenien).<ref name="IMPERIUM-ROMANUM">Peter Lichtenberger, „LEGIO XIII GEMINA“, IMPERIUM-ROMANUM.COM, 15. Dezember 2008, abgerufen am 5. Januar 2009.</ref>
Drusus besetzte im Jahr 15 v. Chr. Raetia und setzte die Legionen XXI Rapax und XIII Gemina als Besatzungstruppen ein.<ref>Yann Le Bohec: Die römische Armee von Augustus zu Konstantin dem Großen, Steiner, Stuttgart 1993, ISBN 3-515-06300-5, S. 192.</ref> Im Jahr 6 rüstete Tiberius gegen Marbod, den König der Markomannen. Es wurden insgesamt zwölf Legionen mit Hilfstruppen aufgestellt. Kurz nach Beginn des Feldzugs im Frühjahr des Jahres 6 brach Tiberius ihn wieder ab und schloss einen Freundschaftsvertrag mit Marbod, als er die Nachricht vom Pannonischen Aufstand erhielt.<ref>Tacitus, Annalen 2,46.</ref> Von 6 bis 9 n. Chr. warf Tiberius mit größten Anstrengungen, unter Aufbietung einer Armee von 15 Legionen, was die Hälfte des gesamten Militärpotentials der Römer zu der Zeit darstellte, den Aufstand in Pannonien und Illyrien nieder, an dessen Niederwerfung die Legion ebenfalls beteiligt war.<ref name=jona />
Nach dem Verlust der drei Legionen XVII, XVIII und XIX in der Varusschlacht wurde die Legio XIII Gemina im Jahr 9 n. Chr. als Ersatz nach Germania superior (Obergermanien) geschickt, wo sie bis 17 n. Chr. in Mogontiacum (Mainz) stationiert war.<ref name="gero186">Gerold Walser (Hrsg.): Römische Inschriftkunst, Steiner, 1993, ISBN 978-3-515-06065-3, S. 186; vgl. Hildegard Temporini, Wolfgang Haase (Hrsg.): Aufstieg und Niedergang der römischen Welt. Teil II Bd. 5/1, de Gruyter, Berlin – New York 1976, ISBN 978-3-11-006690-6, S. 532.</ref> Nach Augustus’ Tod im Jahr 14 n. Chr. meuterten die Legionen in Germanien, wurden aber durch Zugeständnisse des Germanicus bald wieder beruhigt.<ref>Tacitus, Annalen 1,37.</ref> Acht Legionen nahmen an den Germanicus-Feldzügen im rechtsrheinischen Germanien in den Jahren 14 bis 16 n. Chr. teil. Die Legionen II Augusta, XIII Gemina, XIIII Gemina und XVI Gallica gehörten zur oberrheinischen Heeresgruppe des Germanicus, während die I Germanica, V Alaudae, XX Valeria Victrix und XXI Rapax zur niederrheinischen Heeresgruppe des Aulus Caecina Severus zählten.<ref>Klaus-Peter Johne: Die Römer an der Elbe. Das Stromgebiet der Elbe im geographischen Weltbild und im politischen Bewusstsein der griechisch-römischen Antike. Berlin 2006, S. 184.</ref> Im Jahr 17 n. Chr. wurde die Legion nach Vindonissa (Windisch) verlegt.<ref name=gero186 /> Sie baute den Stützpunkt zu einem aus Holzbauten bestehenden Legionslager aus. Um 45/46 n. Chr.<ref name=gero186 /> wurde die Legion in Vindonissa von der Legio XXI Rapax abgelöst und an die mittlere Donau nach Poetovio (Ptuj) in Pannonien verlegt, wo sie die Legio VIII Augusta ersetzte.<ref name="Mócsy48">András Mócsy: Pannonia and Upper Moesia: History of the Middle Danube Provinces of the Roman Empire, Routledge, 1974, ISBN 978-0-7100-7714-1, S. 48.</ref>
Vierkaiserjahr und Flavische Dynastie
Im Bürgerkrieg des Vierkaiserjahres 69 n. Chr. stand die Legion zunächst auf der Seite Othos.<ref name=suet-otho>Sueton: Otho 10.</ref> In der Ersten Schlacht von Bedriacum wurden Othos Legionen von Vitellius geschlagen.<ref name="togo204">Edward Togo Salmon: A history of the Roman world from 30 B.C. to A.D. 138. Routledge, 1990, ISBN 978-0-415-04504-9, S. 204.</ref> Vitellius setzte die Legion zum Bau von Amphitheatern in Bedriacum (Cremona) und Bononia (Bologna) ein und verlegte sie dann nach Pannonien. Dort schloss sich die Legion Vespasian an.<ref>Barbara Levick: Vespasian (Roman Imperial Biographies). Routledge, London und New York 1999, ISBN 0-415-16618-7, S. 59</ref> In der Zweiten Schlacht von Bedriacum siegten Vespasians Truppen. Die Legio XIII Gemina gehörte zu den insgesamt neun Legionen, die den Bataveraufstand im Jahr 70 niederschlugen.<ref>Graham Webster: The Roman Imperial Army of the first and second centuries A.D. University of Oklahoma Press, 1998, ISBN 978-0-8061-3000-2, S. 49–50.</ref>
Kaiser Domitian verlegte sie kurz nach 90 an die Donaugrenze nach Vindobona (Wien),<ref name=ioan360 /> wo sie wesentlich am Aufbau des Legionslagers beteiligt war.<ref>Renate Seebauer: Fenster nach Europa. Intensiv-Programm EURIDENT (= Interkulturelle Pädagogik. Band 7). LIT Verlag, Berlin u. a. 2009, ISBN 978-3-643-50004-5, S. 160.</ref> Im Jahr 92 nahm die Legion unter ihrem Legaten Lucius Caesennius Sospes an Domitians Krieg gegen die Sueben und Sarmaten teil.<ref name="eck191">Werner Eck: Die staatliche Organisation Italiens. C.H. Beck, München 1979, ISBN 978-3-406-04798-5, S. 191.</ref>
Adoptivkaiser und Antoninische Dynastie
Der Bau des pannonischen Legionslagers Brigetio, das nach älterer Meinung während der Regierungszeit des Kaisers Trajan (98–117) oder laut der im Lager geborgenen Bauinschrift um 124/128 n. Chr. errichtet wurde,<ref name="Számadó_2003_72">Emese Számadó, Lászlo Borhy: Brigetio castra legionis. In: Zsolt Visy (Hrsg.): The Roman army in Pannonia. Teleki Lázló Foundation 2003, ISBN 963-86388-2-6, S. 75–77; hier S. 76; Tilmann Bechert: Römische Lagertore und ihre Bauinschriften. Ein Beitrag zur Entwicklung und Datierung kaiserzeitlicher Lagertorgrundrisse von Claudius bis Severus Alexander. In: Bonner Jahrbücher. Band 171, 1971, S. 201–287, DOI:10.11588/bjb.1971.1.82067, hier: S. 235; Zsolt Mráv: Die Brückenbauinschrift Hadrians aus Poetovio. In: Communicationes archaeologicae Hungariae 2002, S. 15–57; hier: S. 34.</ref> entstand durch die seit 89 n. Chr. in Pannonien eingesetzte Legio I Adiutrix, wobei sie laut der vorgefundenen Ziegelstempel von Vexillationen (Abteilungen) der drei anderen pannonischen Legionen an der suebischen Front – der XIII Gemina, der XIIII Gemina und der XV Apollinaris – unterstützt wurde.<ref name="Barkócz1976_89">László Barkóczi, András Mócsy: Die römischen Inschriften Ungarns (RIU). 2. Lieferung. Salla, Mogentiana, Mursella, Brigetio. Adolf M. Hakkert, Amsterdam 1976, ISBN 963-05-0680-7, S. 89.</ref> Sollte Brigetio eine trajanische Gründung sein, verließ die Legio I Adiutrix 100/101 n. Chr. Brigetio und kam in einen Bereitstellungsraum für den ersten Dakerkrieg (101–102).<ref>Karl Strobel: Untersuchungen zu den Dakerkriegen Trajans. Rudolf Habelt Verlag, Bonn 1984, ISBN 3-7749-2021-4. S. 85.</ref> Dabei könnte auch der Bautrupp der XIII Gemina aus Brigetio abgezogen worden sein, da diese Legion gleichfalls am ersten Dakerkrieg Trajans teilnahm. Anschließend bildete sie mit der Legio IIII Flavia Felix unter dem Militärstatthalter Cn. Pinarius Aemilius Cicatricula Pompeius Longinus die Besatzungsmacht des eroberten Gebietes. Ein Aufstand führte im Jahr 105 zum zweiten Dakerkrieg, der im Jahr 106 mit einem römischen Sieg und der Gründung der Provinz Dacia endete. Nach den Dakerkriegen wurde die Legion in Apulum (Alba Iulia; dt.: Karlsburg) stationiert.<ref name="ioan360">Ioan Piso: An der Nordgrenze des Römischen Reiches (Heidelberger Althistorische Beiträge und Epigraphische Studien (HABES) Band 41), Steiner, 2005, ISBN 978-3-515-08729-2, S. 360.</ref> Die Legio I Adiutrix wurde 115 wieder abgezogen.<ref name="yann194">Yann Le Bohec: Die römische Armee von Augustus zu Konstantin dem Großen, Steiner, Stuttgart 1993, ISBN 3-515-06300-5, S. 194.</ref> In den Jahren 116 bis 119 führten sarmatische Angriffe dazu, dass einige exponierte Randgebiete Dakiens aufgegeben wurden.<ref name="ed101">Edward N. Luttwak: The Grand Strategy of the Roman Empire. From the First Century A.D. to the Third. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1979, ISBN 978-0-8018-2158-5, S. 101.</ref> Im Jahr 119 wurde die Legio IIII Flavia Felix abgezogen, und die Legio XIII Gemina blieb, neben mehreren Auxiliareinheiten, als Besatzungstruppe zurück.<ref name=yann194 />
Vexillationen wurden auch in „Außenposten“ stationiert, um die aurariae Dacicae (Goldminen Dakiens) zum Beispiel bei Ampelum (Zlatna), Alburnus Maior (Roșia Montană), Pianu de Jos zu überwachen. Mit dem Kürzel LEG XIII GEM<ref>AE 1911, 37, AE 1988, 961</ref> gestempelte Ziegel weisen auf Bautätigkeiten an diesen Orten hin.<ref>Alfred Michael Hirt: Imperial Mines and Quarries in the Roman World: Organizational Aspects 27 BC-AD 235 (Oxford Classical Monographs), Oxford University Press, Oxford 2010, ISBN 978-0-19-957287-8, S. 41, 76, 130, 195.</ref> Auch die in Vețel (Micia) und Bulci aufgefundenen Ziegelstempel,<ref>AE 1888, 97</ref><ref>AE 1914, 115</ref> die Weihesteine der Centurionen Lucius Licinius Messalinus<ref>CIL {{#if: A | 03 |{{#if:|{{#invoke:FormatNum|roman|03|apo}}|{{#ifexpr: abs 03 < 5000|{{#invoke:FormatNum|roman|03|none}}|{{#invoke:FormatNum|roman|03|over}}}}}}}}, 1354</ref> und Caius Iulius Iulianus<ref>CIL {{#if: A | 03 |{{#if:|{{#invoke:FormatNum|roman|03|apo}}|{{#ifexpr: abs 03 < 5000|{{#invoke:FormatNum|roman|03|none}}|{{#invoke:FormatNum|roman|03|over}}}}}}}}, 7858</ref> bestätigten die Identifizierung dieser Fundplätze als römische Militäranlagen des 2. Jahrhunderts n. Chr., vermutlich wurde diese Kastelle ebenfalls von Vexillationen dieser Legion erbaut. Vetel/Micia wurde und im Rahmen diverser Aufgaben auch im weiteren Verlauf des 2. Jahrhunderts immer wieder von Angehörigen der XIII Gemina aufgesucht, wie die Datierungen der Weihesteine vermuten lassen.
Eine Vexillation nahm 115 bis 117 an Trajans Feldzug gegen die Parther teil.<ref>Julian Bennett: Trajan. Optimus Princeps, Routledge, 1997, ISBN 978-0-415-16524-2, S. 195–196.</ref> Die Legion muss sich bei unbekannten Anlässen, möglicherweise während des Bar-Kochba-Aufstandes,<ref name=jona /> ausgezeichnet haben, denn um 136 n. Chr. trug sie den Titel Pia Fidelis (pflichtbewusst und treu)<ref>CIL {{#if: A | 6 |{{#if:|{{#invoke:FormatNum|roman|6|apo}}|{{#ifexpr: abs 6 < 5000|{{#invoke:FormatNum|roman|6|none}}|{{#invoke:FormatNum|roman|6|over}}}}}}}}, 1523</ref> und erhielt von Antoninus Pius (138–161) den Beinamen Antoniniana<ref name="otto2482">Otto Hirschfeld, Alfred von Domaszewski (Hrsg.): Inscriptionum Orientis et Illyrici Latinarum Supplementum, de Gruyter, Berlin 1967, ISBN 978-3-11-001418-1, S. 2482</ref>. Vor 150 n. Chr. wurde eine Vexillation nach Dalmatia verlegt.<ref name="les63">Lesley Adkins: Handbook to Life in Ancient Rome, Sonlight Christian, 2004, ISBN 0-8160-5026-0, S. 63.</ref>
Um 156/158 führte Marcus Statius Priscus Licinius Italicus, der Statthalter der Provinz Dacia Superior, einen Krieg gegen Daker und Jazygen in dem sich die Legio XIII Gemina auszeichnen konnte.<ref>Gabriele Wesch-Klein: Provincia, LIT Verlag, Berlin u. a. 2008, ISBN 978-3-8258-0866-2, S. 65.</ref> Zwischen 162 und 166 wurde die Legion im Partherkrieg des Lucius Verus eingesetzt.<ref>Franz Altheim: Niedergang der alten Welt: Eine Untersuchung der Ursachen. Band 2: Imperium Romanum, Klostermann, Frankfurt 1952, ISBN 3-465-00012-9, S. 45</ref> Lucius Verus führte im Osten das Kommando über die römische Strafexpedition gegen die Parther, die 161 römische Territorien überfallen hatten.
Zu Beginn der Markomannenkriege (166–180) griffen Vandalen und Sarmaten 166/167 die Goldbergwerke in Westdakien an. Nähere Angaben zur Rolle der Legio XIII Gemina in diesen Kämpfen fehlen, doch war die Legion sicherlich daran beteiligt.<ref>Anthony R. Birley: Marcus Aurelius Reihe: Roman Imperial Biographies, Routledge, 1993, ISBN 978-0-415-17125-0, S. 151.</ref> Um 182–184 kämpften die Legionen XIII Gemina und V Macedonica unter Pescennius Niger und Clodius Albinus gegen die Sarmaten.<ref name=jona />
Zweites Vierkaiserjahr und Severer
Im Zweiten Vierkaiserjahr 193 stellte sich die Legion auf Seite des pannonischen Statthalters Septimius Severus,<ref>Yann Le Bohec: The imperial Roman army, Routledge, 2000, ISBN 978-0-415-22295-2, S. 191.</ref> der ihr den Beinamen Severiana verlieh.<ref name=otto2482 /> Eine Vexillation aus Legionären der V Macedonica und der XIII Gemina siegte gegen Pescennius Niger, den Gegenkaiser im Osten, an der Kilikischen Pforte und 194 in der Schlacht bei Issos. Möglicherweise nahm sie auch an Severus’ Partherfeldzug teil, der 198 mit der Einnahme der Hauptstadt Ktesiphon endete.<ref name=jona />
Eine Weihung an Hercules und Silvanus, den Gott der Hirten und Wälder aus den Jahren 211 bis 222 beweist, dass eine Vexillation der Legio XIII Gemina auch noch im 3. Jahrhundert im Kastell Vețel stationiert war. Von Caracalla (eigentlich Marcus Aurelius Severus Antoninus) 217 oder Elagabal (eigentlich Marcus Aurelius Antoninus) erhielt die Legion den Beinamen Antoniniana.<ref>AE 1912, 305</ref>
Soldatenkaiser
IMP(erator) M(arcus) IVL(ius) PHILIPPVS AVG(ustus); PROVINCIA DACIA.
Die personifizierte Dacia hält die Standarten der Legio V Macedonica und der Legio XIII Gemina. Daneben die Symbole der beiden Legionen, Adler und Löwe.
Um 240 wurde die Legion unter dem Namen Legio XIII Gemina Gordiana überliefert.<ref name="chris198">Christian Körner: Philippus Arabs. Ein Soldatenkaiser in der Tradition des antoninisch-severischen Prinzipats. (Untersuchungen zur antiken Literatur und Geschichte 61). Walter de Gruyter, Berlin u. a. 2002, ISBN 3-11-017205-4. S. 198.</ref> Durch Grabsteine in Apameia am Orontes ist die Teilnahme zumindest einer Vexillation der Legion an einem Sassanidenfeldzug in der Mitte des 3. Jahrhunderts belegt.<ref>Karl Strobel: Das Imperium Romanum im 3. Jahrhundert (Historia – Einzelschriften Band 75), Steiner 1993, ISBN 978-3-515-05662-5, S. 221; vgl.: AE 1993, 1576</ref>
244 setzte Valerius Valens, der Signifer der XIII Gemina, den Merkurtempel von Aquileia instand.<ref>CIL {{#if: A | 5 |{{#if:|{{#invoke:FormatNum|roman|5|apo}}|{{#ifexpr: abs 5 < 5000|{{#invoke:FormatNum|roman|5|none}}|{{#invoke:FormatNum|roman|5|over}}}}}}}}, 8237</ref> Als Decius (249–251) 249 von den Donautruppen zum Kaiser ausgerufen wurde, verlegte Philippus Arabs die Legio XIII Gemina nach Aquileia um Oberitalien zu schützen.<ref name=chris198 />
Wahrscheinlich nahm die Legion an den Kriegen des Kaisers Gallienus (253–268) teil, der Münzen zu Ehren der Legion prägen ließ<ref>Yann Le Bohec: Die römische Armee von Augustus zu Konstantin dem Großen, Steiner, Stuttgart 1993, ISBN 3-515-06300-5, S. 197.</ref> und ihr den Beinamen Gallieniana verlieh.<ref name=otto2482 /> Bereits unter Gallienus begann ein allmählicher Abzug aus Dakien.<ref name="alaric155">Alaric Watson: Aurelian and the third century. Routledge, London 2003, ISBN 978-0-415-30187-9, S. 155.</ref> Um 260 waren Teile der Legion wieder in Poetovio stationiert und baute dort das Mithräum aus.<ref name="Mócsy209">András Mócsy: Pannonia and Upper Moesia: History of the Middle Danube Provinces of the Roman Empire, Routledge, 1974, ISBN 978-0-7100-7714-1, S. 209.</ref>
271/272 konnte Aurelian die in Dakien eingefallenen Goten besiegen, doch war die Provinz auf Dauer nicht zu halten.<ref name=alaric155 /> Als Aurelian Dakien 275 n. Chr. endgültig aufgab, wurde die Legion in Ratiaria (Arcar in Nordbulgarien) in der neugebildeten Provinz Dacia ripensis stationiert.<ref name="Mócsy211">András Mócsy: Pannonia and Upper Moesia: History of the Middle Danube Provinces of the Roman Empire, Routledge, 1974, ISBN 978-0-7100-7714-1, S. 211–212.</ref> Einige Exklaven nördlich der Donau wurden noch gehalten: beispielsweise Desa, wo eine der Vexillation der XIII Gemina zwischen 275 und 305 nachgewiesen wurde.<ref>Paul Lachlan MacKendrick: The Dacian Stones Speak. University of North Carolina Press, Chapel Hill 2000, ISBN 978-0-8078-4939-2, S. 133.</ref>
Spätantike
295/296 kämpften Teile der Legion unter Diokletian in Ägypten und wurden 296 in der ägyptischen Provinz Herculia (NO- & Zentralägypten) stationiert.<ref name=jona>Vorlage:LiviusNeu</ref>
Vermutlich gliederte bereits Konstantin der Große (306–337) die Legion in mehrere Detachments unter jeweils eigenen Präfekten auf.<ref name="ed227">Edward N. Luttwak: The Grand Strategy of the Roman Empire. From the First Century A.D. to the Third. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1979, ISBN 978-0-8018-2158-5, S. 227.</ref>
Im frühen 5. Jahrhundert waren die fünf dakischen Detachments der Legio Tertiadecima Gemina mit ihren Praefecti in Aegeta (Serbien), Transdrobeta, Burgo Novo, Zernis (auch Dierna, heute Orșova) und Ratiaria als Limitanei (Grenzlegion) dem Dux Daciae ripensis unterstellt.<ref>Notitia dignitatum Or. XLII</ref> Eine in Babylonia (Kasr-Ash-Shama, Ägypten) stationierte Legio Tertiadecima Gemina unterstand dem Comes limitis Aegypti.<ref>Notitia dignitatum Or. XXVIII</ref> Die zu Comitatenses (Feldheer) mobilisierten Tertiodecimani unterstanden dem Magister militum per Thracias.<ref name=NDOrVIII>Notitia dignitatum Or. VIII</ref>
Kulturelle Bezüge
Die beiden Hauptpersonen der Fernsehserie Rom, namentlich Lucius Vorenus und Titus Pullo, werden als Mitglieder der Legio XIII verortet, sind vermutlich jedoch Centurionen der Legio XI gewesen.<ref>Gaius Iulius Caesar, De bello Gallico 5,44.</ref>
Literatur
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| I A,1=1914 | I A,2=1920 | II A,1=1921 | II A,2=1923 | III A,1=1927 | III A,2=1929 | IV A,1=1931 | IV A,2=1932 | V A,1=1934 | V A,2=1934 | VI A,1=1936 | VI A,2=1937 | VII A,1=1939 | VII A,2=1948 | VIII A,1=1955 | VIII A,2=1958 | IX A,1=1961 | IX A,2=1967 | X A=1972
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Legendär: Thebaica
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