Meles Zenawi
Legesse Meles Zenawi (äthiopisch: መለስ ዜናዊ; * 8. Mai 1955 in Adwa, Tigray als Legesse Zenawi; † 20. August 2012<ref name="faz">Äthiopien: Ministerpräsident Meles Zenawi gestorben. FAZ, 21. August 2012, abgerufen am 21. August 2012.</ref><ref>Markus M. Haefliger, NZZ Online vom 21. August 2012: Ungewissheit nach dem Tod des Herrschers, abgerufen am 21. August 2012</ref> in Brüssel<ref name=dapd>dapd: Äthiopiens Regierungschef in Brüssel gestorben. 22. August 2012, abgerufen am 22. August 2012</ref>) war ein äthiopischer Politiker und von 1995 bis zu seinem Tod Premierminister. Sein gebräuchlicher Rufname in Äthiopien war Meles, nicht Zenawi.<ref name="bio"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Äthiopische Botschaft in Berlin, Lebenslauf Meles Zenawi ( vom 10. Dezember 2011 im Internet Archive), abgerufen am 9. Mai 2012 (en)</ref>
Leben
Meles studierte ab 1972 Medizin an der Universität von Addis Abeba. Nach dem Sturz des Kaisers Haile Selassie und der Errichtung der kommunistischen Diktatur von Mengistu Haile Mariam brach er 1974 das Studium ab, kehrte in seine Heimatprovinz zurück und schloss sich der neu gegründeten Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) an. 1983 gelangte er an die Spitze der Bewegung und führte ab 1989 ein breites Bündnis äthiopischer Oppositionsgruppen an. Mit der Unterstützung der Eritreischen Volksbefreiungsfront (EPLF) des damals zu Äthiopien gehörenden Eritrea gelang diesem Bündnis im Mai 1991 der Sturz des Mengistu-Regimes.<ref name="bio" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Peter Biles, BBC News vom 10. August 2005, Profile: Ethiopian leader Meles Zenawi ( vom 13. September 2016 im Internet Archive), abgerufen am 9. Mai 2012 (en)</ref>
Er wurde Chef der Übergangsregierung und war seit den Wahlen 1995 Regierungschef seines Landes. Am 23. Mai 2010 wurde in Äthiopien ein neues Parlament gewählt. Dem regierenden Parteienbündnis Revolutionäre Demokratische Front der Äthiopischen Völker EPRDF (Ethiopian People’s Revolutionary Democratic Front) unter Leitung von Meles wurde zwei Tage nach der Wahl der Sieg zugesprochen.<ref>Regierungspartei zur Wahlsiegerin erklärt derstandard.at, 25. Mai 2010</ref>
Von Juni 1995 bis Juni 1996 war Meles Vorsitzender der Organisation für Afrikanische Einheit, der heutigen Afrikanischen Union.<ref name="bio" />
Nachdem Meles zunächst von westlichen Politikern, z. B. Tony Blair,<ref>Uduak Amimo, BBC News vom 17. Mai 2010, Profile: Ethiopian leader Meles Zenawi, abgerufen am 9. Mai 2012 (en)</ref> unterstützt und als „Hoffnung für die Demokratie in Äthiopien“ gelobt wurde, kam es im Laufe seiner Regierungszeit vermehrt zu Berichten über Menschenrechtsverletzungen.<ref>Amnesty International, Länderbericht Äthiopien 2010, abgerufen am 9. Mai 2012</ref> Außerdem wurde die massive militärische Aufrüstung infolge der Grenzstreitigkeiten mit Eritrea und des Bürgerkrieges in Somalia kritisiert, die das ohnehin arme Land hohe Summen kostete.<ref>BBC News vom 14. April 2000, Ethiopia rejects war criticism, abgerufen am 9. Mai 2012 (en)</ref> Nach den Wahlen im Mai 2005 wurde er kritisiert für sein harsches Vorgehen gegen Demonstranten, welche gegen die Umstände der Wiederwahl Zenawis protestierten.<ref>BBC News vom 19. Oktober 2006, Ethiopian protesters 'massacred', abgerufen am 9. Mai 2012 (en)</ref> Viele demonstrierende Oppositionelle und kritische Journalisten wurden festgenommen und saßen zum Teil noch 2007 im Gefängnis,<ref>BBC News vom 11. Juni 2007, Ethiopian protest leaders guilty, abgerufen am 9. Mai 2012 (en)</ref> außerdem wurden die Mitwirkungsrechte der Opposition im Parlament stark beschränkt. Während Zenawis Regierung kam es zu systematischen Menschenrechtsverletzungen gegen politische Gegner und Demonstranten, die unter anderem in dem ehemaligen Gefängnis Maekelawi inhaftiert wurden und dort Folter und Willkür ausgesetzt wurden. Fortschritte gab es dagegen in der Landwirtschaft und der Ernährungssituation des in der Vergangenheit von zahlreichen Hungersnöten heimgesuchten Landes.<ref>Welt Online vom 16. April 2012, Weg vom Image des Hunger-Landes, abgerufen am 9. Mai 2012</ref>
Am 24. Dezember 2006 erklärte er der somalischen Union islamischer Gerichte den Krieg und ließ somalische Städte, die unter der Kontrolle der Union islamischer Gerichte stehen, bombardieren. Dies begründete er mit der akuten Gefährdung der nationalen Sicherheit Äthiopiens.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />netzeitung.de vom 24. Dezember 2006, Äthiopien erklärt Somalias Islamisten den Krieg ( vom 29. September 2007 im Internet Archive), abgerufen am 9. Mai 2012</ref>
Am Abend des 20. Augusts 2012 starb der Regierungschef in einem Brüsseler Krankenhaus an den Folgen einer Infektion.<ref name="dapd" />
Weblinks
Einzelnachweise
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Mengistu Haile Mariam | Tesfaye Gebre Kidan | Meles Zenawi | Negasso Gidada | Girma Wolde-Giorgis | Mulatu Teschome | Sahle-Work Zewde | Taye Atske Selassie
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Meles Zenawi |
| ALTERNATIVNAMEN | Legesse Zenawi |
| KURZBESCHREIBUNG | äthiopischer Politiker, Premierminister Äthiopiens |
| GEBURTSDATUM | 8. Mai 1955 |
| GEBURTSORT | Adwa |
| STERBEDATUM | 20. August 2012 |
| STERBEORT | Brüssel |