Zum Inhalt springen

Lauske (Weißenberg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(141)&title=Lauske 51° 10′ N, 14° 37′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(141) 51° 10′ 28″ N, 14° 36′ 54″ O
 {{#coordinates:51,1744929|14,6149357|primary
dim=10000 globe= name=Lauske region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 185 m ü. NN
Fläche: 3,62 km²<ref name="Gindex">Gemarkung Lauske, Stadt Weißenberg. In: GEOindex. Abgerufen im März 2026.</ref>
Einwohner: 141 (31. Dez. 2022)<ref>Angaben der Stadtverwaltung Weißenberg.</ref>
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1957
Eingemeindet nach: Kotitz
Postleitzahl: 02627
Vorwahl: 035876

Lauske, sorbisch <phonos file="Łusk.ogg">Łusk</phonos>/?, ist ein Dorf in der Oberlausitz und seit 1994 ein Ortsteil der Stadt Weißenberg im sächsischen Landkreis Bautzen. Der Ort zählt zum offiziellen sorbischen Siedlungsgebiet in Sachsen.

Lauske bildet mit den Ortsteilen Kotitz, Särka, Nostitz, Grube und Spittel die Ortschaft Kotitz/Nostitz.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 100 kB) § 13. In: Webauftritt. Stadt Weißenberg, abgerufen im März 2026.</ref>

Geographie

Datei:Skala Lauske März 2018 (2).jpg
In der Lausker Skala.

Lauske befindet sich 13 Kilometer östlich von Bautzen im Oberlausitzer Gefilde. Das Dorf liegt am Kotitzer Wasser, das oberhalb des Ortes das 600 m lange Kerbsohlental „Lausker Enge“ bildet. Ein Teil des Ortes erstreckt sich entlang der durch den Grund führenden Straße, der größere Teil liegt linksseitig über dem Tal. Östlich von Lauske erhebt sich der 220,4 m hohe Slontschen, im Westen der 205,3 m hohe Nußberg.

Geschichte

Datei:Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen III b 284.jpg
Rittergut Lauske Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die Gemarkung war bereits während der Frühzeit besiedelt, 1776 wurden bei der Umgestaltung der Lausker Skala zwei gegenüberliegende slawische Burgwallanlagen – die Lausker und die Zschornaer Schanze aufgefunden.

Die Ersterwähnung des Ortes „Lußk“ erfolgte im Jahr 1445. Die anfängliche Siedlung wird im morastigen Grund des Kotitzer Wassers vermutet, der Ortsname leitet sich – wie der Name der Lausitz – vom sorbischen „łuh“ (Sumpf) her. 1455 wurde erstmals ein Lehnmann zu „Lausig“ genannt. 1547 wurde der Ort als „Lawsk“ bezeichnet. Im 17. Jahrhundert entstand das Schloss. Seine Besitzer waren die Familie von Gersdorff und danach die Familie von Rodewitz. Am 8. September 1707 schlug der schwedische König Karl XII. während einer Reise durch Sachsen auf Schloss Lauske sein Quartier auf. 1770 kaufte die Familie von Breßler, hier Gottlieb Wilhelm von Bressler (Breßler)<ref>Breßler, Gottlieb Wilhelm von. (1743–1814)., in: Deutsche Biographie.</ref> das Lehngut Lauske. Er machte es zu seinem Sitz und ließ es zum Rittergut erheben. Breßler ließ das Schloss umgestalten und 1776 in der Lausker Skala einen Park anlegen. 1777 erbte Breßler von seiner Tante noch das Rittergut Nostitz. Die Grundherrschaft umfasste neben Lauske und Nostitz noch die Güter Särka und Kotitz, das Dorf Kleinzschorna und einen Teil von Zschorna. Nach dem Tode seines Vaters erbte 1814 Gottlieb Wilhelms Sohn Hans von Breßler den Besitz. Nächster Graf auf Lauske war Karl Gottlieb Wilhelm von Breßler (1836–1894), kgl. sächs. Kammerherr und Oberleutnant. Graf Karl Breßler war zweimal verheiratet,<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser 1939 B. B (Briefadel). Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. In: GGT. 112. Auflage. Breßler (Breßler-Rayski), Lauske. Justus Perthes, Gotha 1938, S. 73 (Digitalisat).</ref> zuerst mit Sidonie von Dolega-Kozierowska (1846–1875), die kurz nach der Geburt<ref>Julius Adolf Bernhard: XXIX. Programm des Vitzthumschen Gymnasiums Dresden 1890. Verzeichnis der Schüler nach Einteilung durch die einzelnen Klassen am Schlusses des Schuljahres, Untertertia. 12, 15. B. G. Teubner, Dresden 1890, S. 50 (Digitalisat).</ref> der Söhne Eberhard und Heinrich starb. In zweiter Ehe verband er sich dann mit der Gersdorfer Gutsherrin Hedwig Huberta Gräfin von Matuschka, Freiin von Toppolzcan und Spaetgen. 1925 beinhaltete das Rittergut Lauske, zusammen mit einigen weiteren Grundstücken in Rodewitz, 262 ha. Davon waren 20 ha Forsten.<ref>Landwirtschaftliches Adressbuch der Güter und Wirtschaften im Freistaat Sachsen 1925. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter und Güter bis zur Grösse von ungefähr 15 ha. In: Ernst Ullrich, Ernst Seyfert (Hrsg.): Reihe Paul Niekammer. 3. Auflage. Amtshauptmannschaft Löbau. Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1925, DNB 579071421, S. 51.</ref> 1932 musste die Familie von Breßler, vertreten durch den Sohn des Vorgenannten, Hans-Georg Graf von Breßler, ihre Güter Lauske, Nostitz und Zschorna an die Warenaktiengesellschaft Katz & Naismann aus Görlitz verkaufen und bezog mit Alt Kemnitz ein ursprüngliches Gut<ref>Hans Gregor 5th Count of Bressler. (H. R. E. 1792) Majoratsherr auf Lauske, etc. in Kgr. Sachsen und Alt-Kemnitz in Schlesien, kgl. preuss. Reg.- Referendar a. D. (Lauske)., In: Melville Henry Massue marquis de Ruvigny et Raineval: The Titled Nobility of Europe: An International Peerage, Or "Who’s Who", of Souverigns, Princes and Nobles of Europe, Harrison & Sons, London 1914, S. 388.</ref> in Schlesien. Die Grafenfamilie ist vor 1965 in der männlichen Linie erloschen.<ref>Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser 1965. In: Deutsches Adelsarchiv (Hrsg.): GHdA. B (Briefadel) III, Nr. 35. C. A. Starke, 1965, ISSN 0435-2408, DNB 451802675, S. 29 f.</ref> In der genealogischen Fachlitertur der GHdA`s letzterwähnter Gutsbesitzer war der 1897 in Nanking<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil A (Uradel). 1942. Jg. 41, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 519.</ref> geborene Horst von Tettenborn, Hauptmann z. V.<ref>Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser 1957. In: Deutsches Adelsarchiv (Hrsg.): GHdA. A (Uradel) III, Nr. 15. C. A. Starke, 1957, ISSN 0435-2408, S. 466.</ref><ref>Das Bundesarchiv (BArch) Hrsg.: Akten der Reichskanzlei: Tettenborn, Horst von.</ref>

1952 wurde die Gemeinde Lauske vom alten Landkreis Löbau in den Kreis Bautzen umgegliedert. 1957 wurde Lauske nach Kotitz eingemeindet und auch dessen Kirchspiel zugeordnet. Zuvor gehörte der Ort zum Kirchspiel Hochkirch. Seit 1994 ist Lauske ein Ortsteil von Weißenberg.

Bevölkerung und Sprache

Im Jahr 1810 hatte Lauske 183 fast ausschließlich sorbische Einwohner. 1860 bestand es bereits aus 53 Wohngebäuden mit 310 Einwohnern.

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Bevölkerungszahl von 322 Einwohnern; davon waren 277 Sorben (86 %) und 45 Deutsche.<ref name="Muka">Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954.</ref> Lauske lag damals am östlichen Rand des sorbischen Mehrheitssprachgebietes. Der Sprachwechsel zum Deutschen fand hier erst nach dem Zweiten Weltkrieg statt, als zahlreiche deutschsprachige Vertriebene in die Lausitz kamen. Im Jahr 1956 waren noch immer 43 Prozent der Lausker sorbischsprachig.<ref>Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 245.</ref> Seither ist die Zahl der Sprecher stetig zurückgegangen.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Lauske/Łusk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Belgern (Běła Hora) | Cortnitz (Chortnica) | Drehsa (Droždźij) | Gröditz (Hrodźišćo) | Grube (Jama) | Kotitz (Kotecy) | Lauske (Łusk) | Maltitz (Malećicy) | Nechern (Njechorń) | Nostitz (Nosaćicy) | Särka (Žarki) | Spittel (Špikały) | Weicha (Wichowy) | Wuischke (Wuježk) | Wurschen (Worcyn)

Vorlage:Klappleiste/Ende