Landnahme der Israeliten
Als Landnahme der Israeliten, israelitische Landnahme, Landnahme Kanaans oder Einnahme des Landes Kanaan wird der Übergang der Spätbronzezeit zur frühen Eisenzeit in Israel/Palästina in der Bibelwissenschaft wie auch der Vorderasiatischen Archäologie diskutiert. Im 20. Jahrhundert standen sich zunächst zwei Schulen gegenüber: Albrecht Alt beschrieb die Landnahme als überwiegend friedliches Einsickern von Halbnomaden ins Kulturland (Infiltrationsmodell), William Foxwell Albright dagegen als kriegerische Eroberung. Albrights Modell erfordert nach Eckart Otto eine „Umdeutung der archäologischen Befunde“, um die biblische Überlieferung als im Wesentlichen historisch zuverlässig zu erweisen.<ref>{{#if: Eckart Otto | Eckart Otto: }}{{#if: Landnahme/Landnahmeüberlieferung | Landnahme/Landnahmeüberlieferung | Landnahme der Israeliten }}. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). {{#if: | {{{Auflage}}} | 4 }}. Auflage. {{#if: 5 | Band 5, }} Mohr-Siebeck, Tübingen {{#switch: {{#if: | {{{Auflage}}} | 4 }}-5 |1- = 1909–1913 |2- = 1927–1931 |2-1 = 1927 |2-2 = 1928 |3- = 1957–1965 |3-1 = 1957 |3-2 = 1958 |3-3 = 1959 |3-4 = 1960 |3-5 = 1961 |3-6 = 1962 |4- = 1998–2005 |4-1 = 1998 |4-2 = 1999 |4-3 = 2000 |4-4 = 2001 |4-5 = 2002 |4-6 = 2003 |4-7 = 2004 |4-8 = 2005 }}{{#if: 63 | , Sp. 63{{#if: 65 | {{#ifeq: 63 | 65 | | –65 }} }} }}.</ref>
Viele historisch-kritische Exegeten stufen das Bild eines einheitlichen militärischen Eroberungsvorgangs im Josuabuch als literarische Konstruktion aus späterer Zeit ein und datieren die Landnahmetexte frühestens in die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts v. Chr., als das Nordreich Israel und das Südreich Juda bereits selbst Landverluste und Exilierungsgefahr erfuhren.<ref>Vorlage:Literatur mit Anker Hier S. 301.</ref> Das Buch Richter legt ein spannungsvolles Zusammenleben verschiedener Ethnien im Siedlungsraum Israels nahe.
Die Vorderasiatische Archäologie diskutiert das Thema „Landnahme“ mit verschiedenen Hypothesen zur Entstehung des Volkes Israel. Neue Befunde zur frühen Eisenzeit (~1200–1000 v. Chr.) stellten das an der Bibel orientierte Eroberungsmodell in Frage, wonach Israel als handlungsfähige Größe in Ägypten entstand, von außen in Kanaan eindrang und sich gegen dortige Ethnien durchsetzte. Neben das Infiltrationsmodell, Israel sei im Zuge des Weidewechsels von Halbnomaden neben Kanaan entstanden, trat das Revolutionsmodell, Israel sei aus Aufständen ländlicher Apiru gegen die Städte in Kanaan entstanden. Das jüngste Evolutionsmodell verbindet den Weidewechsel mit dem Zusammenbruch der kanaanäischen Stadtkultur, der die Sesshaftwerdung der Halbnomaden ermöglicht habe.<ref>Vorlage:Literatur mit Anker S. 87 ({{#if: YuiADwAAQBAJ
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Biblische Überlieferung
Die Erzelterngeschichten des Buchs Genesis (Gen 12–50) werden mit der Landverheißung eröffnet und bahnen so die späteren Landnahmetexte an. So verspricht JHWH, der Gott Israels, Abraham in Vorlage:Bibel/Link viele Nachkommen und diesen das Land, in dem er jetzt noch als Fremder wohnt. Diese Verheißung bekräftigt JHWH gegenüber Abraham in Vorlage:Bibel/Link; 15{{#if:18–21|,18–21}} {{#switch: EU | NA =EU | OT | BHS =EU | LXX =EU | VUL =EU | #default =EU}}; 17{{#if:8|,8}} {{#switch: EU | NA =EU | OT | BHS =EU | LXX =EU | VUL =EU | #default =EU}}; 22{{#if:17|,17}} {{#switch: EU | NA =EU | OT | BHS =EU | LXX =EU | VUL =EU | #default =EU}}; gegenüber seinem Sohn Isaak in Vorlage:Bibel/Link; gegenüber seinem Enkel Jakob in Vorlage:Bibel/Link und 35{{#if:12|,12}} {{#switch: EU | NA =EU | OT | BHS =EU | LXX =EU | VUL =EU | #default =EU}}. Ab Vorlage:Bibel/Link kündigt JHWH wiederholt an, die in Ägypten zum Volk gewordenen Israeliten in das versprochene Land zu führen (Vorlage:Bibel/Link; 6{{#if:8|,8}} {{#switch: EU | NA =EU | OT | BHS =EU | LXX =EU | VUL =EU | #default =EU}}; 32{{#if:13|,13}} {{#switch: EU | NA =EU | OT | BHS =EU | LXX =EU | VUL =EU | #default =EU}}). So wird kontinuierlich betont, dass es um eine Gabe Gottes geht, keine menschliche Leistung.
Im Rahmen des biblischen Konzepts von Israels Entstehung folgt das Thema Landnahme den Überlieferungskomplexen zum Auszug aus Ägypten und der Wüstenwanderung. Blieb zunächst offen, was mit den Vorbewohnern in Kanaan geschehen soll, so kündigt die Aussendung der Kundschafter (Vorlage:Bibel/Link) eine kriegerische Eroberung an. Vorlage:Bibel/Link teilt erste Gebietseinnahmen im Ostjordanland mit, die in Vorlage:Bibel/Link an die Zwölf Stämme Israels verteilt werden. Das Buch Josua beschreibt dann ausführlich die Einnahme des Westjordanlandes und leitet mit Vorlage:Bibel/Link zu dessen Verteilung über. Diese Rahmennotizen ziehen sich durch die ganze Tora und verbinden sie literarisch mit den Landnahmetexten. Sie nennen fast immer JHWH als das alleinige Subjekt, das die Israeliten in das von ihm gegebene Land „hineinführt“ oder „hinaufziehen“ lässt, dessen Vorbewohner „vertreibt“ oder „hinauswirft“. Wie die Erzelterngeschichten beschreiben diese Texte also primär eine „Landgabe“, die die „Landnahme“ der Israeliten erst ermöglicht und fordert.<ref>Vorlage:ToolTipLink, S. 292 f.</ref>
Das Buch Josua beschreibt eine militärische Eroberung von kanaanäischen Stadtstaaten mit Kriegslisten und Vernichtungsweihe. So sollen die Städte Jericho (Vorlage:Bibel/Link) und Ai (8{{#if:14–29|,14–29}} {{#switch: EU | NA =EU | OT | BHS =EU | LXX =EU | VUL =EU | #default =EU}}) erobert und zerstört, ihre gesamte Bevölkerung getötet worden sein. Dem folgten laut Vorlage:Bibel/Link weitere analoge Eroberungen, bei denen man die örtliche Bevölkerung auf Befehl JHWHs vernichtet habe. Dem widerspricht der als Gottesrede stilisierte Rückblick in Vorlage:Bibel/Link: Nach dem Originalwortlaut sandte JHWH „Hornissen“, die die Bewohner aus Jericho vertrieben. Nach Ex 23,28–30 vertrieben Hornissen die Landesbewohner allmählich, bis die Israeliten zahlreich genug gewesen seien, das Land einzunehmen. Auch in das Summarium der Landnahme (Dtn 7,16–26) sind Hornissen als Mittel der Vertreibung durch Gott integriert (Vers 20). Auch hier wird ein längerer Eroberungsprozess vorausgesetzt (Vers 22). Der Widerspruch zwischen Vernichtung oder Vertreibung der Landesbewohner wird nirgends aufzulösen versucht. Zudem erreichten die Bewohner von Gibeon laut Vorlage:Bibel/Link einen Vertrag mit den Israeliten und blieben so von der eigentlich für sie bestimmten Vernichtung verschont.<ref>Rainer Kessler: Der Weg zum Leben, S. 293f. – Die Einheitsübersetzung versteht das hebräische Wort für „Hornissen“ in den angegebenen Bibelstellen als Metapher und übersetzt es mit „Panik“.</ref>
Dass Josua laut Jos 11,23 „das ganze Land einnahm“, wird mit der folgenden Liste in 13{{#if:1–6|,1–6}} {{#switch: EU | NA =EU | OT | BHS =EU | LXX =EU | VUL =EU | #default =EU}} dementiert: Danach konnten die Israeliten große Teile Kanaans nicht einnehmen. Auch die Berichte zur Verteilung der eroberten Gebiete zeigen, dass Kanaanäer im Ostjordanland (Vorlage:Bibel/Link) und im Kerngebiet Israels, etwa in Jerusalem, „bis auf den heutigen Tag“ wohnen blieben (Vorlage:Bibel/Link; 16{{#if:10|,10}} {{#switch: EU | NA =EU | OT | BHS =EU | LXX =EU | VUL =EU | #default =EU}}; 17{{#if:12–13|,12–13}} {{#switch: EU | NA =EU | OT | BHS =EU | LXX =EU | VUL =EU | #default =EU}}). Das Richterbuch ergänzt diese Ausnahmen und schildert die zuvor als erfolgreich deklarierte Landnahme als Misserfolg. So konnte der Stamm Juda laut Vorlage:Bibel/Link nur das Judäische Gebirge, nicht die Ebene einnehmen. Vorlage:Bibel/Link listet auf, was die Stämme des späteren Nordreichs nicht eroberten. Laut Vorlage:Bibel/Link missachteten die Israeliten JHWHs früheren Befehl, keine Bundesverträge mit den Landesbewohnern zu schließen (Vorlage:Bibel/Link; Vorlage:Bibel/Link); darum habe er diese verschont. Im Ergebnis hätten die Israeliten „inmitten der Kanaaniter, Hethiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter“ gewohnt, nicht Reste dieser Völker inmitten der Israeliten (Vorlage:Bibel/Link). Das entkräftet die in Jos 11,23 behauptete vollständige, in einem einzigen siegreichen Feldzug erreichte Gesamteroberung Kanaans.<ref>Rainer Kessler: Der Weg zum Leben, S. 297–299</ref>
Dessen Vorbewohner werden in stereotypen Namenslisten aufgezählt, die mindestens dreigliedrig (Vorlage:Bibel/Link), meist sechsgliedrig (Vorlage:Bibel/Link; 23{{#if:23|,23}} {{#switch: EU | NA =EU | OT | BHS =EU | LXX =EU | VUL =EU | #default =EU}} und öfter), maximal zehngliedrig sind (Vorlage:Bibel/Link). Sie nennen in der Regel die Kanaaniter, Hethiter und Amoriter zuerst, jedoch in verschiedenen Abfolgen. An anderen Stellen sind diese Namen Sammelbezeichnung für alle Ethnien des Kulturlandes. In Vorlage:Bibel/Link erscheint „Kanaan“ einmal als „Vater“ (Oberbegriff) aller übrigen Völker der Region. Nur die Hiwiter (in Gibeon) und Jebusiter (in Jerusalem) werden lokalisiert und betont, dass sie noch existierten. Wohin die übrigen Völker vertrieben wurden, wird nirgends gesagt. Einige ihrer Namen tauchen nur in den Listen auf. Alle werden durchweg von den Nachbarvölkern der Israeliten in der Königszeit unterschieden. Demnach hatten die Autoren dieser Texte nur noch vage Erinnerungen an die früheren Völker Kanaans. Diese existierten zur Zeit der Textentstehung längst nicht mehr.<ref>Rainer Kessler: Der Weg zum Leben, S. 294–296</ref>
Dass das Josuabuch die Ansiedlung der Israeliten in Kanaan ahistorisch als Vernichtungsfeldzug darstellt, wird aus historischen Analogien, der Situation der Autoren bei der Abfassung und aus ihren theologischen Absichten erklärt. Sie folgten einem altorientalischen Schema, den bestehenden Landbesitz auf den Auftrag ihrer Gottheit zurückzuführen: Diese habe befohlen, das Land zu unterwerfen und die Vorbewohner zu vernichten, falls diese Widerstand leisteten. Eine solche Kriegsideologie belegen etwa die Meschastele für die Moabiter sowie zahlreiche Königsinschriften und Feldzugsberichte aus dem jüngeren Assyrerreich (beide aus dem 9. Jahrhundert v. Chr.). Aus diesen Vorbildern entnahmen die biblischen Autoren die Idee der „Vernichtungsweihe“, die in Vorlage:Bibel/Link geboten wird und laut Vorlage:Bibel/Link; 8{{#if:24–25|,24–25}} {{#switch: EU | NA =EU | OT | BHS =EU | LXX =EU | VUL =EU | #default =EU}}; 10{{#if:10.28–30|,10.28–30}} {{#switch: EU | NA =EU | OT | BHS =EU | LXX =EU | VUL =EU | #default =EU}}; 11{{#if:1.14|,1.14}} {{#switch: EU | NA =EU | OT | BHS =EU | LXX =EU | VUL =EU | #default =EU}} an den Vorbewohnern vollstreckt wurde. Dabei betonen diese Texte, dass JHWH selbst den Krieg führt und den Sieg bewirkt. So wird die Eroberung Jerichos als kultische Begehung dargestellt. Zudem sind die meisten Geschichten in Vorlage:Bibel/Link Ätiologien, die einen vorgefundenen Zustand nachträglich erklären sollten: So war die Stadt Ai in der späten Bronzezeit zerstört worden und den Israeliten nur noch als „Trümmerhaufen“ bekannt. Israel drohte seit etwa 850 v. Chr. selbst der Verlust seines Landes an die vordringenden Assyrer, die das Nordreich schließlich vernichteten und große Bevölkerungsteile deportierten (siehe Zwangsumsiedlungen im Assyrischen Reich). In dieser Lage betonten die Texte laut Volkmar Fritz: „Vor Gott als dem eigentlichen Kriegsherrn haben die Feinde keinen Bestand“, um ihre damaligen Leser zu ermutigen, ihren „Erbbesitz“ auch angesichts übermächtiger Feinde nicht aufzugeben und sich nicht durch materielle Vorteile zu fremden Göttern verführen zu lassen. Diese Aussageabsicht zeigen auch die Ausnahmen von der regulären Vernichtung: Die nichtisraelitische „Hure“ Rahab durfte in Jericho am Leben bleiben, weil sie die israelitischen Kundschafter beschützt habe (Vorlage:Bibel/Link); ebenso die Gibeoniter, die JHWHs Ruhm erfahren und geglaubt hätten (Vorlage:Bibel/Link).<ref>Georg Hentschel: Das Buch Josua. 9., aktualisierte Auflage, Kohlhammer, Stuttgart 2016 S. 255–266, hier S. 263f.</ref>
Die allmähliche Ansiedlung von Stämmen, die später zum Volk Israel zusammenwuchsen, in Zwischenräumen kanaanäischer Stadtstaaten ist auch durch außerbiblische Funde erwiesen. Daher gilt das Bild des Josuabuchs von einer kriegerischen Eroberung und Ausrottung der Vorbewohner als ideologische Konstruktion.<ref>Vorlage:ToolTipLink, S. 299 und 301.</ref>
Datierung
Gemäß (Vorlage:Bibel/Link) fand der Exodus 480 Jahre vor dem Tempelbau statt, also je nach Datierung der Regierungszeit Salomos ca. 1460/1440 v. Chr. Die Zeitangaben im Richterbuch ergeben addiert allein für die Richterzeit 410 Jahre,<ref>Duane Lindsey: Judges. In: J. F. Walvoord, Roy B. Zuck (Hrsg.): Bible Knowledge Commentary. An Exposition of the Scriptures, by Dallas Seminary Faculty. Old Testament. Victor Books (SP Publications), Wheaton (Ill.) 1985, ISBN 0-88207-813-5, S. 374.</ref> was zusammen mit weiteren Zeiträumen in den Büchern Josua, Samuel und 1. Könige bzw. 1. Chronik (deren Längen nicht alle genannt werden) mehr als 480 ergibt. Gemäß der Bibel hat die Landnahme also im 15. Jahrhundert v. Chr. stattgefunden, vielleicht auch im späten 16. Jahrhundert, in der frühen Phase der Spätbronzezeit.
In der theologischen und historischen Diskussion wird die Landnahme dagegen seit längerem auf das späte 13. Jahrhundert v. Chr., also gegen Ende der Spätbronzezeit, datiert. Daran wird trotz der historischen Probleme festgehalten, die in den folgenden Abschnitten erläutert werden.
Archäologischer Befund
Ausgrabungen
Laut den Angaben im Buch Numeri eroberten die Israeliten im Ostjordanland folgende Orte:
- Horma, laut Vorlage:Bibel/Link als „gebannter Ort“ benannt<ref>{{#if: 21526
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}} {{#if: Horma | Horma | Angabe des Titels fehlt }}{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|Endpunkt|titel=Horma}}] In:
}}Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart {{#if: 2008-05 | {{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}|2008-05}} | 2006 ff.}}{{#if: 21526
| Vorlage:Abrufdatum }}</ref> (erneut in Vorlage:Bibel/Link).
- alle Städte der Amoriter im Ostjordanland. Nach Vorlage:Bibel/Link ließen sich die Israeliten dort „in Heschbon und allen seinen Tochterstädten“ nieder.
- Jaser in Moab und „seine Tochterstädte“ (Vorlage:Bibel/Link).
- nach einer Schlacht bei Edreï das Land Baschan (Vorlage:Bibel/Link). Die Städte Moabs und Baschans seien dann sofort durch die Stämme Ruben, Gad und Teile von Manasse besiedelt worden.
Die meisten genannten Orte wurden nach den Angaben zwar umkämpft, eingenommen und ihre Bewohner getötet, jedoch nicht zerstört. Nach dem Buch Josua wurden folgende Orte zerstört oder niedergebrannt:
- Jericho (Jos 6);
- Ai (Jos 8);
- Makkeda (Vorlage:Bibel/Link);
- Hebron (Vorlage:Bibel/Link). Laut Vorlage:Bibel/Link nahm Kaleb bzw. Otniël für den Stamm Juda Hebron später nochmals ein, kann den Ort also nicht zerstört vorgefunden haben.
- Hazor (Vorlage:Bibel/Link). Laut Vorlage:Bibel/Link wurde Hazor jedoch erst durch Debora erobert und dabei nicht zerstört.
Folgende Orte wurden eingenommen, ohne dass ihre Zerstörung erwähnt wird:
- Libna (Vorlage:Bibel/Link);
- Lachisch (Vorlage:Bibel/Link);
- Eglon (Vorlage:Bibel/Link);
- Debir (Vorlage:Bibel/Link).
- Vorlage:Bibel/Link listet 31 Städte namentlich auf, deren Könige Josua besiegt habe, darunter auch die zuvor genannten. Dem widersprechen Angaben des Richterbuchs, wonach die Israeliten einige dieser Städte zu Josuas Zeit nicht erobern konnten: darunter Jerusalem (Vorlage:Bibel/Link), Gezer (Vorlage:Bibel/Link), Taanach, Megiddo und Dor (Vorlage:Bibel/Link). Von der Einnahme Bet-Els berichtet Vorlage:Bibel/Link.
Einige dieser Orte werden mehr oder weniger sicher mit antiken Siedlungshügeln identifiziert, die archäologisch untersucht wurden:
- Horma wurde wegen der angenommenen räumlichen Nähe zu Arad versuchsweise mit Chirbet el-Mšāš (Tel Māśōś) und Tell el-Milḥ (Tel Malchātā) identifiziert; aufgrund der Nähe zu dem mit Ziklag identifizierbaren Tell eš-Šerī‘a spricht jedoch mehr für die Identifikation mit dem Siedlungshügel Tell el-Chuwēlife (Tel Ḥalīf), die unter anderem von Nadav Na’aman vertreten wird.<ref>{{#if: 21526
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| Vorlage:Abrufdatum }} Nadav Na’aman: The Inheritance of the Sons of Simeon. In: Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins. Band 96 (1980), S. 136–152, hier S. 143.</ref>
- Heschbon mit dem Tell Heshbâ;
- Jaser als Jahaz oder Jahza;
- Debir als Tell er-Rabud.
- Makkeda wird häufig mit Chirbet el-Qōm identifiziert;<ref>{{#if: 15969
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}}Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart {{#if: 2018-04 | {{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}|2018-04}} | 2006 ff.}}{{#if: 15969
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- Libna, „der weiße Ort“, ist möglicherweise ein mehrfach vorkommender Ortsname. Der Vorlage:Bibel/Link im Kontext von Makkeda genannte Ort wird neuerdings versuchsweise mit dem Tell Bornāṭ (Tel Burna) identifiziert,<ref>{{#if: 24943
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}}Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart {{#if: 2010-06 | {{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}|2010-06}} | 2006 ff.}}{{#if: 24943
| Vorlage:Abrufdatum }}</ref> wo unter Leitung von Itzhak Shai Grabungen der Ariel University stattfinden;<ref>The Tel Burna Excavation Project. In: Wordpress, abgerufen am 21. Juli 2024.</ref>
- Dibon Dibon (Vorlage:Bibel/Link u. a.) wird relativ sicher mit Tall Ḏībān identifiziert.<ref>{{#if: 16413
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}}Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart {{#if: 2006-05 | {{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}|2006-05}} | 2006 ff.}}{{#if: 16413
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- Eglon: Für diese Stadt in der Schefela wird eine Identifikation mit dem Siedlungshügel Tell el-Ḥesī diskutiert, unter der Annahme, dass sich der alte Name des Orts im benachbarten Chirbet ‘Aǧlān erhalten hat.<ref>{{#if: 16884
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}}Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart {{#if: 2007-11 | {{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}|2007-11}} | 2006 ff.}}{{#if: 16884
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Für keinen der identifizierten Orte fanden sich Spuren von Zerstörung und Neubesiedlung aus der späten Bronzezeit.<ref>Vorlage:ToolTipLink, S. 30 ff.</ref> Nur eine kanaanäische Stadt in Tell el-῾Umeiri wurde im 13. Jahrhundert v. Chr. zerstört; weder ihr Name noch die Zerstörer wurden bisher identifiziert.<ref>Vorlage:ToolTipLink, S. 35</ref> Auch für Städte westlich des Jordans wie Hebron und Debir fanden sich für das 13. Jahrhundert v. Chr. keine Spuren einer flächendeckenden Zerstörung.<ref>Vorlage:ToolTipLink, S. 54–68</ref>
Jericho war nach Kathleen Kenyon um 1550 v. Chr. zerstört worden und bestand bis 1300 v. Chr. nur noch als unbefestigtes Dorf, das dann aufgegeben wurde und rund 1000 Jahre unbewohnt blieb. Es hatte wie alle kanaanäischen Orte keine Stadtmauern. Frühere Historiker versuchten das Fehlen von Mauerspuren bei Jericho durch „Umwelteinflüsse“ oder „Bodenerosion“ zu erklären. Die neuere Forschung nimmt meist Abstand von einer „Einnahme“ Jerichos durch Israeliten.
Das seit etwa 3000 v. Chr. bewohnte Dorf Ai wurde um 2400 v. Chr. zerstört und um 1200 v. Chr. wieder aufgebaut; wie andere Dörfer des Berglands eventuell von Bewohnern der Küstenebene, die damals vor den Seevölkern ins Bergland auswichen (siehe auch Zusammenbruch der Bronzezeit). Ai wurde um 1050 verlassen. Spuren einer weiteren Zerstörung sind für die 150 Jahre seit seinem Wiederaufbau nicht auffindbar.
Nur für Hazor ist eine Zerstörung im 13. Jahrhundert gesichert. Der dort ausgegrabene kanaanäische Palast wies Spuren eines starken Brandes auf; mehrere Statuen ägyptischer Herkunft darin wurden verstümmelt. Der an der Ausgrabung beteiligte Archäologe Amnon Ben-Tor führt dies jedoch nicht auf die Israeliten zurück.<ref>Vorlage:ToolTipLink, S. 67</ref> Der in Vorlage:Bibel/Link und Vorlage:Bibel/Link genannte Name Jabin für den König Hazors ist auf einer akkadischen Keilschrifttafel als Ibni belegt. Vermutet wird, dass der Name eine Dynastie bezeichnet, die Hazor von etwa 1900 bis 1700 v. Chr. (lange vor der für die „Landnahme“ in Frage kommenden Zeit) regiert hatte.<ref>Vorlage:ToolTipLink, S. 67 f.</ref>
Während in der späten Bronzezeit nachweislich kaum Orte Kanaans zerstört wurden, nahm die Zahl neuer Dorfsiedlungen dort, nun auch in nördlichen Bergregionen, in der frühen Eisenzeit erheblich zu. Diesen Niedergang der Städtekultur Kanaans erklären Archäologen nicht aus Eroberungen von außen, sondern aus dem Machtrückgang Ägyptens, das die Region bis dahin beherrscht hatte. Erst danach sei die Ethnie Israel in Kanaan entstanden. Erich Zenger nennt als Konsens der archäologischen Forschung zur Frühgeschichte Israels: „Eine kriegerische Landnahme als Feldzug eines Zwölfstämmevolks Israel mit der Vernichtung aller Landesbewohner hat es nie gegeben. Das ergibt sich aus unserem Wissen über die Entstehung Israels, wonach sich Israel im 12. Jh. v. Chr. als eine ‚Mischgesellschaft‘ formierte, deren Mitglieder überwiegend nicht von außen kamen, sondern bereits vorher im Lande waren.“<ref>Hier zitiert nach: Vorlage:ToolTipLink, S. 262.</ref>
Apiru
Die 1887 entdeckten rund 379 Amarna-Briefe an den Pharao Amenophis III. (1388–1350 v. Chr.) dokumentieren die ägyptische Beherrschung der Stadtstaaten Kanaans und die Konflikte lokaler Vasallenfürsten untereinander und mit halbnomadischen sozialen Gruppen. Diese nannten die Autoren Apiru und stellten sie stets als bedrohliche Räuber, Banditen, Plünderer und Erpresser dar, auch um Konflikte mit anderen Stadtkönigen zu bagatellisieren und dem Pharao devote Loyalität zu beweisen. Die Apiru tauchen auch in vielen anderen Texten des 2. Jahrtausends v. Chr. als „Unruheherd“ für Stadtstaaten auf. Sie tauchen nach dem Niedergang der Stadtkultur Kanaans und Besiedlung des Berglands nicht mehr in damaligen Quellen auf. Daher wird angenommen, dass diese Gruppen an diesem Umbruch mitwirkten, die neuen Siedlungen mitgründeten und bewohnten.
Die biblische Bezeichnung „Hebräer“ kann sprachlich mit der Wortwurzel ʿhpr verwandt sein, doch waren die Apiru keine ethnische Gruppe, und ihre Bezeichnung war schon lange vor den Belegen für ein Volk Israel im ganzen vorderen Orient verbreitet.<ref>Vorlage:ToolTipLink, S. 59 ({{#if: YuiADwAAQBAJ
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Merenptah-Stele
Die 1896 gefundene Merenptah-Stele enthält im Rahmen eines Siegesliedes auf der um 1208 v. Chr. beschrifteten Rückseite in Zeile 27 den wohl ältesten bekannten außerbiblischen Beleg für den Namen „Israel“: „Israel lag brach und hatte keinen Samen“. Der Name steht hier zwischen besiegten Gebieten und Ortschaften in Kanaan und Syrien. Da sonstige Belege für einen Feldzug des Pharaos Merenptah in diese Region fehlen, ist unklar, was für ein Sieg hier gemeint war. Ein vorstaatliches oder staatliches Gebilde Israel wird jedoch ausgeschlossen, da der Wortlaut Israel als „Menschen“, die benachbarten Namen „Kanaan“ als „Land“ und „Aschkalon“ als Ort bezeichnet.<ref>Vorlage:ToolTipLink, S. 64 f. ({{#if: YuiADwAAQBAJ
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Das Wort für „Samen“ kann „Saatkorn“ oder „Nachkommen“ bedeuten. Es lässt offen, ob und wo diese Gruppe ansässig war. Sie kann demnach schon vor der Regierungszeit Ramses II. (also vor der Zeit, in die der Exodus meist datiert wird) in Kanaan gelebt haben.<ref>Herbert Donner: Geschichte des Volkes Israel. Band I, S. 105 f.</ref> Sie kann sich (trotz des Zeichens für „Menschen“) wegen des Kontextes auf ein Gebiet oder auf eine noch nicht sesshafte Gruppe beziehen, wäre dann also mit einem „Landnahme“-Prozess vereinbar.<ref>James K. Hoffmeier: Israel in Egypt. S. 27–31.</ref>
Begehungen
Großräumige archäologische Surveys (Begehungen) wurden in Israel erstmals nach 1950 unter der Leitung von Yohanan Aharoni durchgeführt. Für die Gebiete der West Bank wurden sie nach dem Sechstagekrieg 1967 gestartet und später auf mehrere Regionen Palästinas ausgeweitet.
Die Methode basiert auf der Durchsuchung großflächiger Areale: Gruppen von Archäologen durchstreifen das Untersuchungsgebiet und nehmen alle auf der Bodenoberfläche sichtbaren Spuren auf, die auf menschliche Besiedelung hinweisen: topographische Unregelmäßigkeiten, Konturen von Wällen und Mauern, Tonscherben, Silices usw. Das Material wird anschließend chronologisch und typologisch klassifiziert. Die Methode erlaubt es, Gesamtaufnahmen für die untersuchte Region herzustellen, die sich nicht (nur) auf einzelne Stätten beziehen und wichtige Hinweise zu den Techniken des Landbaus und dem Siedlungsmuster geben können. Ferner liefert die einheitliche Untersuchung eines Raums Daten für statistische Auswertungen und GIS-Analysen. Reste von Stätten mit kurzer Besiedlung können durch Erosion oder andere Ursachen vernichtet worden sein, trotzdem liefern solche Analysen gute relative Schätzungen für makroskopische Veränderungen über bestimmte Perioden.<ref>Israel Finkelstein, Neil Asher Silberman: Keine Posaunen vor Jericho. S. 121–123.</ref>
Auf der Basis der Begehungen sind wesentliche Änderungen in der Zahl, Größe und Bevölkerungszahl der kanaanäischen Siedlungen am Übergang der späten Bronzezeit (16.–13./12. Jahrhundert) und zur Eisenzeit I. (12.–11. Jahrhundert) festgestellt worden. Die Hypothesen ergeben nach Israel Finkelstein, Nadav Na’aman, Lawrence D. Stager und William Dever folgendes Bild der demographischen Entwicklung (die nomadische Bevölkerung, die nicht in den Berechnungen berücksichtigt wird, wird mit einem Anteil von 10 bis 15 % der gesamten Einwohnerzahl angegeben.<ref>Vorlage:ToolTipLink, S. 157 ({{#if: A_ByXkpofAgC
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Stager zufolge sind 93 % aller im 12.–11. Jahrhundert bewohnten Siedlungen des palästinischen Berglandes neue unbefestigte Dörfer.<ref name="stag1">Lawrence E. Stager: Forging an Identity.</ref> Die meisten wurden über mehrere Generationen bis hin in die Königszeit bewohnt. Für diese Siedlungen, die als früh- oder protoisraelitisch bezeichnet werden, sind eine Reihe Merkmale identifiziert worden, die als Anzeichen für die ethnische Einheitlichkeit der Bevölkerung dieser Region interpretiert werden.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
Israel Finkelstein, Neil Asher Silberman: Keine Posaunen vor Jericho. S. 123–126.</ref> Die bewohnten Areale sind in der Regel kleine (um die 100 Einwohner) unbefestigte Dörfer, deren Häuser in Zweier- oder Dreierblöcken mit gemeinsamen Mauern und teilweise gemeinsamen Einrichtungen gruppiert sind. Die Typologie dieser Häuser – mit drei bis vier Zimmern und einem durch steinerne Pfeiler geteilten Innenhof (pillar-courtyard houses) hat keine Entsprechung in der kanaanäischen Bronze- und Eisenzeit I. und weist auf eine soziale Organisation, die auf Großfamilien basiert. Auch das Fehlen von militärischen Anlagen, von Tempeln, Palästen und sonstigen monumentalen Bauten hat die Schlussfolgerung nahegelegt, dass die Bevölkerung dieser Dörfer eine stammesbasierte, nicht hierarchisch organisierte Gesellschaftsform hatte.
Sonstige Merkmale der archäologischen Funde, die Auskunft über Technologie und Produktionsweise der „Frühisraeliten“ geben, deuten auf einen hohen Organisationsgrad und Effizienz in der Landwirtschaft: flächendeckender Terrassenanbau; im Fels behauene Zisternen; Silos und sonstige Speicher. Nicht immer handelt es sich dabei um neue Technologien wie im Fall der Silos, die in der Bronzezeit weitgehend unbekannt waren: Wo die Technologie eine Kontinuität mit der kanaanäischen Bronzezeit aufweist (etwa Zisternen und Terrassen), sind ihre Verbreitung und ihre Funktionalisierung auf eine homogene und standardisierte Wirtschaft die eigentliche Neuerung. So werden die Funde als Hinweise auf eine Subsistenz-Landwirtschaft gedeutet, deren Produktionsweise auf Großfamilien basierte, aber in der Lage war, den für Austausch – aber auch für das Überwinden von Dürrezeiten und Epidemien – benötigten Überschuss an Gütern herzustellen. Auch die Knochenfunde passen in das Bild der Subsistenz-Landwirtschaft: In dem Tierbestand überwiegen Schafe, Ziegen, Rinder und Esel (Schweine machen dagegen lediglich einen einprozentigen Anteil des Gesamtbestandes aus). Kontrovers ist die Auswertung der Keramikfunde, die nach Dever eine fast vollständige Kontinuität mit der kanaanäischen Produktion zeigen und nach Finkelstein „insgesamt in [einem] scharfen Gegensatz“ zu dieser steht.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Abgesehen von zwei kultischen Einrichtungen, die als frühisraelitisch gelten – die sogenannte „bull site“<ref>Amihai Mazar: The „Bull Site“: An Iron Age I Open Cult Place. In: Bulletin of the American Schools of Oriental Research. Band 247, 1982, S. 27–42.</ref> und der Altar auf dem Berg Ebal<ref>Adam Zertal: Has Joshua’s Altar Been Found on Mt. Ebal? In: Biblical Archaeologie Review. Band 2, Nr. 1, 1985, S. 26–43. {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} Derselbe: Recent Archaeological Discoveries. S. 128–133. Derselbe: Recent Archaeological Discoveries. S. 128–133.</ref> –, wurden keine Überreste von Kult- oder Grabstätten gefunden, die in Verbindung mit den frühisraelitischen Dörfern zu setzen sind. Einziges Beispiel eines kanaanäischen Tempels, der möglicherweise von den Frühisraeliten als Kultplatz verwendet wurde, ist eine Tempelburg in Sichem, die von ihrem Entdecker George Ernest Wright als der in Vorlage:Bibel/Link genannte Tempel von Ba’al bzw. El-Ba’al Berith identifiziert wurde.<ref>William Dever: Recent Archaeological Discoveries. S. 163.</ref>
Historische Erklärungsmodelle
Die israelitische Landnahme in Kanaan ist in der Forschung in Zusammenhang mit den Untersuchungen über den Ursprung Israels erörtert worden, wobei die allgemeine Einschätzung der biblischen Überlieferungen eine ausschlaggebende Rolle gespielt hat. Ein wesentlicher Beitrag zur Textkritik der ältesten biblischen Überlieferungen, der spätere Studien maßgeblich beeinflusst hat und vielfach in Frage gestellt worden ist, war die „Neuere Urkundenhypothese“ von Julius Wellhausen (Die Composition des Hexateuch 1877) über die Entstehung des Pentateuch und des Buchs Josua, die unter anderem eine Datierung von Teilen dieser Texte um die zweite Hälfte des 1. Jahrtausends postulierte. In den letzten Dekaden des 20. Jahrhunderts ist auch das Konzept der Geschichtsschreibung für die Kulturen des biblischen Umfeldes neu definiert und kritisiert worden. Im Zuge dieses Umdenkens ist von Seite vieler biblischen Historiker die Fragestellung um den „Sitz im Leben“ alttestamentlicher Geschichtsschreibung in den Vordergrund gerückt worden.<ref>James K. Hoffmeier: Israel in Egypt. S. 10 ff.</ref>
Neben der späteren Datierung der biblischen Überlieferungen und der Kontextualisierung der alttestamentlichen Geschichtsschreibung in den Rahmen eines viel späteren Israels hat sich dieser Ansatz in einem biblischen „Minimalismus“ niedergeschlagen, besonders gegenüber den Patriarchen- und Exodusgeschichten sowie den Traditionen der Bücher Josua und Richter. Diese Haltung hat teilweise „revisionistische Ansätze“ in Bezug auf die frühe Geschichte Israels und eine Überbewertung der archäologischen und der nicht-biblischen Quellen hervorgebracht.<ref>James K. Hoffmeier: Israel in Egypt. S. 10 ff.</ref>
Die Landnahme nach einer Synthese des 19. Jahrhunderts
Weitgehend an Auslegungen des biblischen Texts verankert blieben historische Untersuchungen über die Landnahme Kanaans bis in den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Hermann Guthe unterschied zwei Migrationswellen von israelitischen Stämmen nach Kanaan (beiderseits des Jordan). Die erste Welle habe zur Besetzung der Gebiete des Ostjordanlands durch die „Lea-Stämme“ (Ruben, Simeon, Levi und Juda) geführt. Welchen Anteil Mose daran hatte, war für Guthe fraglich; wahrscheinlich habe er sich bei der Bundeslade aufgehalten und sei erst später ins Ostjordanland gelangt, wo sich seine Spur verliere.<ref>Vorlage:Literatur mit Anker S. 59 und 63 ({{#if:geschichtedesvol00guth
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Nach der Niederlassung habe ein allmählicher Übergang zu einer landwirtschaftlichen Lebensweise stattgefunden, wobei es zu weiteren Konfrontationen und friedlichen Zusammenschlüssen mit den Kanaanitern, zu inneren Migrationen sowie zu Auseinandersetzungen mit weiteren in Kanaan eindringenden Nomaden gekommen sei.
Eroberungsmodell („Conquest Model“)
Dieses bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts vorgeschlagene Modell, nach dem die Landnahme Kanaans durch das nachmalige Israel in der Form einer Eroberung und einer darauf folgenden Besetzung des Landes stattgefunden habe, wurde erstmals von William F. Albright (From the Stone Age to Christianity. 1946) formuliert und später von George Ernest Wright in einer mit den geographischen Angaben des biblischen Bericht in Jos 1–12 kohärenten Weise weiterentwickelt. Nach diesem Modell ist es prinzipiell möglich, dass Nomaden, die nicht alle aus Ägypten kamen, im Zuge mehrerer Immigrationswellen in Kanaan eindrangen und sich dort als Israel konstituierten: Auf die dabei stattgefundenen Auseinandersetzungen mit den Kanaaniten seien die archäologisch nachgewiesenen Spuren der Zerstörung zurückzuführen.<ref>Herbert Donner: Geschichte des Volkes Israel. Band I, S. 142.</ref> Diese Spuren waren durch Albright in Tell Beit Mirsim, den er mit Debir identifizierte,<ref>Gemeinhin mit Kirjat-Sefer Vorlage:Bibel/Link identifiziert. {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> und durch Wright in Beitîn, wahrscheinlich Bet El, entdeckt und in die späte Bronzezeit datiert worden. Diesem Modell folgten bis in die 1970er Jahre auch israelische Archäologen und Historiker wie Benjamin Mazar, Yigael Yadin und Abraham Malamat.<ref>Yigael Yadin: Hazor. London 1972</ref><ref name="malamat">Abraham Malamat: Conquest of Canaan. Israelite Conduct of War According to the Biblical Tradition. EJ Yearbook 1975/76, Jerusalem 1976, S. 166–182. Derselbe: Early Israelite Warfare and the Conquest of Canaan. Oxford 1978.</ref>
Zur Infragestellung des Eroberungsmodells von Albright und Wright trugen an erster Stelle erneuerte Studien für die Datierung der durch Feuer zerstörten „City IV“ in Tell es-Sultan / Jericho und der Abschluss der Ausgrabungen in et-Tell bei. Für die Zerstörung von Jericho schlug John Garstang eine Datierung um 1400 v. Chr. vor, die mit der sogenannten „frühen Datierung“ des Exodus übereinstimmte. Nach erneuten Untersuchungen zwischen 1950 und 1960 setzte die Archäologin Kathleen Kenyon die Zerstörung um das Jahr 1550 v. Chr. zurück und brachte sie in Verbindung mit der Vertreibung der Hyksos aus Ägypten. Kenyons Ergebnisse wurden in späteren Studien selten angezweifelt.<ref>James K. Hoffmeier: Israel in Egypt. S. 5.</ref> Auch das Fehlen von Spuren der Besiedlung zwischen 2400 und 1200 v. Chr. in et-Tell, das Garstang anhand der geographischen Beschreibungen in Vorlage:Bibel/Link und 8{{#if:11|,11}} {{#switch: EU | NA =EU | OT | BHS =EU | LXX =EU | VUL =EU | #default =EU}} mit dem biblischen Ai identifizierte, trug zur Diskreditierung des Albright-Wright Modells bei.
Migrationsmodell, Penetrationsmodell
Hauptsächlich auf der Auffassung, dass das Buch Josua eine ätiologische Erzählung sei, basiert das durch Albrecht Alt und Martin Noth vertretene Penetrationsmodell, das die Einnahme Kanaans von Seite eines einheitlichen Israels unter der Führung Josua ausschloss. Alt zufolge (Die Landnahme der Israeliten in Palästina. 1925) war die Landnahme das Ergebnis des langsamen Sesshaftwerdens von transhumanten Nomaden, wobei erst in der späteren Phase des „Landesausbaus“ zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit der kanaanäischen Bevölkerung gekommen sein könnte.<ref>Herbert Donner: Geschichte des Volkes Israel. Band I, S. 143.</ref> Nach Noth (Geschichte Israels, S. 67–82) verlief der Prozess analog zur Ansiedlung heutiger Nomaden des Nahen Osten. Später wies er darauf hin, dass es keinen Anhaltspunkt gebe, um die archäologisch nachgewiesenen Zerstörungen den Israeliten zuzuschreiben.
{{#if: Amphiktyonie im Alten Israel|{{#ifexist:Amphiktyonie im Alten Israel||{{#if: |{{#ifexist:{{{2}}}|Nach Auffassung Noths war der Amphiktyonie-Verband eine Organisationsform der sesshaft gewordenen Bevölkerung, die der bekannten Aufteilung Israels in Stämme Rechnung trage und mit dem Modell der Migration kompatibel sei.<ref>Martin Noth: Das System der zwölf Stämme Israels. Kohlhammer, Stuttgart 1930.</ref> Kritik an der Amphiktyoniethese übten unter anderen Georg Fohrer, Roland de Vaux und Cornelis Hendrik Jan de Geus unter Hinweis auf die biblischen Darstellungen, die für das vorstaatliche Israel keine straffe Organisationsform erkennen lassen.<ref>Georg Fohrer: Geschichte Israels von den Anfängen bis zur Gegenwart. Heidelberg 1977. Roland de Vaux: Die hebräischen Patriarchen und die modernen Entdeckungen. St. Benno, Leipzig 1959. Derselbe Ancient Israel: Its Life and Institutions. New York 1961.</ref><ref name="geus">Cornelis Hendrik Jan de Geus: The Tribes of Israel. An Investigation into some of the Presuppositions of Martin Noths Amphiktyony Hypothesis. Van Gorcum, Assen u. a. 1976.</ref> In seinen wesentlichen Zügen übernahm dagegen Manfred Weippert das Migrationsmodell von Alt und Noth.<ref>Manfred Weippert: Die Landnahme der israelitischen Stämme in der neueren wissenschaftlichen Diskussion: ein kritischer Bericht. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1967.</ref> Auch der israelische Archäologe Yohanan Aharoni folgte diesem Modell. Nach Aharoni fanden aber Konfrontationen vor allem mit den nördlichen Kanaaniten bereits in den frühen Stadien der Ansiedlung und bis zu der Zerstörung von Hazor statt.<ref>Yohanan Aharoni: Nothing Early and Nothing Late: Re-Writing Israel's Conquest. In: The Biblical Archaeologist. Band 3, 1973, S. 55–76. Derselbe: The Land of the Bible: A Historical Geography. (1966), Philadelphia 1979.</ref> Nach Joseph Callaway war die eingedrungene Bevölkerung nicht nomadisch: Die Migrationswellen seien durch Kriege ausgelöst worden, in deren Folge die nachmaligen Israeliten Zuflucht in den Gebirgen Palästinas gesucht hätten.<ref>Joseph Callaway: A New Perspective on the Hill Country Settlements of Canaan in Iron Age I. In: Jonathan N. Tubb (Hrsg.): Palestine in the Bronze and Iron Ages. S. 31–49.</ref>
Revolutionsmodell
Nach George E. Mendenhall waren die Israeliten keine Nomaden, sondern entwurzelte, „sozial deklassierte“ Landbewohner, den ḫabiru / ʿapiru der Amarna-Briefe entsprechend, die unter der Führung der aus Ägypten kommenden „Mosegruppe“ zur Revolte gegen die kanaanäischen Stadtbewohner übergegangen seien.<ref>George E. Mendenhall: The Hebrew Conquest of Palestine. In: The Biblical Archaeologist. Band 25, 1962, S. 66–87. Derselbe: The Tenth Generation. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1973. Herbert Donner: Geschichte des Volkes Israel. Band I, S. 144 f.</ref> Die Mosegruppe, die sich „Israel“ genannt habe, habe die persönliche Loyalität des Einzelnen und der Gruppe als ganzer gegenüber der Gottheit JHWH. Das stellte die Herrschaft der kanaanäischen Stadtkönige in Frage und bewirkte, so Mendenhall, dass die aufständischen Bevölkerungsteile sich der Mosegruppe anschlossen. Mendenhall widersprach der Charakterisierung seines soziologischen Ansatzes als „Revolutionsmodell“; diese Bezeichnung setzte sich gleichwohl durch. Nach 1962 entwickelte Mendenhall seinen Ansatz weiter und sah die Anfänge Israels stärker religiös begründet.<ref>Manfred und Helga Weippert: Die Vorgeschichte Israels in neuem Licht. In: Theologische Rundschau. Band 56/4 (1991), S. 341–390, hier S. 343–345.</ref>
Mendenhalls Modell wurde unter anderen von Jan de Geus<ref name="geus" /> und Norman Gottwald<ref>Norman Gottwald: Early Israel and the Canaanite Socio-economic System. In: David Noel Freedman, David Frank Graf (Hrsg.): Palestine in Transition: The Emergence of Ancient Israel. Almond Press, Sheffield 1983, S. 25–37.</ref> weitergeführt.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Gottwald modifizierte die marxistische Theorie einer „asiatischen Produktionsweise“ mit den Kennzeichen bäuerlicher Dorfgemeinschaften und einer starken Zentralinstanz. Letztere fehlt in Palästina, was Gottwald damit erklärt, dass anders als in Mesopotamien und Ägypten keine Notwendigkeit bestand, ein aufwändig organisiertes Bewässerungssystem zu unterhalten.<ref>Manfred und Helga Weippert: Die Vorgeschichte Israels in neuem Licht. In: Theologische Rundschau. Band 56/4 (1991), S. 341–390, hier S. 347.</ref> Gottwalds Modell berücksichtigte die Überlieferungen von Mose und dem Exodus kaum und datierte den Machtzuwachs der nicht-städtischen Bevölkerung zwischen 1350 (Amarnazeit) und 1225 v. Chr. (Ende der Spätbronzezeit II.). Dass Archäologen unbefestigte Siedlungen der frühen Eisenzeit im Bergland Kanaans aufdeckten, stützte Gottwalds These der selbständigen Entwicklung von Bevölkerungsgruppen außerhalb der kanaanäischen Stadtstaaten. Für diese Dorfgemeinschaften habe die Verehrung des Gottes JHWH „eine stimulierende Kraft“ gehabt.<ref>{{ #if:Siegfried Herrmann|Siegfried Herrmann: |}}{{ #if:Geschichte Israels|Geschichte Israels|Landnahme der Israeliten }}. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 12, de Gruyter, Berlin / New York {{#switch: 12 | 1=1977 | 2=1978 | 3=1978 | 4=1979 | 5=1980 | 6=1980 | 7=1981 | 8=1981 | 9=1982 | 10=1982 | 11=1983 | 12=1984 | 13=1984 | 14=1985 | 15=1986 | 16=1987 | 17=1988 | 18=1989 | 19=1990 | 20=1990 | 21=1991 | 22=1992 | 23=1994 | 24=1994 | 25=1995 | 26=1996 | 27=1997 | 28=1997 | 29=1998 | 30=1999 | 31=2000 | 32=2001 | 33=2002 | 34=2002 | 35=2003 | 36=2004 | #default = }}, ISBN {{#switch: 12 | 1=3-11-006944-X | 2=3-11-007379-X | 3=3-11-007462-1 | 4=3-11-007714-0 | 5=3-11-007739-6 | 6=3-11-008115-6 | 7=3-11-008192-X | 8=3-11-008563-1 | 9=3-11-008573-9 | 10=3-11-008575-5 | 11=3-11-008577-1 | 12=3-11-008579-8 | 13=3-11-008581-X | 14=3-11-008583-6 | 15=3-11-008585-2 | 16=3-11-011159-4 | 17=3-11-011506-9 | 18=3-11-011613-8 | 19=3-11-012355-X | 20=3-11-012655-9 | 21=3-11-012952-3 | 22=3-11-013463-2 | 23=3-11-013852-2 | 24=3-11-014596-0 | 25=3-11-014712-2 | 26=3-11-015155-3 | 27=3-11-015435-8 | 28=3-11-015580-X | 29=3-11-016127-3 | 30=3-11-016243-1 | 31=3-11-016657-7 | 32=3-11-016712-3 | 33=3-11-017132-5 | 34=3-11-017388-3 | 35=3-11-017781-1 | 36=3-11-017842-7 | #default = falsche Bandangabe! }}, S. 698{{ #if:740 | {{ #ifexpr: 698 != 740 |–740|}} |}}{{ #if:| ({{{6}}})}}{{#if:}}{{#if:|, |}}{{#if: | ({{{7}}})}}. S. 706 f.</ref> Die dörflich-tribalen ethischen und religiösen Traditionen wirkten laut Gottwald als Staatskritik in späteren Jahrhunderten weiter, was bedeutet, dass Gottwald von späteren alttestamentlichen Texten auf das Bewusstsein der spätbronzezeitlichen palästinischen Dorfbevölkerungen rückschließen muss.<ref>Manfred und Helga Weippert: Die Vorgeschichte Israels in neuem Licht. In: Theologische Rundschau. Band 56/4 (1991), S. 341–390, hier S. 348.</ref>
Gottwalds Arbeit wurde hauptsächlich wegen der marxistischen Prägung seiner Thesen abgelehnt und mitunter – nicht zuletzt durch Mendenhall selbst – heftig kritisiert.<ref>Manfred und Helga Weippert: Die Vorgeschichte Israels in neuem Licht. In: Theologische Rundschau. Band 56/4 (1991), S. 341–390, hier S. 356.</ref> Gottwalds Betonung der Rolle der einheimischen Komponente in der Entstehung Israels und die Neuheit des sozio-anthropologischen Charakters seines Ansatzes in der alttestamentlichen Forschung und in der Biblischen Archäologie wurden andererseits vielfach gewürdigt.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} James K. Hoffmeier: Israel in Egypt. S. 6.</ref>
Dem Revolutionsmodell folgten mit einigen Abweichungen unter anderen Robert Coote, Marvin Chaney und William Dever. Nach Coote waren die frühen Israeliten Kanaaniten, die sich in den höhergelegenen Gegend Kanaans angesiedelt und Landbau getrieben hätten: Sie hätten sich in einem Stammesverband organisiert, was zumindest am Anfang von den Ägyptern gefördert worden sei.<ref>Robert B. Coote: Early Israel: A New Horizon. Fortress, Minneapolis 1990.</ref> Nach Chaney und Dever sei die Entstehung der frühisraelitischen Gruppen nicht aus einer religiös motivierten Bewegung zu erklären, wie es Mendenhall, Gottwald und andere vorgeschlagen hatten. Vielmehr habe die Gründung und der Zusammenhalt der frühisraelitischen Bevölkerung des Berglands einen ökonomischen Hintergrund gehabt: Diese Gruppierungen seien aus dem Zusammenschluss von kanaanäischen Elementen hervorgegangen, die die Gebiete der Stadtstaaten der Küstenebene verlassen mussten und eine Form der gesellschaftlichen Organisation entwickelten, die funktional zu den neuen Herausforderungen des landwirtschaftlichen Lebens im Bergland gewesen sei.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
„Minimalistische“ und „revisionistische“ Ansätze
Neuere Ansätze in der akademischen Forschung über die Entstehung Israels stellen die Hypothesen von Niels Peter Lemche, Volkmar Fritz, Gösta Ahlström und anderen dar, die einen „Minimalismus“ gegenüber dem biblischen Text zum Ausdruck bringen.
Lemche verwarf die Modelle der Eroberung und der Migration und wies darauf hin, dass für eine Einwanderung der nachmaligen Israeliten in das Land Kanaan jeglicher archäologischer Nachweis fehle: Ein solcher Ursprung könne lediglich anhand der biblischen Überlieferungen postuliert werden. Nach Lemche sind die biblischen Texte keine historische Quelle, da die meisten davon zwischen dem 5. und dem 2. vorchristlichen Jahrhundert verfasst worden seien und – insbesondere das Buch Josua – einen fiktiven Charakter haben. Eine scharfe Kritik übte Lemche auch an Gottwald, dessen Verwendung der anthropologischen Daten veraltet und unzulänglich sei. Nach Lemches „evolutionärer Hypothese“ seien die frühen Israeliten als Zusammenschluss von Gruppierungen oder Stämmen von ʿapiru zustande gekommen und nach dem Feldzug des Merenptah als Volk identifizierbar geworden.<ref>Niels Peter Lemche: Early Israel: Anthropological and Historical Studies on the Israelite Society before the Monarchy. Brill, Leiden 1983.</ref>
Auch Volkmar Fritz hält die Überlieferungen des Buches Josua für Sagen und nimmt an, dass die frühen Israeliten „Kulturlandnomaden“ gewesen seien, die nicht mit den ʿapiru zu identifizieren seien und in einem „Symbiose-Verhältnis“ mit der kanaanäischen Bevölkerung lebten.<ref>Volkmar Fritz: Conquest or Settlement. In: The Biblical Archaeologist. Band 50/2, 1987, S. 84–100.</ref>
Gösta Ahlström entwickelte die Hypothese, dass die nachmaligen Israeliten Teil der Bevölkerung der kanaanäischen Ebene gewesen seien, das sich in der Krise des späten Bronzezeit in eine kleine Region Kanaans – dieselbe, die Ahlström zufolge in der Merenptah-Stele „Israel“ genannt werde – zurückgezogen hätten. Diese Bevölkerung könne auch ʿapiru aufgenommen haben und sei erst in der Zeit der Monarchie als Volk Israel zu identifizieren gewesen.<ref>Gösta Ahlström: Who Were the Israelites. Eisenbrauns, Winona Lake 1986, S. 37–43. Derselbe: The History of Ancient Palestine. Fortress, Minneapolis 1993.</ref>
William G. Dever wirft folgenden revisionistischen Forschungspositionen, die er als „nihilistisch“ kennzeichnet, eine deutlich ideologische Färbung vor:<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Philip R. Davies vertritt die Ansicht, dass das „antike Israel“ eine akademische Erfindung sei und man über das „historische Israel“ nichts wissen könne: Die Forschung werde über ein „soziales Konstrukt“ betrieben.<ref>Philip R. Davies: In Search of Ancient Israel (= Journal for the Study of the Old Testament. Supplement Series, Band 148). JSOT Press, Sheffield 1992.</ref> Nach Keith W. Whitelam geht diese akademische Erfindung mit der „Enteignung“ und der „Verschweigung“ (silencing) der Geschichte der „einheimischen Palästinenser“ einher.<ref>Keith W. Whitelam: The Invention of Ancient Israel: The Silencing of Palestinian History. Routledge, London u. a. 1996. Rezensionen von Baruch A. Levine und Abraham Malamat in: Israel Exploration Journal. Band 46 (1996), S. 284–288; von Niels Peter Lemche in: Scandinavian Journal of the Old Testament. Band 10 (1996), S. 88–114.</ref> Nach Thomas L. Thompson ist die Hebräische Bibel ein literarisches Werk der hellenistischen Zeit. Demzufolge sei „Israel“ ein „mythisches Konstrukt“ und die Frage nach dessen Ursprung „keine historische Frage, sondern eine theologische und literarische“.<ref>Thomas L. Thompson: Early History of the Israelite People: From the Written and Archeological Sources (= Studies in the History of the Ancient Near East. Band 4). Brill, Leiden u. a. 1992. Rezension von Rüdiger Liwak in: Theologische Literaturzeitung. Band 119 (1994), S. 127–131, {{#invoke:Vorlage:URN|f|errHide=1|errNS=0|errClasses=error editoronly|errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:URN}}{{#if: | Vorlage:URN – Parameter 3= wird nicht mehr unterstützt; bitte verwende resolver=}} (online).</ref>
Weitere Versuche einer historisch-archäologischen Synthese
Der Archäologe Israel Finkelstein vertritt die Auffassung, dass Israel als Ergebnis des „Wieder-Sesshaft-Werdens“ (resedentarisation) von Teilen der kanaanäischen Bevölkerung, die in der Krisenperiode der späten Bronzezeit nomadisch geworden waren, entstanden sei. Die sich ansiedelnde Bevölkerung habe eine langsame Migration in Richtung der westlichen Teile Kanaans vollzogen und den archäologisch nachgewiesenen Bevölkerungszuwachs im palästinischen Bergland der frühen Eisenzeit verursacht.<ref>Israel Finkelstein: The Archaeology of the Israelite Settlement. Israel Exploration Society, Jerusalem 1988; James K. Hoffmeier: Israel in Egypt. S. 31–33.</ref> Diese Menschen seien zu einem sesshaften Bauernleben übergegangen, nachdem das Gleichgewicht zwischen den im 12. Jahrhundert in Kanaan sesshaften und nomadischen Teilen der Bevölkerung zusammengebrochen sei. Als Folge der gesunkenen Produktion von landwirtschaftlichen Gütern in den kanaanäischen Dörfern waren Nomaden nun dazu gezwungen, Landwirtschaft zu betreiben, um Getreide zu erzeugen. Im Gegensatz zu beispielsweise philistäischen Bergdörfern wurden in den Siedlungen im west-jordanischen Bergland keine Schweineknochen gefunden, was Finkelstein als Indiz für die Ausbildung einer gemeinsamen Identität durch Speisevorschriften wertet.<ref>Israel Finkelstein, Neil Asher Silberman: Keine Posaunen vor Jericho. S. 121–136.</ref>
Weitere israelische Archäologen wie Adam Zertal, Moshe Kochavi<ref name="kochavi">Moshe Kochavi: The Israelite Settlements in Canaan in Light oft Archaeological Surveys, in: Janet Amitai (Hrsg.): Biblical Archaeology Today. S. 54–60.</ref> und Shlomo Bunimovitz übernahmen Finkelsteins Hypothesen. Bunimovitz postuliert aber anstatt der Ost-West Migration einen Rückzug nomadischer Hirten und anderer nicht sesshafter Gruppierungen von den Ebenen in die Gebirge Palästinas.<ref>S. Bunimovitz: Socio-Political Transformation in the Central Hill Country in the Late Bronze-Iron I Transition. Israel Finkelstein, Neil Asher Silberman (Hrsg.): From Nomadism to Monarchy. S. 179–202.</ref> Lawrence E. Stager<ref name="stag1" /> und William Dever<ref name="Dever2006">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> kritisierten Finkelsteins Positionen und argumentierten, dass der aus archäologischen Daten erkennbare Bevölkerungszuwachs im Bergland Palästinas in der Eisenzeit I mit einer Migration von Nomaden innerhalb Kanaans unvereinbar sei.
Steven A. Rosen und Gunnar Lehmann weisen darauf hin, dass in der Forschung des 20. Jahrhunderts Thesen zu einer nomadischen oder „seminomadischen“ Lebensweise der Israeliten vertreten wurden, die Daten aus der ethnographischen Erforschung rezenter Beduinen in Palästina übernahmen. Dass Beduinen im 18. Jahrhundert in Nordpalästina zu einem politischen Machtfaktor aufstiegen und im frühen 20. Jahrhundert eine große Bevölkerungsgruppe im nördlichen Negev darstellten, sei aber die Folge besonderer, moderner Entwicklungen. „Der Gedanke großer Populationen mobiler und autonom tribaler Hirten um ein zentrales sesshaftes Ackerbau-Kerngebiet herum kann nicht als ein Modell für die Antike angenommen werden, zumindest nicht in Ableitung von modernen ethnographischen Analogien aus Palästina.“<ref>Steven A. Rosen, Gunnar Lehmann: Hat das biblische Israel einen nomadischen Ursprung? Kritische Beobachtungen aus der Perspektive der Archäologie und Kulturanthropologie. 2010, S. 165.</ref>
Der Ägyptologe Donald B. Redford verwarf alle bis dahin erarbeiteten Synthesen. Nach Redford seien die nachmaligen Israeliten ein Kontingent von Schasu-Beduinen gewesen, das von Süden aus die Gebirge Kanaans besiedelt und erst nach der Übernahme kanaanäischer Siedlungsmuster nachweisliche Spuren hinterlassen habe.<ref>Donald B. Redford: Egypt, Canaan and Israel in Ancient Times. Princeton University Press, Princeton 1992.</ref>
Quellenwert des Buchs Josua für Modelle der Landnahme
Selbst wenn viele der sogenannten „minimalistischen“ Ansätze in der Forschung über die Landnahme sich in Opposition zu der Albright-Wright-Synthese des conquest model entwickelt haben, sind die Gemeinsamkeiten zwischen ihnen fast ausschließlich auf die Bewertung der biblischen Berichte begrenzt und geben kein Anzeichen für einen Konsens in der archäologischen und historischen Forschung zum Thema. Es ist vielfach auf eine doppelte Überspitzung hingewiesen worden:<ref>James K. Hoffmeier: Israel in Egypt. S. 33–36 und die dort zitierte Literatur.</ref> Von der einen Seite wurden im Rahmen des conquest-model die biblischen Daten mehrfach über den Text hinaus interpretiert und als Bericht einer flächendeckenden und plötzlichen Zerstörung Palästinas verstanden. So wies zum Beispiel Wright den Israeliten weit mehr Zerstörungen kanaanäischer Städte zu, als das Buch Josua in Anspruch nimmt. Von der anderen Seite ist das conquest model von den „Minimalisten“ als allzu bibelgetreu abgelehnt und zusammen mit einer wortwörtlichen Interpretation der Bibel verworfen worden. Aber auch diese Autoren haben oft den biblischen Bericht von der Landnahme als Beschreibung einer flächendeckenden Zerstörung Kanaans interpretiert, um die problematische Lage der archäologischen Nachweise hervorzuheben. So haben zum Beispiel Finkelstein und Silberman das Buch Josua als Bericht über eine von einer „Armee in Lumpen“ bzw. eines „chaotischen Haufens“ durchgeführte „militärische Blitzkampagne“ interpretiert, die „große Festungen“ und „gut trainierte Wagenlenker“ überwältigt und die kanaanäischen Städte zerstört haben soll.<ref>Israel Finkelstein, Neil Asher Silberman: Keine Posaunen vor Jericho. S. 86–89.</ref>
James K. Hoffmeier hat von einem „konservativen“ Standpunkt aus hervorgehoben, dass das Buch Josua die Zerstörung von lediglich drei Städten, Jericho, Ai und Hazor, beschreibt. Aber nicht nur deshalb sei eine Zerstörung aller anderen Städte nicht zwingend anzunehmen. Selbst die auf Grund der biblischen Berichte anzunehmende Taktik der israelitischen Kriegsführung habe nicht auf frontalen Angriffen und massiven Zerstörungen basiert:<ref name="malamat" /> Solche Zerstörungen seien eher typisch für Angriffe und Strafexpeditionen ausländischer Mächte, nicht für die Eroberung des Landes seitens eines Volks, das sich in dem Land ansiedeln will. Auch seien die literarischen Merkmale des Buchs Josua nicht ohne Parallelen in der Literatur des Nahen Osten im 2. und im 1. Jahrtausend v. Chr.: Das gelte für die religiöse Prägung der Erzählung von militärischen Unternehmen; für die hyperbolischen Beschreibungen der Siege und der Vernichtungen der Gegner; für das Verschweigen eventuell erlittener Niederlagen; für die Wiederholung von Erzählungen, die mehrfach den gleichen Sieg mit verschiedenen Urhebern berichten; für die stereotype Aufzählung der Eroberungen in der Art von Vorlage:Bibel/Link<ref>James K. Hoffmeier: Israel in Egypt. S. 36–43.</ref>, für alle Merkmale also, auf Grund derer die biblische Überlieferung von der Landnahme als unhistorisch bewertet worden ist.
Siehe auch
- Gewalt in der Bibel
- Geschichte Israels (von etwa 1500 v. Chr. bis zum Ende der Eigenstaatlichkeit 135 n. Chr.)
- Zusammenbruch der Bronzezeit
Literatur
- Janet Amitai (Hrsg.): Biblical Archaeology Today. Proceedings on the International Congress on Biblical Archaeology, April 1984. Israel Exploration Society, Jerusalem 1985, ISBN 965-221-004-8.
- Ariel M. Bagg: Interaktionsformen zwischen Nomaden und Sesshaften in Palästina anhand neuassyrischer Quellen. In: Die Welt des Orients. Band 40/2 (2010), S. 190–215.
- William G. Dever: Recent Archaeological Discoveries and Biblical Research. University of Washington Press, Seattle 1990, ISBN 0-295-96588-6.
- Vorlage:Literatur mit Anker
- Israel Finkelstein: The Archaeology of the Israelite Settlement. Israel Exploration Society, Jerusalem 1988, ISBN 965-221-007-2.
- Israel Finkelstein, Nadav Na’aman (Hrsg.): From Nomadism to Monarchy: Archaeological and Historical Aspects of Early Israel. Übersetzt aus dem Hebräischen. Israel Exploration Society, Jerusalem 1994, ISBN 965-217-117-4.
- Israel Finkelstein, Zvi Lederman (Hrsg.): Highlands of Many Cultures. The Southern Samaria Survey (= Tel Aviv University, Sonia and Marco Nadler Institute of Archaeology [Hrsg.]: Monograph series. Band 14). 2 Volumes. Tel Aviv University, Tel Aviv 1997, ISBN 965-440-007-3.
- Israel Finkelstein, Neil Asher Silberman: Keine Posaunen vor Jericho. Die archäologische Wahrheit über die Bibel. Beck, München 2003, ISBN 3-406-49321-1.
- James K. Hoffmeier: Israel in Egypt: The Evidence for the Authenticity of the Exodus Tradition. Oxford University Press, New York u. a. 1997. ISBN 0-19-509715-7.
- {{#if: Eckart Otto | Eckart Otto: }}{{#if: Landnahme/Landnahmeüberlieferung | Landnahme/Landnahmeüberlieferung | Landnahme der Israeliten }}. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). {{#if: 4 | 4 | 4 }}. Auflage. {{#if: 5 | Band 5, }} Mohr-Siebeck, Tübingen {{#switch: {{#if: 4 | 4 | 4 }}-5
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- Steven A. Rosen, Gunnar Lehmann: Hat das biblische Israel einen nomadischen Ursprung? Kritische Beobachtungen aus der Perspektive der Archäologie und Kulturanthropologie. In: Die Welt des Orients. Band 40/2 (2010), S. 160–189.
- Lawrence E. Stager: Forging an Identity. The Emergence of Ancient Israel. In: M. D. Coogan (Hrsg.): The Oxford History of the Biblical World. Oxford University Press, New York 1998, ISBN 0-19-508707-0, S. 123–175.
- Jonathan N. Tubb (Hrsg.): Palestine in the Bronze and Iron Ages. Papers in Honour of Olga Tufnell (= Occasional publication. No. 11). University of London, Institute of Archaeology, London 1985, ISBN 0-905853-15-6.
- Peter van der Veen, Uwe Zerbst (Hrsg.): Keine Posaunen vor Jericho? Beiträge zur Archäologie der Landnahme. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. SCM Hänssler, Holzgerlingen 2018, ISBN 978-3-7751-5961-6 (Wissenschaftliche Außenseiterpositionen aus der Studiengemeinschaft Wort und Wissen).
- Peter van der Veen, Uwe Zerbst (Hrsg.): Biblische Archäologie am Scheideweg? Für und Wider einer Neudatierung archäologischer Epochen im alttestamentlichen Palästina. Hänssler, Holzgerlingen 2004, ISBN 3-7751-3851-X.
- John F. Walvoord, Roy B. Zuck (Hrsg.): Bible Knowledge Commentary. An Exposition of the Scriptures, by Dallas Seminary Faculty. Old Testament. Victor Books (SP Publications), Wheaton (Ill.) 1985, ISBN 0-88207-813-5.
- Dieter Vieweger: Geschichte der biblischen Welt. I. Band: Paläolithikum bis Bronzezeit. II. Band: Eisenzeit. Gütersloher Verlag, Gütersloh 2019, ISBN 978-3-579-01479-1.
- Moshe Weinfeld: The Promise of the Land: The Inheritance of the Land of Canaan by the Israelites. University of California Press, Berkeley 1993, ISBN 0-520-07510-2 (cdlib.org).
- Simon Weyringer: An der Schwelle zum Land der Verheißung. Rhetorik und Pragmatik in Dtn 9,1–10,11. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2021, ISBN 978-3-447-11745-6.
Weblinks
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}}Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart {{#if: 2019-10-31 | {{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}|2019-10-31}} | 2006 ff.}}{{#if: 24617
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Einzelnachweise
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