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Lagophthalmus

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Vorlage:Infobox International Classification of Diseases 11 Lagophthalmus (von Vorlage:GrcS und Vorlage:GrcS – deutsch: ‚Hasenauge‘) ist eine Symptomatik aus der Augen- und Nervenheilkunde, welche den unvollständigen Lidschluss eines, seltener beider Augen darstellt.<ref>Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. Mit klinischen Syndromen und Nomina Anatomica. Bearbeitet von der Wörterbuchredaktion des Verlages unter der Leitung von Christoph Zink. 256., neu bearbeitete Auflage. de Gruyter, Berlin u. a. 1990, ISBN 3-11-010881-X.</ref> Die Unfähigkeit, das Augenlid vollständig zu schließen, kann je nach Ursache unterschiedliche Ausprägungen haben.<ref>Herbert Kaufmann (Hrsg.): Strabismus. 3., grundlegend überarbeitete und erweiterte Auflage. Georg Thieme, Stuttgart u. a. 2003, ISBN 3-13-129723-9, S. 424.</ref> Die Bezeichnung resultiert aus der irrtümlichen Annahme, Hasen würden niemals die Augen schließen, auch nicht beim Schlafen.<ref>Florian von Heintze: Tiere und Lebensräume. Verlag wissen media, 1. Auflage 2006; ISBN 978-3-577-07554-1, S. 213.</ref><ref>Walter H. Leicht: Ethologie einheimischer Säugetiere. Band 1: Tiere der offenen Kulturlandschaft. Teil 1: Feldhase, Wildkaninchen, Quelle & Meyer, Heidelberg 1979, ISBN 978-3-494-00937-7.</ref>

Ursachen

Häufigster Auslöser eines Lagophthalmus ist eine periphere Lähmung des 7. Hirnnerven, des Nervus facialis, bei der der ringförmige Augenmuskel Musculus orbicularis oculi betroffen ist. Darüber hinaus können Narben und eine daraus resultierende Verkürzung der Augenlider einen Lagophthalmus hervorrufen, ebenso ein Exophthalmus. Andere Ursachen können das Koma oder eine Fehlstellung des Augenlides (Ektropium) darstellen. Auch ein Leprabefall der Lider kann zu einem Lagophthalmus führen.

Begleitsymptome und Folgen

Datei:Fazialislähmung Tag 05 Bell-Phänomen 500.jpg
Bell-Phänomen bei Fazialislähmung mit Lagophthalmus

Durch den unvollständigen Lidschluss kann es, da das geöffnetet Auge nicht mit Tränenflüssigkeit benetzt wird, zu einer gefährliche Austrocknung der Hornhaut, der sogenannten Xerophthalmie, kommen. Patienten klagen deshalb über Brennen, Trockenheits- und Fremdkörpergefühl am Auge. Darüber hinaus kann sich eine Keratitis e lagophthalmo ausbilden, eine Entzündung der Hornhaut, bei der es auch zu einem Geschwür, einem sogenannten Hornhautulcus, kommen kann. Beim Versuch, das Augenlid zu schließen, wird das sogenannte Bell’sche Phänomen sichtbar, eine Drehung des Augapfels nach temporal oben. Durch den verminderten Lidschlag kommt es zudem zu einer Einschränkung im Ablauf der Tränenflüssigkeit und nachfolgend zu Tränenträufeln.<ref>Rudolf Sachsenweger: Neuroophthalmologie. 3., überarbeitete Auflage. Thieme, Stuttgart u. a. 1982, ISBN 3-13-531003-5, S. 388.</ref> Ausdruck einer sehr milden Läsion kann ein positives Wimpernzeichen sein.

Therapie

Es kommen Tränenersatzflüssigkeit und Salben zum Einsatz, ggf. ein Uhrglasverband, was ein Austrocknen der Hornhaut auch des Nachts verhindern soll. Auch weiche Kontaktlinsen können das Auge vor dem Austrocknen schützen.<ref>Leitlinien von BVA und DOG: Fehlstellungen der Lider / Tränenleiden, Tumoren der Lider. (PDF; 77 kB)</ref> Operative Maßnahmen können bei einem Ektropium in Frage kommen. Chirurgisch kann ein temporärer Verschluss der Lidspalte durchgeführt werden (sog. Tarsorrhaphie). Eine Keratitis und ein Ulcus werden meist antibiotisch behandelt.

Einzelnachweise

<references />

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